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| Titel | Originaltitel | Premiere | Regie | Bewertung | Inhalt |
|---|---|---|---|---|---|
| 10.000 B.C. | 10,000 B.C. | 1999 | Roland Emmerich | Inhalt: Als Mammutjäger D'Leh von der Jagd zurückkommt, haben Sklavenjäger seine Siedlung verwüstet und seine Gefährtin verschleppt. D'Leh macht sich auf die Suche nach ihr und trifft dabei auf Menschen auf einer höheren zivilisatorischen Entwicklungsstufe: Sie sind keine Jäger und Sammler mehr, sondern sind sesshaft und betreiben Ackerbau. Die letzte Station seiner Reise ist die Stadt einer frühen Hochkultur. Dort müssen Sklaven und Mammuts (!) riesige Pyramiden bauen. D'Leh erkennt, dass die Organisation solcher kultureller Spitzenleistungen zu staatlichem Totalitarismus führt und ohne die Versklavung der technisch unterlegenen Stämme nicht möglich wäre. Mutig beschließt er, nicht nur seine Frau, sondern das ganze Volk zu retten. Kritik: Hört sich interessant an, ist aber im Wesentlichen eine schier endlose Abfolge von Verfolgungsjagden und Action. Schlichtes Abenteuerkino eben, wenn auch gut gemacht. Die gänzlich am Computer erzeugten Tiere wirken tatsächlich beeindruckend lebensecht - doch spätestens, wenn die Mammuts (!) beim Pyramidenbau (!!) mithelfen (!!!), wirkt das Ganze einfach nur albern. Nicht viel besser steht es um den steinzeitlichen Teil: Emmerich nutzt sein Wissen und die aufwändige Tricktechnik nur dazu, "lauter Horrorviecher" in die vorgeschichtliche Landschaft zu stellen (wie er in seinem Interview in Stern Nr 9/2008 selber sagt). Fakten: * Die Doku Terra X - Jenseits von Eden (2004) zeigt, wie das Leben 10.000 vor Christus wirklich gewesen ist. * D'Leh ist das deutsche Wort "Held" rückwärts. * Der Film kostete 75 Millionen $, also etwas weniger als der Asterix-Film, der im selben Jahr in die Kinos kam. * 10.000 B.C. wurde von Emmerich länger vorbereitet als alle seine anderen Filme: ganze zwei Jahre lang (2004 bis 2006). Dann wurde fünf Monate gedreht (ab Mai 2006) und ein Jahr nachbearbeitet (2007). * Pyramiden wurden erst um 2700 v. Chr. erstmals gebaut - also mehr als 7000 Jahre nach der Geschichte dieses Filmes. Hat man dies in zwei Jahren Recherche in Hollywood etwa nicht bemerkt? Keineswegs, es ist Absicht: Emmerich führte im ZDF-Interview anlässlich der Premiere in Berlin aus, er habe Bücher gefunden, in denen stand, dass die Pyramiden von einer uralten, verschwundenen Zivilisation errichtet wurden (die womöglich sogar außerirdischen Ursprungs ist). * Wer wohl der Verfasser dieser Bücher war? Erich von Daeniken? Falls ja, wird es ihn freuen, auf seine alten Tage noch so prominente Leser zu finden - und so viel Einfluss auf teure Hollywood-Produktionen zu haben. An dieser Stelle grüßen wir ihn und wünschen ihm viel Erfolg mit seinem UFO-Themenpark in der Schweiz - der sich vermutlich mehr lohnt als dieser Film. * Die Pyramiden-Kulissen standen in Namibia, in der Nähe von Swakopmund - und zwar sowohl der untere Teil der riesigen Rampe, die im Maßstab 1:1 errichtet wurde, als auch die verkleinerten Modelle, in die die Arbeiter und Mammuts später am Computer hineinkopiert wurden. Ein solches Pyramidenmodell war bis zur Spitze etwa sechs Meter hoch. * Am Drehort wurden die urzeitlichen Tiere übrigens von riesigen Scherenschnitten in Originalgröße vertreten. Auf diese Weise bekam man den jeweils passenden Schatten, und die Darsteller hatten ein Gegenüber, das sie anspielen konnten. | |
| 300 | 300 | Zack Snyder | August 480 vor Christus - nach der unentschiedenen Seeschlacht am Kap Artemision stellt sich König Leonidas am Thermopylenpass mit 300 Spartanern dem persischen Heer unter Xerxes entgegen. Sie sterben den Opfertod, um den Rückzug des griechischen Heeres zu sichern. Der Film schildert Leonidas' Kindheit und Jugend und vor allem die harte Ausbildung der Spartaner zu den Elite-Soldaten der damaligen Zeit. Fakten siehe bei unseren Filmen unter Löwe von Sparta, Der (1961) | ||
| Abenteuer des Herkules II, Die | Avventure dell'incredibile Ercole, Le | Luigi Cozzi | Trash! Wer Muckis mag, kommt auf seine Kosten. | ||
| Abenteuer des Odysseus, Die | The Odyssey | Andrei Konchalovsky | Fernsehfilm in 2 Teilen à 90 Minuten | ||
| Abraham's Sacrifice | Le sacrifice d'Abraham | Henri Andréani | Stummfilm, schwarzweiß mit handcolorierten Szenen | ||
| Achilles / Der Zorn des Achilles | L'Ira di Achille | Marino Girolami | 118 Minuten Kurzinhalt: Der Film konzentriert sich ganz auf die Achilles-Episoden des Trojanischen Krieges, insbesondere den Zweikampf mit dem trojanischen Helden Hektor. Kritik: Trotz lärmender Actionszenen ein eher stiller Film über die Macht des Schicksals und über Menschen, die es selbst in die Hand nehmen. Zu sehen sind Leute, die versuchen, ihren Überzeugungen und dem Land, für das sie kämpfen, gleichermaßen treu zu bleiben. Das trifft besonders auf Gordon Mitchell zu, der überzeugend einen gealterten, durch den langen Krieg etwas zermürbten Helden gibt - ein Vergleich mit Brad Pitt in derselben Rolle in Troja (2004) lohnt sich. Regisseur Petersen schafft es nämlich 2004 trotz der ungleich besseren Produktionsbedingungen nicht, seine Helden mit einer ähnlichen Vielschichtigkeit auszustatten. Die gestelzten Dialoge fordern etwas Geduld - aber die Mühe lohnt sich. Auch Ausstattung und Musik sind viel besser als bei vergleichbaren Sandalenfilmen. Fakten: * Briseis war auch in Homers Version die Lieblingssklavin des Achill. Es gibt zwei deutsche Fassungen: * eine westdeutsche von der Rialto-Film (Dialogregie: Horst Sommer) und * eine ostdeutsche aus dem Defa-Studio für Synchronisation (für das Fernsehen der DDR) von Arno Wolf (die der MDR manchmal zeigt). Ein Vergleich ist nicht uninteressant: Während Rialto einen eher sachlichen, beschreibenden Ton anschlägt und Dialoge in modernem Deutsch anbietet, versuchte sich die DEFA in poetischer, antiquierter Ausdrucksweise. Der „Leiter der Expedition“ (West) wird so zum „Völkerfürst“ (Ost). Angeblich kommt die DDR-Version dem Original näher, allerdings gehen einem diese gedrechselten Verse, bei denen selbst der banalste Inhalt noch hochtrabend wirkt, nach kurzer Zeit schon auf die Nerven - weil man den Inhalt nicht auf Anhieb versteht (der Erzähler sagt z.B. allen Ernstes: „Eine männermordende Schlacht beginnt... Die Waage neigt sich bald der einen, bald der anderen Seite zum Vorteil...“ und Achill nennt Agamemnon einen „händlerischen König“ - solche gedrechselten Formulierungen erleichtern nicht gerade den Zugang zur Handlung). * Auch der Vorspann ist anders und nennt die Schauspieler in anderer Reihenfolge – so werden Leute zu Stars, die eigentlich nur Nebenrollen spielen. ansehen: Die DVDs Achilles und Äneas, Held von Troja sind als Doppelpack bei Black Hill in der Reihe Kino Kolossal erschienen. Inhalt Der Film beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung des Trojanischen Krieges und eine alten Weissagung: Priamos' Sohn wird von Achill im Zweikampf getötet. Der Trojaner Hektor setzt mit seinen Leuten die griechischen Schiffe in Brand - aber Achill kann das Feuer gerade noch verhindern. Für die Griechen ein Grund, Zeus zu Ehren einen Wettkampf zu veranstalten. Im heimischen Zelt erwartet Achill jedoch die schöne Sklavin Briseis, ein Beutegut aus Troja - mit einem Dolch. Doch der prallt an Achilles‘ unverwundbarer Haut ab. Sie hält ihn nun für einen grausamen Gott. Er ist aber ist nur der Sohn der Meeresgöttin Thetis und eines Menschen, daher sterblich und mit einer verwundbaren Stelle ausgestattet, die ihm jedoch selbst nicht bekannt ist. Im Tempel des Apoll fleht Priester Kröses derweil den Gott an, ihm Briseis, seine Tochter wiederzugeben. Apoll rät ihm, ins Lager der Griechen zu gehen und Gold gegen Briseis zu tauschen. Kröses geht also zu den Griechen, die die Spiele vorbereiten. König Agamemmnon jedoch nimmt das Gold und behält Briseis. Kröses ist empört und droht mit der Rache des Gottes. Kalchas, der Priester der Griechen nimmt als einziger die Drohung ernst. Die Spiele beginnen – um von einem Unwetter gestört zu werden, das Apoll schickt. Dieses bringt die Pest, die die Griechen dahinrafft. Achill lässt die Offiziere rufen und beraten. Kalchas erklärt, dass Apoll beleidigt ist, weil Agamemnon den Priester betrogen hat. Widerstreben gibt Achill Briseis heraus - für ihn ist sie eine Beute, auf die er ein Anrecht hat. Hektor beobachtet von Troja aus mit Freude, dass Agamemnon und Achill sich im Zorn trennten. Wieder nutzt er die Gunst der Stunde: Er überfällt Odysseus‘ Lager - und verschont ganz bewusst das des Achill. Agamemnon schöpft nun Verdacht gegen Achill - das bedeutet einen entscheidenden Zweikampf zwischen Achill und Hektor... | ||
| Adam and Eve | Stummfilm, schwarzweiß | ||||
| Adam Raises Cain | Tony Sarg | Zeichentrickfilm, stumm, schwarzweiß | |||
| Adamo ed Eva, la Prima Storia d'Amore | Blue Paradise | Luigi Russo | Film, der die Theorie aus Der Garten Eden (USA 2007) in eine Spielhandlung einbettet. Von dem Film exisitiert noch keine deutsche Version. Also, liebe Redaktionen: Das ist Eure Chance! Kauft das Machwerk billig ein und verpasst ihm wahlweise eine witzige deutsche Synchronisation (denn als Genreparodie ist der Streifen ein echter Knaller) oder einen ernsthaften wissenschaftlichen Text, der aus dem Off drübergelegt wird - denn das Material ließe sich auch prima zu einem Lehr- und Wissenschaftsfilm über den Garten Eden zusammenschneiden (siehe oben). | ||
| Adams Rippe / Der Mann der Tat / Die Schuld der Mutter | Adam's Rib | Cecil B. DeMille | |||
| Age of Treason | Age of Treason | Kevin Connor | Fernsehkrimi, 90 Minuten Ein Krimi aus dem alten Rom - eine echte Rarität. Obwohl inzwischen eine ganze Reihe erstklassiger Antik-Kriminalromane erschienen sind (siehe Romane), haben Filmproduzenten sich überraschenderweise nur dieses eine Mal an diese Spielart des Genres herangewagt. Fakten: * Lindsey Davis hat eine ganze Romanreihe rund um Detektiv Falco geschrieben - und war mit dem Ergebnis unzufrieden: Weitere Falco-Bücher sind nicht mehr verfilmt worden. * Der Film kam in Deutschland nicht heraus und lief nur im US-Kabelfernsehen. | ||
| Agora - Die Säulen des Himmels | Agora | Alejandro Amenábar | Monumentalfilm, 130 Minuten, der zur Zeit in den Kinos läuft. (Premiere: Filmfestspiele Cannes 2009) http://www.agora-derfilm.de/ Kurzinhalt 391 nach Christus: Hypatia ist eine angesehene Professorin an der Bibliothek zu Alexandria. Leider lebt sie in der falschen Epoche für Gelehrsamkeit, denn in blutigen Straßenschlachten kämpfen die Christen gegen die Anhänger der antiken Götter um die geistige und politische Vorherrschaft. Waren früher die Wissenschaftler und ein Klima geistiger Toleranz in Alexandria tonangebend - so sind es nun engstirnige religiöse Führer, die die Macht an sich reißen. Während sich also das Römische Reich und die antike Hochkultur langsam auflösen, gelingt Hypatia in der Abgeschiedenheit ihres Hauses der ganz große Wurf: Durch die zahlreichen Widersprüche in den Weltbildern anderer Wissenschaftler angeregt, kommt sie auf die Idee, dass die Planeten erstens nicht in regelmäßigen Kreisen um die Sonne ziehen, sondern in elliptischen Bahnen, und dass zweitens sich die Erde um die eigene Achse dreht und drittens auch noch um die Sonne. Revolutionäre Gedanken, die ihrer Zeit mindestens 1600 Jahre voraus sind - und in den damaligen politischen und religiösen Wirren auch sofort wieder verschwinden. Kritik: Ein Kinobesuch, der sich lohnt! Zunächst einmal hat der Film (dank modernster Computer-Technik) viele erstklassige Schauwerte, wie z.B. eine aufwändige Ausstattung, monumentale Kulissen und beeindruckende Massenszenen. Dann zeugt es von Mut, einen derart aufwändigen Film über einen so wenig bekannten Zeitabschnitt der Spätantike zu drehen und den Akzent dann auch noch nicht auf Liebe und Abenteuer zu legen, sondern auf Religion und Wissenschaft. Natürlich ließe sich auch Manches kritisieren - aber im Ganzen bietet der Film zwei Stunden gute Unterhaltung mit einer anspruchsvollen Handlung, guten Schauspielern und atemberaubend schönen Bildern. Fakten zum Film: * Rachel Weisz' bekanntester Film ist Die Mumie (1999). * Michael Lonsdales bekannteste Rollen sind der Bösewicht in dem James-Bond-Film Moonraker (1979) und der Abt in Der Name der Rose (1986). * Regisseur Amenábar erhielt für Das Meer in mir (2004) einen Oscar. * Der Thron, auf dem Präfekt Orestes sitzt (siehe unser Bild "Macht"), scheint aus dem Film Gladiator (2000) wiederverwendet worden zu sein. Aufwändig bestickte und gepolsterte Rückenlehnen wie diese waren in der Antike unbekannt. * In zahlreichen Zeitungen und Film-Magazinen erschien der Comic Angora - die Knäuel des Himmels (von Niels Kolditz), in der Hypatia der geheimen Formel für superweiche Schmusewolle auf der Spur ist. In dieser Parodie war das o in Form eines Wollknäuels gestaltet. Historische Fakten: * Agora ist das griechische Wort für Marktplatz. Vergleichbar mit dem römischen Wort Forum bezieht sich Agora auch im übertragenen Sinne auf öffentliche Vorgänge und das politische Leben. * Hypatia hat tatsächlich gelebt - und war auch in Wirklichkeit eine Ausnahme-Erscheinung, die studiert hatte, selbst unterrichtete und wissenschaftliche Bücher schrieb (was Frauen damals allgemein nicht taten, obwohl es ihnen auch nicht direkt verboten war). Ob sie das Sonnensystem wirklich schon so richtig beschrieben hat, wie im Film gezeigt, kann nicht mehr überprüft werden, weil sich keine Schriften von ihr erhalten haben - es ist aber naheliegend. Im Jahre 415 wurde der christliche Pöbel durch eine Predigt zum Mord an Hypatia angestiftet (wie im Film, allerdings wurde die Predigt in Wirklichkeit nicht von Kyrill gehalten). * Theon war (wie im Film) ihr Vater und ein berühmter Mathematiker. Er ist der letzte Wissenschaftler der Bibliothek, den wir namentlich kennen. * Synesios war (wie im Film) ein Student der Hypatia und ein Christ. Anders als im Film wurde er erst am Ende seines Lebens Bischof und war wohl auch kein Christ mit Leib und Seele: Er machte vielmehr einen Unterschied zwischen gebildeten und ungebildeten Menschen als zwischen Christen und Heiden. Er verließ Alexandria nach seiner Ausbildung und kehrte (anders als im Film) nie mehr zurück. Von Synesios haben sich über 150 Briefe erhalten (darunter auch zahlreiche an Hypatia), weswegen sein Leben heute als gut erforscht gilt. * Orestes war zur fraglichen Zeit tatsächlich Präfekt von Ägypten. Ob er auch ein Student der Hypatia war (wie im Film), ist nicht belegt - es stimmt aber, dass er ein Gegner von Kyrill war. * Kyrill war (wie im Film) Bischof von Alexandria und damals schon umstritten, da er einerseits als großer christlicher Vordenker viele Grundlagen für die moderne Kirche legte - andererseits aber auch als skrupelloser und machtbewusster Politiker auftrat. * Unter Kaiser Theodosius wurde der Katholizismus de facto zur Staatsreligion - allerdings wurden heidnische Kulte nach wie vor geduldet und ihre Tempel nicht geschlossen: Wenn es doch zur Zerstörung von Tempeln und Statuen kam, so waren dies stets regional begrenzte Übergriffe. Theodosius ging in die Geschichte ein, weil er der letzte Kaiser war, der (wie im Film richtig gesagt) noch über ein ungeteiltes Römisches Reich herrschte (und weil er 393 die Olympischen Spiele verboten hat - erst 1896 fanden sie wieder statt). * Das Serapeion war ein Tempel des Gottes Serapis, in dem es eine kleine zusätzliche Bibliothek gab. Es wurde inzwischen ausgegraben und sah (wie auch die große Bibliothek) in Wirklichkeit anders aus als im Film. * Wie im Film richtig dargestellt, kam es 391 in Alexandria zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Heiden und Christen, in deren Verlauf sich die Heiden im Serapeion verschanzten. Der Kaiser verzieh die zahlreichen Morde auf beiden Seiten - ordnete aber die Zerstörung des Serapeions an. Bei dieser Gelegenheit zerstörten die christlichen Bischöfe auch andere heidnische Tempel. Ob dies auch das Ende der berühmten Bibliothek von Alexandria war (wie im Film gezeigt), ist nicht belegt. Die im Film gezeigte Nutzung heidnischer Gebäude als christliche Kirchen hat es tatsächlich gegeben - allerdings wohl nur bei Tempeln, nicht auch bei Bibliotheken. | ||
| Ahasver, der ewige Jude | The Wandering Jew / The Eternal Jew | Maurice Elvey | 111 Minuten, Schwarzweiss Groß angelegtes Epos, dessen Handlung von der Kreuzigung von Jesus Christus (1. Jahrhundert) bis zur zur spanischen Inquisition erzählt wird (12. Jahrhundert). Dieser Film ist NICHT identisch (oder auch nur ähnlich) mit dem Nazi-Propagandafilm "Der ewige Jude". Die christliche Legende von Ahasver, einem Juden, der das Volk gegen Jesus Christus aufhetzt, weswegen dieser dann ans Kreuz geschlagen wird. Nun wird Ahasver dazu verflucht, bis zur erwarteten Wiederkunft Jesu am Jüngsten Tag durch die Welt zu wandern. So wandert er und wandert er. Durch die Länder, durch die Epochen - bis zur Inquisition. | ||
| Aida | Aida | Clemente Fracassi | Miss Moneypenny in einer frühen Rolle als eifersüchtige Prinzessin - das alleine macht den Film schon einen Blick wert. Für Opernfreunde ist das Ganze sicher ein Genuss - aber allen anderen geht die plüschige, historisch unakkurate Dekoration, das übertriebene Artikulieren und Gestikulieren einfach nur auf den Wecker. | ||
| Alboin, König der Langobarden | Rosmunda e Alboin | Carlo Campogalliani | 96 Minuten Recht temporeich erzählt und sogar ganz leidlich gespielt. Die erdachten Intrigen laufen auf mehrere Ebenen miteinander und gegeneinander, wodurch eine gewisse Spannung entsteht. Ebenfalls gefallen können die nicht zu aufdringliche Musik, die glaubwürdige Ausstattung, der gute Einsatz von Kamera und Licht, sowie wirklich beeindruckende Schlachtenszenen mit riesigen Statistenheeren. Insgesamt ein altmodischer, aber nicht uninteressanter Film-Ausflug in eine allgemein wenig beachtete Epoche. Historische Fakten: Alboin, Rosamunde und Kunimund haben tatsächlich gelebt. 567 besiegte Alboin die Gepiden. Anders als im Film wurde König Kunimund gleich bei diesem Kampf getötet. Alboin heiratete dessen Tochter Rosamunde als zweite Frau. 568 verließen die Langobarden zusammen mit den Gepiden und anderen Völkern unter der Führung Alboins ihre Siedlungen an der Donau, um in Norditalien einzufallen und da ihr neues Königreich zu gründen - was möglicherweise tatsächlich von vorneherein so geplant war (wie im Film dargestellt). Dabei stießen sie auf die Byzantiner, die Italien 550 gerade erst von den Goten zurückerobert hatten. 573 veranlasste Rosamunde Alboins Ermordung, um Helmichis (im Film: Amalchi) auf den Thron zu setzen. Daraus wurde jedoch nichts, da dieser von der langobardischen Führungsschicht abgelehnt wurde. Die beiden flohen nach Ravenna, wo der byzantinische Statthalter residierte. Dieser befürchtete wohl Konflikte mit den Langobarden, wenn er den Mörder ihres Königs beherbergen würde, und veranlasste Rosamunde, Helmichis zu vergiften. Als sie es tat, flößte Helmichis auch Rosamunde etwas Gift ein, so dass sie beide zusammen starben. Eigentlich eine interessante Geschichte - leider hat Campogalliani sie so nicht verfilmt. Ist ein Regisseur anwesend, der sich für den Stoff interessiert? ausführliche Inhaltsangabe: 566 nach Christus. Justinus II, Kaiser von Byzanz, fürchtet mehr als alle anderen Feinde zusammen die Langobarden und die Gepiden. Daher entfesselt er einen Krieg zwischen den beiden Völkern, um sie gegenseitig zu schwächen. In diesem Kampf führte König Alboin die Langobarden zum Sieg. Das liegt daran, dass ihr berühmter General Amalchi nicht mitgekämpft hat, so meinen die Gepiden. amalchi vermutet, er sei durch einen Trick von der Schlacht ferngehalten worden: Ein Bote brachte Befehle, dass er sich an einem falschen Ort einfinden solle. Doch sein König Kunimund glaubt, dass Amalchi ihn hintergangen hat – und setzt ihn als General ab. Er vermutet, Amalchi habe nicht gekämpft, weil er ihm seine Tochter Rosamunde nicht zur Frau gab. Amalchi und Rosamunde lieben sich heimlich und haben sogar einen Sohn, was jedoch keiner weiß. Sie vertrauen ihn einer Bäuerin an, die ihn großzieht und in Sicherheit vor den Langobarden bringt – aber auch fort von den Gepiden. Derweil trifft sich der Berater des Königs mit den Boten von Justinus II. Dieser lebt in der Angst, dass Alboin sich das Heer der Gepiden einverleibt und als Riesenheer die Byzantiner angreift. Daher liefert er den Langobarden immer neue Anlässe für einen Angriffskrieg. Das ahnt König Alboin im Lager der Langobarden. Er hegt eigentlich keinen Groll gegen die Gepiden und ahnt, dass Byzanz sie auf diese Weise schwächen will. Er will sich daher mit den Gepiden im Frieden vereinen. Als Beispiel bringt er einen Apfel: Ganz ist er schwer zu zerdrücken, aber geteilt in zwei Hälften ist das ein Leichtes. Schade nur, dass seine Heerführer und Brüder das anders sehen: Sie hassen die Gepiden und wollen weiterhin Krieg. Alboin kennt seine Leute nur zu gut: Er lockt sie mit einem gemeinsamen Feldzug gegen Rom und mit der zu erwartenden reichen Beute. Bei den Gepiden berichtet ein Spion von dem Sohn der Rosamunde und des Amalchi. Der intrigante Berater des Königs ahnt, dass sich aus dieser Nachricht etwas machen läßt – doch im Moment erfordert der Bote der Langobarden seine Aufmerksamkeit: Der bietet einen ehrenvollen Frieden an. Er nennt auch einen überzeugenden Grund dafür: Ist der Frieden demütigend, dann entsteht aus der Unzufriedenheit ein neuer Krieg – und dann können sie sich den Frieden sparen. Die Gepiden sehen ein, dass das eine gute Idee ist (und als Besiegte können sie so ein Angebot ja ohnedies schlecht ablehnen). Die Bedingungen sind folgende: Die Langobarden ziehen ab, wollen dafür aber ein Unterpfand für die bedingungslose Freundschaft der Gepiden: Die Tochter des Königs. Sie soll Alboins Frau werden. So werden beide Völker einen gemeinesamen König und eine gemeinsame Königin haben. Wie könnte Rosamunde da Nein sagen? Soll sie ihr privates Glück über das ihres Volkes stellen? Der Berater der Gepiden sieht bereits seine Felle wegschwimmen – doch dann hat er eine Idee: Er schlägt vor, dass der Bruder des Alboin an den Turnieren teilnehmen soll. Amalchi erweist sich derweil als vollkommenes Arschloch: Er tadelt Rosamunde für ihre Entscheidung. Das ist stark, denn immerhin rettet sie doch damit das Leben derselben Menschen, die er als Heerführer nicht verteidigen konne. Doch Amalchi ahnt, dass Alboin das Heer der Gepiden für Raubzüge braucht. Er erkennt, dass der einzige Weg, die Ehe zu verhindern, der ist, Alboin im Kampf zu töten. Unbelastet von diesen Gedanken feiern die beiden Völker eine prunkvolle Hochzeit. Leider geht Amalchis Plan schief und der des Beraters auf: Statt mit Alboin muss Amalchi mit Alboins Bruder kämpfen. Amalchi tötet ihn (ohne es zu wollen). Der Gepiden-König ist loyal den Langobarden gegenüber – und setzt Amalchi in Haft. Trotzdem gewinnen bei den Langobarden nun die Gegner des Friedens Oberhand (wie vom Berater geplant) – und überreden Alboin zum Krieg. In einem langen blutigen Kampf wird der König der Gepiden getötet. Alboin nimmt sich Rosamunde zur Frau und hält im Gepidenpalast Hof. Die Langobarden nehmen alle Gepiden als Sklaven. Untätig muss Amalchi dies vom Gefängnis aus mit ansehen. Der falsche Berater des toten Gepiden-Königs verrät Alboin, dass Rosamunde ein Kind hat – und zeigt wo man es finden kann. Dies nutzt Alboin nun als Druckmittel, um Rosamunde gefügig zu machen. Zudem verurteilt er Amalchi zum Tode. Doch Amalchi kennt jeden Winkel des Palastes und kann noch am Tag der Hinrichtung fliehen. Rosamunde weiß davon nichts. Sie denkt, Amalchi sei tot. Alboin sieht derweil ein: Wer zerstört, bleibt allein. Die Eroberung der Gepiden war für Alboin mit hohen Verlusten erkauft – und statt stärker, ist er nun schwächer geworden, da er ja die Unterdrückten auch in Schach halten muss. Diese Einsicht stimmt ihn milde. Er läßt alle Gefangenen frei, statt sie weiterhin als Sklaven zu verkaufen. Damit gewinnt er auch die Sympathie von Rosamundes Dienerinnen. Rosamunde jedoch argwöhnt, dass Alboin nur nett ist, um das Volk für die geplanten gemeinsame Beutezüge zu gewinnen. Außerdem will sie Rache für den Tod an Amalchi. Der listige Berater errät ihre Gedanken. Derweil ist auch Amalchi nicht untätig – er sucht Verbündete für den Kampf gegen Alboin. So kommt es, dass ein Widerstandskämpfer Kontakt mit Rosamundes Dienerin aufnimmt und anbietet, sie und das Kind zu befreien. Als nächstes werden wir Zeuge, wie das an einem sicheren Ort lebende und von Alboins Leuten sorgsam bewachte Kind entführt wird. Die Täter bringen es zu Rosamunde, die mit dem Kind dann flieht. Alboin läßt die Wachleute, die das Kind entkommen ließen, ans Kreuz schlagen – doch da erscheint Rosamunde im Palast und bittet um Gnade für diese Männer. Sie meint, solcher Mut, sich für ihre Königin zu opfern, verdiene Auszeihnung, nicht Strafe. Alboin glaubt, er sieht nicht richtig. Er fragt, warum sie nicht geflohen ist, als sie die Gelegenheit hatte. Sie erklärt, dass sie ihr Ziel erreicht habe: Ihr Sohn sei nicht mehr Alboins Geisel. Nun sei sie frei – und freiwillig wählt sie Alboin zum Gemahl. Hoppla. Alboin (und auch der Zuschauer) reibt sich die Augen – aber vermutlich ist das eine List. Alboin zeigt ihr die Leiche des Beraters – dessen List und Intrigen mit Byzanz er endlich durchschaut hat - als abschreckendes Beispiel. So endet sie auch, | ||
| Alexander | Alexander | Oliver Stone | 160minütiger Spielfilm Kurzinhalt: Nach Alexanders Tod diktiert sein engster Vertrauter einem Historiker seine Version vom Leben und Tod des großen Feldherrn - ein geschickter Kunstgriff: Immer wenn man Oliver Stone nun den Vorwurf macht, sein Film sei historisch nicht exakt, kann er sagen: es soll auch gar nicht exakt sein, sondern die persönliche Sicht dieses Mannes wiedergeben. Ganz schön schlau, macht den Film aber nicht wesentlich besser. Kritik: Zum Glück lief der Film inzwischen im Fernsehen - im Kino bin ich zwischendurch eingeschlafen. | ||
| Alexander der Große | Alexander the Great | Robert Rossen | |||
| Alexanders Triumph / Alexander der Große - Triumph über Persien | Battleground - The Art of War: Alexander The Great | Dokumentation | 45minütige Doku mit aufwändigen Spielszenen - läuft regelmäßig auf ntv history und Super RTL In Californien gedreht und mit sorgfältigen Computer-Rekonstruktionen ergänzt, lässt dieser Film die Schlacht bei Gaugamela wiederauferstehen. Der Zuschauer kann den Verlauf an den einzelnen Tagen im Detail nachvollziehen und sehen, mit welcher Strategie das vergleichsweise kleine mazedonische Heer die persische Übermacht unter König Dareios besiegte. Ein Rückblick auf Alexanders Jugend rundet den Film ab. Das Ergebnis ist ein kleines Meisterwerk: spannend, sachkundig und sehr ästhetisch. | ||
| alten Ägypter, Die | Die alten Ägypter | Dokumentation | Dokufiction in 4 Teilen à 45 Minuten mit aufwändigen Spielszenen und Computerrekonstruktionen Kurzinhalt: Das Alltagsleben und die Sorgen und Nöten der Bewohner des antiken Ägypten. Die Geschichten und Personen sind keine Erfindung: Grundlage für die Drehbücher sind Ausgrabungsbefunde und Originaldokumente. ansehen: * Die Serie taucht regelmäßig in den Sender der ARD-Familie auf (3sat, die Dritten Programme, Phoenix usw). * NDR/Warner hat eine DVD-Box veröffentlicht (siehe unsere Bilder) mit allen 4 Folgen (die hier je 50 Minuten lang sind) und interessanten Extras, wie diese Filme gedreht wurden (u.a. wie man die Gebäude digital wiederaufgebaut und dann in die Spielhandlung eingefügt hat). Kritik: Optisch sind die Beiträge geradezu bestechend schön: detailgetraue Kulissen und Kostüme, aufwändige Rekonstruktionen antiker Orte und Landschaften - Man fühlt sich jeden Moment in die Antike zurückversetzt. Dramaturgisch bauen die Themen zu sehr auf die Sensationslust der Zuschauer. Wir sehen eben nicht nur das ganz normale Alltagsleben, sondern vorwiegend spektakuläre Kriminalfälle. Das ist zwar schade, aber kein zu hoher Preis für eine Qualitäts-Serie wie diese. P.S.: Liebe Produzenten. Jetzt, da Ihr wisst, wie's geht, und wo die Kulissen schon vorhanden sind - wie wär's mit einer Fotsetzung? EPISODENLISTE: 1, Die Schlacht von Megiddo 1457 v. Chr. Thutmosis III besiegt die Fürsten von Kanaa. 2, Die Grabräuber von Theben Ein antiker Prozess gegen Grabräuber, nachgestellt nach originalen Gerichtsakten. 3, Der Mord im Tempel 4, Die Zwillingsschwestern Zwei Waisen, die im Tempel aufgewachsen sind, schreiben dem Pharao einen Brief und bitten um Hilfe gegen zugefügtes Unrecht. Der antike Brief hat die Jahrtausende überdauert und ist Grundlage für das Drehbuch. | ||
| Am Anfang | In the Beginning | Kevin Connor | Fernsehfilm in 2 Teilen à 90 Minuten deutsche Erstsendung: am 4. und 5.11.2001 (RTL) Episodenliste 1, Die große Prüfung 2, Der Weg ins gelobte Land Kurzinhalt: Das erste Buch Mose im Schnelldurchlauf: Von der Schöpfung über Abraham und Sarah, Jakob und Josef bis zum Auszug aus Ägypten unter Moses. Kritik: Ein wirklich sehr schneller Schnelldurchlauf durch die Highlights des Alten Testamentes - allerdings: Der Film konzentriert sich deswegen stets auf die wesentliche Kernaussage der jeweiligen Geschichte (für allzuviel schmückendes Beiwerk ist schlicht keine Zeit). Auf diese Weise bekommt der Zuschauer einen guten, inhaltlich sehr dichten (und durch das hohe Tempo auch sehr kurzweiligen) Überblick, noch dazu in sehr schönen Bildern. | ||
| Amazons and Gladiators | Amazons and Gladiators | Zachary Weintraub | Low-Budget-Action-Film mit viel nackter Haut. Immerhin - einer der wenigen Filme, in denen die legendäre Zenobia, Königin von Palmyra auftritt. | ||
| Amphitryon | Amphitryon | Reinhold Schünzel | Kurzinhalt Theben, im alten Griechenland. Der Held Amphitryon ist im Krieg. "Prima Gelegenheit", denkt sich Jupiter und nimmt Amphitryons Gestalt an - um dessen Frau Alkmene zu verführen. Dumm nur, dass der echte Amphitryon überraschend nach Hause kommt... Kritk: Erstaunlich leichtfüßige Adaption der klassischen Vorlage, toll ausgestattet, schwungvoll und einfallsreich inszeniert (Hermes auf Rollschuhen; ein dicker Heerführer, der Göhring gleicht usw). Eine treffsichere Parodie auf die Obrigkeitshörigkeit des Bürgertums, das Nazitum und seine pompösen Rituale - und Monumentalfilme (noch bevor es das Genre überhaupt gab). Nur die dudeligen Lieder ("Die schöne Alkmene, sie hat Migräne") sind auf den alten Tonkopien kaum noch zu verstehen, aber das mindert den Spaß kaum. Fakten: Aus dem Techtelmechtel mit dem Göttervater geht übrigens der Sage nach der Held Herakles (Herkules) hervor, aber darüber schweigt sich der Film taktvoll aus. Der Stoff findet sich erstmals bei Hesiod (um 700 v.Chr.) und beruht vermutlich auf überlieferungen aus Mykene. Reinhold Schünzel musste Deutschland übrigens bald nach diesem Film verlassen, weil den Nazis seine (versteckten und offenen) systemkritischen Anspielungen dann doch zu weit gingen. | ||
| Androkles und der Löwe | Androcles and the Lion | Chester Erskine | 98 Minuten, Schwarzweiß Kurzinhalt Kurz gesagt: Erst rettet Androkles einen Löwen, dann rettet der Löwe Androkles. In Syracus zieht der tierliebe Schneider Androkles einem Löwen einen Dorn aus der Pfote - um kurz darauf als Christ verhaftet und zum Tod in der Arena verurteilt zu werden. Doch der Weg zum Kolosseum in Rom ist weit. Da kann noch viel passieren. Was, das erzählt dieser Film. Kritik Eine Perle gepflegter Unterhaltung und feinsinnigen Humors - bei uns zu Unrecht fast völlig unbekannt. Das Tempo der Inszenierung wirkt auf heutige Augen zwar etwas betulich, verleiht dem Spiel aber auch eine gewisse Würde. Die Dekorationen sind monumental, phantasievoll und üppig, gelegentlich leicht dem damaligen Zeitgeschmack angepasst, aber trotzdem glaubwürdig und einer Komödie angemessen. Teile der Kostüme sehen aus, als hätte man sie direkt bei Quo Vadis ausgeliehen, auch scheinen viele Arena-Szenen aus anderen Filmen entnommen worden zu sein (vielleicht sogar Stummfilmen). Man sieht übrigens deutlich, dass der Löwe in der Arena an einem langen Seil sicher um Androkles herum geführt wird - das sorgt nicht gerade für atemlose Spannung. Die Musik betont jeden Gag so sehr, als sei man in einem Zeichentrickfilm - eigentlich ganz überflüssig, denn das haben Shaws geistreiche und pointierte Dialoge gar nicht nötig. Insgesamt ein altmodischer, aber sehr kurzweiliger Monumentalfilm. Fakten: Wie im Film richtig gesagt, wütete um 166 nach Christus die Pest in Rom, was tatsächlich zu den schwersten Christenverfolgungen seit Nero führte - und das ausgerechnet unter dem Philosophen-Kaiser Marc Aurel. Im Privatleben konnten Christen ihre Religion zwar ungestört praktizieren - in der Öffentlichkeit hatten sie jedoch den Staatsgöttern zu opfern, erst recht in Krisenzeiten. Die ziemlich große Christengemeinde und der zwischen Nachsicht und Verfolgung schwankende Kaiser würden aber eher zu der Regierungszeit der Kaiser Valerian und Macrianus passen - aber das war 261 n. Chr, 100 Jahre später. Androkles hat möglicherweise tatsächlich gelebt. Seine Geschichte wird seit dem 2. Jahrhundert als wahre Begebenheit überliefert. Angeblich war er der entflohene Sklave (und kein Christ) des Prokonsuls der Provinz Africa, der sich in einer Höhle bei einem Löwen versteckte. Als er nach 3 Jahren verhaftet und in Rom zum Tod in der Arena verurteilt wurde, traf er da seinen Mitbewohner aus der Höhle wieder - und wurde begnadigt. Mehrere Kaiser hatten den Zunamen Antonius - jedoch keiner, der durch Christenverfolgungen aufgefallen wäre. Hier irrte der Dichter. Und auch da irrete Shaw: Syracus liegt in Sizilien. Um nach Rom zu kommen, muss die gemischte Gruppe also mit dem Schiff übers Meer - im Film sind die Leute aber nur an Land zu sehen. Friedrich Holländer ist der Komponist der berühmten Marlene-Dietrich-Liedes "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" Ausführliche Inhaltsangabe: Syracus 161 n Chr: Unter Kaiser Antonius werden Christen verfolgt. Da der kleine Schneider Androkles mit A anfängt, vermutet seine Frau nicht zu Unrecht, dass er als einer der Ersten in die Arena geworfen wird. Bürokraten gehen ja gerne alphabetisch vor. Sie schnüren also ihr Bündel und verlassen die Stadt. Doch in der Wildnis begegnet ihnen ein wilder Löwe. Während seine Frau ohnmächtig wird, bemerkt Androkles, dass der Löwe nur deshalb so wild ist, weil er einen Dorn in der Pfote hat. Er zieht den Dorn. Während Andi mit dem Löwen spricht, erwischen ihn die Legionäre, die schon nach ihm suchen. Seine Frau bemerkt die Soldaten rechtzeitig und flieht. In Ostia gibt sich die Römerin Lavinia unterdessen als Christin zu erkennen und versorgt eine Gruppe gefangener Christen aus Syracus, die hier auf dem Weg nach Rom Rast machen. So erregt sie die Aufmerksamkeit des Hauptmannes. In der Gruppe ist auch Androkles. Die Geschichte mit dem Löwen hat sich herumgesprochen - nun halten ihn alle füe einen Zauberer. Der Hauptmann gibt Anweisung, dass die Christen zum Kolosseum gebracht werden sollen, wo zur Zeit große Nachfrage nach Christen besteht. Unterwegs machen sie Rast, und Lavinia kümmert sich um ihre müden Bewacher, während Androcles deren Rocksäume näht. Als die Christen auch noch "Vorwärts Christliche Sodaten" singen, sinkt die Moral der Legionäre derart, dass der Hauptmann anordnet, den Text durch "Werfet uns den Lowen vor" zu ersetzen. Die Christen haben ihren Spaß an diesem Befehl, was die Moral der Römer noch weiter untergräbt. An anderer Stelle hat ein Wagen einen Soldaten eingeklemmt. Ferovius, ein bärenstarker Christ aus Ostia, der für seine große Zahl bekehrter Römer berühmt ist, rettet ihn. Dies nimmt die Soldaten für die Christen ein. Auch dem Hauptmann wird bei Lavinia ganz warm ums Herz. So beginnt er eines Nachts, sie davon zu überzeugen, den Göttern zu opfern, um ihr Leben zu retten. Doch sie glaubt an die Reinheit der Seele und das Leben nach dem Tod. Das kann sie nicht aufgeben. Endlich in Rom angekommen, provoziert ein Patrizier den starken Ferovius. Er ohrfeigt ihn und verlangt die andere Backe. Ferovius erduldet die beiden Schläge - und schlägt dann vor, dass er das Experiment nun wiederholt und der Patrizier sich wie ein Römer verhalten soll - wenn er sich traut. Doch vor den Schlägen fürchtet sich der Patrizier derart, dass er ohnmächtig wird. Ferovius meint, der Geist Gottes sei über ihn gekommen. Die Christen lachen - so also sehen seine berühmten Bekehrungen aus! Kaiser Antonius kommt derweil zu dem Schluss, dass das Ermorden der Christen keine so gute Idee ist - denn für jeden Christen, den sich die Löwen holen, gehen zwei neue aus dem Kolosseum heraus. So ist es sein Schicksal geworden, das Christentum anzufachen. Vielleicht wird er so eines Tages deren größter Held sein. Auch der Zirkusdirektor klagt: Das ständige Verfüttern der Christen bringt die Spiele mit der Zeit um ihre Höhepunkte. Schließlich kommen die Christen vor dem Kolosseum an. Seht euch um, ruft der Hauptmann, das ist die Arena, wo ihr sterben werdet. Androcles, der geborene Kultur-Tourist, meint das sei ja interessant, Reisen bilde doch ungemein. Hier begegnen sie ihren Co-Stars: den Löwen. Die Christen albern herum und stellen sich den Löwen als ihr Frühstück vor. Lavinia meint, sie sei der Geflügelsalat, Ferovius der Rostbraten und Androcles sei der Milchbrei. Die Wärter sind empört - Könnt ihr euch als Märtyrer denn nicht ordentlich benehmen?! Der Kaiser empfängt unterdessen den Hauptmann. Der berichtet, wie er versuchte, Lavinia zu bekehren. Der Kaiser seufzt, leider sei es normalerweise umgekehrt. Sogar in seinem eigenen Palast gibt es wohl schon Christen. Im nächsten Bild sehen wir, wie einer der Berater des Kaisers zu den Christen in den Kerker geworfen wird. Er hat Gold aus den Tempeln genommen, um die Christen damit zu unterstützen. Nun hofft er auf den Märtyrertod, denn sonst fährt er zur Hölle. Aber Androcles beunruhigt ihn - was wenn er nun plötzlich an einem natürlichen Tod stirbt? Schließlich geht die Pest um in Rom. Aus diesem Überlegungen heraus holt sich der Hauptmann Lavinia. Wieder versucht er, sie zu überzeugen. Diesmal meint er, Zeus, Juppiter und Gott seien doch nur verschiedene Namen für einen Gedanken. Warum also nicht auch ihnen opfern - und am Leben bleiben? Kann ein Gott so grausam sein, dass er ihren Tod verlangt? Lavinia erklärt, dass der Glaube Roms nur noch hohl ist, ein Symbol für Gottlosigkeit und Terror. Nicht einmal die Römer selbst glauben noch an diese Götzen. Sie meint, man muss für seine Überzeugung sterben können, wenn die Überzeugung voller Leben ist und Wahrheit. Der Hauptmann sieht sie mit großen Augen an (vermutlich weil das schöne Mädchen offenbar ein Fundamentalist reinsten Wassers ist). Am nächsten Morgen. Die Christen plaudern über Insiderwissen aus dem Showbizz, also ob Gladiatoren wirklich sterben oder nur so tun. Sie sehen zu, wie die Gladiatoren vor dem Spiegel stehen und Make-Up auftragen. Der Tempeldieb verliert die Nerven: Jetzt will er opfern - und rennt in sein Verderben | ||
| Animal Gladiators - Bestien für den Kaiser | Dokumentation | Dokumentation, 90 Minuten, mit Spielszenen, läuft regelmäßig auf N24 Deutsche Erstsendung: März 2010 (N 24) Kurzinhalt: Jemanden den Löwen zum Fraß vorwerfen - das ist ein beliebter Standard in Sandalenfilmen und Asterix-Comics. Doch wie wurden solche Hinrichtungen und Tierhatzen in der Arena eigentlich organisiert? Und was wurde dann mit den Tieren in der Arena eigentlich genau gemacht und was genau gefiel den Zuschauern daran? Der Film gibt Antworten und stellt zudem Ausschnitte aus beliebten antiken Zirkus-Programmen und Tierkämpfen mit Zeichentrickfilmen nach. Kritik: Zunächst ist man überrascht, dass die Autoren aus diesem Einzelaspekt römischer Spiele einen so langen Film gemacht haben - doch dieser ist dann überraschend kurzweilig und interessant: Da es zu diesem Thema nur wenige Filme gibt, kann man hier noch etwas Neues sagen und sogar ausgelutschte Themen wie Kolosseum und Gladiatoren aus einem ganz anderen, frischen Blickwinkel zeigen (nämlich dem der Tiere). | |||
| Anno Domini - Kampf der Märtyrer | A.D. | Stuart Cooper | USA: Fernsehserie in 12 Teilen à 50 Minuten Erstausstrahlung: NBC, 1985 Deutsche Fassung: Fernsehserie in 8 Teilen à 90 Minuten deutsche Erstsendung: ZDF, Ostern 1987 neu geschnitten und nun in 5 Teilen gezeigt (dieser Einteilung folgt die Inhaltsangabe) Erstsendung: TM3, Dezember 1997 Serien-Kurzinhalt: Die Geschichte des Römers Valerius, der Christen erst verfolgt und dann selbst Christ wird - erzählt über zirka 30 Jahre hinweg, von Tiberius (um 30 n.Chr.) bis Nero (um 60 n.Chr.). ansehen: * Die Serie ist in den USA auf DVD erschienen. Serien-Kritik: Eigentlich eine gute Idee: Einen interessanten Abschnitt der römischen Geschichte ausführlich und im großen Zusammenhang zu erzählen - und das Ganze prachtvoll und möglichst authentisch auszustatten (das Auge isst ja schließlich mit). Aus diesem Grundrezept wird 20 Jahre später die Serie Rom ein gehaltvolles und wohlschmeckendes Gericht kochen. Doch hier wurde der große Aufwand schmählich vertan - so dass sich das Ansehen inzwischen vor allem deswegen lohnt, weil man hier lehrbuchhaft alle Fehler studieren kann, die man als Drehbuchautor und Regisseur tunlichst vermeiden sollte. Minus: Etwas Wichtiges fehlt: Tempo. Meist dümpelt der Film so dahin. Die Dialoge käuen in vielen Worten wenige Inhalte wieder - umspült von der Fahrstuhlmusik Lalo Schifrins, die keine Akzente setzt und keine Spannung aufbaut - manchmal einfach nur nervt. Selten treffen die Formulierungen den antiken Ton. Während die Römer mit ihrem Kaiser (dem mächtigsten Mann der Welt!!) reden wie Schüler mit ihrem Klassensprecher – reden die Apostel dann wieder so ungeheuer salbungsvoll, dass einem das andauernde Gutmenschentum alsbald zum Halse heraushängt. Das haben die Macher offenbar auch gemerkt, denn viele Figuren geraten ohne Not ständig in Bedrängnis, nur damit der Film durch ein paar Prügeleien etwas mehr Action bekommt. Da unmotivierte Szenen einen Film aber nicht interessanter sondern nur länger machen, tragen sie zum genauen Gegenteil bei: Zu weiterer Langeweile. Die vielen Erklärungen über christliche und jüdische Religion sind meist derart grundlegend, dass man sie ohnehin schon wusste - oder so abgehoben, dass man nicht folgen kann und das Interesse verliert. Aber meist wird vermeintlich Tiefsinniges in aller Ausführlichkeit breitgewalzt oder man verliert sich in Details, die der Autor wohl aufwändig recherchiert hat und nun unbedingt verwenden wollte. So folgt Szene auf Szene, ohne die Handlung voranzutreiben - der Film tritt regelrecht auf der Stelle, was durch die schwache Regie noch verstärkt wird: Einerseits bläht man mit viel zu vielen Einstellungen selbst noch die banalsten Aktionen auf, andererseits verweilt die Kamera bei den unendlichen Dialogen quälend lange in ein und derselben Einstellung - beides zieht den Film noch zusätzlich in die Länge. Kaum zu glauben - aber man sieht sich schnell satt. Trotz der herrlichen Ausstattung. Viele Details zeugen sogar davon, wie geradezu dramatisch die Filmemacher die römische Gesellschaft nicht verstanden haben. Als Beispiel sei nur die Tochter eines römischen Senators (!) genannt, die unbedingt als weiblicher (!!) Gladiator (!!!) arbeiten will - um sich so einen Murks auszudenken, muss man sich richtig Mühe geben. Auch werden wieder alte Klischees bemüht (Nero hat Rom angezündet, alle Christen sind edel, alle Kaiser listenreich und verdorben). Plus: Die Ausstattung ist wunderschön, man rekonstruiert römisches Leben in den Villen und in den Wohnungen des Durchschnittsrömers so detailgetreu und anschaulich, dass man das Gefühl hat, man sei selbst da. Inhaltlich bekommt man viele selten oder nie im Film gezeigte Personen des politischen und religiösen Lebens im alten Rom zu sehen - noch dazu hält sich das Drehbuch oft eng an die antiken Quellen, was alleine schon ein Grund wäre, sich die Serie anzusehen. In den wenigen Momenten nämlich, wo die Dialoge eine hohe Informationsdichte und die Kamera elegante Fahrten durch die schönen Dekorationen macht, ist der Film sehr wohl unterhaltsam und sogar fesselnd, da er komplexe Zusammenhänge und langsame Entwicklungen, die man sonst nur schwer nachvollziehen kann, anschaulich macht: Wie sich das Christentum langsam ausbreitet und trotz Widerstand immer stärker wird zum Beispiel. Oder wie man in Rom Kaiser wird. Dann ist der Film richtig groß - leider ist das viel zu selten der Fall. Fakten: * Jesus Christus wird vom Sohn von Elizabeth Taylor (Cleopatra 1963) und Michael Wilding (Sinuhe 1954) gespielt. * Lalo Schifrin ist ein Veteran der Fernsehmusik. Von ihm stammen viele eingängige Themen, u.a. von Drei Engel für Charlie und Mission: Impossible. * Viele Kostüme und Requisiten wurden für die Dokufiction Colosseum - Arena des Todes (2003) noch einmal verwendet. EPISODENLISTE mit ausführlicher Inhaltsangabe: Teil 1: Jesus begegnet nach seinem Tode zwei von seinen Anhängern. Auf Capri versuchen derweil treue Berater, Kaiser Tiberius davon zu überzeugen, die Insel zu verlassen und zurück nach Rom zu gehen, wo im Moment sein Vertrauter Seianus selbstherrlich schaltet und waltet und dadurch den Kaiser unbeliebt macht. Teil 2 : Die Gschichten vom wiederauferstandenen Jesus beunruhigen den Hohen Rat der Juden in Jerusalem. Sie lassen Saulus die Christen verfolgen, damit der Spuk ein Ende hat. Der Jude Caleb, Mitglied der Zeloten, die gewalttätig gegen die römischen Besatzer kämpfen, entgeht seiner Verhaftung nur durch Flucht nach Rom. Tiberius will zurück nach Rom - wird aber vorher von einem Berater ermordet, der seinen Erben Caligula sogleich zum Kaiser ausrufen lässt. Caligula macht sich zunächst beliebt, indem er den verhassten Seianus hinrichten lässt. Teil 3 Caleb stellt sich unter dem Namen Metellus in Rom als Gladiator vor. Man bittet ihn um einen Probekampf gegen einen starken Gegner - der sich als Frau entpuppt: Corinna. Sie ist noch dazu aus einer vornehmen Familie, zu der sie aber keinen Kontakt mehr hat. Kaiser Caligula, ursprünglich aufgebrochen, um Britannien zu erobern, lässt seine Armee an der Küste Muscheln sammeln und kehrt dann wieder nach Rom zurück. Die Soldaten sind nicht begeistert. In Rom bittet der verliebte Prätorianer Valerius seinen Vater, die Sklavin Sarah freizukaufen. Auf einer Auktion ersteigert der Vater sie also mit dem Geld, das Valerius ihm dafür gegeben hat. Valerius lässt sie frei und heiratet sie dann. Der Film zeigt die römische Trauungszeremonie in voller Länge. Sarahs Bruder Caleb schmiedet derweil Pläne, Caligula zu töten. Er will sich an ihm dafür rächen, dass er um ein Haar Sarah vergewaltigt hätte. In Jerusalem werden Statuen von Caligula im Tempel aufgestellt. Hohepriester Kaiphas protestiert dagegen beim Statthalter – und droht mit offenem Aufruhr. Auch die Prätorianer planen inzwischen Caligulas Tod – Valerius ist unter ihnen. Caligula ahnt von alledem nichts und genießt die Spiele, an denen Caleb und die schöne Gladiatorin teilnehmen. Als Caligula sich in den Palast durch einen unterirdischen Gang zurückzieht, läuft er den Verschwörern direkt in die Arme. Während die Gladiatoren seine Leibwächter in einen Kampf verwickeln, wird Caligula von seinen engsten Vertrauten, u.a. Valerius, in aller Ruhe getötet. Im Palast suchen die Prätorianer dann nach Claudius – und rufen ihn zum neuen Kaiser aus. Nach getaner Arbeit trifft Caleb überraschend seine verlorengeglaubte Schwester Sarah wieder – und macht ihr Vorwürfe, dass sie Valerius geheiratet hat - einen römischen Soldaten, einen Unterdrücker! Sarah wehrt sich: Das sagt der Richtige! Caleb ist ein gewaltbereiter Zelot, liebt eine Gladiatorin und gibt sich auch noch einen römischen Namen. Caleb sieht ein, dass sie Recht hat. In Jerusalem beruhigt die Nachricht von Caligulas Tod die Lage. Die Statuen werden gestürzt. Teil 4 König Herodes hält triumphalen Einzug in Jerusalem – jetzt haben die Zeloten, was sie immer wollten: Einen jüdischen König. Der Senat in Rom glaubt, Kaiser Claudius sei schwach. In einer Senatssitzung wer | ||
| Antea - Sklavin Roms | La schiava di Roma | Sergio Grieco | 98 Minuten Kurzinhalt: Eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund von Caesars Krieg in Gallien. Kritik: Als man den teuren Superstar Rossana Podestà eingekauft hatte, war wohl kein Geld mehr für den eigentlichen Film übrig: Die Ausstattung, die Musik, das Drehbuch - alles ist handwerklich so schlecht gemacht, so spannungsarm und einfallslos, dass einem die Darsteller direkt leid tun: Die Gallier leben natürlich in Bretterbuden, sind weitgehend unbekleidet oder hüllen sich in ein paar Felle (so kommen wenigstens ihre körperlichen Vorzüge zur Geltung) und benehmen sich wie die Barbaren. Rossana Podesta trägt als einzige geschneiderte Kleider (und wirkt schon alleine deswegen durchgehend fehl am Platze). Römer und Gallier reden endlos und umständlich untereinander und miteinander über den Krieg. Sobald das langweilig wird - bricht das Drehbuch schnell einen Streit vom Zaun, der dann z.B. im Zweikampf ausgefochten werden muss. Wird gerade mal nicht gekämpft, wird geritten (dabei wird mehrmals dieselbe Holzbrücke gezeigt: mal reitet man nach rechts drüber, mal nach links - gerne auch in Zeitlupe). Kurzum: Die Autoren hatten nichts zu sagen, mussten aber viel Zeit füllen. Besonders albern ist, dass die Gallier nordische Götter (wie Wotan) um Beistand anflehen - von deren Existenz sie wahrscheinlich nicht einmal wussten. Ein richtig mieser Film eben. Inhalt: Der Film beginnt abrupt und zusammenhanglos mit Römern, die gegen irgendwelche Wilde kämpfen – erst später stellt sich heraus: Es geht um Cäsars Krieg in Gallien, bei dem die Truppen des Gaius Valerius von einem gallischen Stamm völlig vernichtet worden sind. Sein Sohn Marcus will ihn nun mit einer Truppe germanischer Söldner rächen. Die Gallier sind sich nun uneins, wie sie der Gefahr begegnen sollen: Anteas Ehemann Lysircus will Krieg mit den Römern, Anteas Vater dagegen Frieden - kann sich aber nicht durchsetzen. Antea führt selbst einen Überfall gegen die zahlenmäßig unterlegenen Römer. Dabei wird sie von den Römern gefangen genommen. Im feindlichen Lager verliebt sie sich (natürlich) in Marcus. Zu allem Überfluss stellt sich bei der Gelegenheit heraus, dass sie es war, die Marcus‘ Vater getötet hat. Die Gallier ändern derweil ihre Strategie: Sie nehmen Verhandlungen mit den Römern auf. Doch Lysricus nutzt den Verhandlungsfrieden lediglich für einen Angriff. Im darauffolgenden Gemetzel wird auch Anteas Vater getötet. Enttäuscht wechselt Antea die Seiten und hilft den Römern mit Insiderwissen. Im großen Finale kämpfen beide Parteien bis zur völligen Vernichtung: Am Ende sind nur noch Marcus und Antea am Leben. Trotzdem gelingt es dem Film irgendwie, dies als versöhnliches Ende zu verkaufen. | ||
| Antonius und Cleopatra | Antony and Cleopatra | Charlton Heston | Originallänge: 160 Minuten in Deutschland: 110 Minuten | ||
| Aphrodite - Die Göttin der Liebe | Afrodite, dea dell'amore | Mario Bonnard | 90 Minuten Ansehnliche und kurzweilige Bäumchen-Wechsle-Dich-Geschichte in der römischen Provinz Korinth (in den letzten Tagen der Herrschaft Neros): Ein Baumeister liebt eine Dienerin und verärgert damit ihre Herrin, die ihn auch begehrt. Außenaufnahmen wieder einmal im Museo della Civiltà Romana in Rom | ||
| Apokalypse, Die | L'Apocalypse | Dokumentation | 12 Teile à 50 Minuten Erstsendung: arte, Dezember 2008 Kurzinhalt: Namhafte Wissenschaftler beschäftigen sich mit dem Aufstieg des Christentums zur Staatsreligion. Abgedeckt wird die Zeit vom Tod von Jesus Christus bis etwa 350 n Chr. | ||
| Arche Noah - Das größte Abenteuer der Menschheit | Noah's Ark | John Irvin | Fernsehfilm in 2 Teilen à 80 Minuten Kurzinhalt: Kombination von Sintflut und Sodom und Gomorrha: Noah und Lot sind gute Freunde und entkommen jeder auf seine Weise den Katastrophen. Kritik: Die Bilder sind sehr ästhetisch. Die Arche auf dem endlos weiten Wasser, und die frühen antiken Städte mit ihren Lehmbauten und engen Gassen wirken überraschend realistisch (wenn auch nicht gerade opulent). Der Untergang der beiden sündigen Städte ist dagegen direkt ein wenig lahm ausgefallen (vielleicht hatte man den Etat für Spezialeffekte schon für das Wasser aufgebraucht). Das Drehbuch ist frei von aufdringlichem Pathos und transportiert die religiösen Gedanken glaubwürdig, fesselnd und sogar mit Humor. Vor allem arbeitet es die Hauptpersonen und ihre Beweggründe glaubwürdig heraus. Auch diejenigen, die Gottes Zorn zu spüren bekommen, sind nicht einfach nur böse (wie in alten Bibelverfilmungen), sondern auch sie haben nachvollziehbare Gründe für ihr Tun. Der Film leidet allerdings darunter, dass die biblische Vorlage so stark abgeändert wurde (Noah und Lot waren keine Zeitgenossen) und dass auf sehr interessante Szenen nicht selten völliger Leerlauf folgt. So hat Coburn beispielsweise zwar einen sympathischen Gastauftritt – bringt die Handlung aber nicht voran, sondern bremst sie stattdessen aus. Der Film würde daher spürbar gewinnen, wenn man ihn von 160 auf etwa 100 Minuten zusammenschneiden würde. Fakten: * Von denselben Produzenten stammt auch der Fernsehzweiteiler Cleopatra (1999). * Laut Bibel vergehen zwischen den Geschichten von Noah und Lot mehrere hundert Jahre. | ||
| Arche Noah, Die | Giacobbe, l'uomo che lottò con Dio | Marcello Baldi | 98 Minuten (deutsche Version: 84 Minuten) Kurzinhalt: Der Film holt weiter aus als der Titel vermuten lässt: Er beginnt mit der Schöpfung und endet mit Jakob, der ins Gelobte Land zieht. Kritik: Kurz, aber eindrucksvoll: präzise ausgestattet und inszeniert - nicht zu viel, nicht zu wenig, sondern gerade genug, um der Handlung folgen zu können. Jede biblische Episode wird nur sehr kurz abgehandelt, dafür aber in den Dialogen genau auf den Punkt gebracht. So transportiert der Film seinen Inhalt wesentlich klarer und kurzweiliger als die meisten langen Bibel-Filme (z.B. auch Die Bibel von 1965). Erfreulicherweise ist der Film auch noch (fast) völlig frei von Kitsch: Keine dudelige Geigenmusik, keine übertriebene Ausstattung. Stattdessen setzen eindrucksvolle Landschaften im Hintergrund starke formale Akzente - da verzeiht man gerne, dass die Spezialeffekte (und manches Andere) geradezu liebenswert altmodisch wirken. ausführliche Inhaltsangabe: Der Film beginnt unvermittelt mit der Zusammenfassung der Schöpfungsgeschichte. Dann wird szenisch gezeigt, wie Kain den Abel erschlug. Kain flieht in die Wüste - und der Film springt zu Noah, dem Gott befiehlt, eine Arche zu bauen. Das Volk eilt herbei, um ihn zu verhöhnen - doch als die Sintflut beginnt, vergeht ihnen das Lachen. Der Film kommt recht flott zur Sache: Schon nach 23 Minuten (!) ist die Flut vorbei, Noahs Nachkommen haben den Turm zu Babel gebaut, und Abraham führt sein Volk nach Kanaan, in das Gelobte Land. Obwohl es Wasser im Überfluss gibt, streiten sich Abrahams und Lots Leute um das Vorrecht, als Erster ihr Vieh tränken zu dürfen. Schließlich trennen sie sich in Frieden. Eines Tages überfallen die Elamiter Lots Volk und führen es in die Knechtschaft. Abraham eilt zu Hilfe. Dann wird Abraham ein Sohn geboren: Isaak. Gott prüft seinen Glauben, indem er ihm befiehlt, Isaak zu opfern. Im letzten Moment verschont Gott Isaak. Nach Isaaks Tod zieht sein Sohn Jakob zu dem reichen Lavan, dem Bruder seiner Mutter Rebekka. Der Onkel nimmt ihn herzlich auf. Er hat neben drei Söhnen auch zwei Töchter: Lea und die schöne Rachel. Jakob beeindruckt diese, indem er mit kleinen Stöcken einen Stein weghebelt, der den Brunnen verschließt und den sonst nur 12 Männer anheben können. Schon bald jedoch geht er den Söhnen des Onkels mit seinen vielen Ratschlägen auf die Nerven - besonders weil der Onkel die Ideen gut findet und ihm Rachel als Lohn für sieben Jahre Dienst verspricht. Mit einem einzigen Film-Schnitt sind die sieben Jahre vorbei, und wir sehen Jakobs Hochzeit. Doch Betrug – unter dem Hochzeitsschleier ist nicht Rachel sondern die ältere Schwester Lea. Denn nach dem Gesetz darf die jüngere Tochter nicht vor der älteren heiraten. Mit diesem formalen Trick luchst Lavan dem Jakob das Versprechen ab, ihm noch einmal sieben Jahre zu dienen - denn dann darf er Rachel sofort heiraten. Jakob sagt zu, droht aber mit der Strafe Gottes. Noch einen Schnitt weiter sind auch diese sieben Jahre um. Jakob will nun fort. Er verlangt als Lohn für die 14 Jahre alle gefleckten Schafe, wie Gott es ihm im Traum gesagt hat. Am nächsten Morgen sind 80% aller Schafe fleckig geworden. So strafte Gott die Unehrlichkeit des Lavan. Jakob sammelt auf dem Weg zurück ins gelobte Land bei seiner Knechtschaft die Götzenbilder fremder Götter ein und begräbt sie tief in der Erde. Am Jordan begegnet er einem Fremden, der ihn als erstes unvermittelt ohrfeigt. Er sagt, er wolle Jakob am Überqueren des Flusses hindern. Jakob sträubt sich, aber dann kämpft er doch mit dem Mann - allerdings ohne ihn zu bezwingen. Da gibt der Fremde sich zu erkennen: Er befiehlt ihm, sich nicht mehr "Jakob" sondern fortan "Israel" zu nennen - weil er mit dem Engel Gottes gerungen hat. Nun könne kein Mensch ihn je bezwingen. Und Jakob zog ins das Gelobte Land. Und seine Söhne wurden die Stammväter der Stämme Israels - Ende. | ||
| Archimedes - der Löwe von Syrakus | L'assedio di Siracusa | Pietro Francisci | 118 Minuten | ||
| Archimedes - Genie der Antike | Dokumentation | Dokumentation, 40 Minuten, mit Spielszenen und Computer-Rekonstruktionen läuft regelmäßig auf ntv history. Kurzinhalt: Leben und Werk der berühmen Wissenschaftlers, soweit es sich anhand der alten Quellen nachvollziehen lässt. Vorgestellt werden u.a.: * Die Syracusae, das größte Schiff der Antike * seine Formel zum Berechnen des Volumens einer Kugel, * seine Theorien von Auftrieb und Verdrängung bei Körpern im Wasser * die berühmte Schraube, mit der man Wasser hochpumpen kann * sein Planetarium und die Bahnen der Planeten * die Brennspiegel, mit denen die römische Flotte in Brand gesetzt wurde * Katapulte und Flaschenzüge Kritik Wer sich für antike Mathematik und Technik interessiert, wird hier inhaltlich auf jeden Fall auf seine Kosten kommen - und verblüfft sein über das beeindruckende Wissen der Alten. Handwerklich ist der Film eine Mischung aus erstklassiger Computer-Animation und Bauerntheater: Optisch bestechend sind ein paar sehr schöne Rekonstruktionen (vor allem von den antiken Städten Syracus und Alexandria, aber auch von Archimedes' Erfindungen). Leider scheint das Budget aber vollständig für diese Arbeiten draufgegangen zu sein, denn die Schauspieler müssen an unansehnlichen Originalschauplätzen und in schäbigen Gewändern auftreten - und dann auch noch plumpe Dialoge (wie aus dem Bauerntheater) aufsagen! Schade - Archimedes' revolutionäre Ideen und seine bewegtes Leben hätten eine aufwändigere Umsetzung verdient. | |||
| Archäologie am Rhein | Dokumentation | mehrteilige Serie à 45, läuft gelegentlich auf Sendern der ARD-Familie Kurzinhalt: Insbesondere die Episode Germanen und Legionäre – die spätrömische Kaiserzeit beschäftigt sich mit archäologischen Parks und zeigt Rekonstruktionen antiker Architektur. Kritik: Die Serie vermittelt gutes Grundlagenwissen über die Römer, das römische Deutschland und die Archäologie als solches - auch wenn nach rund 30 Jahren vieles natürlich überholt ist. | |||
| Arena | The Arena | Steve Carver | |||
| Ars Amandi – die Kunst der Liebe | Ars amandi - the Art of Love | Walerian Borowczyk | 100 Minuten (deutsche Fassung: 90 Minuten) Kurzinhalt: Sehr frei(zügig) nach Ovids berühmten Buch - Ovid hält Vorlesungen über Liebeskünste: Wie kann man die Liebe eines Mädchens gewinnen - und wie behalten? Ein Schüler setzt das Gehörte sogleich in die Praxis um – mit der Frau eines Generals. Das gibt Ärger! Ferner ist auch die Zeugung des Minotaurus im Film zu sehen. Kritik: Es gibt viel nackte Haut zu sehen (was nicht verkehrt ist, denn darum geht es ja bei Ovid), die Grenze zur Pornografie wurde aber noch nicht überschritten. Vielmehr gibt es gute Kostüme, eine sehr schöne Ausstattung und gutes Licht - leider schwankt die Kamera so heftig, dass man von den Schauspielern oft nur Schultern oder Knie sieht (wenn man überhaupt was sieht, denn die deutsche Videofassung wurde in das 4:3-Fernsehformat eingepasst, so dass ein Teil des Breitwandbildes gar nicht zu sehen ist). Noch dazu wird die nicht uninteressante Story recht öde und zäh erzählt – das lohnt sich wirklich nur für Fans von Allein gegen die Mafia, die den Hauptdarsteller Michele Placido auch mal in Toga (und ohne, lechz!!) sehen wollen. | ||
| Arthur - Die Erfindung eines Königs | Arthur - L'invention d'un roi | Dokumentation | 90minütiger Dokumentarfilm mit kleinen Spielszenen Kurzinhalt: Spurensuche durch die Jahrhunderte, in denen an der Artus-Sage geschrieben wurde. Vorgestellt werden der mutmaßliche Ursprung des Mythos und die Schriftsteller, die ihn am nachhaltigsten geprägt haben. Kritik: Schon alleine das Aufsuchen der Schauplätze der Sage wäre das Ansehen wert, aber der Film bietet mehr: Selten wurden die wichtigsten Erkenntnisse der Artus-Forschung so anschaulich und kompakt zusammengefasst: Der Film schlägt den großen Bogen von den unklaren Anfängen bis heute - da wird manch komplexer Zusammenhang auf einmal klar verständlich. Dafür nimmt man ein paar Längen hier und da (90 Minuten sind schlicht zu viel) gerne in Kauf. Inhalt: Der Ursprung liegt vermutlich bei einem britisch/römischen Heerführer namens Arturius, der sein Land um 537 nach Christus gegen die einfallenden Angelsachsen verteidigt hat. Diese Gestalt könnte eine Sammelbezeichnung für mehrere Könige und Feldherren gewesen sein, deren Abenteuer man nach und nach unter diesem Namen zusammenfasste. Das Vorbild für Camelot könnte Cadbury Castle sein, das noch aus dieser Zeit stammt. Richtig los mit dem Artus-Rummel geht es aber erst 1135, als der Mönch Geoffrey von Monmouth in Oxford einen kurzen Bericht über König Artus vorlegte, der bereits viele wesentlichen Elemente enthält, die man auch heute noch mit der Geschichte verbindet - überraschenderweise ist das aber ein reines Stück Unterhaltungsliteratur, denn die Quellen, auf die der gute Mönch verweist, gibt es gar nicht. Sein Werk wurde sehr schnell sehr populär. 1290 ließ König Edward anlässlich der Hochzeit seiner Kinder einen runden Tisch anfertigen, an dem er mit seinen Gästen speiste - dieser ist heute noch in der Festhalle neben der Kathedrale in Winchester zu sehen. 1469 schließlich schrieb ein Herr Malory im Tower von London die zeitlos elegante Version der Geschichte, die alle Episoden der Ritter der Tafelrunde in sich vereint, die bis dahin zusammengekommen waren - und die bis heute Vorbild zahlreicher Romane und Verfilmungen ist. | ||
| Ascalon, das Zauberschwert | The Magic Sword | Bert I. Gordon | 80 Minuten Ein Film über den Heiligen Georg, den Schutzpatron von England. Auch dieser Film ist als Ritterfilm angelegt, obwohl die Geschichte aus der Spätantike stammt. | ||
| Asterix bei den Briten | Astérix chez les Bretons | Laurent Tirard | Fakten: * Im Jahre 55 vor Christus setzte Julius Caesar tatsächlich mit 80 Schiffen über den Ärmelkanal, um Britanniern zu erobern - und hatte damit keinen Erfolg (was jedoch nicht an gallischer Hilfe lag, sondern am zähen Widerstand der Briten). | ||
| Asterix bei den Olympischen Spielen | Astérix aux Jeux Olympiques | Frédéric Forestier + Thomas Langmann | www.asterix.film.de Kurzinhalt: Verfilmung des gleichnamigen Comics mit zahlreichen Anspielungen auf moderne Sportskandale (so wird in einer Szene leistungsförderndes EPO an die Athleten verkauft - genau wie 2007 an die Teilnehmer der Tour de France). Fakten: * Mit 75 Millionen Euro eine der teuersten europäischen Filmproduktionen überhaupt. * Das Buch zum Film (ehapa) enthält zahlreiche Fotos aus dem Film und 8 Seiten Foto-Dokumentation über die Ausstattung (von der ersten Skizze bis zur fertig gebauten Dekoration oder bis zu den Kostümen). * Die Rolle Doktormarbus spielt auch auf den von Fritz Lang erfundenen Filmbösewicht Doktor Mabuse (1922 - 1963) an. | ||
| Asterix erobert Rom | Fakten * Der Film erhielt in Deutschland die Goldene Leinwand mit Stern, weil er mehr als 6 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte. Damit übertraf er seine beiden Vorgänger, die jeder "nur" die Goldene Leinwand (für mehr als 3 Millionen Zuschauer) erhielten. | ||||
| Asterix in Amerika | Asterix conquers Amerika | Gerhard Hahn | Zeichentrickfilm, 85 Minuten Kurzinhalt: Immer noch trotzt das kleine gallische Dorf allen römischen Eroberungsversuchen. Da kommt Caesar auf eine geniale Idee: er will den Druiden entführen und am Ende der Welt ins Nichts werfen - dann sind die Gallier endlich ohne Zaubertrank und damit wehrlos. Da die Erde aber keine Scheibe ist, landet der Druide bei diesem Versuch in Amerika - genau wie Asterix und Obelix, die ihm folgen, um ihn zu retten. Nachdem die drei Helden aus dem Weg sind, schickt Caesar sich an, das Dorf dem Erdboden gleich zu machen... Kritik: Gemessen an dem Aufwand (siehe unten bei Fakten) ist das Ergebnis geradezu beschämend dürftig ausgefallen: Die Geschichte hat erstaunlich viele Längen, in denen die Handlung auf der Stelle tritt, und dient nur als Vorwand für eine schier endlose Abfolge lahmer Witze und klamottiger Slapstick-Szenen - Asterix auf Kleinkind-Niveau. Immerhin ist diesmal die Animation sehr gekonnt - und die Bilder sind oft einfach nur schön. Fakten: * Tomantensoße kannte man in der Antike noch nicht, da die Tomaten erst im 15. und 16. Jahrhundert aus Amerika nach Europa kamen. * Allerdings war schon zu Caesars Zeiten bekannt, dass die Erde eine Kugel (und keine Scheibe) ist. Eratosthenes, ein Wissenschaftler in Alexandria, hatte 240 vor Christus sogar schon ihren ungefähren Umfang berechnet (nämlich 40.000 km). * Der Film wurde erstmals vollständig in Deutschland produziert - von Jürgen Wohlrabes Firma Extrafilm. Das dauerte 3 Jahre, beschäftigte insgesamt über 200 Zeichner und kostete 19 Millionen DM (ca 10 Millionen Euro). Jürgen Wohlrabes Verleih Jugendfilm brachte bis 1994 alle Asterix-Filme in die deutschen Kinos. * Gerhard Hahn und Thomas Platts bekanntester Film ist Werner - Beinhart, der 1990 mehr als 5 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte. * Harold Faltermeyers bekannteste Filmmusik ist Top Gun (1989). * Tommy Piper war bis in die 90er Jahre die bekannteste Synchron-Stimme Deutschlands - er sprach unter anderem den Außerirdischen Alf (1986 - 1990). * Bonnie Tyler und die Bands Asward und Right said Fred interpretieren die Songs in diesem Film. * Die Szenen, in denen das Boot von Asterix in einen Sturm gerät, wurden von der Firma Mental Images am Computer erzeugt. In diesem Film kam erstmals überhaupt das Programm Mental Ray zum Einsatz, das die für Zeichentrickfilme so typischen schwarzen Kontur-Striche erzeugt, so dass die Szene aussieht wie von Hand gezeichnet - damals eine echte Weltneuheit. Die Bildauflösung dieser digitalen Szenen lag übrigens bei 2560 Punkten pro Zeile - mehr als heute (üblich sind inzwischen nur noch 2048). * Für die insgesamt 1200 Szenen des Filmes verbrauchten die Animateure ansonsten 200.000 Spezialfolien und 1200 Liter Farbe, um den Trickfiguren Leben einzuhauchen. * Nach diesem Film schien Asterix als Zeichentrick erst einmal ausgereizt: Erst 12 Jahre und mehrere Realfilme (mit Gérard Dépardieu als Obelix) später kam mit Asterix und die Wikinger wieder ein Zeichentrickfilm in die Kinos. | ||
| Asterix und die Wikinger | Astérix et les Vikings | Stefan Fjeldmark + Jesper Möller | Trickfilm, 60 Minuten (in der Kürze liegt die Würze) Kritik: Schlicht genial! Der Film entfernt sich sehr weit von der Comicvorlage - und genau das ist seine Stärke: Als Leser kann man sich nicht darauf verlassen, dass man die Geschichte schon kennt: Jede Szene hat noch eine Überraschung parat, die das Interesse immer wieder wachhält. Dazu kommen ein hohes Erzähl-Tempo, wirklich witzige Charaktere und wunderschön gestaltete Hintergründe. Natürlich gibt es auch hier wieder Mancherlei zu kritisieren (die Gags hätten gerne mehr Pep haben dürfen), aber das fällt nicht weiter ins Gewicht: Hier haben wir endlich einen richtig guten Asterixfilm, den man uneingeschränkt empfehlen kann! Vielleicht sollte man sich von den teuren Realfilmen ganz verabschieden und die Produktion nur noch in die Hände dieser beiden begabten Dänen legen. | ||
| Asterix und Kleopatra | |||||
| Asterix und Obelix gegen Cäsar | Astérix et Obélix contre César | Claude Zidi | Sandalenfilm, 109 Minuten Der erste Realfilm nach den beliebten Comics - der 4. ist gerade in Arbeit und kommt 2011 in die Kinos. Fakten: * Die englische Fassung stammt von Terry Jones, einem Mitglied von der Komikergruppe Monty Python, die sich mit Das Leben des Brian (1979) auch schon ins Monumentalfilm-Genre vorgewagt hatten. * 1999 erschien das lesenswerte Asterix und Obelix gegen Cäsar - Das Buch zum Film bei Ehapa. Es gibt einen interessanten Einblick, wie so ein aufwändiger Film finanziert, organisiert, ausgestattet und gedreht wird. Zahlreiche seltene Fotos von den Dreharbeiten zeigen zudem, wie die Spezialeffekte gemacht wurden. Das Buch wird regelmäßig gebraucht bei Amazon und Eurobuch angeboten (ab 1 Euro). | ||
| Asterix und Obelix – Mission Kleopatra | Alain Chabat | Sandalenfilm, 107 Minuten deutscher Kinostart: 7.3.2002 Kritik: Um Klassen schlechter als der Zeichentrickfilm, voller dümmlicher Slapstick. Könnte man sich sparen – wäre die Ausstattung nicht so traumhaft schön! | |||
| Asterix – Operation Hinkelstein | Astérix et le coup du menhir | Philippe Grimond | Zeichentrickfilm, 81 Minuten Fakten * Bis 1993 haben weltweit insgesamt etwa 162 Millionen Besucher Asterix im Kino gesehen. | ||
| Asterix – Sieg über Cäsar | Astérix et la surprise de César | Gaëtan Brizzi + Paul Brizzi | Zeichentrickfilm, 80 Minuten Kurzinhalt: Cäsar wünscht zu seinem Geburtstag nicht weniger als das Fest des Jahrhunderts. Während aus allen Provinzen Geschenke für die große Veranstaltung im Colosseum geschickt werden, lässt in Gallien ein übereifriger Unteroffizier Falbala und Tragicomix entführen - als Zwangsrekruten für Cäsars Armee in Afrika. Asterix und Obelix folgen ihrer Spur, um sie zu befreien. So landen alle vier bei der Armee in Marseille, in Afrika und schließlich im Colosseum in Rom. Kritik: Die Animation ist noch ziemlich holprig - dafür ist die Geschichte ziemlich flott erzählt und führt unsere Helden an zahlreiche abwechslungsreiche Schauplätze. Schön gestaltete Hintergrundbilder (insbesondere von den römischen Städten) und viele kleine visuelle Gags bereichern den Film (vor allem die zahlreichen Action-Szenen sind angenehm selbstironisch inszeniert). Von den anderen Asterix-Filmen unterscheidet sich dieser auch dadurch, dass hier auf amüsante Weise so etwas wie römischer Alltag gezeigt wird (mit Wehrpflicht, Thermenbesuch und schlechtem Essen). Fakten: * Film und Comic beziehen sich auf ein reales Ereignis: Caesar rekrutierte in Gallien Truppen für den Krieg gegen die restlichen Anhänger seines Feindes Pompeius. Caesar siegte am 6. April 46 vor Christus in der Schlacht bei Thapsus (im heutigen Tunesien). * Am Anfang des Filmes steht Cäsar vor eine Landkarte, die die römischen Provinzen zeigt, aus denen Geschenke entsendet werden - darunter u.a. auch Polen und Russland, die nie zum römischen Reich gehörten. Aber vielleicht spielt die Karte auch auf die Verbreitung der Asterix-Comics an. * Kartoffeln und Tomaten waren in der Antike unbekannt. Sie kamen erst nach der Entdeckung Amerikas nach Europa. * Das Kolosseum wurde erst 80 nach Christus fertig gestellt - über 120 Jahre nach Caesars Tod. * Der Triumphbogen, durch den die beiden Helden gehen, ist der von Kaiser Konstantin - und wurde sogar noch später eingeweiht (erst 312 nach Christus). | ||
| Asterix, der Gallier | Astérix le Gaulois | Ray Goossens | 68 Minuten, Zeichentrickfilm Kritik: Mal abgesehen von seiner zuverlässigen Kalender-Funktion (siehe unten: ansehen) hat der Film kaum nennenswerte Qualitäten. Die Zeichnungen sind grob und klobig im Vergleich zu den detailfreudigen Bildern der Asterix-Comics. Die Animation liegt sogar noch unter dem Niveau von billigen Trickserien aus Asien - und ist meilenweit entfernt von den Standards, die in den 60er Jahren von Disney gesetzt wurden. Die Musik (von 1984) ist billigstes Synthesizer-Gequietsche - und man kann sich kaum vorstellen, wieso man sich damals gegen die (mit einem großen Orchester aufgenommene!) Original-Musik (von 1967) entschieden hat. Der Inhalt folgt im Wesentlichen der Comic-Vorlage, verschiebt lediglich die Akzente etwas: Manche Slapstick-Szenen wurden im Film weiter ausgebaut, manche Dialoge dagegen etwas gerafft. Insgesamt mangelt es an einem Gefühl für Timing: einige Szenen sind geradezu hektisch, andere dafür wieder viel zu lang - eigentlich tödlich für jeden Film, aber erst recht für einen Trickfilm. Dass dieser nun trotz alledem jedes Jahr zahlreiche Zuschauer vor den Fernseher lockt, hat vor allem nostalgische Gründe. Man entdeckt den Film im Programmheft - und erinnert sich an seine eigenen Schulferien, als es nur wenige Freizeit-Angebote für Kinder gab und man froh war, wenn wenigstens ein Asterix lief. Sollte man von dergleichen Gefühlen wieder einmal übermannt werden, empfiehlt sich der Gang zu einem der zahlreichen Kioske im Land, wo man für ein paar Euro die Asterix-Comics kaufen kann. ansehen: * Jedes Jahr zeigt Sat1 alle Asterix-Filme - wenn man keine schulpflichtigen Kinder (mehr) hat, weiss man: jetzt sind wieder Sommerferien. * Anlässlich des 50sten Jubiläums von Asterix erschien bei Kinowelt 2009 die DVD-Box Asterix - Die Jubliäumsedition mit Asterix, der Gallier Asterix und Kleopatra, Asterix erobert Rom, Sieg über Cäsar, Operation Hinkelstein, Asterix bei den Briten und Asterix in Amerika, den Dokus Die Comicwelten des Albert Uderzo, René Goscinny - Ein Leben für den Humor und zahlreichen Extras. u.a.: * die unterschiedlichen deutschen Synchronfassungen (1971, 1984 und 2001). Sat 1 sendet in der Regel die Version von 1984 (die auch mit einer neuen Musik unterlegt wurde). | ||
| Atlantis, der verlorene Kontinent | Atlantis, the Lost Continent | George Pal | 90 Minuten Kurzinhalt: Der Fischer Demetrios begleitet Prinzessin Antillia nach Atlantis, einer hochentwickelten Stadt, die bereits Laser, U-Boote und andere technische Spielereien kennt - was sie aber nicht vor den Palastintrigen ihrer eigenen Leute schützt. Kritik: Ein sehr preisbewusster Film: Beim Dreh hat man Szenen, Kulissen, Kostüme und Requisiten aus anderen Filmen wiederverwendet - und später wurden dann die wenigen für Atlantis gedrehten Spezialeffekte auch noch für Der mysteriöse Dr Lao (1963) und Kampf der Titanen (1981) recycelt. Daraus ergeben sich zwei Probleme: 1, Die ganzen Einzelteile passen in Stil und Farbe nicht recht zusammen. Dank der wenig zurückhaltenden Farbfotografie, läuft hier zudem der Kitsch förmlich von den Wänden. 2, Man hat ständig das Gefühl, das alles schon einmal gesehen zu haben - nicht gerade ideal, um Spannung aufzubauen. Andererseits kann es auch sehr unterhaltsam sein, zu raten, welches Dekorationsstück aus welchem Film stammt. Inhaltlich interessant sind eigentlich nur der Anfang und der Schluss: Der Vorspann, der (durch archäologische Funde tatsächlich belegte) Gemeinsamkeiten zwischen ägyptischen und südamerikanischen Hochkulturen aufzeigt, und der mit Trickmodellen eindrucksvoll inszenierte Untergang von Atlantis am Ende. Dazwischen liegen anderthalb Stunden kraftloser Dialoge, die sich überraschenderweise fast ausschließlich um das nicht standesgemäße Techtelmechtel zwischen dem Fischer und der Prinzessin drehen - und eben nicht um das geheimnisvolle, titelgebende Atlantis. Enttäuschend. Die Filmleute: Edward Platt ist den meisten Zuschauern sicher bekannt als der Chief in Get Smart / Mini-Max oder die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart (1965-1970). John Dall mordete für Hitchcock in Cocktail für eine Leiche (1948). Inhalt: Der griechische Fischer Demetrios rettet die atlantische Prinzessin Antilia, deren Schiff gesunken ist. Arglos bringt er sie in seinem Boot zu einem U-Boot (!) aus Atlantis, das seine Prinzessin bereits vermißt, und bgleitet sie nach Hause - wo er prompt verhaftet und zum Sklaven gemacht wird. Überrascht erfährt er, dass das hier mit allen Fremden gemacht wird, damit diese die technischen Geheimnisse von Atlantis nicht verraten können. Die Prinzessin wird derweil auf eine Zwangsheirat mit einem unsympathischen Adligen vorbereitet. Der Hohepriester (der die Kostüme und die Götzenbilder aus "Tempel der Versuchung" aufträgt) jedoch hilft den beiden Liebenden - so können sie sich heimlich treffen. Die Führungsschicht plant unterdessen, mit ihren überlegenen Superwaffen die Weltherrschaft anzutreten. Bei einer großen Zeremonie (die nur im Film ist, damit man die Arena und Massenzenen aus "Quo Vadis" verwenden konnte - inklusive der kompletten Kaiserloge und der dazugehörigen Kostüme!) führen die Atlantiden einen Todesstrahl (!) vor, der zu stark eingestellt ist und einen Vulkan zum Ausbrechen bringt. Die Motive Superwaffe, Weltherrschaft und Untergang des Hauptquatieres erinnern übrigens schon stark an die James-Bond-Filme - der Todesstrahler könnte allerdings auch direkt aus einem Micky-Maus-Heftchen stammen. Beim Vulkanausbruch versinkt Atlantis - und praktischerweise auch alle Bösen, die einer Verbindung der Liebenden im Wege standen - ein Ende, das wir noch öfter vorfinden werden (z.B. beim "Eroberer von Korinth"). Die Guten retten sich in die Schiffe und gründen in Amerika, Afrika und Europa neue Hochkulturen, was, wie der Abspann zu Recht feststellt, nicht das Ende, sondern ein neuer Anfang ist. | ||
| Atlas | Atlas | Roger Corman | 79 Minuten ein ganz billiges B-Movie - aber mit einem durchaus durchdachten Skript und annehmbaren Schauspielern | ||
| Attila - Der Hunne | Attila | Dick Lowry | Fernsehfilm, 177 Minuten Fakten: * Gerard Butler spielte König Leonidas in 300 (2007) | ||
| Attila, der Hunnenkönig | Sign of the Pagan | Douglas Sirk | 92 Minuten Entwaffnend naive Sicht der Dinge, immerhin sehr prächtig ausgestattet. Der Film erzählt den Vormarsch der Hunnen im Jahre 450 aus der Sicht von Konstantinopel - Attila, die Geißel Gottes aus der Sicht von Rom. Beide entstanden zur selben Zeit und hatten im Dezember '54 Premiere - Zufall? Jack Palance gab mit diesem Film seinen Einstand in das Monumentalfilm-Business. Bald schon sollte sein kantiges Gesicht ein vertrauter Anblick in diesem Genre sein. Aelia Pulcheria war tatsächlich die ältere Schwester von Theodosius II. Dieser wurde nicht durch eine Revolution entmachtet, sondern starb bei einem Reit-Unfall 450 nach Christus. Eine Revolution wäre auch gar nicht nötig gewesen, denn die echte Pulcheria führte von Anfang an die eigentlichen Regierungsgeschäfte. Nach seinem Tod heiratete Pulcheria den Markian (wie im Film) und regierte bis zu ihrem eigenen Tod 453. Sie wurde nur 54 Jahre alt (also deutlich älter als im Film gezeigt). Ein Liebespaar waren die beiden wohl nicht, denn sie heirateten nur, da eine Frau ohne Mann an ihrer Seite nicht Kaiserin sein konnte. Attila wurde übrigens nicht durch die oströmische Armee von Konstantinopel ferngehalten - sondern durch hohe Tributzahlungen. Attila starb im selben Jahr wie Pulcheria. | ||
| Attila, die Geißel Gottes | Attila, flagello di dio | Pietro Francisci | 74 minuten (deutsche Fassung) Inhalt: 450 nach Christus: Hunnen-König Bleda will einen Nichtangriffspakt mit den Römern schließen (als Aetius zu Friedensverhandlungen im Lager der Hunnen ist, sagt Attila einen bemerkenswerten Trinkspruch: "Ich hebe mein Glas und wünsche den Römern dasselbe, was sie uns wünschen..."). Bledas Bruder Attila ist gegen einen Kompromiss-Frieden: Er will die römische Armee vernichtend schlagen und der neue Herrscher über die Reichsgebiete werden. Da diese Meinungsverschiedenheit auch die Hunnen in zwei Lager teilt, tötet Attila seinen Bruder bei einem Jagdausflug. Nun ist die Einigkeit wieder hergestellt, und man zieht erobernd durch Italien bis nach Rom. Überraschend schließt sich ihnen Prinzessin Honoria an, wird aber bei den Kämpfen getötet (genau wie vor ihr Aetius und Attilas Sohn). Nachdem eine Reihe von Klischees abgearbeitet worden sind (dekadente und listige Römer, ehrliche aber grausame Hunnen und dergleichen mehr) reitet im Jahre 452 schließlich Papst Leo den Hunnen am Tiber entgegen. Er überzeugt Attila, nicht länger den Weg der Gewalt zu gehen - und tatsächlich: Attila kehrt um. Am Himmel erscheint ein Kreuz (was fast schon unfreiwillig komisch ist). Kritik: Minus: Die Hauptschwäche des Filmes ist, dass nicht viel passiert. Die Hunnen reiten ein wenig in der Gegend herum, dann kommt Papst Leo und schickt sie nach Hause - das war's. Vielleicht war das ja die "geheime Macht" der Römer, von der im Film dauernd die Rede ist: tödliche Langeweile. Die andere Geheimwaffe (der Riesenbusen der Loren) wird sehr effektvoll zur Schau gestellt. Aber auch die Loren kann den Film nicht retten, da die Personen schlichtweg nichts zu tun haben (außer in der Gegend herumstehen und sich gegenseitig Vorwürfe zu machen). Plus: Gänzlich uninteressant ist der Film deswegen allerdings nicht: Die detailverliebten römischen Innendekorationen wirken äußerst luxuriös, wenn auch wenig authentisch. Sie ähneln eher dem Bild, das man sich in der Renaissance vom alten Rom machte. Die Dialoge (insbesondere am Anfang) spiegeln (keine 10 Jahre nach Kriegsende) die allgemeine Angst vor neuen Kriegen wider. Und ist es Zufall, dass die Römer explizit als westliches Kulturvolk dargestellt werden - die Hunnen dagegen als ein kulturloser Haufen blutrünstiger Barbaren aus dem Osten (mit einer Art Stalin-Karikatur an der Spitze)? Fakten zum Film: * Carlo Ponti und die Loren hatten damals ein Verhältnis. 1957 heirateten sie - und blieben es bis zu seinem Tod 2007. * Zusammen mit De Laurentiis hatte er zuvor den Erfolgsfilm Die Fahrten des Odysseus (1954) in die Kinos gebracht. Nachdem Attila... floppte, wandte Ponti sich anderen Themen zu, De Laurentiis hingegen blieb dem Genre treu und drehte noch Barabbas (1961), Macistes größtes Abenteuer (1964), Die Bibel (1966) und die Fernsehserie Die Odyssee (1968). * Beachten Sie bitte, wie die Augen von Irene Papas leuchten, als Anthony Quinn gleich am Anfang des Filmes das Hemd auszieht und etwas nackte Haut zeigt... Historische Fakten: * Ob die Begegnung Attilas mit Papst Leo überhaupt stattgefunden hat, ist umstritten. Anders als im Film war Aetius nämlich nicht im Kampf mit Attila gefallen, sondern hatte ganz im Gegenteil die Kampfkraft der Hunnen im Laufe der Jahre entscheidend geschwächt. Für weitere Eroberungen waren die Hunnen inzwischen schlicht zu schwach - und zogen ab. Nach zeitgenössischen Berichten herrschten an Attilas Hof deutlich kultiviertere Sitten als im Film gezeigt. Es gab sogar ein Badehaus nach römischem Vorbild. Attila starb 453 - nicht im Kampf, sondern im Ehebett. * Galla Placidia war auch in Wirklichkeit die Mutter von Kaiser Valentinian III und römische Regentin (allerdings nur bis 437. Also lange vor der Zeit, in der dieser Film spielt). 414/15 war sie (wie im Film erwähnt) mit dem Gotenkönig Athaulf verheiratet. Sie starb (wie im Film) im Jahre 450. * Honoria war tatsächlich ihre Tochter, kam aber erst 417 zur Welt - Athaulf kann also nicht der Vater gewesen sein. Sie starb 455, also lange nach Papst Leos "flammender" Rede und Attilas Tod (und nicht kurz vorher). Sie hat Attila (wie im Film) die Ehe angeboten - zu seinem Hofstaat gehörte sie nicht. Die beiden sind sich vermutlich nicht einmal persönlich begegnet. * Feldherr Aetius war seit den 430er Jahren zum mächtigsten Mann nach dem Kaiser aufgestiegen, da er (wie im Film) die wichtigen Bündnisse mit den Barbarenstämmen aushandelte. Zum Vorteil Roms und auch zu seinem eigenen - denn diese Völker fühlten sich nun vor allem der Person Aetius verpflichtet und weniger dem fernen Rom. Mit Hilfe seiner Verbündeten vernichtete Aetius 436 u.a. das Burgunderreich bei Worms – der historische Kern der Nibelungensage. Eine solche Machtfülle hätte dem Kaiser gefährlich werden können. Nach Attilas Tod glaubte Valentinian, die Hunnen seien keine Gefahr mehr und man könne auf Aetius verzichten. 454 brachte der Kaiser ihn eigenhändig um. * Kaiser Valentinian III schließlich residierte in Ravenna und floh (wie im Film) vor Attila nach Rom. Seine Regierung war gekennzeichnet vom Zerfall des Römischen Reiches, denn immer mehr Provinzen sagten sich los und wurden eigenständige Reiche. Dennoch regierte er 31 (!) Jahre lang (eine der längsten Regierungszeiten eines römischen Kaisers überhaupt). Er kann also nicht so schwach und ungeschickt gewesen sein, wie er im Film dargestellt wird. Sein größter Fehler war die Ermordung von Aetius - denn 455 wurde er selbst von Anhängern des Aetius ermordet. | ||
| Aufstand der Gladiatoren | La rivolta dei gladiatori | Vittorio Cottafavi | 90 Minuten Kurzinhalt: Unter Trajan, in Stesifonte, Armenien: Roms Stern sinkt, die Skythen lehnen sich erst zaghaft, dann offen gegen ihre Besatzer auf. Kritik: Das Dekor fiel ein wenig sehr schlicht aus. Sogar das Tuch, das blauen Himmel darstellen soll, wirft deutliche Falten! Genauso schlampig und fadenscheinig wurde die vorhersehbare Geschichte gestrickt. Erstaunlich, wieviele Autoren man brauchte, um keine Idee zu haben. | ||
| Aufstand der Legionen | Salammbô | Sergio Grieco | 95 Minuten Kurzinhalt: Eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des ersten Punischen Krieges: Mathos, Söldner im Dienste Roms, führt seine Truppen gegen Karthago. Da ist man so verzweifelt, dass man bereits Menschenopfer bringt, um die befürchtete Niederlage abzuwenden. Davon angewidert hilft Salambo, die Tochter des Feldherrn Hamilkar, den Römern. | ||
| Aufstand der Prätorianer, Der | La rivolta dei pretoriani | Alfonso Brescia | 100 Minuten Die Prätorianer lehnen sich gegen die Misswirtschaft und Unterdrückung durch Domitian auf. Ein maskierter Rächer, der Rote Wolf, ist mit von der Partie. | ||
| Augustinus | Christian Duguay | Fernsehfilm in zwei Teilen à 90 Minuten Premiere: September 2009 im Castel Gandolfo, dem Feriensitz des Papstes deutsche Erstsendung: 25. und 26.12.2009 auf BR alpha Kurzinhalt: Das Leben des Augustinus, der erst als cleverer Rechtsanwalt, dann als Berater des römischen Kaisers ein sorgloses Leben führt, sich zum Bischof und Vater der katholischen Kirche wandelt und schließlich in Tunesien bei der Belagerung der Vandalen stirbt. Seine Schriften prägen das Abendland bis heute. Kritik: Insgesamt ein gelungener Film über ein interessantes, im Spielfilm stark vernachlässigtes Kapitel der Geistes- und Weltgeschichte. Das Projekt ist ehrgeizig - allerdings fehlte etwas Geld für eine ebenso ehrgeizige Umsetzung (siehe Minus). Plus: Die überlieferten Augustinus-Fakten wurden mit Erfolg zu einem kurzweiligen Spielfilm verarbeitet. Die Handlung arbeitet die politischen Wirren der Zeit, den Konflikt zwischen Christen und anderen Religionen und Augustinus' Standpunkte gut heraus. Besonders der erste Teil verwöhnt das Auge noch dazu mit sehr stimmigen Rekonstruktionen spätantiker Städte und einer aufwändigen Ausstattung. Minus: Bei einigen Szenen (vor allem im zweiten Teil) hätte der Aufwand trotzdem noch etwas größer sein müssen: Zahlreiche Ereignisse und Schauplätze verfehlen ihre Wirkung, da sie monumentale Kulissen und eindrucksvolle Massenszenen benötigt hätten (z.B. die Szenen am Kaiserhof und der Feldzug der Vandalen). Die Dialoge haben zwar fast immer Niveau und sprechen den Verstand an - das trägt aber nicht unbedingt zur Unterhaltung bei. Zuviel Pathos ist zwar ungesund - aber das Spiel vieler Schauspieler hier hätte gerne etwas mitreißender sein dürfen. Fakten: * Die Produzenten Bernabei waren auch schon an der Serie Jesus-Legenden und mehreren Filmen der Bibel-Reihe beteiligt. * Florian Henckel von Donnersmarck bekam einen Oskar vor Das Leben der Anderen (2006) - er ist NICHT der Verfasser des Augustinus-Drehbuches. | |||
| Barabbas | which will ye have? | Donald Taylor | 36 Minuten, schwarzweiß Kurzinhalt: Kurzer Film über die Passionsgeschichte - allerdings ohne Jesus zu zeigen, sondern aus der Sicht des Widerstandskämpfers Barabbas, der sich nach Jesu Tod als dessen Nachfolger ausrufen lässt. Fakten: * Nach unseren Recherchen wurde dieser Kurzfilm v.a. als Vorfilm zu Now Barabbas Was a Robber (auch 1949, mit Richard Burton und Cedric Hardwicke) geplant, in dem es um eine Hinrichtung in einem Gefängnis geht. | ||
| Barabbas - der Mann im Dunkel | Barabbas | Alf Sjöberg | 111 Minuten, schwarzweiß Kurzinhalt: Erste Verfilmung des Erfolgsromanes (Nobelpreis 1951) über das Leben des Widerstandskämpfers, der lebt, weil Jesus Christus stattdessen am Kreuz gestorben ist. Kritik: Ein tiefreligiöser Film, der sich deutlich von biblischen Monumentalfilmen unterscheidet. | ||
| Bedtime Stories | Adam Shankman | 99 Minuten Kurzinhalt: Skeeter erzählt seinen Neffen Abenteuergeschichten vor dem Schlafengehen. Immer wenn eine Geschichte zu Ende geht - wird sie plötzlich Realtität. So findet sich Skeeter u.a. auch im alten Rom wieder. Kritik: Eigentlich eine hübsche Idee - nur leider wurde sie nicht ausgebaut. Was man im Film sieht, ist letztlich immer ein- und derselbe Gag. Fakten: * Die Rom-Kulissen wurden für Mel Brooks - Die verrückte Geschichte der Welt (1981) errichtet. * Die Grundidee wurde 1985 als Die Einsteiger schon einmal verfilmt. | |||
| Ben Hur | Steve Shill | Fernsehserie in mehreren Teilen Pressemitteilung von Sonntag, 29. März 2009, 10:00 Uhr: "ProSieben dreht Ben Hur Endlich wird es eine Neuverfilmung eines der größten Hollywood-Blockbuster aller Zeiten geben. Ben Hur, der mit elf Oscars prämierte Monumentalstreifen von 1959, wird unter Beteiligung von ProSieben ab Mai in Marokko als Fernseh-Mehrteiler entstehen. Kosten: 22,5 Millionen Dollar. Ganz großes Kino!" Fakten: * Regisseur Steve Shill wäre keine schlechte Wahl, hat er doch mit seinen Beiträgen für Die Tudors und Rom gezeigt, dass er ein Händchen für solche Stoffe hat. * Der Sohn der Regisseurs William Wyler (Ben Hur 1959) ist einer der Produzenten. | |||
| Ben Hur Live | Event | 120minütiges Großarena-Spektakel, das 2009/2010 durch Europa tingelt Kurzinhalt: Die bekannte Geschichte wird auf ihre Höhepunkte reduziert (Seeschlacht, Wagenrennen, Massenszenen), diese dafür aber mit umso größerem Aufwand inszeniert: Es gibt Gladiatoren und Galeeren, Wagenrennen und jede Menge Stunts Kritik: Die Produzenten wollten kein plüschiges Historiendrama sondern sondern einen modernen Blockbuster auf die Bühne (bzw. in die Arena) bringen. Dagegen ist im Prinzip nichts einzuwenden - allerdings muss man dann auch konsequent modern inszenieren. Stattdessen hat man aber antike und moderne Ausstattungs-Elemente zusammengewürfelt, so dass sich nur selten ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Während also alle Darsteller auf Antike getrimmte Gewänder tragen, besteht das Bühnenbild aus unverkleideten Stahlrohren, die die Umrisse der Häuser und Schiffe darstellen. Dies hat natürlich den Vorteil, dass die Zuschauer von jedem Platz aus die Schauspieler gut sehen können - hat aber andererseits den Nachteil, dass die Bühne aussieht, als habe man ein paar Bau- und Klettergerüste zusammengeschoben. Ben Hurs Galeere wird übrigens von Piraten auf Motorbuggys angegriffen (diese motorradähnlichen Strandflitzer, wie man sie an manchen Küsten für Ausflüge ans Meer mieten kann) - die Dialoge jedoch spricht man konsequent auf Latein und Aramäisch: Es passt halt nicht zusammen. Besonders die Szenen mit Jesus Christus wirken in diesem Mischmasch geradezu peinlich deplatziert. Auf diesen religiösen Touch hätte man lieber verzichtet und stattdessen ganz auf Action und Unterhaltung gesetzt - denn das funktioniert in der Arena richtig gut: Besonders das Wagenrennen ist schlichtweg atemberaubend! Aber ob einem das alleine wirklich 35 bis 130 Euro Eintritt wert ist? ansehen: * Tournee-Daten und zahlreiche Fotos: www.benhurlive.com * Ein ausführlicher Artikel in Stern Nr 39/2009 Fakten: * Die Eigenwerbung der Produktion "Erstmals live in der Arena" überteibt: Ben Hur als Theaterproduktion hat eine lange Tradition: Die älteste Bühnen-Adaptation stammt bereits aus dem Jahre 1899 - und aus dieser Zeit stammt auch der Ausdruck "toga play" (und nicht etwa aus der Monumentalfilm-Ära). Auch als Groß-Arena-Spektakel gab es Ben Hur schon: 2006 im Stade de France in Paris. Die DVD von diesem Spektakel ist immer noch erhältlich - ein Vergleich mit der deutschen Produktion ist nicht uninteressant (siehe unser Eintrag unter Ben-Hur, plus grand que la légende). * Ursprünglich sollte Klaus Badelt die Musik machen. Er hat zusammen mit Hans Zimmer u.a. an der Musik von Gladiator (2000) gearbeitet - wäre also keine schlechte Wahl gewesen für eine Veranstaltung wie diese. Copeland ist Schlagzeuger bei The Police. * Alle Pferde des Wagenrennens werden von Niklas Pfeifer aus Neudorf in Brandenburg trainiert. Es dauert 3 bis 5 Jahre, bis vier Pferde gelernt haben, als Gespann für einen römischen Streitwagen zu funktionieren. | |||
| Bett der Gewalt / König Ödipus | Edipo re | Pier Paolo Pasolini | 104 Minuten Kurzinhalt: Im Wettstreit der König Ödipus-Verfilmungen war Pasolini gut ein Dreivierteljahr schneller als Philip Saville (1968). König Ödipus kann seinem Schicksal trotz umfangreicher Vorsichtsmaßnahmen nicht entgehen: Je mehr er versucht, es abzuwenden, desto schneller ereilt es ihn. Der Vatermord wird in dieser Filmversion sehr stark betont. Kritik: Plus: Pasolini erzählt insbesondere die Vorgeschichte so ausführlich, dass man die komplexe Handlung überraschend leicht versteht. Sehr gewagt: Der berühmte Sündenfall (Sex mit der eigenen Mutter) ist im Bild zu sehen. Minus: Weder die Schauplätze noch die Kostüme lassen die Illusion von Antike aufkommen (gedreht wurde u.a. am Schiefen Turm von Pisa und anderen Paradebeispielen italienischer Baukunst). Dadurch wirkt das Ergebnis wenig glaubwürdig - mal wie die Vorwegnahme eines grausamen Fantasy-Filmes à la Conan (die in Marokko gedrehten Szenen), mal wie ein außer Kontrolle geratenes Renaissance-Drama (die in Italien gedrehten Szenen), und das Ende soll sogar ausdrücklich in der Gegenwart spielen (inklusive des damals so modischen sozialkritischen Untertones). Gerade diese Versuche, sich möglichst deutlich von einem Monumentalfilm zu unterscheiden, wirken heute modisch aufgesetzt und unauthentisch. Mit einer konservativen Ausstattung im Stil der Antike hingegen wäre der Film auch heute noch klassisch und zeitlos. Inhalt: siehe König Ödipus (1968). | ||
| Bibel - Abraham, Die | Abraham | Joseph Sargent | zweiteiliger Fernsehfilm von je 90 Minuten. Zweite Folge der Bibelserie. | ||
| Bibel - David, Die | David | Robert Markowitz | Fernsehfilm in 2 Teilen à 90 Minuten, läuft regelmäßig auf bibel-tv Kurzinhalt: Der Film beginnt mit der Wahl von Saul zum ersten König von Israel und erzählt das an Rückschlägen reiche Leben von König David. Kritik: Wie fast alle Zweiteiler dieser Serie ist auch David ziemlich lang geraten, da lässt das Erzähl-Tempo zwischendurch gelegentlich etwas nach. Dafür wird man mit ausgesucht schönen Bildern entschädigt - und mit einer wirklich umfassenden Darstellung des biblischen David, der nicht von ungefähr zu den bekanntesten Personen des Alten Testamentes gehört. Die zahlreichen Hochs und Tiefs in seinem Leben verfolgt man als Zuschauer durchaus mit Interesse. Fakten: siehe auch David und Bathseba (1951) * Gina Bellmans bekannteste Rolle war Jane in Coupling - Wer mit wem? (2000- 2004). * Nathaniel Parker ist in Deutschland vor allem als der englische Inspector Lynley bekannt, den er seit 2001 spielt. | ||
| Bibel - Die Apokalypse, Die | San Giovanni - L'apocalisse | Raffaele Mertes | 90minütiger TV-Film Kurzinhalt: Letzter Teil der insgesamt 21 Filme umfassenden Bibel-Verfilmung fürs Fernsehen. Kritik: Die Visionen des Johannes sind visuell eindrucksvoll in Szene gesetzt. Davon abgesehen hat der Film optisch keine Highlights - muss ein Bibelfilm aber auch nicht unbedingt haben. Leider löst man sich inhaltlich nur selten von den sattsam bekannten Klischees: Die Römer sind listig, grausam oder verrückt, die Christen leiden edelmütig, die Juden sind weise und würdevoll - und die christliche Botschaft bleibt irgendwo unterwegs auf der Strecke. Schade - ein wenig aufregendes Ende für eine Reihe, die ausgezogen war, mit modernen Filmen ein neues Publikum an die Themen der Bibel heranzuführen und in diesem Sinne auch einige vielversprechenden Beiträge hatte. ausführliche Inhaltsangabe: Ein Epilog - Im Exil auf der Insel Patmos schreibt der letzte noch lebende Apostel Johannes unter dem Pseudonym Theophylos Briefe an die christlichen Gemeinden in der Welt. In Ephesos werden die Römer darauf aufmerksam. Kaiser Domitian läßt nachforschen. Da die Christen Staatsfeinde sind, liegt ihm viel daran, ihre Anführer zu fassen, um das Unwesen ein für alle mal auszurotten. Johannes teilt derweil in seinen Briefen der Gemeinde in Ephesos seine Visionen mit. In diesen erscheint ihmn auch die berühmte sprichwörtliche Schriftrolle mit den sieben Siegeln. Sie enthält die Geschichte der Menschheit: Vergangenheit, Gegenwart, Ende. Keiner im Himmel noch auf Erden darf sie jemals lesen. Doch für dergleichen apokryphe Visionen sind nicht alle Christen empfänglich, da sie staatlicher Verfolgung ausgesetzt sind und viele ihr Leben im Untergrund führen. Um zu erfahren, wer Theophylos ist, schleust Ermittler Quintus einen Undercoveragenten ein: Den ranghohen Offizier (!) Valerius, der fortan auf Patmos im Steinbruch (!!) arbeitet und nach dem Verfasser der christlichen Briefe forscht – eine Kintoppidee nach Schema F: unoriginell und an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten (besonders als der Offizier seine Rolle übertreibt und prompt für 4 Tage in Einzelhaft genommen wird, wo er fast stirbt). Die Christen von Ephesos senden Irene nach Patmos. Auch sie soll nachforschen, wer die Briefe schreibt. Die Epheser vermuten, Johannes ist löngst tot und die Sklaven von Patmos schreiben die Briefe inzwischen selbst - was in ihren Augen die Relevanz der Aussagen ein wenig schmälern würde. Im Gegensatz zum Offizier hat sie Erfolg: Sie erkennt, dass Johannes hinter dem Pseudonym steckt. Seine Flucht aus Patmos wird vorbereitet. Kaiser Domitian wird ungeduldig. Er läßt in Ephesos alle Christen aufspüren und töten. Den Gefangenen in Patmos setzt er ein Ultimatum: Sie sollen sich binnen zweier Tage vom Christentum lossagen – oder sie werden alle getötet (wozu? Warum tötet er sie nicht auch gleich alle?). Nun muss Irene schnell handeln (ach deswegen!). Sie verhilft den Christen aus Patmos zur Flucht. Als die Flucht bemerkt wird, heißt es auf einmal: "Tötet sie alle!" (Na bitte! Warum nicht gleich so?). Glücklicherweise wird in Rom der Kaiser gerade noch rechtzeitig ermordet. Nerva kommt an die Macht und begnadigt alle Christen. So werden alle Gefangenen und wiedereingefangenen Flüchtlinge von Patmos ganz legal in die Freiheit entlassen. Johannes hat eine Vision, wie Jesus die sieben Siegel der Schriftrolle öffnet... wenige Jahre später stirbt er in Freiheit, im Kreise seiner Anhänger. So endet der Film (und damit die ganze Serie) mit den Worten „Komm, Herr Jesus“. | ||
| Bibel - Esther, Die | Esther | Raffaele Mertes | 90 Minuten Kurzinhalt: Die biblische Geschichte der Hebräerin Esther, die den persischen König Ahasveros (Xerxes I) heiratet, um ihr Volk zu retten. Noch heute erinnert Purim, das Schicksalsfest, an sie. Kritik: Auch bei diesem Film der Reihe ist die Optik das größte Plus: Aufwändige, im Maßstab 1:1 errichtete, sehr ästhetische und realistische Kulissen stellen die antike Stadt Susa dar und führen dem Zuschauer eindrucksvoll die ganze Pracht des alten Persien vor Augen - eingefangen von einer wirklich schönen Kamera-Arbeit. Raffaele Mertes hat ein Händchen für kleine, lebendige und unterhaltsame Alltagsszenen, die den Film ungemein bereichern - der mit 90 Minuten auch genau die richtige Länge hat, um noch kurzweilig zu sein und dennoch die gesamte Esther-Geschichte zu erzählen, so wie sie auch überliefert ist. Kleinere Schwächen verzeiht man da gerne (z.B.: Thomas Kretschmann ist rasend unglaubwürdig als Gottkönig und Herr aller Länder - und überhaupt: Warum der König seine eigenen Befehle nicht widerrufen kann und warum Esther den Juden befiehlt zu fasten, wird zu wenig und zu schlecht erklärt, als dass es der Zuschauer nachvollziehen könnte). Fakten: * Wie im Film richtig gesagt, kommt der Name "Esther" für die Babylonier von "Ishtar", der Göttin der Liebe. Im Aramäischen, der Sprache der Juden, heißt er "Verborgen". * Das Wort "Purim" bezieht sich auf die Steine, aus denen die Perser die Zukunft gelesen haben. Sie sind im Film zu sehen. ausführliche Inhaltsangabe 60 Jahre lebten die Juden in Babylonischer Gefangenschaft (siehe Die Bibel - Jeremia), bis die Perser Babylon eroberten und der Perserkönig Cyrus den Gefangenen die Heimkehr erlaubte. Viele Juden aber lebten schon so lange in dieser Gegend, dass sie gar nicht mehr zurück nach Jerusalem wollten. In der persischen Hauptstadt Susa z.B. hütet der Händler Mordechai seine Nichte Hadassa wie seinen Augapfel. Derweil wird bei Hofe gefeiert. Haman schleimt durch besonders lobhudlerische Reden auf den König. Die Gäste verachten ihn als ehrgeizigen Emporkömmling. Ein Gast stellt Haman auf die Probe, in dem er ihn fragt, welchen der Schätze des Königs er am meisten bewundere und für sich selbst auswählen würde, wenn er könnte. Doch Haman erkennt die Falle und meint, er begehere keines der Schmuckstücke des Königs. Listig meint der Gast nun, dass solle wohl heißen, dass keiner der Schätze gut genug für Haman sei. Doch Haman ist sogar diesmal listiger: Er meint, des Königs kostbarster Schatz ist die Anmut und Ehre seiner Gattin – die nicht anwsend ist. Sie sieht sich lieber eine Privatvorstellung mit Schauspielern an – eine damals vergleichsweise moderne Sitte, die kein anderer bei Hofe zu schätzen weiß. Der König lässt sie rufen, um sie seinen Gästen vorzuführen. Doch dazu ist sie sich zu schade – und weigert sich. Sein Großkämmerer ist entsetzt und rät, sie zu verbannen und eine andere Frau zur Hauptfrau zu erheben. Denn Befehle des Königs müssen bedingungslos befolgt werden - er darf keinen Präzedenzfall für Ungehorsam schaffen. Am nächsten Morgen bietet Haman sich an, für den König schöne junge Frauen unter seinen Untertanen für den Harem zu holen, aus denen dann der König die Schönste als neue Königin auswählen kann (eine echte Schönheitskönigin also). Eines dieser schönen Mädchen ist auch Hadassa – Mordechai versteckt sie zwar sicherheitshalber, doch so dumm sind die Soldaten nicht. Bevor sie Hadassa zum Palast bringen, gibt der Onkel ihr den Rat, niemandem zu sagen, dass sie Jüdin ist. Sie solle sich Esther nennen ("Verborgen"). Im Palast werden die ganzen Mädchen von Eunuch Hegai begrüßt und neu eingekleidet. Er erzieht sie, dass sie sich vor dem König richig benehmen können. Irregeführt durch den falschen Namen, quartiert er Esther bei den Babylonierinnen ein. Hier leben die Mädchen im ersten Harem (für Jungfrauen). Wenn der König sie eine Nacht lang zu sich geholt hat, kommen sie in den zweiten Harem (der für Konkubinen). Nur wenn der König sie auswählt, bekommen sie eine eigene Wohnung im Palast. Derweil versucht ihr Onkel, in den Palast zu kommen, um zu erfahren, wie es ihr geht. Er dient sich als Gehilfe dem Einkäufer des Palastes an, der sich um die Vorräte kümmert. Inzwischen ist Esther dran mit ihrer ersten Nacht. Durch seinen neuen Chef erfährt auch ihr Onkel davon. Auf dem Weg zum König hat sie sich (für sich selbst!) eine Rose aus den königlichen Gärten gepflückt - eine Geste, die den König beeindruckt, denn das trauen sich die anderen Frauen nicht, die ihm zugeführt werden. Nach dieser Nacht kommt Esther in den zweiten Harem (woraus wir schließen dürfen, dass sie auch im Bett beeindruckend war - aber auf Liebesszenen verzichtet der Film ganz). Wie nicht anders erwartet, erwählt der König sie zu seiner neuen Königin. Der Onkel platzt vor Stolz – doch viele Juden sind ärgerlich: Ein heidnischer König mit einer jüdischen Königin – das wird ja immer besser. Sie drängen darauf, nach Jerusalem zurückzugehen, damit man nicht noch mehr heidnische Sitten und Gebräuche annimmt. Doch die Meinungen sind geteilt: Für viele ist Persien auch eine Heimat geworden. Auf einem seiner Dienstwege für den Einkäufer wir der Onkel zufällig Zeuge, wie zwei Hofbeamte planen, den König zu ermorden. Sie sprechen Persisch und ahnen nicht, dass der Jude sie versteht. Mordechai warnt Esther und die warnt den König. Der lässt die beiden verhaften und den Fall untersuchen: Sie sind tatsächlich schuldig. Doch warum sie ihn ermorden wollten, das bekommt keiner aus ihnen heraus. Haman nutzt die Gunst der Stunde, sich besonders beliebt zu machen und in das Vertrauen des Königs einzuschleichen - dann lässt er den alten Großkämmerer vergiften. Der König trauert lange um den beliebten Mann. So sehr, dass er sogar seine Königin verschmäht. Wie befürchtet, macht er Haman zu seinem neuen Großkämmerer. Esther leidet darunter, dass der König nicht mehr nach ihr schicken läßt. Sie weiß, dass Haman sie von ihrer Vertrauensstelle verdrängt hat. Haman stört derweil, dass Mordechai sich nicht vor ihm verneigt - denn das tut er nur vor Gott. Haman weiss, dass er ihn nicht dazu zwingen kann, daher fürchtet er das schlechte Beispiel: Ein gefährlicher Präzedenzfall, wenn man Macht haben und halten will. Haman eilt also zu seinem König und schürt Misstrauen gegen die Juden im Allgemeinen. Er meint, in einem Reich kann man nur nach einem Gesetz leben - dem des Königs. Die Juden leben aber nach ihren eigenen Gesetzen. Der König weigert sich zunächst: Sie zahlen Steuern, und nicht zu knapp. Der Er sieht aber ein, dass er in seinem Reich keine Minderheit dulden kann, die aus der Reihe tanzt. Er gibt Haman also den Auftrag, die Juden zu vernichten. Haman lässt einen Priester den Termin dazu bestimmen (damit die Götter ihm gewogen sind). Der liest aus den Steinen den Termin: Am 13 Tag des Monats Ada soll man alle Juden töten und ihren Besitz plündern. Diese Bekanntmachung hängt man in allen Teilen des Reiches auf, damit die Bevölkerung sich darauf einstellen kann. Die Juden können es gar nicht fassen: Sie leben doch schon so lange friedlich mit den Persern zusammen! Mordechai sitzt von nun an jeden Tag in Sack und Asche vor dem Palast. Esther darf den Harem nicht verlassen, aber Mordechai lässt ihr durch einen ihrer Diener etwas ausrichten: Vielleicht wurde sie nur deswegen Königin, um die Kinder Israel zu retten. Das sieht sie auch so, es gibt nur ein Problem: Wer zum König geht, ohne dass er nach einem geschickt hat, wird hingerichtet - und der König hat schon lange nicht mehr nach ihr gefragt. Was tun? Esther hat eine Idee. Zunächst lässt sie Mordechai in den Palast bringen und in einen Hof warten, der neben dem Harem liegt. Da ruft sie ihm über die Mauer hinüber zu, die Juden sollen drei Tage lang für sie fasten und beten. Dann geht sie zum König. Wenn er sie dann töten lässt, dann muss sie eben sterben. In ihrem Zimmer betet sie zu Gott, ihr die Worte zu geben, die Xerxes milde machen und ihn erkennen lassen, wer ihm und den Juden wirklich schaden wi | ||
| Bibel - Genesis, Die | 90 Minuten, Fernsehfilm Kurzinhalt: Die ersten 9 Kapitel des 1. Buch Mose: Von der Schöpfung über Adam und Eva, Kain und Abel bis zur Arche Noah. | ||||
| Bibel - Jakob, Die | Jacob | Peter Hall | |||
| Bibel - Jeremia, Die | Geremia il profeta | Harry Winer | Inhalt: Jeremia wird von seinem Vater, dem Hohepriester des Großen Tempels von Jerusalem, ins Priesteramt eingeführt. In dieser Funktion sieht Jeremia, dass es nicht zum Besten bestellt ist im Staate Israel: Seine Einwohner beten auch andere Götter an, die Führungsschicht ist ungerecht, und jedermann ist nur noch auf seinen eigenen Vorteil bedacht und hat Gott vergessen. Gott belohnt diesen klaren Durchblick, in dem er sich Jeremia offenbart und ihn zu seinem Propheten macht. Bei seiner ersten Opferung redet Jeremia also seinem König und Volk ins Gewissen - vergeblich: Er bekommt einfach Hausverbot, und alle machen weiter wie bisher. Dass Jeremia seine Worte von Gott selbst empfangen hat, will ihm niemand glauben. Das erzürnt Gott. Er schickt Jeremia mit einer neuen Botschaft nach Jerusalem. Diesmal sagt Jeremia den die Eroberung und Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier voraus, als Strafe für das gottlose Verhalten seiner Einwohner. Die Prophezeiung ist gespickt mit zahlreichen gruseligen Details – doch König Jojakim will wieder nicht auf ihn hören. Erst als das Heer Babylons tatsächlich vor der Tür steht und viele der vorhergesagten Begleitumstände auch tatsächlich eingetreten sind, erkennt er seinen Irrtum, gehorcht Gottes Wille - und ergibt sich. Doch kaum ist das Heer abgezogen, da beeinflusst General Schafan den König so lange, bis dieser Jeremia in den Kerker wirft und keinen Tribut mehr an Babylon zahlt. Jetzt ist der König von Babylon so richtig sauer Er belagert Jerusalem zwei Jahre lang. Jeremia prophezeiht im Kerker, der König solle Jerusalem wieder kampflos übergeben. Er sagt voraus, dass Jojakim am Leben bleiben wird – nur eben als Sklave der Babylonier. Der König will aber nicht als Sklave enden – und verliert den Kampf: Die Babylonier erobern Jerusalem und zerstören es. Ihr König Nebukadnezar lässt alle Berater und Söhne von Jojakim töten. Dies ist das letzte, was Jojakim zu sehen bekommt, denn danach wird er geblendet – und bleibt am Leben. So erfüllt sich Gottes Prophezeihung. Jeremia schart seine Getreuen um sich und sagt den Wiederaufbau Jerusalems und des Tempels voraus, dann ziehen die Juden ins Exil nach Babylon. Dort werden sie bleiben, bis Babylon 539 vor Christus seinerseits von den Persern erobert wird. Kritik: Die wechselvolle Geschichte des Propheten, auf den niemand hören will, ist nicht uninteressant und wird mit viel Sinn für das antike Alltagsleben erzählt, noch dazu angenehm kurz. Die Ausstattung ist aufwändig und glaubwürdig, die Kamera fängt schöne Bilder ein - wenn doch alle Filme der Serie so wären! | ||
| Bibel - Jesus, Die | Jesus | Roger Young | Fernsehfilm in 2 Teilen à 90 Minuten deutsche Erstsendung: am 25. und 26.12.1999 um 18 Uhr 20 (ARD) Kritik: In wunderschönen Bildern und in einer interessanten Rückblendentechnik erzählt der Film das Leben Jesu erfrischend unverkrampft und lebendig. Fast schon dokumentarisch wirken die Szenen, die sich mit der römischen Besatzung und Politik in Judäa beschäftigen – allerdings ist auch dieses Werk wieder viel zu lang ausgefallen. Fakten: * Der Film kostete 20 Millionen Dollar. | ||
| Bibel - Josef, Die | Joseph | Roger Young | |||
| Bibel - Moses, Die | Moses | Roger Young | Fernsehfilm in 2 Teilen à 90 Minuten | ||
| Bibel - Paulus, Die | San Paolo | Roger Young | Fernsehfilm in 2 Teilen à 90 Minuten Inhalt: Die Wandlung des Saulus zum Paulus und sein Wirken im Dienste Christi. Kritik: Trotz der beachtlichen Länge eine kurzweilige, effektvolle und bisweilen sogar einfallsreiche Erzählung, bei der am Rande sogar ein paar theologische Fragen für den Laien verständlich erklärt werden. Die Kulissen sorgen für schöne Bilder (das Kulissendorf wird ja von Film zu Film immer größer und bietet somit den Regisseuren deutlich mehr Motive zur Auswahl) - ein weiterer gelungener Beitrag zur Bibel-Serie. Fakten: * Malta nimmt für sich in Anspruch, nicht nur im Film, sondern tatsächlich die Insel zu sein, auf der Paulus auf dem Weg nach Rom eine Zwischenlandung machte. Eine Paulus-Statue markiert die Stelle, an der er an Land gegangen sein soll. | ||
| Bibel - Salomon, Die | Solomon | Roger Young | Fernsehfilm in 2 Teilen à 90 Minuten Kritik: Gelungene Inszenierung mit Witz und guten Dialogen in wunderschöner, authentisch wirkender Ausstattung. Die symphonische Musik ist herausragend und die gelungenste der Bibel-Fernsehserie. Inhaltlich entwirft man ein sehr detailfreudiges und glaubwürdiges Bild vom ereignisreichen Leben des dritten Königs von Israel - wenn auch insgesamt etwas zu lang. Auf etwa 100 Minuten gekürzt würde der Film eine größere Wirkung entfalten. | ||
| Bibel - Samson und Delila, Die | Samson and Delilah | Nicolas Roeg | 2teiliger Fernsehfilm à 90 Minuten Jonathan Rhys Meyers spielte 10 Jahre später die Hauptrolle in der sehr erfolgreichen Historienserie Die Tudors. Nicolas Roeg wurde durch seinen düsteren Thriller Wenn die Gondeln Trauer tragen weltberühmt. | ||
| Bibel, Die | The Bible – in the Beginning | John Huston | 174 Minuten Kurzinhalt: Die ersten 22 Kapitel des Alten Testamentes: Schöpfung, Adam und Eva, Kain und Abel, Noah, die Völkertafel, der Turmbau zu Babel, Abram zieht nach Kanaan, Sodom und Gomorrha, Abraham und Isaak. Kritik: Der Grundton des Filmes ist sehr getragen - spürbar bemüht, sich dem Thema mit angemessener Würde zu nähern. Minus: Leider sind Würde und Getragenheit nicht unbedingt zwei mitreißende Eigenschaften. Die einzelnen Kapitel werden langsam abgearbeitet, was nicht uninteressant ist - aber eben auch nicht besonders kurzweilig. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, fehlt es durchweg an Tempo - und an Schauwerten. Nur der Turm zu Babel (entworfen von dem berühmten Bildhauer Basaldella) ist ein visueller (!) Höhepunkt, den man vielleicht im Gedächtnis behält - das ist wenig für fast drei Stunden Film über eines der wichtigsten Bücher der Menschheit. Plus: Dem steht natürlich gegenüber, dass Huston ein Meister-Regisseur ist, der jede Episode in durchdachte Einstellungen und Kamerafahrten auflöst, so dass die Bilder und die Inszenierung stets sehr ästhetisch sind und eine gewisse Klasse haben. Unterstützt wird er durch Hauptdarsteller, die alle zur ersten Garde Hollywoods gehören und ihr Handwerk verstehen - und den biblischen Gestalten ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit verleihen. Fakten: * 1962 war noch geplant, die Bibel als insgesamt 14stündiges Mammutprojekt von berühmten Regisseuren wie Bergmann, Fellini, Orson Welles, Robert Bresson und Visconti verfilmen zu lassen. Doch 1964 bekam nur noch Huston den Job für einen einzigen Film. Die Bibel kam 1966 heraus und kostete 18 Millionen $. Die Grundidee, die Bibel in einer Spielfilmreihe zu verfilmen, hielt sich jedoch bis in die 90er Jahre. Damals gelang es dem deutschen Medien-Rechte-Händler Kirch, eine internationale Koproduktion dafür auf die Beine zu stellen: Die Bibel -Serie (1993 - 2003) kam auf immerhin 21 Filme. * Für die Schöpfungsszenen verwendete De Laurentiis eine kurze Sequenz mit einem Wal, die Hans Hass gedreht hatte. | ||
| Biblische Detektivgeschichten | Nova - The Bible's Buried Secrets | Dokumentation | 108minütige Dokumentation mit Rekonstruktionen und Spielszenen deutsche Erstsendung: am 26.12.2009 auf Arte Kurzinhalt: Auf den Spuren der Hebräer - vom Bekenntnis zum Monotheismus bis zur Gefangenschaft in Babylon (538 vor Christus). Es werden jeweils immer biblische Textpassagen und archäologische Erkenntnisse einander gegenübergestellt. Kritik: Die Optik mit ihren zahlreichen Grafiken, Fotos, Rekonstruktionen und Spielszenen ist ein bisschen unruhig und verspielt - aber der Inhalt ist sensationell! Fakten * Nova ist eine amerikanische Fernsehserie mit Themen aus Forschung und Wissenschaft. | ||
| Blutgericht | La rivolta dei sette | Alberto De Martino | 88 Minuten Kurzinhalt: Sar, der Herrscher Spartas, missachtet die Beschlüsse des Archäischen Bundes, weil er ein Geheimabkommen mit dem Lydischen König hat, das ihm langfristig die Vormachtstellung in Griechenland sichern soll. Eine Kopie dieses Abkommens hat ein Spion in eine kleine Tonfigur gesteckt, die er aus dem Palast in einen Tempel schmuggeln konnte - bevor er enttarnt und ermordet wurde. Der Freiheitskämpfer Keros versucht nun, mit Hilfe einer kleinen Theatertruppe in Besitz dieser Figur zu kommen. Denn damit wäre Sars Verrat bewiesen, und der Archäische Bund kann etwas gegen ihn unternehmen. Das ist gar nicht so einfach, denn Aspasia ist nicht nur Keros' Geliebte, sondern auch die von Sar. Kritik: Die interessante Grundidee (ein Crossover von Agenten- und Antiken-Film) wurde zwar angenehm selbstironisch, aber im Ganzen wenig mitreißend umgesetzt. Historische Fakten: Der Archaiische Bund, den der Vorspann erwähnt, konnte tatsächlich bis 188 vor Christus seine Herrschaft über den gesamten Peloponnes ausdehnen - die ständigen Konflikte mit Sparta wurden dadurch aber nicht beseitigt. Die Grundidee des Filmes beruht also auf Tatsachen. | ||
| Blätter aus dem Buche Satans | Blade af Satans bog | Carl Theodor Dreyer | Stummfilm, 130 Minuten, schwarzweiß Kurzinhalt: Eine Mischung aus Intolerance und Satanas - Satan verführt in vier Episoden die Menschen zum Bösen, wodurch jeweils ihre Intoleranz angeprangert wird. 1, Judas verrät Jesus 2, Spanische Inquisition 3, Französische Revolution 4, Die Kommunisten ansehen: * Der Film ist in den USA als DVD erschienen. Fakten: * Die Episoden ähneln denen aus Mel Brooks verrückte Geschichte der Welt (1981) - Zufall? | ||
| Boys from Syracuse, The | The Boys from Syracuse | A. Edward Sutherland | 75 Minuten Kurzinhalt: Zwei Zwillingspaare wurden von einander getrennt und suchen nun ihren jeweils anderen Zwilling. Die einen leben in Ephesus, die anderen in Syrakus (daher der Titel). Kritik: Am Broadway war das satirische Musical ab 1938 ein sensationeller Hit. Wieso das Stück dann bis zur Unkenntlichkeit gekürzt wurde und man bekannte Musiknummern wegließ, um neu geschriebene einzufügen, bleibt das Geheimnis der Produzenten. Fakten: * Der Stoff wurde 1966 noch einmal verfilmt als Toll trieben es die alten Römer. | ||
| Brenno, der Barbar | Brenno, il Nemico di Roma | Giacomo Gentilomo | Kurzinhalt: Barbar Brenno zieht plündernd durch Italien. Die Eroberung Roms wird durch schnatternde Gänse auf dem Kapitol verhindert, die die Eindringlinge verpetzen. Kritik: Eigentlich genug Stoff für einen interessanten Film. Wozu also mussten sie hier eine ermüdende Liebesgeschichte dazuerfinden? Fakten: Brennus ist der Urheber des berühmten „vae victis!“ („Wehe den Besiegten!“). | ||
| Brot und Spiele | Dokumentation | 45 minütige Dokumentation über Freizeitspektakel der alten Römer, vor allem Kämpfe im Kolosseum in Rom. Den Film gibt es auf DVD unter http://www.br-shop.de Inhalt: Der äußerst kurzweilige Film läßt keinen Aspekt aus: Wir erfahren etwas über den Ursprung der Gladiatorenspiele (um 264 v.Chr. bei den Etruskern) und ihren Sinn und Zweck. Es wird gezeigt, wie Gladiatoren ernährt, gekleidet und untergebracht wurden - und dass nur ein kleiner Teil von ihnen in der Arena den sicheren Tod fand. Wir erfahren, wie die Zuschauer mit kleinen Snacks und Lotterien bei Laune gehalten wurden, wie sie ihre Karten und dann ihren Sitzplatz bekommen haben, und wie ein Tag im Kolosseum zur Kaiserzeit typischerweise aussah. Dabei werden dankenswerterweise auch die unblutigen Attraktionen und Sportfeste nicht vergessen, hat sich unser heutiger Blick doch inzwischen allzusehr auf die Gladiatorenkämpfe verengt. Wir werfen einen Blick auf die staunenswerte Unterbühne mit Aufzügen und Theatermaschinerie unter der Arena und sehen, wie das Colosseum für Seeschlachten geflutet wurde. Mit dem Ende der Spiele endet auch der Film: 438 n.Chr. wurden Gladiatorenkämpfe verboten zu Gunsten von Zirkus-Attraktionen, wie wir sie heute auch noch kennen (Akrobaten, Seiltänzer, Tierschauen). 523 schloss das Colosseum ganz und diente ab da als Steinbruch. | |||
| Buch Esther, Das | Uwe Jens Krafft und Ernst Reicher | Länge unbekannt Die bekannte biblische Geschichte der Hebräerin Esther, die den persischen König Ahasveros (Xerxes I) heiratet, um ihr Volk zu retten | |||
| Buch Ruth, Das | The Story of Ruth | Henry Koster | 130 Minuten Kurzinhalt: Ein alttestamentarisches Emigranten-Schicksal (die Geschichte zu dem berühmten Zitat: "Wo Du hingehst, da will auch ich hingehen", das heute noch bei kirchlichen Trauungen verwendet wird): Die Moabiterin Ruth lässt sich von ihrem Ehemann zum jüdischen Glauben bekehren - da sie Priesterin des Gottes Kemosch ist, zieht das unweigerlich ernste Probleme nach sich. Schließlich flieht sie aus Moab nach Juda - aber auch hier stößt sie auf Ablehnung. Zum Glück hat ihre Schwiegermutter Naomi eine Idee... Kritik: Insgesamt ein sympathischer Film, dem man ein breiteres Publikum wünschen würde: Eine kurzweilige Religionsstunde über die populäre Geschichte aus dem Alten Testament und ein eindrucksvoller Einblick in Jüdisches Brauchtum, Traditionsgeschichte und Selbstverständnis. Gute, zum Teil sehr lebendige Dialoge machen aus den Figuren echte Menschen mit ihren guten und schlechten Eigenschaften. Man kann sich sogar mit ein paar von ihnen identifizieren und ist gespannt, wie sie sich aus ihrer Notlage befreien (außer man ist SEHR bibelfest, dann weiß man es natürlich schon vorher). Die Inszenierung ist wendungs- und temporeich. Die aufwändige Ausstattung ist zwar nicht frei von buntem Kitsch (ebenso die Musik) - aber zum Glück nur in Maßen. Besonders der in Bethlehem spielende zweite Teil besticht durch seine authentisch wirkende Optik und seinen Respekt, mit dem er sich inhaltlich dem biblischen Thema nähert. Fakten: Ruth ist die Urgroßmutter der populärsten Person des Alten Testamentes: König David. Das Königreich Moab hat es tatsächlich gegeben. Es lag am Toten Meer und sein Hauptgott war Kemosch (wie im Film) - allerdings gab es den archäologischen Funden nach wohl einen bemerkenswerten Unterschied zur Filmhandlung: Die Moabiter waren von Israel erobert worden und ihnen tributpflichtig. Im Film (und in der Überlieferung) wird es genau umgekehrt dargestellt: Da wurde Israel von den Moabitern besiegt (vermutlich weil es so besser zur Dramaturgie der Ereignisse passt). ausführlicher Inhalt: Jenseits des Jordan liegt das Land Moab. Hier verkauft ein Jude aus Armut und Not seine Tochter an die Tempelpriester des Kemosch. Sie heißt Ruth. Ruth wird als Kind dem Moabitischen Gott Kemosch geweiht. Sie soll als reines, makelloses Kind dem Gott geopfert werden und ihm die Gebete der Moabiter überbringen. Doch als der Hohepriester sie auswählt, hat sie plötzlich einen roten Fleck auf dem Arm. Sie ist nicht mehr rein – und der Priester opfert ein anderes Mädchen. Das Kind wird stattdessen in den Lehren des Kemosch unterwiesen. Die Jahre vergehen. Als junge Frau ist es Ruths Aufgabe, den Prunk-Schmuck anfertigen zu lassen, den die Mädchen tragen, wenn sie geopfert werden. Der jüdische Goldschmied Malon hat eine schöne, aber stumpfe Krone hergestellt. Ruth reklamiert: die Krone muss glänzen wie die eines Königs. Sie soll die strahlende Freude des Kindes zeigen, das seinem Gott gegenübertritt. Das kleine Kind stimmt zu: Das heißt, ewig zu leben. Malon fragt die beiden, wie kann man nur Kinder opfern kann. Sein Gott ist unsichtbar und barmherzig – und er ist überall, in allen Dingen. Gelächter bei den Moabiterinnen: Wie praktisch und pflegeleicht! Die alte Mutter des jungen GoldschmiedSchmieds, Naomi, lobt seinen Mut. Sein Vater Elimelech jedoch tadelt ihn: Sie sind hier nur zu Gast, es kommt ihnen nicht zu, die Bräuche anderer zu kritisieren. Immerhin - von nun an nagen Zweifel in der jungen Ruth. Malon bringt seine Waren in den Tempel. Diesmal ist Ruth zufrieden. Herablassend plaudert sie mit Malon über ihre unterschiedlichen religiösen Vorstellungen. Sie fragt, wie man einen unsichtbaren Gott verehren kann. Er erklärt es so: Was tut ein Soldat der Moabiter, wenn er auf dem Schlachtfeld den Schutz des Kemosch sucht? Sie sagt: Er denkt an ihn. Malon nickt: Dann ist Kemosch in diesem Moment doch auch unsichtbar. Das sieht sie ein. Nachts lässt sie Malon holen (natürlich nur, damit er ihr mehr erzählt). Sie meint, wenn sein Gott überall ist, dann tritt sie ihn doch jetzt mit Füßen. Malon stimmt zu. Vor allem aber ist Gott in den Menschen. Auch in uns beiden. Daran muss Ruth denken, als sie das Mädchen mit der Krone für die Opferung schmückt. Auf einer Inspektionsreise des Moabiterkönigs zum Steinbruch, wo eine Kolossalstatue des Kemosch gehauen wird, wird er von vier Priesterinnen begleiten - Ruth ist dabei. Als die Sklaven versuchen, die tonnenschwere Statue einmal um die eigene Achse zu drehen, damit der König sie besser sehen kann, kommt die Figur aus dem Gleichgewicht - und zermalmt die Männer. Der König hat genug geshen: Er wendet sich ungerührt ab und Ruth zu. Er lädt sie in den Palast ein, wenn ihre Zeit der Läuterung vorbei ist, was nächstes Frühjahr sein wird. Das erzählt sie stolz Malon, den sie inzwischen regelmäßig heimlich trifft. Sie meint, es sei eine besondere Gunst des Kemosch, dass der König sich an sie gewandt habe und dass er sie damals von dem Menschenopfer verschont hat, so dass sie noch lebt. Doch Malon erinnert sie daran, dass es doch angeblich eine große Ehre ist, für Kemosch zu sterben. Sie bemerkt die Widersprüche und lässt sich mehr von den Bräuchen der Juden berichten. Bevor Malon geht, schenkt er ihr die 10 Gebote als Silberschmuck. Das kleine Mädchen fürchtet sich vor dem Tag ihrer Opferung und schreit im Schlaf. Ruth tröstet sie und sucht noch in derselben Nacht den Hohepriester auf. Sie bittet um Vergebung dafür, dass sie an den Opferzeremonien zweifelt. Sie beichtet, dass Malon meint, kein Gott könne am Tod eines Kindes Gefallen finden. Der Hohepriester zerstreut ihre Zweifel: Erstens reden die Juden viel, wenn der Tag lang wird, zweitens gehört Malon zu dem Volk, das vor seiner Unterwerfung ein Feind der Moabiter war. Der Priester erklärt eindringlich, dass nur ein unschuldiges Kind das Volk von Sünden reinigen, Kraft gegen Feinde verleihen und das Land fruchtbar machen kann (Wie soll der Gott ihnen helfen, wenn sie nicht bereit sind, das Teuerste zu opfern, was sie haben?). Im Frühling wird Ruth eine Hohepriesterin sein. Vielleicht erwählt der König sie dann sogar zu einer seiner Frauen. Das sind hohe Ehren. Ruth sieht ein, dass sie eigentlich keinen Grund hat, an ihrem Gott zu zweifeln. Am nächsten Tag ist die Opferung des Kindes vorgesehen. Es verneigt sich vor der Kolossalstatue, trägt dem Gott seine Bitten vor und legt sich auf den Opferblock. Ruth packt die Panik, voller Verzweiflung rennt sie davon. Die jüdische Goldschmiedfamilie ist anwesend und sieht alles mit an, auch wie das Mädchen geopfert wird (unklar bleibt, warum sie da sind, wenn sie diese Zeremonie doch so verachten). Zu Hause schmeckt ihnen dann das Dinner nicht so recht. Plötzlich kommen Soldaten und nehmen die Männer der Familie mit. Im Kerker vermutet Elimelech, Gott strafe ihn so, weil er damals in Zeiten der Not Juda verlassen habe, statt seinem hungernden Volk zu helfen. Malon wird vom Hohepriester verhört und für schuldig befunden, sich der Priesterin verbotenerweise genähert zu haben, um sie zu verführen. Er kommt lebenslang in die Steinbrüche. Seinen Besitz beschlagnahmt der König. Ruth bekommt sechs Monate Einzelhaft. Danach darf sie wieder zurück ins Kolleg der Priesterinnen. Sie gibt sich fromm, doch sie denkt inzwischen kritisch über ihre Religion. Als erstes sucht sie Malons Mutter auf. Diese verachtet Ruth: Sie traf sich zum Zeitvertreib mit ihrem Sohn und stürzte so die ganze Familie ins Unglück. Ruth aber will mit Naomi besprechen, wie man Malon aus den Steinbrüchen befreien könnte - das imponiert ihr. In den Steinbrüchen hat Ruth zahlreiche Aufseher bestochen. Malon setzt zur Flucht an - doch ein Soldat (bei dem Ruth offenbar ihre Geldgeschenke vergessen hat) bemerkt es und verwundet Malon. Ruth und Naomi können ihn noch mit sich nehmen - aber er liegt bereits im Sterben. Kurz vor seinem Tod verheiratet Naomi die beiden noch. In Moab haben die Soldaten derweil die ganze Stadt nach Ruth durchsucht – ohne Erfolg. Die Oberste Priesterin gibt ihnen einen Tipp: Eine Priesterin, d | ||
| Cabiria | Giovanni Pastrone | Us-Premiere (150 Minuten) Mai 1914 in New York (wo der Film 6 Monate lief). Erstsendung (140 Minuten) 6.1.95 auf arte Die schöne Cabiria wird als Kind aus Sizilien entführt und auf dem Sklavenmarkt in Karthago verkauft. Nach einer Reihe von Abenteuern kehrt sie in ihre Heimat zurück. U.a. erlebt sie Hannibals zug über die Alpen und den Ausbruch des Ätna. Hier hat Maciste als bärenstarker Sklave seinen ersten Auftritt - in den nächsten Jahrzehnten ist er aus dem italienischen Muskeln-und-Sandalen-Kino nicht wegzudenken. Der Film kostete 100.000 $ - für damalige Verhältnisse geradezu sensationell. | |||
| Caesar against the Pirates | Giulio Cesare contro i pirati | Sergio Grieco | 90 Minuten Bunter Abenteuerfilm vor dem Hintergrund einer wenig bekannten Episode aus Cäsars Leben, die so ausführlich in keinem anderen Fim gezeigt wird. Die Propaganda von Cäsars Gegnern unterstellte Nikomedes und Cäsar ein homosexuelles Verhältnis (auch im Film wird es angedeutet). Interessant ist, dass Nikomedes (er starb 74 vor Christus) in seinem Testament sein Land den Römern als Provinz vermachte - ein in der Geschichte einzigartiger Vorgang. Rom und Cäsar müssen also zumindest einen guten Eindruck hinterlassen haben . Inhalt: Sulla befiehlt Cäsar aus politischen Gründen die Scheidung von seiner Frau. Doch Cäsar weigert sich. Nun mit dem Tode bedroht, flieht Caesar nach Bithynien, um sich dort unter den Schutz von König Nikomedes IV zu stellen. Als Gegenleistung nimmt er die Frau des Piraten Hamar als Geisel und entführt sie nach Rhodos, damit Nikomedes keine Repressalien befürchten muss. Um Hamar in eine Falle zu locken, fordert er zum Schein ein Lösegeld. Zusammen mit Publius Servilius Vatia, Prokonsul von Sizilien, schlägt er daraufhin die Piraten vernichtend. Kurz darauf stirbt Sulla, und Cäsar kehrt nach Rom zurück. Nun, mit 22 Jahren, beginnt sein sensationeller Aufstieg. | ||
| Caesar und Cleopatra | Caesar and Cleopatra | Gabriel Pascal | 135 Minuten, Farbe Kurzinhalt: Caesar landet in Ägypten, trifft auf Cleopatra - und trimmt diese auf Königin. Der Film endet mit seiner Abreise. Kritik: Der Film gilt heute als Klassiker des Monumentalfilms, da er bereits alle Zutaten enthält, aus denen später große Erfolge gestrickt wurden: Superstars, Riesen-Dekorationen, Massenszenen - und natürlich alles in Technicolor. Interessanterweise wurde der Film dennoch von Beginn an abgelehnt. Während des Drehs kritisierte man das hohe Produktionsbudget (1,25 Millionen Pfund - mehr als fünf Mal so teuer wie ursprünglich geplant), während überall im Land kriegsbedingte Engpässe hingenommen werden mussten. Als der Film endlich in die Kinos kam, reagierte Publikum und Kritk enttäuscht - und das nicht zu Unrecht: Herausgekommen ist nämlich ein dialoglastiges, handlungsarmes Kammerspiel, das mit pompösen Kulissen und zahlreichen Statisten künstlich zum Spektakel aufgemotzt wurde. Die Dialoge drehen sich endlos im Kreis. Meist geht es dabei um wenig aufregende Themen, die den ganzen Aufwand nicht im Mindesten rechtfertigen. Es gibt zwar ein paar Pointen, aber die werden konsequent zerredet. Wenn man lachen muss, dann höchstens über manche Kostüme, in denen die Schauspieler unglaublich albern aussehen. Das alles wirkt hoffnungslos antiquiert und unglaubwürdig - eine Auffassung von Geschichte (und Unterhaltung) aus dem 19. Jahrhundert. Fans von Shaw (1856 - 1950) werden allerdings auf ihre Kosten kommen - immerhin sein bekanntestes Stück und von ihm selbst für den Film adaptiert. Die Filmleute: * Gabriel Pascal produzierte noch ein weiteres Shaw-Stück: Androkles und der Löwe (1952) - dem auch kein kommerzieller Erfolg beschieden war. * Leo Genn spielte Petronius in Quo Vadis (1951). * Roger Moore wurde James Bond (und damit unsterblich). * Jean Simmons blieb dem Genre treu und spielte noch in vielen anderen Monumentalfilmen - u.a. auch in Androkles und der Löwe. | ||
| Caligula | Caligola | Tinto Brass + Bob Guccione | Vorsicht! Es exisitieren mehrere Schnittversionen des berüchtigten Films: * USA 1979 - 210 Minuten * Video-Fassung (Pentouse Video Club) 1981 - 137 Minuten * deutsche TV-Fassung 1999 - 123 Minuten * DVD-Version 2007 - 156 Minuten. Der Vorspann erzählt von dieser wechselvollen Produktionsgeschichte (Editing by the production, additional Scenes...). Der Film hat eine eigene Fanseite, sorgfältig alle im Umlauf befindlichen Schnittversionen auflistet: http://caligulaTheMovie.com/ Kurzinhalt: Rom, 37 bis 41 nach Christus: Nach dem Tod von Kaiser Tiberius kommt der junge Caligula an die Macht. Nach dem alten und menschenfeindlichen Tiberius finden die Römer den jungen und lebenslustigen Caligula zunächst nicht unsympathisch - das ändert sich, als er sich immer mehr sexuelle Eskapaden und brutale Grausamkeiten leistet. Kritik: Das Plakat- und Vorspann-Motiv zeigt eine Münze mit dem Gesicht des Caligula, das Tränen aus Blut vergießt. Dies wurde schnell zu einem der bekanntesten Kino-Bilder der 70er Jahre: Es versprach etwas Düsteres, Geheimnisvolles und den Reiz des Verbotenen. Zumindest die 137minütige Videofassung (auf die wir uns beziehen und die der Version im deutschen Fernsehen sehr ähnlich ist) hält dieses Versprechen weitgehend ein und ist bei weitem nicht so schlecht wie der Ruf, der dem Film vorauseilt. Was einen erwartet, ist ein durchaus sehenswerter, visuell eindrucksvoller Bilderbogen von faszinierender Opulenz und genüsslich zelebrierter Widerwärtigkeit, dessen gewaltiger düsteren Wucht man sich kaum entziehen kann. Die viel zitierten Pinkel-, Gruppensex- und Pädophilie-Szenen z.B., über die sich Filmkritik und Fachliteratur bis heute unisono empören, sind in dieser Version gar nicht enthalten. Daraus kann man schließen, dass viele, die über den Film schreiben, ihn möglicherweise gar nicht gesehen haben. Vielleicht rührt der Widerstand gegen diesen Film auch daher, dass man den Schmutz, den antike Autoren schon immer über die römischen Kaiser verbreitet haben, nicht auch noch in lebenden Bildern vor Augen geführt bekommen will. Das ist schade, denn Caligula ist ein geradezu hinreißend missglückter Film! Ist Satyricon (1969) ein dekadenter Totentanz, so ist Caligula ein dekadenter Karneval: Malcolm McDowell spielt den Kaiser sehr intensiv, genau auf der Grenze zwischen Wahnsinn und Kalkül - gut unterstützt von der symphonischen Musik. Die üppige Ausstattung ist phantasievoll und monumental - und gespickt mit vielen überraschenden (oft gruseligen) Details. So bestehen viele Szenen aus eindringlichen Bildern (bei denen nicht die nackte Haut, sondern eigentlich nur die Walla-Walla-Kostüme im Glossy-Glamour-Porno-Schick so richtig negativ auffallen (sie erinnern an die alte Ado-Werbung: Nur echt mit der Goldkante). Doch der ganze Aufwand fügt sich leider nicht so recht zu einem Ganzen zusammen. Caligulas Aufstieg und Untergang werden nicht ausreichend erklärt. Daher lassen seine grausamen und sexuellen Eskapaden auch keinen übergeordneten Sinn erkennen und bleiben letztlich nur annekdotenhaft und beliebig. Vor allem fehlt es an einer inneren Entwicklung der Personen, die ihre Handlungen glaubwürdig machen würden - und genau das hätte man von einem berühmten Drehbuchautor wie Gore Vidal (u.a. Ben Hur) eigentlich erwarten können. Als Zuschauer erlebt man einen Mischmasch von viel nackter Haut und grausamen Morden - und dazwischen wirklich gut durchdachten Szenen über das römische Kaiserhaus. Viele der gezeigten sexuellen und gewalttätigen Handlungen brechen wie aus dem Nichts über die im Film gezeigten Personen herein. Aber vielleicht war ja genau das die ursprünglich intendierte Aussage des Films: In einer Diktatur erlebt man unvorhersehbare Grausamkeit ohne Sinn und Verstand. Immerhin - dem Film ist gelungen, was nur wenigen Monumentalfilmen gelungen ist: Man beschäftigt sich auch nach über 30 Jahren noch mit ihm - eine beachtliche Leistung Fakten zum Film: * Die Bankett-Szene, in der Gemellus glaubt, Caligula wolle ihn vergiften, hat den ungewöhnlichsten Sound-Effekt, der je in einem Monumentalfilm zu hören war: Der große Speise-Saal ist nur erfüllt von dem schnarrenden Geräusch der velen Teller, die die Artisten auf Jonglierstäben drehen lassen. * Der Film lief außer Konkurrenz bei den Filmfestspielen in Cannes im Mai 1979. * Franco Rossellini war auch Produzent von Pasolinis Medea (1969) und Regieassistent bei Der Sohn des Spartakus (1962). Noch während Caligula in der Postproduktion war, ließ er in den Kulissen den Softporno Messalina, Messalina! drehen, in dem es um die Frau von Caligulas Nachfolger Claudius geht. * In der Dr House-Episode Grenzen verschwimmen (2009) vergleicht ein Arzt eine Junggesellen-Abschiedsparty mit dem Caligula-Film (um anzudeuten, dass das Fest ein wenig außer Kontrolle geraten war). historische Fakten zu Caligula: * "Caligula" kommt, wie im Film richtig gesagt, von "Caliga", der Bezeichnung für die Sandalen, die die römischen Soldaten trugen. * Caligula hatte (wie im Film) ein gutes Verhältnis zu seine Schwester Drusilla - dass das ein Inzest-Verhältnis war, ist wohl eine Erfindung der Propaganda seiner Gegner. Sie starb 38 nach Christus. * Anders als im Film war Caligula vier Mal verheiratet. Caesonia heiratete er erst NACH dem Tod von Drusilla. Livia war nicht nur ein kurzes Verhältnis - er hat sie geheiratet, und zwar am selben Tag, an dem sie schon einen anderen Mann geheiratet hatte (der sich sofort wieder von ihr scheiden lassen musste). * Macro war tatsächlich Prätorianer-Kommandant und Vertrauter des Caligula, bis dieser wegen Verschwörung 37 nach Christus hingerichtet wurde - wie auch Gemellus, der (wie im Film) auch ein Enkel und Erbe des Tiberius war. * Das Zitat hätte Rom doch auch nur einen einzigen Kopf... tauch auch bei antiken Historikern auf. Da soll es ausdrücken, dass Caligula jeden Widerstand mit Gewalt und nicht durch Verhandlungen zu überwinden versuchte. * Das Zitat, dass die Römer ihren Kaiser nicht lieben, sondern nur fürchten müssen, wird dagegen Nero zugeschrieben. * Wie im Film war auch der historische Caligula bemüht, durch Gladiatoren-Spiele, Geldgeschenke, Steuersenkungen und Amnestien das Volk und die Senatoren für sich zu gewinnen. In Wirklichkeit kamen sogar noch zahlreiche öffentliche und private Bauvorhaben dazu. Dies alles brachte ihn an den Rand der Pleite, denn (anders als im Film) diese Dinge musste der Kaiser aus seinem Privatvermögen zahlen. * Über Caligulas militärische Erfolge herrscht Unklarheit. Der Kaiser war wohl tatsächlich mit seinem Heer in Germanien und Britannien. Es gibt zwar antike Münzen, die seine Siege feiern - bei antiken Historikern kam aber schon früh der Verdacht auf, der Feldzug nach Britanniern sei eine reine Erfindung (wie im Film). * Ähnlich wie im Film führte Caligula als erster Kaiser so etwas wie ein Hofzeremoniell ein, das an die verhassten Könige des Orients erinnerte - seine Vorgänger betonten eher die Gemeinsamkeiten mit den Senatoren, er die Unterschiede. * Die Ernennung seines Lieblingspferdes zum Senator wird von antiken Historikern nur als Drohung (nicht als Tat) überliefert. Damit wollte Caligula den Senat wohl daran erinnern, dass er inzwischen unumschränkte Macht über sie hatte. * Wie im Film hieß auch der historische Attentäter, der Caligulas ermordete, Cassius Chaerea und war Offizier der Prätorianer. Caligula starb (angeblich) in den unterirdischen Gängen zwischen seinem Palast und einem Theater. Hauptgrund für seine Ermordung war, dass er immer mehr Senatoren wegen Hochverrat anklagen (und hinrichten) ließ. ausführliche Inhaltsangabe: Der Film beginnt mit einem Bibel-Zitat: "Was kann es einem Mensch nutzen, wenn er die ganze Welt gewinnt und seine Seele verliert?" (Markus 8:36) Rom im Jahre 37. Wir sehen den jungen Caligula und seine Schwester Drusilla, beide in Weiß gekleidet, durch den Wald toben - und miteinander schmusen. Nebel und mildes Morgenlicht u | ||
| Caligula - die wahre Geschichte / Caligula II | Caligola - La storia mai raccontata | Joe D'Amato | 125 Minuten (deutsche Fassung: 86 Minuten) Kurzinhalt: Wahllose Aneinanderreihung von Sex- und Gewaltszenen - offenbar in der Hoffnung gedreht, dass potentielle Zuschauer diesen Film mit Caligula (1979) verwechseln. Eine kleine Auswahl, was einen erwartet: * Einem Verschwörer wird die Zunge herausgerissen, * Jungfrauen werden mit einem Dildo entjungfert, * bei einer Orgie hat eine dicke Frau Sex mit einem Pferd, * ein Baby wird getötet, indem man es gegen eine Wand schleudert, * Männer werden gepfählt, indem man sie mit dem Po voran auf Speere rammt. Sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt! Kritik: Krank - aber man schaut fasziniert bis zum Ende zu (weil man sich immer fragt, was für Sauereien wohl noch kommen). So kommt es wohl auch, dass D'Amatos extreme Filme mit ihrer kruden Mischung aus Horror- und Sex-Elementen bei Trash-Fans inzwischen Kult-Status genießen. Immerhin ist dieser Caligula absolut glaubwürdig: Ein kleiner Irrer, der sich für einen Gott hält. Fakten: * David Brandon war in A.D. - Anno Domini (1985) als Petronius zu sehen. | ||
| Centurians of Rome | John Christopher | Gay-Porno, 84 Minuten Kurzinhalt: Schwuler Monumental-Sexfilm, der keine Stellung auslässt. Fakten * Interessanter als der Film ist seine Produktionsgeschichte: Nach einem Überfall auf einen Geldtransporter der Firma Brinks musste das viele Bargeld irgendwie "gewaschen" werden. Der Dieb, ein Angestellter von Brinks, steckte 100.000 Dollar aus der Beute in diesen Film - so dass die Produzenten auf einmal richtig Geld für soetwas wie ein Drehbuch, Austattung und Außenaufnahmen (sowie 30 knackige Kerle) hatten. * CenturiAn ist übrigens ein Schreibfehler. Richtig wäre CenturiOn (Centurian ist eine Rotweinsorte). Inhalt: Demetrius und Octavius, zwei schwule Römer vom Lande, können ihre Steuern nicht bezahlen und werden als Sklaven verkauft. Caligula kauft Demetrius und lässt ihn zunächst durch seinen Leibsklaven Argus "einreiten", bevor er selbst "Hand anlegt". Derweil muss sich Octavius mit einem sadistischen Zenturio und zwei Soldaten herumschlagen. Als die drei endlich eingeschlafen sind, schleicht er zu Demetrius und befreit ihn. Auf ihrer Flucht aus dem Palast müssen sie sich noch quer durch eine Orgie vögeln - dann aber haben sie es geschafft: Wieder in Freiheit können sie ungestört miteinander rummachen (zumindest so lange, bis wieder Steuern fällig sind...) | |||
| Christus | Cristo | Giulio de Antamore | Stummfilm, 60 Minuten, schwarzweiß Fakten: * mit damals sehr bekannten Schauspielern besetzt | ||
| Christus auf den Wellen schreitend | Le Christ marchant sur les flots / Le Christ marchant sur les Eaux | Georges Méliès | Stummfilm, 1 Minute, schwarzweiß Kurz aber eindrucksvoll - ein weiterer Meilenstein: Der erste Spezialeffekt zur Darstellung eines Wunders Jesu. Méliès drehte erst nur die Wasseroberfläche, spulte den Film zurück und drehte dann den Schauspieler, der nun scheinbar über das Wasser geht. | ||
| Cleopatra | Franc Roddam | Fernsehfilm in zwei Teilen à 70 Minuten deutsche Erstsendung: am 9. und 10.1.2000 (RTL) Kurzinhalt: Die Lebensgeschichte der berühmten Königin vom Nil, von ihrer Begegnung mit Cäsar bis zu ihrem Tod. Kritik: An dieser Stelle wäre es vielleicht eine gute Idee einmal grundsätzlich zu erörtern, wann es sich lohnt, einen bekannten Stoff neu zu verfilmen und wann nicht. Eine Neuverfilmung lohnt sich unserer Ansicht nach immer dann, wenn sie 1, eine neue oder andere Sicht der Dinge ermöglicht - oder wenn sie 2, wenigstens sorgfältiger und aufwändiger gemacht ist als ihre Vorgänger. Sowohl nach dem ersten als auch nach dem zweiten Kriterium darf man diese Cleopatra-Version getrost als komplett überflüssig bezeichnen. Denn erzählt wird exakt dieselbe Geschichte wie in dem berühmten Liz-Taylor-Film von 1963 - aber nicht ansatzweise so aufwändig oder handwerklich so gut gemacht: Viele Ereignsse werden hier streckenweise historisch so falsch dargestellt, dass es direkt albern wirkt. Die Dialoge sind platt und werden von wenig überzeugenden Schauspielern grimassenhaft und theatralisch vorgetragen. Insbesondere Varela spielt wie eine ungezogene Göre, ihre (Synchron-) Stimme ist viel zu hell und kindlich, als dass sie eine Gott-Königin geben könnte. Noch dazu ist jede Szene viel zu lang ausgewalzt, so dass noch nicht einmal die guten Momente, die der Film hat, den Zuschauer fesseln können. Reizvoll sind einzig die schönen Kulissen und die am Computer rekonstruierten antiken Stätten. Leider sind diese prachtvollen Bauten durchweg zu Füllseln degradiert, die zwischen riesigen Großaufnahmen von Gesichtern und dem Bildrand der kleinen TV-Bildchen eingeklemmt werden - womit auch die Chance vertan wurde, wenigsten optisch einen Monumentalfilm zu machen. Fakten: * Einer der Gründe, weswegen der Stoff noch einmal Geldgeber fand, mag sein, dass man Ende der 90er Jahre den Palast der Cleopatra im Meer vor Alexandria wiedergefunden hat - und die Öffentlichkeit sich plötzlich wieder für die Königin vom Nil zu interessieren begann. * Die Produzenten Halmi bemühten sich eine Zeit lang, das Monumentalfilm- Genre wiederzubeleben, mit Filmen wie Die Abenteuer des Odysseus (1997), Arche Noah - Das größte Abenteuer der Menschheit (1999), Am Anfang und Jason und der Kampf um das goldene Vlies (beide 2000). Da der Erfolg ausblieb, sind sie nach Hercules (2005) inzwischen ganz davon abgekommen. * Der Film kostete etwa 30 Millionen $. | |||
| Cleopatra (?) | In Sekundärliteratur finden sich Hinweise auf einen Cleopatra-Film, der 1906 in Frankreich gedreht wurde und ziemlich blutrünstig gewesen sein soll. | ||||
| Cleopatra, die Herrin des Nils | |||||
| Cleopatra, die nackte Königin vom Nil | Una regina per Cesare | Piero Pierotti und Viktor Tourjansky | 100 Minuten Der Film erzählt die Geschichte des Streites zwischen Cleopatra und ihrem Bruder Ptolemaios um den Thron, der mit dem Bündnis zwischen Cleopatra und Cäsar dann endete. Auch diesen Film hatte die Fox eingekauft, damit er nicht in Konkurrenz zu ihrer Cleopatra lief (vielleicht war das ja sogar der einzige Grund, weswegen "...die nackte Königin..." überhaupt gedreht worden war?). Als er schließlich doch in den Verleih kam, endete er unvermittelt mit der berühmten Teppichszene, in der Cleopatra dem Cäsar vor die Füße gerollt wird (und zwar splitternackt, daher der deutsche Titel) - denn ab da beginnt ja die Geschichte, die in dem 20th Century-Fox-Film erzählt wird. | ||
| Colosseum - Arena des Todes / Beyond Imagination - Colosseum | Colosseum: Rome's Arena of Death | Dokumentation | 60 minütige Dokufiction mit aufwändigen Spielszenen und Computer-Rekonstruktionen. Inhalt: Der Zuschauer begleitet einen Gladiator, der in den Provinzen sein Handwerk lernt, in Rom arbeitet und nach ein paar Jahren dem Showgeschäft den Rücken kehrt und in seine Heimat zurückgeht. Dabei werden viele gängige Vorurteile über das Leben (und Sterben) in der Arena widerlegt. Kritik: Es einen Unterschied zu den beiden anderen Beiträgen aus der Beyond-Imagination-Reihe: Dieser Film ist bei weitem nicht so präzise ausgestattet und rekonstruiert. Requisiten und Kostüme stammen aus A.D. - Anno Domini (1984) und sind alles andere als archäologisch exakt. Das gilt leider auch für die Bilder vom alten Rom und dem Kolosseum selbst. Es ist Material, das auch schon für den Gladiator (1999) verwendet wurde - und nicht auf Richtigkeit sondern auf Schauwert hin gestaltet ist. Dem hohen wissenschaftlichen Anspruch also, den der Film inhaltlich erhebt, genügt er optisch nicht. Das macht ihn zwar nichtsdestoweniger sehenswert, der Zuschauer sollte aber wissen: So hat das antike Rom unter Vespasian nicht ausgesehen. ansehen: * Läuft regelmäßig in der RTL-Senderfamilie. * Als DVD bei www.polyband.de erschienen (mit sehr schönen Making-of-Extras) - einzeln (oder als Box zusammen mit Pompeji - Der letzte Tag und Die Pyramide). | ||
| Conan der Barbar | Conan the Barbarian | John Milius | Action- und Fantasy-Film, 130 Minuten Ein Klassiker des Genres! Fakten * 1982 waren sich die Kino-Verleiher noch unsicher, wie sie diesen Film bewerben sollten, der in keine der damals üblichen Schubladen so recht passen wollte. Die alten Plakate weckten mit "Thief, Warrior, Gladiator, King" (siehe unser Bild) Erinnerungen an alte Sandalen-Filme - was nicht ganz das war, was den Kinobesucher erwartete. * Der Film greift visuelle Ideen von Ursus der Unbesiegbare (1962) auf. | ||
| Corpus Dei - Der blutige Weg Gottes / Das Ende der Götter | L'inchiesta | Giulio Base | 105 Minuten (Italien: 190 Minuten) deutsche TV-Premiere: Tele 5, 15.4.2009 Kaiser Tiberius schickt Titus nach Jerusalem. Er soll herausfinden, ob Jesus wirklich auferstanden ist und ob das die Ursache für verschiedene Erdbeben und Naturkatastrophen war. Titus macht sich auf die Suche - und findet durch die schöne Christin Tabitha sein persönliches Glück und den Weg zum Glauben. Kommt Ihnen bekannt vor? In der Tat wurde der Film angeregt durch den Film "Die Untersuchung" von Damiano Damiani (1986). An und für sich eine reizvolle, ja brisante Grundidee: Jesus - Erlöser oder Scharlatan? Der Film versucht auch, daraus was zu machen. Er bietet Erklärungen an, durch welche Tricks die leichtgläubigen Massen möglicherweise getäuscht wurden und gestattet einen Einblick in das streng geregelte Leben der Juden der damaligen Zeit. Allerdings scheitert dieses Unterfangen an drei Faktoren: 1, Die Motivation der handelnden Personen kann man nur verstehen, wenn man die damalige politische Gesamtsituation einigermaßen kennt - genau das kommt im Film aber zu kurz. 2, Der Film übertreibt maßlos! Ein paar Kostproben: Am Ende ist Kaiser Tiberius so hingerissen von Titus' Bericht, dass er drauf und dran ist, das Christentum zur Staatsreligion zu erheben - und Titus, der sein ganzes Leben Rom gewidmet hat, macht eine völlige Kehrtwende und widmet nun sein ganzes Leben Gott. Unglaubwürdige Überzeichnungen wie diese hat der Film einige (das gilt auch für die Musik, die oft mehr stört als unterhält - der Name Morricone alleine reicht eben nicht). 3, Der Film hat Angst vor seiner eigenen Courage. Statt die Grundidee weiterzuverfolgen (was einen Film mit Sprengkraft ergeben hätte!), strickte man eine Liebesgeschichte, in deren Verlauf der gute Römer ein guter Christ wird. Schade - eine vertane Chance. Was bleibt, sind wirklich schöne Bilder, die nicht uninteressante Untersuchung des Titus - und natürlich Dolph Lundgren in einem Bibelfilm! Zusammen mit dem Wiedersehen mit vielen anderen Stars von einst (siehe Besetzungsliste) reicht das vollkommen für einen kurzweiligen Abend. Die Action-Szenen mit Lundgren erinnern übrigens an den bekannten Bier-Werbespot mit Boris Becker: "Ich nehme den Gegner ins Visier - und haue einfach drauf"... Giulio Base inszenierte auch die Dokufiction "Pompeji - der Untergang" (2007). ansehen Es gibt eine amerikanische DVD mit einer 112-minütigen Version (The Final Inquiry) und eine italienische mit der 190-minütigen Fassung. Deutsch ist der Film unter dem Titel Das Ende der Götter auf DVD erschienen (105 Minuten). | ||
| Cosmo und Wanda | Zeichentrickserie für Kinder. Eine Geschichte ist 15 Minuten lang. Läuft als Endlosserie auf Super-RTL und Nickelodeon. Kurzinhalt: Der Grundschüler Timmy hat zwei Elfen, die ihm mit ihrer Zauberkraft im anstrengenden Alltag hilfreich zur Seite stehen. An ihrer Seite erlebt er exotische und extravagante Abenteuer in fremden Ländern, im Weltall - und auch in der Antike. Kritik: Die Serie glänzt durch überbordenden Einfallsreichtum an visuellen Gags und stylishen Zeichnungen. 104, Feiern auf Griechisch Timmys Eltern gehen auf eine Toga-Party, wo sich alle Gäste antik kostümieren. Timmy langweilt sich derweil zu Hause. Um ihn zu trösten, nehmen ihn die beiden Elfen Cosmo und Wanda mit auf ein Fest auf dem Olymp. Hier trifft er alle antiken Götter und amüsiert sich prächtig. Leider ist Timmy etwas ungeschickt und zerstört den Tempel auf dem Olymp. Die obdachlosen Götter setzen daraufhin ihre Feier bei Timmy zu Hause fort. Natürlich richten sie dabei allerlei Unordnung an - vor allem die Glasfigurensammlung von Timmys Mutter ist ständig in Gefahr. Zum Glück gelingt es Wanda, mit ihrer Zauberkraft den Olymp wiederherzustellen. Die Götter gehen auf den Olymp zurück, und Cosmo hilft Timmy beim Aufräumen - gerade noch rechtzeitig, bevor die Eltern nach Hause kommen. | ||||
| Cäsar und Cleopatra | Caesar and Cleopatra | James Cellan Jones | 74 Minuten Kurzinhalt: Caesar landet in Ägypten, trifft auf Cleopatra - und trimmt diese auf Königin. Der Film endet mit seiner Abreise. Kritik: Das Stück selbst ist zwar handwerklich einwandfrei gespielt – aber rasend uninteressant. Einerseits weil die Handlung sich zu weit von den realen (und sattsam bekannten) historischen Ereignissen entfernt und andererseits weil die Figuren kaum glaubwürdig sind: Man merkt nicht, dass man es mit einer Gottkönigin und einem Diktator zu tun hat - denn Cäsar und Cleopatra treten auf und werden von ihren Leuten angeredet wie gute Kumpels. Besonders Cleopatra als unmündige Kindfrau ist völlig unglaubwürdig und trägt das Stück nicht. Die Handlung ist nicht mehr als Getändel am ägyptischen Hof, die Sprache ist gedrechselt, die Witzchen sind altbacken und die Problemchen sind melodramatisch – all das lässt den modernen Zuschauer kalt. Das war sogar schon 1945 bei der Verfilmung mit Vivien Leigh der Fall – der Stoff hat sich einfach überlebt. Noch dazu nimmt die ästhetisch, aber sehr sterile Studio-Ausstattung dem Stück viel von seinem Reiz. Man behielt die (kostendämpfenden) Ausdrucksformen des Theaters bei (besonders intensiv den Mauerschau – so sparte man sich Massenszenen, Außenaufnahmen und Schlachtenszenen), was den Zuschauer auch noch um optisch reizvolle Momente bringt. Wenn schon Shaw, dann muss man ihn so zu nehmen wissen wie in Androkles und der Löwe – mit einem Augenzwinkern inszeniert und gleichzeitig mit einem großen Etat, damit man alles im Bild zeigen kann, was Shaw nur in Worten beschreibt. Faktor: * Ian Cuthbertson spielte 1984 den Schmied in Die letzten tage von Pompeji. | ||
| Daniel | genaues Entstehungsjahr, Besetzung, Handlung und Länge unbekannt. vermutlich die Geschichte des Propheten, der am Hofe des babylonischen Königs Nebukadnezars II (640 - 562 v. Chr.) Minister war (bekannteste Geschichte: Das Menetekel beim Festmahl von Prinz Belsazar). | ||||
| Das alte Rom - zwischen Lust und Luxus | Doku. 90 Minuten, mit Spielszenen, läuft regelmäßig auf ntv Kurzinhalt: Der Film streift durch etwa 100 Jahre römische Sittengeschichte von Kaiser Augustus bis Kaiser Nero. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Sexualmoral der Römer: Was war gesellschaftlich akzeptabel und was ging zu weit. Nebenbei klärt der Film das Missverständnis um das berühmte Handzeichen "Daumen hoch" und "Daumen runter" aus zahllosen Gladiator-Filmen auf (siehe ausführliche Inhaltsangabe). Kritik: Wirkt auf den ersten Blick etwas reißerisch (nach dem Motto "Sex sells") - doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Der Film gibt überraschend interessante Einblicke in das öffentliche und private Leben der Römer und ihrer ersten Kaiser. Die Fachleute vor der Kamera sprechen ganz unbefangen und sehr kenntnisreich über sexuell freizügige Wandmalereien und erotische Annekdoten - ein Thema, an das sich die meisten Dokumentationen schlichtweg nicht herantrauen. Eine Schwäche des Filmes ist allerdings, dass er zahlreiche Geschichten von antiken Autoren unkritisch als wahr darstellt - obwohl wir heute längst wissen, dass vieles reine Propaganda war, um das Ansehen von unbeliebten Kaisern nachträglich zu beschädigen. Fakten: * An den Tag der deutschen Erstsendung (29.5.2010) werden sich viele ganz sicher noch erinnern: Während sich ntv history in antiker Hochkultur versuchte, holte zeitgleich in der ARD Lena den Sieg beim Euovision Song Contest für Deutschland. * Im Film wird behauptet, die Römer würden keinen Unterschied zwischen Homo- und Heterosexuellen machen, sondern nur zwischen aktiven und passiven Sexualpraktiken. Das ist so natürlich nicht richtig. Auch im alten Rom wurde unterschieden, ob jemand lieber mit Männern oder Frauen ins Bett stieg - man nahm aber offenbar nicht so großen Anstoß an gleichgeschlechtlicher Liebe. * Der im Film dargestellte Kybele-Kult ist so ähnlich auch in der Serie Rom zu sehen (wenn Atia ein Orakel befragt und dazu in Blut badet) ausführliche Inhaltsangabe: Der Film beginnt mit der Schilderung eines Gastmahles im Jahre 18 vor Christus, zu dem Kaiser Augustus eingeladen wurde. Augustus bemühte sich, durch strenge Gesetze Ausschweifungen und übertriebenen Luxus in den Griff zu bekommen. So ließ er z.B. den Schriftsteller Ovid verbannen, der mit seiner "Ars amatoria" ("Liebeskunst") einen vielbeachteten Verführungs- und Sex-Ratgeber geschrieben hatte. Die nächste Station des Filmes sind die Villen in Pompeji und ihre berühmten erotischen Wandmalereien. Was in anderen Dokumentationen gerne verschwiegen wird, wird hier deutlich gesagt: Die pornografischen Bilder hingen (fast alle) an öffentlichen Orten und waren antiken Besuchern frei zugänglich (übrigens im Gegensatz zu heute). Besondere Aufmerksamkeit wird in diesem Zusammenhang dem Gott Priapos gewidmet (der mit einem riesigen Penis dargestellt wurde). Von Pompeji geht es nach Capri zur Villa Jovis und Kaiser Tiberius. Der Film behauptet, Tiberius habe Sex mit kleinen Kindern gehabt - und dies sei im alten Rom nicht ungewöhnlich gewesen. Einer dieser Lustknaben ist der spätere Kaiser Caligula, der von diesen Sexspielen möglicherweise ein schweres Trauma davontrug (was seine spätere Grausamkeit erklären würde). Inzwischen sind wir bei Kaiser Claudius angelangt. Da dieser als sexuell unauffällig und streng heterosexuell beschrieben wird, stellt der Film stattdessen den Kybele-Kult vor. Bei diesem wird ein Stier geschlachtet und der gläubige Anhänger mit dem Blut des Tieres übergossen. Der Film endet mit Nero, dem letzten Kaiser der julisch-claudischen Dynastie. In einer kurzen Arena-Szene wird dargestellt, dass in den Monumentalfilmen die Handzeichen "Daumen hoch" (für "am Leben lassen") und "Daumen runter" (für "Töten") vermutlich falsch verwendet werden. In Wirklichkeit steht Daumen runter für "Leben lassen" und für "Töten" setzte man den Daumen wie eine Klinge an den Hals. | ||||
| David and Saul | David et Saül | Henri Andréani | Enthält vermutlich auch die Geschichte von David und Goliath. Der Film muss sehr erfolgreich gewesen sein, denn Pathé und Andréani setzten ihn im nächsten Jahr mit "La Mort de Saül" fort. | ||
| David the Outlaw | Bob McNaught | 104 Minuten | |||
| David und Bathseba | David and Bathsheba | Henry King | 113 Minuten Kurzinhalt Während seine Truppen gegen die Ammoniter kämpfen, beginnt König David ein Verhältnis mit der schönen Bathseba, die in Sichtweite seines Palastes zu baden pflegt. Da man für Fremdgehen damals noch gesteinigt wurde, gehen beide ein hohes Risiko ein. Um sie für sich alleine zu haben, schickt David ihren Ehemann Uriah an die Front. Erwartungsgemäß fällt dieser. David heiratet die Witwe. Genau wie in der Bibel ist sie nach König Sauls Tochter Michal, Abigail und Ahinoam Davids vierte Frau - sie alle leben nun unter einem Dach zusammen. Doch nun offenbart der Prophet Nathan König David, dass Gott ihn und sein Volk für den Ehebruch und Mord strafen wird - prompt erleidet Israel eine Hungersnot, und das Kind Bathsebas stirbt... Kritik: Schaut alle her, ihr Bibelfilm-Produzenten, hier könnt ihr sehen, wie man's richtig macht! Dieser sympathische Film ist weitgehend frei von Kitsch in Technicolor und schwülstigem Geigendedudel. Keine Massenszenen und Monumental-Kulissen, dafür Bauten und Kostüme, die schauprächtig sind, aber gleichzeitig richtig echt aussehen. Schöne Naturaufnahmen und Außendekorationen, die so geschickt in die Landschaft eingebettet sind, dass man meint, es sei eine echte Stadt. Die Innendekorationen haben Schränke, Stühle, Betten und Gardinen, als würde wirklich jemand in diesen Räumen leben. Die Dialoge sind bisweilen etwas lang, man ist heutzutage ein höheres Tempo gewohnt, aber sie sind niveau- und sogar humorvoll formuliert, und bleiben stets erstaunlich lebensnah: Die Kinder zanken sich, die Ehefrau sehnt sich nach mehr Aufmerksamkeit - und der König geht fremd. Ausgerechnet das ist übrigens ziemlich unglaubwürdig: Im Film bemerkt zunächst niemand, dass der König eine Geliebte hat - obwohl er sie ganz offen in seinem Wagen oder auf lange Spaziergänge (ins Heu) mitnimmt. Entweder nahm Drehbuchautor Dunne an, die Leute waren damals alle maßlos naiv. Oder sie dachten sich harmlose Erklärungen aus (für etwas, was eigentlich ganz offensichtlich ist. Kennen Sie diesen Otto-Witz von den beiden Hunden? "Ach, weißt du, der eine ist blind und der andere schiebt ihn über die Straße"). Davon mal abgesehen, nähert sich der Film dem biblischen Thema einfühlsam und respektvoll - und gewinnt dadurch viel Glaubwürdigkeit. Dies ist nicht zuletzt auch Gregory Pecks Verdienst, der jeder Zoll ein König ist - zwar noch jung, aber schon desillusioniert über das Königtum und das Leben, zwar stets in Gesellschaft, aber zu Hause einsam. Er ist im Thronsaal so überzeugend - wie bei der Knutscherei im Heu. Ganz selbstverständlich und unprätentiös läßt der Film auch die Geschichten von Davids Auserwählung zum König und seinem Kampf mit dem Riesen Goliath einfließen. So bleibt die an sich ja bekannte Geschichte stets interessant und ist bisweilen sogar recht spannend - Ein zu Unrecht vergessenes Meisterwerk. Fakten: * Wie es nach diesem Film mit David und Bathseba weitergeht, erzählt übrigens der Film Die Bibel - David (1997). * Nach der Bibel bleibt es König David übrigens dann zur Strafe verwehrt, Gott einen Tempel in Jerusalem zu bauen. Dies holt das zweite Kind nach, das er mit Bathseba hat: König Salomon (der dann mit der Königin von Saba auch eine ziemlich komplizierte Liebesgeschichte hat - aber das ist ein anderer Film). * Ob es je einen König David gegeben hat, ist umstritten. Archäologische Beweise fehlen. In seiner ursprünglichen Bedeutung heißt "David" einfach nur "Heerführer". Die bekannten Überlieferungen könnten also die von einem (oder mehreren) berühmten Kommandanten gewesen sein, die Jahrhunderte später unter dem Oberbegriff "König David" zusammengefasst wurden. * Warum drehte man solche Filme gerade zu diesem Zeitpunkt? Nun, 1947 (bis 1956) wurden in Höhlen am Toten Meer die berühmten Schriftrollen von Qumran freigelegt, 1948 wurde der Staat Israel gegründet. Beide Ereignisse weckten das Interesse der breiten Öffentlichkeit an biblischen Themen. Viele der berühmen Filmproduzenten in Hollywood waren Juden und hatten wohl auch selbst ein Interesse an der Frühgeschichte Israels. * Es gibt eine lange kunstgeschichtliche Tradition, Bathseba im Bade nackt zu zeigen. Doch in diesem Film fällt der geneigte Blick des Zuschauers zunächst auf - einen Paravent aus Holz. Als die nackte Bathseba hinter dem Paravent hervorkommt - schneidet man schnell auf König Davids Gesicht, dem man dann zusieht - wie er Bathseba zusieht. Das ist nun wirklich erstaunlich prüde für einen Film, der (für damals ziemlich gewagt) einen Giganten des Alten Testamentes wie König David beim Fremdgehen und Rumknutschen zeigt. * Tänzerin Gwen Verdon war damals ein Star am Broadway - vermutlich bekam sie deswegen so viele Filmminuten für ihren exotischen Tanz. * Francis X. Bushman war der beeindruckende Messala in Ben Hur (1925). * James Robertson Justice gab in Land der Pharaonen (1955) den Architekten der Großen Pyramide. * Phil Dunne hat für die 20th Century Fox noch viele andere Filme geschrieben, u.a. auch Das Gewand und Sinuhe, der Ägypter. David und Bathseba ist sein gelungenster Monumentalfilm. | ||
| David und Goliath | David e Golia | Richard Pottier und Ferdinando Baldi | actionreiche Interpretation der bekannten Geschichte, in der David den Golitath mit einer Steinschleuder besiegt. | ||
| Death of Saul | La mort de Saül | Henri Andréani | 12 Minuten, schwarzweiß mit Handcolorierung David (der spätere König) hat die Philister besiegt (sie wissen schon: Goliath) und will nun König Sauls Tochter zur Frau. Davids Popularität jedoch verärgert König Saul - und verleitet ihn dazu, einen Speer nach ihm zu werfen... | ||
| Degenerierten, Die | Satyricon | 122 Minuten | |||
| Desert Desperados | La Peccatrice del deserto | Steve Sekely und Gianni Vernuccio | 81 Minuten Inhalt: Eine interessante, geradezu nihilistische Geschichte, die sich von den standardisierten Palast-Intrigen anderer Epics unterscheidet - gefilmt on location: Die Wüste von Ägypten. Eine namenlose Frau wird im Sand zurückgelassen, damit sie da sterbe. Eine Karawane von Händlern und Römern findet sie und nimmt sie mit. Die Karawane trifft unterwegs Judäer, die vor der Hungersnot und König Herodes (beide historisch belegt) geflohen sind. Sie schließen sich der Karawane an. Bei einer Rast schließt die Frau mit dem Karawanenführer einen Handel: Sie lenkt die römischen Soldaten ab, und er sendet derweil heimlich einen Boten zu Herodes, um das Kopfgeld für die Flüchtlinge zu kassieren. Während nun Soldaten aus Judäa zum Lager reiten, verliebt sich die Frau in einen der flüchtigen Männer. Sie will ihnen helfen, den Häschern zu entkommen - doch vergebens: Herodes' Leute sind schneller. Sie erreichen die Karawane und metzeln alle nieder. Langsam bedeckt der Wüstensand ihre leblosen Körper. | ||
| Dionysos und die Bacchantinnen | Le Baccanti | Giorgio Ferroni | Kurzinhalt Sehr frei nach dem Stück Die Bakchen von Euripides: Theben leidet unter einer starken Dürre. Dionysos könnte helfen, aber Theben verehrt Demeter als Schutzpatronin. Das ändert sich erst, als Dionysos persönlich in der Stadt erscheint. Kritik Die Idee, einen Film über einen antiken Gott zu machen oder ein antikes Theaterstück zu verfilmen, ist so naheliegend, dass man sich wundert, wieso Monumentalfilm-Produzenten das nur so selten gemacht haben. Schon alleine deswegen ist dieser Film von Interesse. Der zweite Grund ist natürlich Pierre Brice, den man hier erleben kann, kurz bevor seine Karriere in einer Kette von zehn Karl May-Filmen (fast) verheizt wurde. Aber auch davon abgesehen ist das ein sympathisches kleines Euro-Epic, mit guter Ausstattung, ordentlicher Musik und recht kurzweiliger Geschichte. Fakten: Obwohl Pierre Brice in über 60 Filmen mitspielte, ist er den deutschen Zuschauern fast ausschließlich als Winnetou bekannt. | ||
| Disney's Hercules (Episode 1 bis 19) | Hercules: The Animated Series | Phil Weinstein | Zeichentrickserie mit 65 Folgen à 20 Minuten US-Erstsendung: 1998/99 Serien-Kurzinhalt: Prequel zu dem Hercules-Kinofilm von Disney (1997). Gezeigt wird der junge Herkules an der Highschool. Er muss mit der ungewohnten Situation (Sohn eines Prominenten, muss beweisen, dass er auch selbst etwas kann u.ä.) erst einmal umzugehen lernen - und dann auch noch Leistung in der Schule bringen und das aufwändige Training als Held durchlaufen. Da geht so manches schief, weswegen sein treffender Spitzname an der Schule "Nerd-ules" (in der deutschen Fassung "Blödules") ist. Serien-Kritik: Die Hercules-Serie ist erfreulicherweise nicht (nur) ein kommerzieller Abklatsch, sondern setzt starke eigene Akzente: Hintergrundbilder und Figuren sind aufwändig und mit viel Liebe zum Detail gezeichnet, und die Geschichten halten durchweg ein überdurchschnittliches Niveau (und Tempo). Sie enthalten viele sorgfältig ausgearbeitete Anspielungen auf Themen von heute und auf die griechische Mythologie. Dabei variieren und parodieren sie sehr geschickt bekannte antike Versatzstücke, sodass das Ergebnis frisch und ungemein kurzweilig ist. ansehen; * läuft in Endlosschleife Sonntag vormittag auf Kabel 1 (d.h.: wenn die letzte Episode gesendet wurde, fängt man mit der ersten wieder an). * Die Serie ist NICHT auf DVD erschienen. EPISODENLISTE 1 mit Kritik, Inhalt und Fakten zu den einzelnen Folgen: Die Nummerierung entspricht der Reihenfolge auf Kabel 1 (und dem US-Original). Jeder Titel wird eigentlich durch das Präfix Hercules und... eingeleitet (also z.B. Hercules und die Apollo-Mission). Das haben wir weggelassen, um es einfacher und übersichtlicher zu machen. (0,) Zero to Hero Nach gängigem Disney-Merchandising-Konzept produzierter Videofilm (70 Minuten), der später in die ersten drei Folgen der Zeichentrickserie aufgeteilt wurde. Mit solchen Filmen testet Disney den Markt, bevor man eine teure Serie in Auftrag gibt. Das Konzept, aus erfolgreichen Kinofilmen immer auch Trickserien fürs Fernsehen zu machen, ist oft kritisiert worden. Man muss allerdings auch verstehen, dass sich die sehr hohen Kosten für die Entwicklung der Figuren und Konzepte nur dann für Disney lohnen, wenn dann auch möglichst viele Filmminuten damit produziert werden. Inhalt: Siehe Episode 1 bis 3: Wir lernen Hercules, seine Mitschüler, seinen Trainer Phil und seine Schule kennen: eine Highschool namens Prometheus-Akademie. Fakten: * Eine Highschool entspricht unseren Klassenstufen 9 bis 12. Der Besuch ist Pflicht, das Niveau der Kurse ist unterschiedlich hoch und thematisch breit gestreut. * Hercs Schule ist benannt nach Prometheus, der den Menschen die Kultur brachte. Dazu stahl er im Olmyp den Göttern das Feuer und brachte es den Menschen. Anderen Sagen zufolge hat er die Menschen sogar erschaffen. Erst in Episode 57 wird er ausführlich vorgestellt. * Philoktetes war in der griechischen Sagenwelt übrigens kein Satyr, sondern ein thessalischer Königssohn, der aber tatsächlich ein Freund des Herkules war. Die beiden suchten zusammen mit Jason und den Argonauten nach dem Goldenen Vlies (was in Episode 21 parodiert wird). Später kämpfte Philoktetes im Trojanischen Krieg, und am Ende wird er sogar den Scheiterhaufen entzünden, auf dem Herakles/Hercules verbrannt wird (und als Gott zum Olymp aufsteigt). * Ein Satyr gehört eigentlich zum Gefolge des Wein-Gottes Dionysos (und wäre damit als Trainer, der Abstinenz und Disziplin predigt, wohl denkbar ungeeignet). * Pegasus (siehe Episode 37) * Ikarus ist der berühmte Icarus, der mit seinen Flügeln aus Wachs zu nah an die Sonne flog. Das Wachs schmolz, die Flügel waren kaputt - und Icarus fiel ins Wasser. Soweit so gut - bis auf den Punkt, dass Icarus der Sage nach bei dem Sturz eigentlich ums Leben kam (und deswegen nicht in der Schule davon erzählen kann, siehe auch Episode 6). * Adonis wird hier nur als Eigenname gebraucht, die Figur hat keine Anleihen bei der antiken Sagengestalt - im Gegensatz zu Kassandra, mit der offenbar die hellsichtige Tochter des Königs von Troja gemeint ist, die dereinst im Trojanischen Krieg einmal den Untergang der Stadt richtig vorhersehen wird. Aber das liegt zum Zeitpunkt der Serie noch in weiter Ferne... * Ganz wie in einem griechischen Theaterstück werden viele Folgen von einem allwissenden Chor kommentiert, hier verkörpert von dunkelhäutigen Sängerinnen (die entfernt an eine Mischung aus den Supremes und den Shirelles erinnern). 1, Die Apollo-Mission *** (ok) Inhalt: Hercules freut sich: Er glaubt, er hat einen tollen Ferienjob bei Heros World ergattert - der Firma für Helden und Spezialeinsätze. Doch in Wirklichkeit ist es nur Gyros World - ein Schnellimbiss. Er klagt seinem Vater, Götterboss Zeus sein Leid, der ihm daraufhin einen Superjob besorgt: Er darf den Sonnenwagen des Sonnengottes Apollo über den Himmel fahren. Natürlich macht der ungeschickte Hercules alles falsch - und zu allem Überfluss klauen ihm Pech und Schwefel, Hades kleine Helfer, dann auch noch die Sonne. Kein Wunder also, dass Zeus, der ihm ja den Job verschafft hat und damit verantwortlich ist, von seinen Götter-Kollegen zur Verantwortung gezogen wird. Hades nutzt die Gunst der Stunde und plädiert dafür, Zeus abzusetzen. Zum Glück bekommen Herc und Zeus in letzter Minute doch noch alles in den Griff. Fakten: * Der Titel ist eine Anspielung auf die Mondlandung und den Spielfilm Apollo 13 (mit Tom Hanks), der ab 1995 die Kinokassen klingeln ließ. * Eigentlich war Helios der Sonnengott, der in seinem Wagen die Sonne über den Himmel zieht. * Apollon war der Gott der Dichtkunst und der Weissagung. Er unterhielt in Delphi ein eigenes Orakel (das Herc in Folge 10 besuchen wird). 2, Der König von Thessalien **** (gut) Witzig und mit leicht verdaulicher Demokratie-Botschaft. Die Actionszenen, in denen Pech und Schwefel es nicht schaffen, sich auf Anhieb in einen Löwen zu verwandeln, gehören zu den besten der Serie. Inhalt: König Salmanos hat einen Plan, wie er seine schwindende Popularität beim Volk wieder aufpolieren kann: Er gibt sich als Zeus aus und zwingt die Leute, ihn zu verehren. Natürlich beendet Zeus das Spektakel - da krönen die Einwohner seinen Sohn Hercules zum neuen König. Das wiederum lässt sich Ex-König Salmanos nicht gefallen: Er bittet Pech und Schwefel um Hilfe. Die verwandeln sich in einen gigantischen Löwen und kämpfen mit Hercules, wobei die Stadt schweren Schaden erleidet. Nun haben die Einwohner die Nase voll: sie werfen Salmanos, Hercules, Pech und Schwefel hinaus - und entscheiden, ihre Stadt aus eigener Kraft aufzubauen und zu verwalten: Künftig versuchen sie es mit Demokratie. Das ist Hercules nur recht, denn der Job als Staatsoberhaupt war doch sehr anstrengend. Zeus und Hera sind ein wenig enttäuscht, dass ihr Sohn so eine verantwortungsvolle Aufgabe verloren hat. Sie sehen aber ein, dass er seinen eigenen Weg gehen muss. Fakten: * In Thessalien liegt auch Theben, die Stadt, in der unser Held (der antiken Herakles-Sage nach) als Hirte arbeitete. 3, Die Geheimwaffe *** (ok) Neben dem unterhaltsamen Kleinkrieg der beiden Götter besticht diese Episode vor allem durch ihre aufwändige Optik: Highlights sind die bunten Musical-Szenen, bei denen der Chor mit zahlreichen originellen Requisiten herumtanzt. Inhalt: Kriegsgott Ares, Schutzpatron von Sparta, zankt sich wieder mit Schwester Athene, der Stadtgöttin von Athen. Diesmal lässt er sich von Hephaistos eine Superwaffe bauen, mit der er Athen erobern und zerstören will: Den Armageddon-Bogen, mit dem man tödliche Blitze schießen kann. Athene bittet Hercules, diese tödliche Waffe zu zerstören. Hercules und Phil suchen also in Sparta danach. Dabei kommt es zu einem Missverständnis zwischen Ares und Hercules, so dass der Kriegsgott glaubt, der Held stehe auf seiner Seite. Prompt beauftragt er ihn, Athen zu zerstören. Zwei mächtige Götter, die jeder einen Auftrag für ihn haben - wie soll sich Hercules da entscheiden? | ||
| Disney's Hercules (Episode 20 bis 42) | Hercules: The Animated Series | siehe Disney's Hercules (Episode 1 bis 19) und Disney's Hercules (Episode 43 bis Ende) EPISODENLISE 2 20, Die verschwundenen Helden *** (ok) Getreu dem Motto "Gemeinsam sind wir Quark" wird hier vergnüglicher Quatsch mit Soße produziert. Ein paar witzige Seitenhiebe halten das Interesse bis zum Ende wach. Z.B. versucht Charon (der Fährmann, der die Toten in die Unterwelt bringt), Herkules einen Fahrkartenblock zu verkaufen, da er ja für einen Lebenden recht oft vorbeikommt. Inhalt: Hexe Hekate versucht wieder, sich die Unterwelt anzueignen. Diesmal hat sie ein Monster erschaffen, das den Job für sie tun soll. Damit das Monster das auch schafft, klaut sie berühmten Helden ihre besten Fähigkeiten. So verlieren nacheinander Nestor seinen Adlerblick, Meneleakos sein Gehör und Hercules seine Kraft. Derart geschwächt, können die Ex-Helden jeder für sich nicht mehr viel ausrichten - wohl aber zusammen. Als Team stoppen sie Hekate und retten die Unterwelt. Fakten: * Nestor hat in der griechischen Sagenwelt noch eine große Karriere vor sich. Erst wird er Herrscher von Pylos und später der weise Ratgeber von Agamemnon, als dieser vor Troja kämpft. Meneleakos existiert nicht. 21, Die Argonauten *** (ok) Gelungene Parodie auf die Argonautensage - und ein interessanter Kommentar zum Thema Schein und Sein. Inhalt: Hercules müht sich beim Heldentraining ab. Da die Erfolge ausbleiben, schwindet seine Motivation. Sein Trainer stellt ihm daher den alternden Helden Jason vor, der mit seinem Schiff Argo seit 30 Jahren nach dem Goldenen Vlies sucht. Soviel Ausdauer beeindruckt Hercules. Überflüssig zu sagen, dass die beiden mit vereinten Kräften in Nullkommenix das Vlies finden, die Amazonen besiegen - und dabei eine herbe Überraschung erleben. Fakten: * Herkules und Philoctetes waren tatsächlich unter den 50 Helden, mit denen das Schiff Argo sich auf die Suche nach dem goldenen Fell machte - und dabei auch die Amazonen besuchte (wie im Film). 22, Das Theater-Festival ** (hat Schwächen) Viel zu einfach gestrickt, da haben wir in dieser Serie schon Besseres gesehen. Das liegt u.a. daran, dass diese Folge als eine der ersten produziert, aber erst später gesendet wurde. Vieles, was dem regelmäßigen Zuschauer längst bekannt ist, wird hier erst umständlich erklärt. Immerhin tritt der große Dichter Homer erstmals auf (er interviewt einen der Nachwuchs-Schauspieler). Er wird im Deutschen von Norbert Gastell gesprochen, der auch den Homer bei den Simpsons spricht. Inhalt: Hercules' Schule macht ein Theaterfestival, um die Götter zu ehren. Hercules schreibt ein Stück über Zeus. Hades wittert eine Chance, den Olymp zu übernehmen, und überredet Ikarus, ein Stück über die Unterwelt zu schreiben. Sein Plan: Die Zuschauer sollen alle in Tiefschlaf fallen (inklusive der zuschauenden Götter des Olymps), dann wäre der Weg zur Weltherrschaft frei. Natürlich kann Hercules das verhindern. 23, Der Phil-Faktor *** (ok) Die Geschichte beginnt vielversprechend mit einem amüsanten Blick auf Männer in der Midlife-Crises. Gelungen ist auch, dass man den Antike-Helden-Gedanken konsequent weitergedacht hat: Die Griechen sind es nämlich leid, dass jeder dahergelaufene Möchtegern-Held dilettantische Kämpfe liefert und in ihren Städten mehr Schaden als Nutzen anrichtet. Die Behörden haben daher strengere Regeln beschlossen (u.a. einen Test, den man vorher bestehen muss). Leider mündet der satirische Ansatz gegen Ende in zu vielen Prügelszenen mit wenig aufregenden Gegenspielern - schade. Inhalt: Trainer Philoktetes ist unglücklich - nachdem keiner seiner Schützlinge es zu Berühmtheit gebracht hat, halten ihn andere Helden inzwischen für einen Versager. Um das Gegenteil zu beweisen, versucht er sich selbst an ein paar Heldentaten. Das geht gleich doppelt schief: Hercules hat keinen Ausbilder mehr - und Phil blamiert sich beim Kampf gegen lästige Ungeheuer. Verzweifelt wendet er sich vom Heldentum ab und wird - Vertreter (für Waffen!). Inzwischen braucht Hercules seine Hilfe gegen ein übermächtiges Monster - und bekommt sie auch. Phil erkennt, dass der Trainerberuf als solches doch ganz nützlich ist, und Hercules wohl endlich mal ein Held in Ausbildung ist, der am Ende nicht versagt. Zufrieden kehrt er in seinen alten Beruf zurück. 24, Die ewige Nacht **** (gut) Witziges Spiel mit gleich mehreren kunstvoll ineinander verwobenen griechischen Sagen. Noch dazu wartet hier ein relativ anspruchsvolles Problem auf unseren Helden, das er nicht nur mit Muskelkraft lösen kann (wie leider allzuoft in den anderen Episoden). Inhalt: Der Titel ist irreführend, denn es geht nicht um eine ewige Nacht, sondern einen nicht enden wollenden Tag. Hercules hat nämlich vergessen, sich auf seine Prüfung vorzubereiten. Also kommt er auf eine "tolle" Idee: Er legt den Gott Morpheus schlafen. Denn ohne ihn kann kein Mensch einschlafen, und Herkules kann noch eine ganze Nacht wachbbleiben und lernen. Dumm nur, dass der Mensch Ruhepausen braucht, weil er sonst übermüdet und unkonzentriert ist. Auf Griechenlands Straßen tobt das Chaos, die Unfälle häufen sich. Hercules muss Morpheus also so schnell wie möglich wieder aufwecken, damit die Menschen wieder schlafen können. Hades will das natürlich verhindern, denn durch die Unfälle hat er mehr "Kundschaft". Fakten: * Morpheus war eigentlich nur Gott der Träume, nicht des Schlafes (siehe Anmerkung zu Episode 43). 25, Das Lied der Circe **** (gut) Wieder eine Episode, in der sich eine anspruchsvolle Aussage mit einer kurzweiligen Handlung verbinden. Inhalt: Ferien am Meer: Am Strand lernen die Schüler die schöne Circe kennen, die sich gerade von ihrem Freund getrennt hat - sagt sie zumindest. Natürlich sind (fast) alle Jungs sofort bereit, ihre Freundinnen zu verlassen, um Circes Neuer zu werden. Doch ihre Anforderungen sind streng: In einer mitreißenden Musical-Nummer (das besagte Lied aus dem Titel) besingt sie die umfangreichen Kriterien, denen der Mann an ihrer Seite genügen muss - und Überraschung: ausgerechnet Knallkopf Icarus wird von ihr erwählt und auf ihre Insel mitgenommen. Natürlich neiden die anderen Jungs ihm den Erfolg. Hercules und Adonis setzen zur Insel über, um Circe doch noch von ihrer Kraft und Schönheit zu überzeugen - aber das sagen sie natürlich nicht. Ihren Mitschülern erzählen sie, es sei die Sorge um ihren guten Freund Icarus, die sie auf die Insel treibe. Dort angekommen, werben sie nach Kräften um Circes Gunst - doch diese ist nicht interessiert und entpuppt sich nun als launische Zauberin: Wie sich herausstellt, lebt sie keineswegs getrennt von ihren Exfreunden, sondern hat diese vielmehr in Tiere verwandelt - ein Schicksal, dass die beiden jungen Helden nun auch ereilt. Zu ihren Glück beginnen die Mädchen am Strand die drei zu vermissen. So begibt sich die hellsichtige Cassandra mit einer Freundin auch auf Circes Insel. Sie finden den kleinen Privatzoo und bemühen sich, Circe das Geheimnis zu entreißen, wie man die Tiere wieder in Männer zurückverwandeln kann. Nach einem langen und erbitterten Kampf gibt Circe auf und flüstert es den Mädchen ins Ohr. Sie haben nun die Macht, die Jungs zurückzuverwandeln - oder eben nicht. Die Damen lassen sich Zeit, denn die Jungs müssen erst noch etwas lernen: Freundschaft stellt einen Wert an sich dar, auch wenn man keinen direkten Vorteil davon hat. Fakten: * Circe wird die Mannschaft des Odysseus später nur noch in Schweine verwandeln. 26, Der Trojanische Krieg **** (gut) Eine interessante Grundidee, die einfallsreich umgesetzt wurde. Die sonst eher stiefmütterlich behandelten Mitschüler und die Schule von Hercules werden hier (endlich!) ausführlich vorgestellt. Ihre unterschiedlichen Vorstellungen, wie ein Konflikt zu lösen sei - nämlich durch List, Heldenmut oder sogar Opfertod(!) - geben durchaus treffend auch die gedankliche Welt der alten Griechen wieder. Inhalt: Di | |||
| Disney's Hercules (Episode 43 bis Ende) | siehe Disney's Hercules (Episode 1 bis 19) und Disney's Hercules (Episode 20 bis 42) EPISODENLISE 3 43, Die Welt der Träume **** (gut) Nicht besonders witzig, aber lehrreich. Interessant ist die Folge auch deswegen, weil hier ausnahmsweise mal ein Gegner nicht besiegt wird, sondern sich durchsetzen kann. Am Ende wird er für seine Taten sogar belohnt: Inhalt: Nach der Erschaffung der Welt vergibt Zeus an seine Verwandten und Kollegen Götter-Jobs. Während Morpheus zum Gott des Schlafes ernannt wird, geht dessen Bruder Phantasos aber völlig leer aus. Seither sinnt er auf einen Weg, diese Entscheidung rückgängig zu machen. Viele Tausend Jahre später, zur Zeit von Jung-Hercules, hat er einen Weg gefunden: Bislang kennen die Menschen nur angenehme Träume - er aber schickt ihnen richtig fiese Albträume. Hercules träumt beispielsweise, er würde mit dem Monster Hydra kämpfen (der Leser ahnt es schon: Es hat drei Köpfe - wie originell!). Da die Menschen nun nicht mehr gut schlafen können, meint Zeus, Morpheus mache einen schlechten Job als Schlafgott - und setzt ihn ab. Sein Nachfolger wird, wir ahnen es, Phantasos. Das lässt Morpheus sich natürlich nicht gefallen - er schaltet Hercules ein. Doch statt den Kampf aufzunehmen stellt Hercules fest, dass diese Albträume durchaus auch ihre guten Seiten haben. Zum Beispiel kann man im Traum Probleme, die einen belasten, besser erkennen. Das überzeugt auch Zeus - und so wird für Phantasos eine neue Planstelle geschaffen: Der Gott der Träume. Fakten: * Der Film stellt die Katharsis-Theorie des Aristoteles (um 350 v. Chr.) richtig dar - allerdings mit dem Unterschied, dass Aristoteles damit die Wirkung von Theaterstücken und nicht die von Träumen beschreibt. Dass man im Traum Zugang zu tiefliegenden oder unbewussten Problemen findet, hat mit der Katharsis eigentlich nichts zu tun. Diese Art der Traumdeutung ist aber in der Tat bei vielen Psychiatern üblich. * Dass Zeus die Welt aus dem Chaos erschaffen hat, entspricht nicht der griechischen Mythologie. Im Chaos entstanden zunächst 5 Ur-Götter, u.a. Liebesgott Eros (siehe Episode 18) und Ur-Mutter Gaia. Zeus war einer ihrer Söhne. * Phantasos war hingegen tatsächlich der Bruder des Morpheus. Beide sind, anders als im Film, die Götter der Träume. Gott des Schlafes ist eigentlich Hypnos (ihr Vater). Nach dieser Götter-Familie sind bis heute Phantasie, Morphium und Hypnose benannt. * Das Ungeheuer Hydra hat bei den Griechen eigentlich 9 Köpfe und wird von Herakles/Hercules (wie im Film angedeutet) bei einer seiner 12 Aufgaben besiegt - aber das liegt hier noch in weiter Ferne. 44, Die arabische Nacht *** (ok) Unterhaltsames Merchandising-Crossover mit "Zusammen sind wir stark"-Botschaft. Inhalt: Die Unterwelt hat einen neuen Bewohner: Jafar, den bösen Zauberer aus dem Trickfilm "Aladdin" (Disney 1992), der beim Kampf mit Aladdin gestorben ist. Natürlich sinnt er nun auf Rache, daher heckt er mit Hades einen guten Plan aus: Sie lassen im persischen Agrabah Aladdins Freund, den Affen Abu entführen - und in Athen Icarus, den Freund des Hercules. Sodann streuen sie Gerüchte, sodass schon bald Aladdin und Hercules gegeneinander kämpfen (in der falschen Annahme, der jeweils andere hätte den besten Freund entführt). Als sie bemerken, dass sie Jafar und Hades auf den Leim gegangen sind, verbünden sie sich und besiegen Jafar (Hades kommt ungeschoren davon, weil er ja noch für andere Hercules-Episoden benötigt wird). Fakten: * Der Titel Die arabische Nacht spielt auf das Titellied Arabische Nächte des Aladdin-Filmes an, das sich wiederum auf den Film Arabische Nächte (Universal 1942) bezieht. Der Name Abu soll an den Schauspieler Sabu erinnern und an seine Rolle, die er 1940 in Der Dieb von Bagdad spielte. * Natürlich können sich die beiden Helden eigentlich gar nicht begegnen, da Aladdins Abenteuer frühestens im frühen Mittelalter spielen (also über 2000 Jahre nach Hercules). Möglicherweise wollte man mit Aladdins Gastauftritt die Zuschauer vor allem an die 1996 eingestellte TV-Serie Aladdin erinnern, die weit weniger erfolgreich als die Hercules-Serie war. * Interessant ist diese Episode vor allem, weil man sieht, wie ähnlich sich die Disney-Helden im Grunde sind (sogar Jafar verwechselt die beiden). Auch ihre Begleiter sind nach demselben Schema gestrickt: ein Helfer für den Transport (ein fliegendes Pferd/ein fliegender Teppich), einer zum Lachen (Icarus/Abu), einer, der mit Rat und Tat zur Seite steht (Trainer Phil/Flaschengeist) usw. 45, Die aetolianische Amphore ***** (unbedingt ansehen!) Temporeiche Film-Noir-Parodie à la Malteser Falke: Inhalt: An seinem Stamm-Gyros wird Hercules von einer unbekannten Schönen angesprochen - Megara. Richtig: DIE Megara, die Herc schon in dem Spielfilm von 1997 allerlei Ungelegenheiten bereitet hat. Zunächst überredet Megara den Hercules, sie in eine Kneipe zu begleiten, wo sie einen Zentauren treffen will. Dieser will ihr eine Amphore zum Kauf anbieten, die ihrer Familie angeblich einst gehört hat. Was Hercules nicht weiß: Diese Amphore wurde in Wirklichkeit bei Hades geklaut. Sie enthält Wasser vom Unterwelt-Fluss Lethe. Damit kann man Erinnerungen auslöschen. Verständlich, dass Hades das Wasser wiederhaben will und Pech und Schwefel danach suchen lässt. Wie der Zufall so will, treffen sich alle in der Kneipe wieder: Der Zentaur, Megara, Hercules, Pech und Schwefel. Nach einer kurzen Keilerei mit Hercules gesteht der Zentaur, dass er die Amphore verkauft hat - an die beiden Söhne von Kriegsgott Mars. Herrje, wozu brauchen die das Wasser? Ganz einfach: Mars hat ihnen Hausarrest gegeben. Da die beiden Karten für ein Konzert haben, wollen sie, dass ihr Vater den Arrest vergisst und sie hingehen lässt. Megara und Hercules suchen also im Tempel des Mars nach der Amphore - werden dabei aber von den beiden Söhnen überrascht. Herc hält sie in Schach - doch Megara flieht mit der Amphore und lässt ihn im Stich. Allerdings kommt sie nicht weit - denn vor dem Tempel lauern schon Pech und Schwefel, die in der Kneipe alles mitangehört haben. Sie entführen Megara und die Amphore in die Unterwelt. Hercules ist sauer und würde Megara am liebsten ihrem Schicksal überlassen - aber er fängt an, Gefühle für sie zu entwickeln (außerdem hat er als Held ja einen Ruf zu verlieren). So ist er also pünktlich zur Stelle, um sie aus Hades' Klauen zu retten. Bleibt nur eine Frage: Was wollte sie mit dem Wasser? Einen Mann vergessen! Sie hatte eine kurze, aber eindrucksvolle Affäre mit Adonis - dafür schämt sie sich so, dass sie jede Erinnerung daran auslöschen will. Sie hat die Rechnung jedoch ohne die beiden Söhne des Mars gemacht: Die haben eine Menge Geld für das Wasser bezahlt und finden sich nun auch in der Unterwelt ein, um es zu bekommen. Im Gerangel um die wertvolle Amphore passiert es schließlich: etwas Lethe-Wasser wird verschüttet und trifft Hercules und Megara. Schlagartig vergessen sie alles was war. Sie trennen sich als Fremde - um sich dann als Erwachsene im Spielfilm neu zu verlieben. Fakten: * Im Fluss Lethe badeten in der griechischen Mythologie die Verstorbenen, wenn sie die Unterwelt betreten hatten, um ihr Leben und ihren gesellschaftlichen Status zu vergessen. * Ätolien ist eine Landschaft im Südwesten des griechischen Festlandes. Der Titel der Episode bezieht sich also auf eine Amphore, die hier angefertigt wurde. Die im Film gezeigte ist eine Bauchamphore mit schwarzfiguriger Bemalung (um 500 vor Christus). 46, Die Römer **** (gut) Inhalt: Um sich für ein Schulprojekt zu informieren, fliegt Icarus zu der berühmten Bibliothek von Alexandria. Auf dem Rückweg kommt er mit den Wachsflügeln wieder der Sonne zu nahe, stürzt ab und landet in der frisch gegründeten Stadt Rom. Ebenda überlegen Romulus und Remus gerade, wo sie für die neue Stadt ein paar neue Götter hernehmen sollen - denn auf ihre Stellenanzeigen hin hat sich keiner geme | ||||
| Drama der Sintflut, Das | Noah's Ark | Michael Curtiz | 135 Minuten, Stumm- und Tonfilm, Schwarzweiß Der Film war bereits fertig für den Verleih, als er von der großen Popularität des Tonfilmes überrascht wurde. So wurde das erste Drittel des Filmes nachträglich mit Musik unterlegt, und zahlreiche Szenen als Tonfilm neu gedreht oder synchronisiert. Geholfen hat es nicht: Der Film ging an der Kinokasse unter. Das lag jedoch nicht nur an der neuen Technik. Der Film verbindet die Geschichte der Arche Noah mit einer modernen, in der Amerikaner gegen Deutsche kämpfen (nach dem Vorbild von Intoleranz (1916) und Die zehn Gebote (1923), in denen auch moderne Geschichten Parallelen aufzeigen und die Botschaft unterstreichen sollen). Neben Noah haben auch Moses und Samson ihren Auftritt, ohne dass so richtig klar wird, was sie in diesem Film verloren hätten - oder was dies alles mit der Geschichte aus dem Ersten Weltkrieg zu tun hätte, die immerhin die gesamte erste Hälfte des Filmes einnimmt. Auf besondere Ablehnung dürfte gestoßen sein, dass der beliebte Besuch moderner Jazz-Keller mit der Anbetung des Goldenen Kalbes verglichen wird. So funktioniert der Film nur als reines Spektakel, als Abfolge riesiger Sets und beeindruckender Massenszenen. Drei Statisten sind angeblich ertrunken, als die Dekoration eines Tempels unter den Wassermassen zusammenbrach. Immerhin, und das ist ja auch schon was: Der erste Monumentalfilm, in dem die Darsteller sprechen - wen kümmert es da, dass sie nichts zu sagen haben? | ||
| Ecce Homo | Behold the Man | Walter Rilla | 75 Minuten, schwarzweiß Kurzinhalt: Das jährliche Passionsspiel der Kathedrale von Westminster. | ||
| Echnaton - Rebell auf dem Pharaonenthron | Dokumentation | 45minütige Dokumentation Kurzinhalt: Pharao Echnaton entickelt die erste Religion mit nur einem Gott - das hat weitreichende Folgen für sein Land. Inhalt: ... und wieder machen wir einen Ausflug in das Reich der Toten: Diesmal ist es Grab 55 in Amarna, in dem im 20sten Jahrhundert eine Mumie gefunden wurde, die Ähnlichkeit mit Echnaton hatte. Um es gleich vorweg zu sagen: Er war es dann doch nicht - aber die Faszination altägyptischer Archäologen für antikes Bindegewebe bleibt ungebrochen und wird uns noch in vielen anderen Filmen begegnen. Apropos: Der Film vertritt die These, dass Echnaton an einer erblichen Störung des Bindegewebeaufbaus litt, die die ungewöhnliche Schädelform und den schlanken, feingliedrigen Körperbau verursachte. Das ist neu und interessant, denn bisher hielt man das für eine künstlerische Übertreibung der Amarna-Zeit. Echnatons andersartiges Aussehen führte dazu, dass er in seinem Umfeld ausgegrenzt wurde (sein Vater, Pharao Amenophis III, gab ihm keine seinem Rang entsprechenden Ämter - und sah ihn auch nicht als Thronfolger vor). Als Echnaton dann überraschend doch Pharao wurde, schuf er das alte System ab, das ihn so benachteiligt hatte, und zwang allen ein neues System auf - in dessen Mittelpunkt er alleine stand. Um diese These zu erhärten befragte man nicht nur Fachärzte - sondern auch Patienten. Dazu mag man stehen, wie man will - der Film arbeitet aber sehr gut den radikalen Bruch heraus, den Echnaton vollzog: Er änderte seinen Namen (vorher hieß er Amenophis IV), gründete eine neue Hauptstadt (Amarna) und schaffte alle alten Götter ab (!). Der einzige Hauptgott war nun Aton (ein vormals nahezu unbedeutender Nebengott) - und Echnaton war sein einziger (!) Hohepriester. Jegliche religiöse Verehrung konnte fortan nur über den Pharao erfolgen - in der Tat: Das riecht nach Überkompensation eines Minderwertigkeitskomplexes. Der Film endet mit Bildern aus einer Moschee - und dem Hinweis, dass in Ägypten inzwischen nur ein Gott verehrt wird, ganz wie Echnaton es einst wollte. | |||
| Eines Tages in Galiläa | The Nativity | Bernard L. Kowalski | 97 Minuten Kurzinhalt: Die Vorgeschichte zur Weihnachtsgeschichte: Maria und Josef lernen sich kennen und lieben. Kritik: Anspruchslos, aber immerhin in schöner Landschaft gedreht. | ||
| Einsteiger, Die | Sigi Rothemund | 100 Minuten Kurzinhalt: Tommy und Mike sind Video-Fans. Eines Tages finden sie sich in ihren Lieblingsfilmen wieder - auch in einem alten Monumentalfilm... Kritik: Eine ebenso originelle wie interessante Grundidee, bei der sogar medienkritische Ansätze vorhanden sind. Daraus hätte ein Film à la Mel Brooks verrückte Geschichte der Welt (1981) werden können - aber leider hat man die Steilvorlage nur für überwiegend platte Witzchen genutzt. Immerhin ist es amüsant, Tommy und Mike vor ihrer großen Fernsehkarriere zu sehen - danach mussten sie Klamotten wie diese nicht mehr drehen. Fakten: * Regisseur Rothemund ist besser bekannt als Siggi Götz und als Regisseur der erfolgreichen Donna Leon-Krimis (ARD, seit 2002). * Bob Lockwood war in den 70er und 80er Jahren der bekannteste Damen-Imitator der Welt. Er trat in zahlreichen Fernsehshows als Liza Minnelli, Judy Garland, Marilyn Monroe, Josephine Baker, Shirley Bassey oder Tina Turner auf. | |||
| Epic that never was, The | Dokumentation | Die Doku zeichnet die kurze Produktionsgeschichte von I, Claudius nach. | |||
| Ernie und Bert im Land der Träume | Bert and Ernie's Great Adventures | Puppentrick-Fernsehserie mit 52 Episoden à 15 Minuten läuft seit November 2008 regelmäßig im Kinderkanal Die einzelnen Episoden sind zusammengestellt aus jeweils 5minütigen Filmen, die ab 2006 für die amerikanische Sesamstraße produziert wurden. Kurzinhalt: Immer wenn Ernie und Bert (hier mal nicht als Handpuppen aus der Sesamstraße, sondern als Knetfiguren) abends schlafen gehen, trägt sie ihr fliegendes Bett ins Traumland, wo sie sich dann an den interessantesten und ungewöhnlichsten Orten wiederfinden - unter anderem auch als Agenten in einer 007-Parodie und in der Antike (z.B. in den Episoden 22 und 37). Kritik: Kindgerecht und temporeich EPISODENLISTE: Fotos aus den einzelnen Episoden: http://muppet.wikia.com/wiki/Bert_and_Ernie%27s_Great_Adventures 1. Ernie und Bert als Winzlinge 2. Ernie und Bert als Erfinder 3. Ernie und Bert als Piraten 4. Ernie und Bert in den Bergen 5. Ernie und Bert als Tiefseetaucher 6. Ernie und Bert auf Schatzsuche 7. Ernie und Bert in der Steinzeit 8. Ernie und Bert als Meisterdetektive 9. Ernie und Bert als Bäcker 10. Ernie und Bert auf dem Bert-Planeten 11. Ernie und Bert am Südpol 12. Ernie und Bert im Land der Unsichtbaren 13. Ernie und Bert als Museumswächter 14. Ernie und Bert als Superhelden 15. Ernie und Bert als Zauberlehrlinge 16. Ernie und Bert als Kung Fu-Kämpfer 17. Ernie und Bert als Ritter 18. Ernie und Bert im Wilden Westen 19. Ernie und Bert als Klavierträger 20. Ernie und Bert im Regenwald 21. Ernie und Bert und die Wunderlampe 22. Ernie und Bert im alten Rom 23. Ernie und Bert als Windsurfer 24. Ernie und Bert als Geheimagenten 25. Ernie und Bert als Rodeo-Helden 26. Ernie und Bert im Büroklammerland 27. Die Außerirdischen 28. Die Zauberer 29. Die Vogel-Olympiade 30. Das Ungeheuer von Loch Ness 31. Butterfinger 32. Der Computer-Käfer 33. Der Rätselspiel-Planet 34. Malle, die Ente 35. Das Schnabeltier 36. Die Regenwolke 37. Die Erfindung des Rades 38. Gestrandet 39. Automechaniker 40. Die Hundesitter 41. Super-Fröschli 42. Der Yeti 43. Taube Bert 44. Der kleine Elefant 45. Der Blumenladen 46. Die Drei Ente-Tiere 47. Die weise alte Ente 48. Die Staub-Häschen 49. Der Vogelfänger 50. Die Meerjungfrau 51. Donnie Quichote 52. Die Erdratte | |||
| Eroberer von Korinth, Der | Il Conquistatore di Corinto | Mario Costa | 105 Minuten (deutsche Fassung: 74 Minuten) Kurzinhalt: Eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der Eroberung von Korinth durch die Römer. Kritik: Die Konflikte lösen sich zu schnell und zu vorhersehbar auf. Viele Dialoge sind uninspiriert und platt - Andererseits ist der Film aber auch angenehm kurz: Er wird nicht langweilig, da die Szenen in rascher Folge abgehandelt werden - zumindest in der deutschen Fassung, die fast ein Drittel (!) kürzer als das Original ist. Visuell beeindruckend sind die Panorama-Aufnahmen griechischer Landschaften, die schönen Innen- und Außendekorationen (und die atemberaubenden Frauen: vor allem Gianna Maria Canale, das Berufsbiest in italienischen Sandalenfilmen - sie spielt die eifersüchtige Ehefrau einfach herrlich). Fakten: Gedreht in Griechenland an Schauplätzen, wo auch die echte Schlacht um Korinth stattfand, unter Feldherr Lucius Mummius (dem eigentlichen Eroberer von Korinth). Inhalt: Korinth, 146 vor Christus (ein Tippfehler im Vorspann macht daraus übrigens irrtümlich 146 NACH Chr.): Bisher konnte der Stadtrat den Eroberungswillen von Rom bremsen und unabhängig bleiben. Doch diesmal machen die Griechen einen verhängnisvollen Fehler: Als eine römische Delegation zu Verhandlungen in der Stadt ist, kommt es zu Handgreiflichkeiten durch griechische Patrioten, bei denen die römischen Delegierten niedergemacht werden. Nur ein römischer Zenturio kann entkommen und versteckt sich im Hause des römerfreundlichen Oppositionsführers. Dessen knackige Ehefrau macht ihm prompt schöne Augen. Der Zenturio jedoch bleibt standhaft, um den Gastgeber nicht zu beleidigen. Stattdessen macht er einer schönen Besucherin den Hof. Er ahnt nicht, dass sie die Tochter des Ratsvorsitzenden ist - dem wichtigsten Befürworter eines Krieges gegen die Römer. In Rom hat man derweil beschlossen, als Antwort auf die Provokation eine Armee nach Griechenland zu schicken, die Korinth dem Erdboden gleichmacht. Wie das Leben so spielt, ist auch der korinthische Heerführer ein glühender Verehrer der schönen Tochter. Er bekommt von der eifersüchtigen Ehefrau einen Tipp, dass sich in ihrem Haus der Zenturio versteckt. Als der Heerführer ihn holen will, entkommt der Zenturio knapp und versteckt sich in den Grotten, wo die Oppositionellen sich heimlich treffen. Das Töchterlein organisiert seine Flucht nach Rom, da sie hofft, der Zenturio könne dort noch im letzten Moment einen Krieg verhindern - nicht ahnend, dass die römische Armee bereits auf dem Weg nach Korinth ist. Es kommt zu einer blutigen Schlacht, in deren Verlauf Korinth dem Erdboden gleich gemacht wird (und dabei praktischerweise alle sterben, die gegen eine Verbindung vom Zenturio und dem Töchterlein sind). Sie trauert um den Verlust ihrer Stadt und ihrer Freunde - aber der Weg in eine glückliche Zukunft an seiner Seite ist frei. | ||
| erste Evangelium Matthäus, Das | Il vangelo secondo Matteo | Pier Paolo Pasolini | 137 Minuten, Schwarzweiß Kurzinhalt: Die Lebensgeschichte Jesu Kritik: Pasolinis Interpretation arbeitet den sozialen Aspekt von Jesu Lehren besonders heraus. Die einfache Botschaft wird in radikal einfache Bilder gekleidet. Fakten: * Pasolini besetzte viele Rollen mit Freunden und Bekannten, Maria spielt seine eigene Mutter. * Lief 1964 sehr erfolgreich in den Kinos. Gute Resonanz bei der katholischen Kirche. Es gab sogar eine Privatvorführung beim Papst. * Der gerade 20jährige Enrique Irazoqui war ein spanischer Student, der für diesen Film entdeckt wurde. In Spanien kam er für seine Mitwirkung an diesem Film in Haft. Die ideologisch etwas verwirrte Franko-Diktatur hielt den Film für ein kommunistisches Propagandawerk. * 1962 machte sich Pasolini in Der Weichkäse noch respektlos lustig über die Dreharbeiten an einem Jesus-Film. | ||
| Es war einmal... der Mensch | Il était une fois ... l'homme | Dokumentation | Dokufiction in 26 Zeichentrickfilmen à 25 Minuten (deutsche Fassung) Deutsche Erstausstrahlung: 1980 (ZDF) Kurzinhalt: Die Geschichte der Welt und der Menschheit vom Urknall bis in die nahe Zukunft. Eine Gruppe wiedererkennbarer Personen (ein sympathisches junges Paar, zwei Kinder, ein weiser alter Mann und zwei Bösewichter) tauchen in jeder Episode auf und verkörpern typische Zeitgenossen der jeweils dargestellten Epoche (z.B. römische Soldaten, oder französische Revolutionäre usw). EPISODENLISTE: 1. Eine neue Welt entsteht 2. Der Neandertaler 3. Ein Mensch aus Cro-Magnon 4. Macht euch die Erde untertan 5. Die ersten Weltreiche 6. Die Zeit des Perikles 7. Das römische Reich 8. Die Welt des Islam 9. Die Karolinger 10. Die Wikinger 11. Die Erbauer der Kathedralen 12. Die Reisen des Marco Polo 13. Der Hundertjährige Krieg 14. Italien im 15. Jahrhundert 15. Das goldene Zeitalter Spaniens 16. Elisabeth von England 17. Die Blütezeit der Niederlande 18. Der Sonnenkönig 19. Peter der Große 20. Das Zeitalter der Aufklärung 21. Amerika 22. Die französische Revolution 23. Eine neue Zeit beginnt 24. Aufbruch ins 20. Jahrhundert 25. Welt im Umbruch 26. Zwischen Heute und Morgen | ||
| Fabiola | Alessandro Blasetti | 183 Minuten - in schwarzweiß 1948 gedreht, gilt Fabiola als das erste europäische Nachkriegs-Epic - sein Erfolg startete die Monumentalfilm-Welle. Die Liebesgeschichte zwischen einem Senatorentöchterchen und einem gallischen Gladiator. Der römische Offizier Sebastian bekennt sich zum Christentum - und wird mit Pfeilen hingerichtet. | |||
| Fahrten des Odysseus, Die | Ulisse | Mario Camerini und Mario Bava | 117 Minuten (deutsche Fassung: 100 Minuten) Kurzinhalt: Eine kleine Auswahl von Odysseus' Abenteuern, u.a. sein Aufbruch von Troja, wo Kassandra ihn verflucht, seine Ausflüge in den Hades, zu der Zauberin Circe, dem einäugigen Polyphem, den Sirenen und den Phäaken. Schließlich seine Heimkehr, bei der er die zahlreichen Bewerber, die sich in seiner Abwesenheit seine Frau und sein Land aneignen wollten, beseitigt. Kritk: Plus: Phantasievoll, recht nah an der antiken Vorlage und sehr unterhaltsam. Besonders gelungen ist die aufwändige Ausstattung. Sie wirkt manchmal überraschend authentisch (besonders wenn sie die prachtvollen archaischen Königshöfe zeigt), gibt der Geschichte aber auch einen eindrucksvoll mythischen, unwirklichen Charakter. Minus: Hoffnungslos altmodisch. Fakten: * Den Erfolg dieses Filmes wollte das Produzententeam mit Attila, die Geißel Gottes (auch 1954) wiederholen - vergebens. * Eugen Schüfftan ist der Erfinder des nach ihm benannten Schüfftan-Verfahrens: Statt riesige Kulissen zu bauen, baut man nur verkleinerte Modelle. Diese stehen neben der Kamera. Die Kamera filmt die Szene nun so, dass in der unteren Bildhälfte echte Kulissen und echte Schauspieler zu sehen sind - und in der oberen Hälfte ein Spiegel. Dieser wird so ausgerichtet, dass die kleinen Modellbauten darin zu sehen sind. Nun ergänzen sich die reale Szene und die Modellbauten im Spiegelbild, so dass der Eindruck entsteht, die Schauspieler spielten in riesigen Kulissen. Nimmt man statt des Spiegels eine Glasscheibe, dann lassen sich halbdurchsichtige Effekte erzielen. In diesem Falle spielt z.B. ein Schauspieler vor schwarzem Hintergrund neben der Kamera. Er spiegelt sich in einer Glasscheibe vor der Kamera. Diese Scheibe wird so ausgerichtet, dass der Schauspieler halbdurchsichtig (wie ein Geist) in der Szene erscheint. Das Schüfftan-Verfahren war ein beliebter Filmtrick bis weit in die 80er Jahre. Es verschwand erst mit dem zunehmenden Einsatz der computergenerierten Spezialeffekte. Gute Beispiele für Spiegel- und Glas-Anwendung: Joey (1985) von Roland Emmerich und Metropolis (1926) von Fritz Lang. | ||
| Fellinis Satyricon | Fellini-Satyricon | Federico Fellini | 136 Minuten Kurzinhalt: Verfilmung des Romanes von Petronius: Eine komplizierte Odyssee führt ein schwules Paar an düstere und kuriose Schauplätze. Sie werden Zeugen von Selbstmorden, Morden, Orgien und religiösen Zeremonien - von Petronius wohl als Zerr- und Sittenspiegel von Rom unter Nero gemeint. Kritik: Sehenswerter Totentanz der römischen Dekadenz. Manchmal prickelnd, manchmal grausig - aber immer faszinierend. Fakten: * Schriftsteller Titus Petronius Arbiter ist in jedem Quo Vadis-Film eine der Hauptrollen - und oft macht man da auch Anspielungen auf sein Buch Satyricon. Er war ein Berater am Hof von Nero (und u.a. auch für Fragen des guten Geschmacks zuständig). Sein Roman hat sich nur noch in Teilen erhalten, so dass der genaue Titel und die genaue Handlung unklar sind - und natürlich auch die Bedeutung. * In Japan lief dieser Film in einem Kino vier Jahre lang ohne Unterbrechung. * Zeitgleich entstand eine sexuell (noch) freizügigere Konkurrenz-Verfilmung des Stoffes, die unter dem Titel Die Degenerierten (1968) in die Kinos kam. ausführliche Inhaltsangabe: Viele Episoden stehen nahezu unverbunden nebeneinander(was auch formal der Vorlage entspricht, von der nur einzelne Fragmente die Jahrhunderte überdauert haben): Askyltos und Encolpius sind beide in den schönen Giton verliebt. Schließlich entführt und verkauft Askyltos den Jungen. Encolpius erfährt in den Thermen, dass der Schauspieler Vernacchio der neue Besitzer von Giton ist. Während einer Vorstellung im Theater entwedet Encolpius den Jungen und flüchtet mit ihm in einen Palast. Da treffen sie wieder auf Askyltos. Überraschend entscheidet sich Giton nun gegen seinen Befreier und für Askyltos. Encolpius will daraufhin Selbstmord begehen - wird aber durch ein Erdbeben daran gehindert, das den Palast zerstört. Encolpius begegnet dem Dichter Eumolphus, der auf dem Weg zum Festmahl des reichen Freigelassenen Trimalchio ist. Auf dieser Feier wird Eumolphus aus Spaß ausgepeitscht. Danach zeigt Trimalchio seinen Gästen sein Grabmal. An einem Strand wird Encolpius von dem Piraten Lichas gefangen genommen und zur Insel des Kaisers gebracht. Auf dem Schiff begegnet er Giton und Askyltos wieder. Giton wird zum Sex mit einem Mädchen gezwungen, Encolpius muss mit Lichas kämpfen. Lichas besiegt ihn - und macht ihn zu seinem Bräutigam. Doch dann fällt der Kaiser einer Revolution zum Opfer, bei der auch Lichas enthauptet wird. Encolpius und Askyltos landen in einer Villa, in der sich ein adeliges Ehepaar gerade das Leben nimmt. Die beiden Jungs nutzen das Haus, um ungestört mit einer Sklavin Spaß zu haben. In einem Tempel ermorden sie dann den Priester und entführen die Inkarnation des Halbgottes, einen Hermaphrodien, der die Zukunft voraussagen kann. Doch auf der Flucht stirbt dieser. Encolpius wird von Soldaten gefangen genommen und muss gegen einen als Minotaurus verkleideten Gladiator kämpfen. Unter den Zuschauern sind auch Askyltos und Eumolphus. Encolpius wird besiegt und muss nun seine Männlichkeit beim Sex mit Ariane beweisen. Da er seinen Mann nicht stehen kann, wird er von den Zuschauern ausgelacht. Eumolphus will ihm helfen und bringt ihn in den Garten der Lüste. Doch auch die Bemühungen der dortigen Mädchen bringen Encolpius nicht auf Touren. Zum Glück kann Enotea, eine Priesterin der Fruchtbarkeit, Abhilfe verschaffen. Für Askyltos ist das alles zu viel - er ringt mit dem Tode und rühmt noch im Sterben seine Manneskraft. Auch der Dichter Eumolphus ist tot. In seinem Testament hat er verfügt, dass nur die erben können, die seine Leiche verspeisen (dass es gar nichts zu erben gibt, hat er listig verschwiegen). Encolpius geht an Bord des Schiffes des Verstorbenen, auf dem sich auch die Trauergesellschaft versammelt hat. Während es ablegt, verblassen die römischen Wandmalerien an den Wänden der Ruinen am Strand. Encolpius wendet sich dem Zuschauer zu und beginnt, eine Geschichte zu erzählen - die mitten im Satz abrupt durch den Abspann beendet wird. | ||
| Fischer von Galiläa, Der | The Big Fisherman | Frank Borzage | 185 Minuten Kurzinhalt: Jesus Christus spricht zu Simon: Dich will ich zu einem Menschenfischer machen. Simon schließt sich Jesus an und nennt sich später Petrus. Bei seiner Missionstätigkeit lernt er Prinzessin Fara kennen, die ihren Vater, den jüdischen König Herodes, ermorden will, weil der ihre arabische Mutter so schlecht behandelt hat. Petrus bekehrt sie und ihren Geliebten Voldi zum Christentum - nun können sie Herodes vergeben. Der Weg in eine gemeinsame Zukunft steht offen. Kritik: Der Film bemüht sich sehr um die Versöhnung von Arabern und Juden - auch damals schon ein brisantes Thema. Fakten: * Von Jesus ist nur die Hand und ein Stück seine Kleidung zu sehen (letzteres sicher eine Anspielung auf Das Gewand. * Von Lloyd C. Douglas stammt auch der Roman Das Gewand (1942), der bereits 1953 verfilmt wurde. * Der erste Film in Super Panavision 70, einem noch breiteren Breitwandverfahren mit noch höherer Auflösung. | ||
| Fluch des Pharao, Der | Il sepolcro dei re | Fernando Cerchio | 102 Minuten Kurzinhalt: Kritik: Überdurchschnittlicher Abenteuerfilm dank eines soliden und kurzweiligen Drehbuchs: Die Charaktere sind glaubwürdig gezeichnet und werden von guten Schauspielern glaubwürdig dargestellt. Sie dreschen nicht nur hohle Phrasen, wie das oft bei Filmen mit Palastintrigen der Fall ist, sondern haben klare Ziele und nachvollziehbare Beweggründe für ihr Handeln. Manche Dialoge sind sogar überraschend pointiert formuliert - was man in italienischen Monumentalfilmen ja eher selten findet. Die Story hat Tempo und zahlreiche Ideen, die für unerwartete Wendungen sorgen. So wird das Interesse bis zum Schluss wach gehalten und es kommt echte Spannung auf - man merkt, warum Damiani später gute Krimis machen wird. Die aufwändige Ausstattung vermeidet plakativen Kitsch und bemüht sich um ein Mindestmaß an Exaktheit und gleichzeitig um einen prachtvollen Look. Dass das nicht immer gelingt, ist verzeihlich, denn der Gesamteindruck ist zwar nicht authentisch, wirkt aber trotzdem sehr glaubwürdig. Ein Dreh an Originalschauplätzen hätte dem Film allerdings gutgetan - nur allzu offensichtlich doubelt Italien hier Ägypten. Fakten: Debra Paget hatte wohl eine Schwäche für europäische Monumentalfilme. Nicht nur, dass dies schon ihre dritte altägyptische Rolle ist, sie spielte 1958 in Deutschland auch in Fritz Langs' nichtssagenden Indienfilmen mit. Damiano Damiani ist vor allem durch seine erfolgreiche Serie Allein gegen die Mafia (1984 - 2001) zu Ruhm gekommen. 1986 drehte er Die Untersuchung, ein Monumentalfilm mit Krimi-Anleihen. Um 1350 v. Chr. war die einstige Großmacht Assyrien stark geschwächt und wurde u.a. von den Ägyptern regiert (wie im Film). Im Tal der Könige gibt es tatsächlich Gräber, die so weitläufig und aufwändig gestaltet sind wie das hier gezeigte. ausführliche Inhaltsangabe: Nach einer Revolte gegen die ägyptischen Besatzer werden der syrische König, seine Söhne und seine Tochter Shila nach Theben an den Hof des Pharao Nemurat gebracht. Tege, die Mutter des Pharaos, sieht in Shila die Chance auf dauerhaften Frieden: Nemurat soll sie heiraten. Der gemeinsame Sohn wird dann Pharao werden. So wäre die Dynastie gesichert und die Syrer würden vielleicht Frieden halten, wenn sie einen halbsyrischen Thronfolger bekommen. Pech nur, dass sich Shila und der königliche Hofarzt Reti ineinander verlieben und eine (zahme) Affäre beginnen, in der die Kamera recht oft den attraktiven Körper von Debra Paget abschwenkt. Nemurat erfährt davon - und wird kurz darauf von Taja, der Frau seines Cousins, vergiftet. Auf dem Sterbebett beschuldigt er noch Shila dieses Mordes und verflucht sie (daher der deutsche Titel): Sie soll lebend mit ihm ins Grab eingemauert werden. Shila ist zwar unschuldig, kommt aber ins Gefängnis, derweil der Pharao für seine Bestattung vorbereitet wird - und der Ehemann der wahren Mörderin neuer Pharao wird. Um seine Macht zu sichern muss er allerdings seine Frau verstoßen (ausgerechnet! Denn erst durch ihre Tat ist er ja überhaupt erst Pharao geworden) und die Königinmutter Tege heiraten, da diese nach dem Tod von Nemurat die letzte Überlebende der alten Dynastie ist. Insbesondere diese Szenen heben sich wohltuend von dem Einerlei der einfach gestrickten Palastintrigen in anderen Filmen ab - vielleicht wird ein bisschen ZU viel diskutiert. Die Pharaonen waren lebende Götter auf Erden, sie mussten ihre Entscheidungen nicht erklären oder kommunizieren - die waren Gesetz! Reti hat jedoch bei Shakespeare nachgeschlagen und eine tolle Idee: er gibt ihr ein Schlafmittel, das sie in einen todesähnlichen Zustand versetzt. Wenn sie dann bei den Bestattern liegt, will er ihren Körper gegen den einer echten Toten austauschen - und mit ihr fliehen (also mit Shila, nicht mit der echten Toten - Sie können mir folgen?). Dazu besticht er einen der Bestatter - doch der glaubt die Geschichte von der großen Liebe nicht. Er vermutet, dass Seti die Frau auf den Thron setzen und Ägypten an die Syrer verraten will. Statt Shila herauszugeben will er Seti daher in eine Falle locken (der Bestatter zückt ein Messer mit den Worten "Mein Messer hätte gerne auch mal einen lebenden Bauch aufgeschlitzt"). Er fürchtet, den letzten Willen des Pharao zu mißachten. Es gelingt zwar nicht, Seti zu verhaften, aber Shila bleibt bei den Bestattern. Sie wird eingesargt und mit dem Pharao zusammen bestattet (der unglaubwürdigste Teil der Geschichte: Würde man sie wirklich für seine Mörderin halten, bekäme sie keine so hohe Ehre). Seti gibt nicht auf: Er begibt sich in ein Dorf, das ihm zu Dank verpflichtet ist, da er die Einwohner gratis behandelt hat. Da sucht er eine Bande von Grabräubern auf. Diese entführen als erstes Inuni, den Architekten des Pharaonengrabes. Er soll ihnen verraten, wie man an den Fallen vorbei in die Grabkammer kommt. Ebenda will Seti seine Shila mitnehmen - und die Bande darf die Grabbeigaben behalten. Die Bande wird interessanterweise von einer Frau angeführt - und hat einen hohen Hofbeamten, der seine schützende Hand über sie (und die Beute) hält. Derweil kommt Shila im Grab wieder zu sich - und merkt, dass der Plan schiefgegangen ist. Sie sinnt auf Selbstmord - mit einer der Waffen, die dem Pharao mitgegeben wurden. Nachts öffnen die Grabräuber das Grab und nehmen Inuni mit. Der muss zwar mitansehen, wie sein Meisterwerk beschädigt und die Grabruhe entweiht wird - führt sie aber tatsächlich bis in die zentrale Kammer. Seti findet Shila (die sich nicht umbrachte) und flieht sofort aus dem Grab. Die Bande braucht etwas länger, da sie ja noch den Goldschmuck zusammenraffen will. Doch da zeigt sich, dass der Architekt nur mitgemacht hat, um ihnen eine Falle zu stellen: Beim Öffnen des Sarkophages stürzt das Grab in sich zusammen und begräbt alle Schätze und Diebe für immer. Somit hätte sich der Fluch (mit jemandem lebendig begraben zu werden) irgendwie doch noch erfüllt. Die Flucht von Shila und Seti blieb allerdings nicht unbemerkt. Einer der Bandenmitglieder hat den Plan an den Hofbeamten verraten, der ihn wiederum Kefren erzählt. Kefren ahnt, dass Shila nach Syrien flieht und möglicherweise mit Truppen gegen ihn zurückkommt. Er läßt daher als erstes seine Frau, die einzige Mitwisserin am Hofe, ermorden. Zu weiteren Maßnahmen kommt er nicht mehr - denn seine Frau weiht noch im Sterben die Königinmutter ein, dass sie die wahren Mörderin ist. Tege fackelt nicht lange - und läßt Kefren und den Hofbeamten ermorden. Nun kann sie mit einem neuen Ehemann Ägypten regieren. Shila und Seti erreichen Syrien - Hand in Hand. | ||
| Frauen | L'amante di Paride / Femmina | Marc Allégret und Edgar G. Ulmer | 96 Minuten Der Film hat eine interessante Produktionsgeschichte - ist er doch der Zusammenschnitt von zwei Filmprojekten, die beide aus Geldmangel eingestellt werden mussten. | ||
| Frauen auf schiefer Bahn | Manslaughter | Cecil B. DeMille | 100 Minuten, Stummfilm, Schwarzweiß Enthält einen langen Flashback zu einer römischen Orgie - bemerkenswert vor allem deswegen, weil es DeMilles erster Ausflug in die Antike ist. | ||
| Fünf auf einen Streich / Der Babysitter | Rock-a-Bye Baby | Frank Tashlin | 103 Minuten Enthält die Tanznummer The white Virgin of the Nile, die im alten Ägypten spielt (und ofenbar als Parodie auf Filme wie Die zehn Gebote gedacht ist). | ||
| Galley Slave, The | J. Gordon Edwards | Handlung, Epoche, Besetzung und Länge unbekannt. | |||
| Garten Eden - die Suche nach dem biblischen Paradies | Dokumentation | 45 minütige Dokumentation Kurzinhalt: Das Paradies mit Adam und Eva lag vermutlich im heutigen Iran. Kritik: Der Film beginnt etwas lahm, nimmt dann aber rasch Tempo auf. Man mag seiner Theorie nicht in allen Punkten folgen - fesselnd ist sie allemal. Interessant ist ein direkter Vergleich mit Der Garten Eden (USA 2007), den ntv regelmäßig zeigt. Inhalt: Der Film führt den staunenden Zuschauer zu den Siedlungsgebieten der alten Sumerer. Wir erfahren, dass die Sumerer vor etwa 3500 Jahren anfingen, Zikkurate (Tempelpyramiden) zu bauen, weil sie ursprünglich aus den Bergen kamen. Als sie dann in den Ebenen von Euphrat und Tigris siedelten, benötigten sie künstliche Berge - als neue Wohnung für die alten Götter, die auf Berg-Gipfeln gewohnt haben. Vom Zweistromland aus beginnt eine auf antike Quellen gestützte Reise zu den Ursprüngen menschlicher Zivilisation, die im Tal der iranischen Millionenmetropole Täbris endet - wo die Autoren den Garten Eden lokalisieren. | |||
| Garten Eden, Der | Dokumentation | 45 minütige Dokumentation, läuft regelmäßig auf ntv. Kurzinhalt: Eine neue Theorie zu Adam und Eva und ein Versuch, den Garten Eden genau zu lokalisieren Kritik: Der interessante Filmbericht ist kurzweilig und schön bebildert - und wartet mit ein paar überraschenden Details auf. ausführliche Inhaltsangabe: In der Zwischeneiszeit führten Euphrat und Tigris wesentlich mehr Wasser als heute, außerdem gab es damals zwei weitere Flüsse, die sich auf Satellitenfotos nachweisen lassen - das deckt sich mit den Angaben der Bibel, nach denen der Garten Eden von vier Flüssen umgeben war. Der Meeresspiegel lag damals wesentlich tiefer. Wo heute die nördlichste Spitze des Persischen Golfes ist, war damals ein fruchtbares Tal. Die vier Flüsse vereinigten sich zu einem großen Strom und flossen durch dieses Tal. An den Ufern des Stromes lebten im Neolithikum Jäger und Sammler. Doch mit der Zeit entwickelten sich Ackerbau und Viehzucht. Nach den Autoren des Filmes bezieht sich eben darauf das Bibelzitat "Ihr werdet sein wie Gott": Bisher war Gott dafür zuständig, dass die Menschen Getreide und Tiere vorfanden - aber nun züchten sie selbst Vieh und bauen Getreide an, und übernehmen damit eine von Gottes Aufgaben. Die Vertreibung aus dem Paradies wäre dann so zu verstehen, dass dieser Entwicklungsschritt unumkehrbar ist. Wir kehren nicht um, wir werden nie wieder Jäger und Sammler. Es gäbe aber auch eine andere Erklärung dafür, dass die Menschheit nicht zurück in den Garten Eden kann: Im Laufe der Jahrtausende stieg der Meeresspiegel an. Irgendwann wurde das fruchtbare Tal überflutet und ist heute der Persische Golf. Nun ist das Paradies für immer verloren und lebt nur noch als ferne Erinnerung in den Überlieferungen der frühen Hochkulturen weiter, u.a. in der Sintflut und der Arche Noah (beides Geschichten, die auch schon die Sumerer kannten) und in der Atlantis-Sage. Die Frucht vom Baum der Erkenntnis war übrigens ziemlich sicher eine Feige, da man in der Antike im Vorderen Orient noch gar keine Äpfel kannte. Der Apfel taucht erst um 500 in lateinischen Bibelübersetzungen auf (v.a. wegen dem Wortspiel mit lat. "malus" (= "Apfel" und "Sünde"). Wir erfahren auch, dass Eva Adams zweite Frau war - vorher lebte er mit Lilith im Paradies (Das englische Wort "lullaby" (Schlaflied) leitet sich übrigens von Lilith ab).Die Sumerer verehrten eine Göttin namens Lilith - Zufall? Auch der Schöpfungsbericht hat noch Überraschungen parat - z.B. dass er weitgehend mit dem sumerischen Schöpfungsbericht (verfaßt um 2000 v.Chr.) übereinstimmt. Bei den Sumerern allerdings wird die Welt von einer Schlange erschaffen - taucht deswegen auch im Garten Eden der Bibel (verfaßt um 1000 v.Chr.) eine Schlange auf? Zum guten Schluss weist der Film noch darauf hin, dass auch Christoph Columbus in Amrika nach dem Garten Eden suchte - und ein spanischer Eroberer glaubte, in Florida den Jungbrunnen zu finden. | |||
| Gates of Fire | George Clooney | Verfilmung der Schlacht bei den Thermopylen, bewegt sich also auf demselben Terrain wie 300 / Der Löwe von Sparta, basiert aber auf dem gleichnamigen Roman von Steven Pressfield. | |||
| Geheimnisvolle Geschichte 1: Ramses - Geheimnisse eines Herrschers | Rameses: Wrath of God or Man? | Dokumentation | Dokumentation, 90 Minuten, mit aufwändigen Spielszenen. deutsche Erstsendung: 24.2.2008 (Super RTL) Kurzinhalt: Ramses und der Exodus des Volkes Israel aus Ägypten Kritik: Trotz der langen Regierungszeit des Ramses (von 67 Jahren!) beschränkt sich dieser Film nur auf diese biblische Geschichte, die angesichts des Lebenswerkes von Ramses II bestenfalls eine Episode genannt werden kann. So erfahren wir nicht allzuviel Neues über den großen Pharao, vor allem auch, weil den Analysen der Mumie mit über 25 Minuten schlicht viel zu viel Raum gegeben wird. Allerdings ist der Rest recht kurzweilig gemacht, und dem alten Pharao am Ende in sein von Kriminaltechnikern rekonstruiertes Gesicht sehen zu können - das hat schon was. Fakten: * Die wesentlich kürzere Doku Vorchristliche Schlachten - Moses' Auszug aus Ägypten (2008) beschäftigt sich mit demselben Thema - und kommt zu interessanteren Ergebnissen. * Ramses II ist der Pharao der Superlative: Er wurde 90 Jahre alt (in einer Zeit wohlgemerkt, in der die meisten gerade einmal 40 wurden), er kämpfte in mehr Schlachten als alle Herrscher vor oder nach ihm, und er hat sein Land in rekordverdächtigen 67 Jahren Regierungszeit tiefgreifend verändert. ausführliche Inhaltsangabe: Der Film beginnt in Grab KV5 in Theben. Man vermutet, dass eine der dort gefundenen Mumien Ramses' früh verstorbener Thronfolger Amun He Khepeshef sein könnte, der erste Sohn seiner Hauptfrau Nefertari. Die Gebeine sollen von britischen Kriminaltechnikern untersucht werden. Bei dieser Gelegenheit bekommt der Zuschauer auch das riesige, der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte Familiengrab zu sehen, in dem Ramses 20 (!) seiner Söhne bestattet ließ. Derweil sich nun also alle möglichen Labore eingehend mit dem Schädel von Ramses' Sohn befassen, geht der Film auf den ersten dokumentierten Friedensvertrag der Geschichte ein, der von Ramses nach der Schlacht bei Kadesch (1274 v. Chr.) mit den Hethitern geschlossen wurde. Dies wird jedoch nur erwähnt, um die Frage nach der Quellenlage zu beleuchten. Bekanntlich gibt es keine bildlichen oder schriftlichen Darstellungen des Exodus im antiken Ägypten. Skeptiker meinen daher, den Exodus hätte es gar nicht gegeben. Allerdings fragt man im Film zu Recht, ob die ägyptische Propaganda über die peinliche und erfolgreiche Revolte israelischer Sklaven berichtet hätte. Immerhin hat sie ja auch den annehmbaren Friedensvertrag von Kadesch völlig umgedeutet - nämlich als glanzvollen militärischen Sieg. Leider versäumt der Film hier, den entscheidenen Punkt herauszustellen: Die Verfälschung historischer Fakten war keine Propaganda, sondern geradezu religiöse Pflicht. Schließlich war der Pharao in der Staatsreligion nicht nur Herrscher Ägyptens, sondern der ganzen Welt. Als solcher konnte er natürlich keine Fehler machen - und schon gar nicht eine Schlacht verlieren oder etwa den Forderungen aufmüpfiger Sklaven nachgeben. Beides konnte öffentlich nicht zugegeben werden, denn dann wäre der Pharao ja kein Gott mehr. Dieses Dogma brachte die Herrscher im Laufe der Jahrhunderte zunehmend in Bedrängnis, da ja alle Irrtümer, alle diplomatischen und militärischen Fehlschläge konsequent verheimlicht werden mussten. Doch, wie gesagt, auf diesen interesanten Aspekt geht der Film leider nicht ein. Stattdessen nimmt man uns mit nach Paramesse, der schon in der Bibel erwähnten Stadt, in der die Hebräer Sklavendienst leisten mussten - und schließlich sogar ihre Neugeborenen getötet werden sollten, da sie zu zahlreich wurden. Dass die Hebräer wirklich in Ägypten waren, darauf verweist die berühmte Israel-Stele (das einzige schriftliche Zeugnis des alten Ägyptens, in dem das Volk Israel erwähnt wird). Der Zuschauer bekommt eine sehr detailreiche Computer-Rekonstruktion der Stadt zu sehen, die allerdings ein bisschen wie aus einem Computerspiel wirkt und den etwas dünnen archäologischen Befund sehr phantasievoll ergänzt. In der Bibel beginnt in Paramesse die Geschichte des Moses, der auf dem Nil ausgesetzt wurde, um der Kindstötung zu entgehen. Moses, stellt der Film richtig fest, ist historisch nicht belegt. Er könnte nun eine Legende sein, oder die Verschmelzung mehrerer Legenden - oder gar einer der vielen Söhne des Ramses. Ein wenig bekannter, wenig bedeutender Prinz, der in Paramesse seine Residenz hatte? Im Film kommt nun die gewagte These, dass dieser Prinz ein Monotheist gewesen sein könnte, ein Anhänger des Aton, des Sonnengottes des Ketzerkönigs Echnaton (um 1350 v. Chr). Trotz aller Verfolgung konnte dieser Kult in vielen Teilen Ägyptens überleben - und Spuren ritueller Handlungen und kultischer Gesänge zur Verehrung des Aton lassen sich sogar im alten Testament nachweisen. In diesem Zusammenhang zeigen uns die Autoren des Films das Katharinenkloster am Berge Sinai, das an der Stelle gebaut worden sein soll, an der Moses den brennenden Busch sah. Es stammt aus dem 4. Jahrhundert nach Christus und ist das älteste Kloster der Welt. In seinem Hof steht tatsächlich ein Dornbusch, dessen Standort bis ins 4. Jahrhundert zurück dokumentiert ist - aber natürlich nicht bis ins 13. Jh. vor Christus. Dennoch verwenden die Autoren viel Mühe darauf, Moses als einen ägyptischen Prinzen darzustellen, der dem Monotheismus anhing und daher die versklavten, ebenfalls monotheistischen Hebräer in die Freiheit führen wollte. Wesentlich plausibler sind die Erklärungen, die man gegen Ende für verschiedene in der Bibel erwähnte Ereignisse anbietet: Die zehn Plagen Ägyptens, nach denen Pharao das Volk Israel ziehen liess, werden schlüssig und belegbar als eine dramatische Kettenreaktion von Naturkatastrophen in Folge eines außergewöhnlich hohen Nilhochwassers dargestellt. Damit ließe sich nur eine einzige Plage naturwissenschaftlich nicht erklären - nämlich die zehnte, der Tod der Kinder Ägyptens. Doch darauf kommt der Film später noch zurück. Ein weiteres Ereignis ist die Flucht durch das geteilte Rote Meer. In der Bibel führt Moses sein Volk hindurch und hinter ihnen schließen sich die Wassermassen wieder und verschlingen die verfolgende Armee der Ägypter und den Pharao. Da nun Ramses ja bekanntermaßen 90 Jahre alt wurde und nicht in den Fluten des Roten Meeres ertrunken ist, kann das nachweislich nicht stimmen. Der Film entwickelt daher die einleuchtende These, dass Ramses, zu diesem Zeitpunkt schon über 30 Jahre auf dem Thron, das anstrengende Alltagsgeschäft seinem ältesten Sohn Amun He überliess, so wie es bis heute viele Königshäuser tun. Dann hätte nicht er, sondern der Thronfolger mit den Streitwagen die fliehenden Sklaven verfolgt. Der Pharao, als allmächtiger Herrscher und Gott, hätte sich, auch wenn er viel jünger gewesen wäre, wohl auch kaum selbst aufgemacht, entlaufene Sklaven wieder einzufangen. Was nun das Rote Meer selbst angeht, verweist der Film dankenswerterweise auf einen alten Übersetzungsfehler: In den alten Original-Schriftrollen ist nämlich gar nicht vom "Roten Meer" die Rede, sondern einfach nur von "Marschland". Marsch findet man in Ägypten im Nildelta - eben da, wo auch Paramesse liegt. Es war also kein Rotes Meer, das über den Ägyptern zusammenschlug - sondern die schweren Streitwagen blieben ganz einfach im Sumpf stecken. Im Film schließt sich an dieser Stelle der Kreis, denn jetzt zeigt man die Ergebnisse der Untersuchungen des Schädels aus Grab KV 5. Tatsächlich ist der Tote mit hoher Wahrscheinlichkeit Ramses ältester Sohn - und er weist eine schwere Verletzung am Hinterkopf auf, an der er wohl gestorben ist. Es ist durchaus möglich, dass er vom Streitwagen stürzte und auf einen Stein aufschlug - oder dass sein Streitwagen feststeckte und er im Handgemenge mit den Hebräern erschlagen wurde - und mit ihm viele andere ägyptische Söhne, die in der Armee dienten. Diesen Tod deutete die Bibel dann möglicherweise in die zehnte Plage um. So fügt der Film (mit sanfter Gewalt) am Ende alle Puzzleteile zusammen und beendet seine Ausführungen mit den von den Kriminaltechnikern rekonstruierten Gesichtern von Ramses und seinem Sohn Amun He Khepeshef. | ||
| Geheimnisvolle Geschichte 2: Nofretete und das Geheimnis der Mumie | Nefertiti Revealed / Nefertiti Resurrected | Dokumentation | Dokumentation, 120 Minuten (deutsche Fassung: 90 Minuten) mit Spielszenen und Computer-Rekonstruktionen deutsche Erstsendung: 2.3.2008 (Super RTL) Kurzinhalt: Die englische Archäologin Fletcher fragt sich: Ist die unbekannte Mumie in Grab KV35 im Tal der Könige die berühmte Königin Nofretete? Während englische Forscher die Tote untersuchen, rekonstruiert der Film die bekannten Eckdaten aus ihrem Leben - und am Ende ihr Aussehen. Kritik: Für die wenigen Fakten, die der Film vorstellt, ist er eigentlich viel zu lang, auch wenn die archäologische Spurensuche insgesamt nicht uninteressant ist. Immerhin sind die Bilder sehr schön und lassen die altägyptische Prominenz, die Wirren der Zeit und die antike Stadt Amarna wieder lebendig werden. Fakten: * Der Fund der Nofretete wäre eine Sensation - doch leider kommt Hawass bei seinen eigenen Untersuchungen dieser Mumie (zu sehen in Terra X - Der Fall Nofretete, 2007) zu einem gänzlich anderen Ergebnis. Schade! ansehen: * Eine 90minütige Version läuft etwa alle 2 Jahre auf SuperRTL * Der Film ist auf Englisch als Nefertiti Resurrected in der DVD-Reihe Discovery Channel Quest erschienen. Inhalt: Der Film beginnt mit einem kurzen Ausflug in den altägyptischen Götterglauben: Wenn bei einer Mumie der Mund zerstört wird, kann sie den Göttern der Unterwelt ihren Namen nicht sagen. Diese erkennen dann ihre Seele nicht und lassen sie nicht in die Unterwelt eintreten. Der Tote bleibt dann auf ewig gefangen in der Zwischenwelt zwischen Lebenden und Totenreich. Genauso muss es der Toten ergangen sein, deren Mumie in Grab KV35 liegt, denn ihr Mund wurde gewaltsam zerstört. Leider erklärt der Film nicht, was nach Vorstellung der alten Ägypter wohl mit all den armen Teufeln passierte, die sich eine aufwändige Mumifizierung gar nicht leisten konnten. Unklar ist auch, wann die Seele ins Totenreich eintritt - denn die Mumifizierung war ja ein sehr langwieriger Prozess. Saß die Seele solange in der Zwischenwelt und wartete geduldig, bis die Mumie bereit stand? Während dem Zuschauer noch diese und andere Fragen durch den Kopf gehen, betritt die Wissenschaftlerin Joann Fletcher Grab KV35. Hier ruhen in einer zugemauerten Nebenkammer drei von der Forschung bisher unbeachtete Mumien. Ein davon ist die besagte beschädigte Frauenmumie. Sie wird vor Ort geröntgt. Frau Fletcher spürte diese Tote auf, indem sie einer interessanten Spur folgte, die bisher fast jeder vernachlässigt hatte: ihre außergewöhnliche Perücke. Sie ist typisch für das Königshaus des Echnaton. Bei der Untersuchung lassen viele Details tatsächlich den Schluss zu: Es ist Nofretete! Zahi Hawass dämpft die Begeisterung allerdings etwas: Man sollte abwarten, bis die DNA-Technik soweit ist, dass man auch die DNA von so alten Mumien auswerten kann, erst dann wird man Gewissheit haben. Wie fast alle Filme dieser Reihe, endet auch dieser mit dem rekonstruierten Antlitz der Mumie. Eine optische Ähnlichkeit mit der berühmten Büste in Berlin kann nicht geleugnet werden (aber auch das ist natürlich kein hieb- und stichfester Beweis). Am Ende erhebt sich Nofretete in einem aufwändigen Spezialeffekt aus ihrem Grab und fährt mit einem Streitwagen zum Totengericht der Götter - wo sie nun endlich ihren Namen sagen kann. | ||
| Germanen, Die | Les Germains | Dokumentation | Dokufiction in 4 Teilen à 45 Minuten mit aufwändigen Spielszenen und Rekonstruktionen Erstsendung: Juli 2007 (Arte) EPISODENLISTE: 1, Barbaren gegen Rom 51 vor Christus - eigentlich zunächst einmal Cäsar gegen Gallien. 2, Die Varusschlacht 9 nach Christus 3, Entscheidung am Limes 250 nach Christus - Gladiatoren im heutigen Köln 4, Im Zeichen des Kreuzes 500 nach Christus - Frankenkönig Chlodwig wird Christ. Kritik: Der Ansatz dieser Reihe ist, das damalige Leben und historische Ereignisse anhand fiktiver Biografien nachzuzeichnen. Die Qualität und der Unterhaltungswert der Filme schwankt - dennoch gelingt es, dem Zuschauer das antike Leben in den Nordprovinzen plastisch vor Augen zu stellen. P.S. Wie wohl der Spitzname des Regisseurs ist? Vielleicht "Schokobär", wie in Scrubs. | ||
| Germanicus in der Unterwelt | Maciste contro i mostri | Guido Malatesta | Fetzig (weil alle Darsteller nur Felle tragen). Wenn man es im Programmheft erspäht: Augen zu und Fernseher auslassen – verflixt schlecht! Regie führte Guido Malatesta (heißt das schlechter Geschmack?) Immerhin führt uns der Film vor Augen, wie das Leben am Ende der Steinzeit in Europa vermutlich aussah - eben nicht so schick wie in "10.000 BC" oder "Atlantis - der verlorene Kontinent", sondern etwas "rustikaler". P.S.: Ein Germanicus kommt gar nicht vor. | ||
| Geschichte der Apostel, Die | Atti degli apostoli | Roberto Rossellini | vierteilige Fernsehserie à 60 Minuten, läuft regelmäßig auf bibel-tv (www.bibel-tv.de) Kurzinhalt: Erzählt wird die Geschichte der Apostel nach dem Tod von Jesus Christus. Kritik: Nachdem Pier Paolo Pasolini mit Das Erste Evangelium - Matthäus (1964) gezeigt hatte, wie man mit vergleichsweise einfachen Mitteln einen eindrucksvollen (und erfolgreichen!) Bibelfilm hinlegt, versuchten auch die itlienischen Meisterregisseure Zeffirelli und Rosselini dieses Kunststück. Rosselini hatte dabei freilich nicht so eine glückliche Hand. | ||
| Gewand, Das | The Robe | Henry Koster | 135 Minuten (es existiert eine 100minütige Fassung, die manchmal von den Öffentlich Rechtlichen gesendet wird) Fakten: Ein Stück Filmgeschichte: Der erste Film überhaupt im Breitwandverfahren Cinemascope (Seitenverhältnis 2,20:1 - also noch breiter als das Fernsehformat 16:9) Kurzinhalt: Pompöser Monumentalfilm um den römische Tribun Gallio, der Jesus Christus ans Kreuz geschlagen hat und so in Besitz von Jesu Kleidung kommt (das Gewand aus dem Titel). Doch dann wandelt er sich vom Verfolger zum Anhänger der Christen. Kritik: Der erste Cinemascope-Film ist natürlich filmgeschichtlich immer von Interesse (besonders für Fans), aber auf der Suche nach kurzweiliger Unterhaltung kann man Das Gewand getrost übergehen. Der Film behandelt in erster Linie religiöse Erleuchtung. Sicherlich kein schlechtes Thema, aber so wie es hier dargestellt wird, dürfte es kaum einen Zuschauer wirklich bewegen: Die Geschichte zieht sich hin und kommt nur langsam voran, noch dazu dient das christliche Thema nur als Hintegrund für (zugegebenermaßen gut gemachte) Action, Massen-Szenen und Großkulissen in Breitwand und Technicolor. Besonders problematisch dabei ist, dass der Sinn des ganzen Aufwandes zu sein scheint, am Ende den Märtyrertod zu verherrlichen - das ist nicht nur geschmacklich fragwürdig, sondern auch ideologisch. Man muss allerdings zugeben, dass die erstklassigen Schauspieler sich den schlimmsten Auswüchsen wirksam entgegenstellen. Besonders die Römer werden glaubwürdig, ja sogar interessant dargestellt (vor allem Caligula von Jay Robinson), und die Christen kämpfen sich recht wacker durch ihre dick aufgetragenen Schmalz-Dialoge. Die Ausstattung nimmt "Monumentalfilm" wörtlich: Überall glänzen Marmor und Gold, und selbst die kleinste Fläche ist noch mit aufwändigen Ornamenten verziert. Das ist zwar vollkommen unrealistisch (das alte Rom sah anders aus) - aber gleichzeitig auch ziemlich beeindruckend und etwas fürs Auge. Richtig auf die Nerven gehen dagegen die salbungsvolle, opernhafte Geigenmusik und die geradezu sensationell kitschigen Farben. Ausführliche Inhaltsangabe: Aus dem Off erklärt der Tribun Marcellus Gallio, dass Rom die Herrin der Welt ist. Ihre Götter schenken ihnen Siege und Wohlstand. Aus aller Herren Länder kommen Sklaven nach Rom. Dann sehen wir Gallio beim Bummel über den Sklavenmarkt. Er begegnet Diana wieder, einer alten, längst vergessenen Jugendliebe. Kaiser Tiberius ist nun ihr Vromund, da ihre Eltern tot sind, und Tiberius' Adoptivsohn Caligula will sie heiraten. Das ärgert Marcellus, ist er doch ein alter Intimfeind des Caligula. Da beide an der Sklavenauktion teilnehmen, nutzt er diese Gelegenheit, Caligula zu überbieten. Er bekommt für 3000 Goldstücke den Zuschlag für den Sklaven Demetrius, den Caligula eigentlich nur für 50 Goldstücke als Gladiator kaufen wollte. Was für ein Affront gegen den zukünftigen Kaiser! Kaum zu Hause erhält Marcellus auch schon die Nachricht, dass er nach Jerusalem versetzt wird. Sein Vater schimpft ihn aus: Die Konfrontation mit dem Kaiserhaus kann ihn nicht nur die Karriere, sondern sogar den Kopf kosten. Immerhin hat er ja jetzt einen großen und starken Sklaven, der sich in der Fremde um ihn kümmern kann. Im Hafen von Ostia nimmt Diana tränenreichen Abschied von Marcellus und verspricht, sich beim Kaiser für ihn zu verwenden. Sie findet es ungerecht, wie Caligula seine Launen an anderen auslässt - und ein bisschen Jugendliebe für Marcellus glüht auch noch in ihr. In Jerusalem wird Marcellus Augenzeuge, wie Jesus Christus gerade zu den Festtagen ankommt. Demetrius sieht Jesus und das Volk, das ihn freudig begrüßt – und ahnt dessen Bedeutung. Doch für soetwas hat Marcellus keinen Sinn, er schlägt die Zeit lieber mit Orgien tot. Bei einer dieser Feiern wird er beauftragt, den Aufrührer Jesus zu finden und zu verhaften. Sein Zenturio hat die Idee, für die Ergreifung 30 Silberlinge auszusetzen. Demetrius wird Zeuge des Gespräches, eilt fort und sucht Jesus, um ihn zu warnen – doch zu spät. In der Stadt trifft er Judas, der Jesus gerade verraten hat. Am nächsten Morgen wird Marcellus zu Statthalter Pilatus zitiert. Demetrius fleht ihn an, ein gutes Wort für Jesus einzulegen. Marcellus lehnt ab – für gesuchte Feinde Roms verwendet er sich nicht. Pilatus wird, dem Klischee entsprechend, beim Händewaschen gezeigt, währen er eine gute Nachricht für den Tribun hat: Er soll nach Capri zum Kaiser – Bericht erstatten. Offenbar hat er einflussreiche Freunde. Doch davor hat Pilatus noch eine Aufgabe: Gallio soll Jesus kreuzigen. Er soll ausreichend Leute mitnehmen, denn Pilatus erwartet, dass seine Anhängerk versuchen werden, ihn zu befreien. Doch das ist nicht der Fall. Tatenlos muss Demetrius mitansehen, wie Jesus gekreuzigt wird. Die beteiligten Soldaten würfeln um Jesu Habseligkeiten. Der Tribun gewinnt das Gewand. Ein gewaltiges Unwetter verdunkelt Jerusalem. Gallio legt das Gewand um – und es schnürt ihm die Kehle zu. Demetrius nimmt es ihm ab – und nutzt die Gelegenheit zur Flucht, nicht ohne den Tribun und das gesamte Römische Weltreich zu verfluchen. Auf dem Schiff nach Capri hat Gallio Wahnvorstellungen vom Gekreuzigten, so dass er völlig verändert ist, als er auf Capri endlich Diana wieder in seine Arme schließt: Er hat schwere Depressionen und blamiert sich dann auch noch vor dem Kaiser, indem er von Zauberei, dem Sohn Gottes und anderem unverständlichen Zeugs redet. Wider Erwarten jedoch unterstützen die Berater des Kaisers seine Thesen, so dass der Kaiser ihm den Auftrag gibt, das Gewand zu finden und zu zerstören, damit er gesund werden kann. Bei der Gelegenheit kann er sich bewähren und dem Kaiser die Namen der Anhänger Jesu zuspielen, hinter denen Tiberius die Feinde Roms vermutet: Leute, die für die Freiheit kämpfen, das Volk aufwiegeln und die Legionäre überfallen. Soetwas muss man im Keim ersticken. Tribun Gallio beginnt seine Suche in Kanaan. Er tritt als Kaufmann auf, der gebrauchte Textilien aufkauft, um sie in Rom zu veredeln. Da er viel zu viel bezahlt, hat er regen Zulauf. Justus, der Dorfälteste, gibt ihm das Geld wieder – denn das ist nicht der Sinn ihrer Lehren: Um Erlösung von dem Bösen beten und dann die Unwissenheit eines Fremden ausnutzen. Daraufhin geben alle ihr Geld wieder zurück. Marcellus behält Justus nun genau im Auge: Womöglich ein Anführer. Um ein Gespräch anzubahnen, schenkt er Justus' Enkel seinen Esel, vorgeblich aus Dankbarkeit, doch Gallio horcht ihn unauffällig aus. So erfährt er, dass Jesus ganz in der Nähe gelebt hat. Er erzählt ihm von der Hochzeit zu Kanaan, bei der Miriam, ein lahmes Mädchen, von Jesus erleuchtet wurde. Er besucht sie - aber sie durchschaut Marcellus und spricht ihn offen darauf an, dass er doch wohl ein Spion sei. Er gibt es zu und meint, er wolle durch den Verrat der Christen selbst wieder gesund werden und Rom helfen. Da erklärt sie ihm die Lehren Jesu, um zu zeigen, dass davon keine Gefahr ausgeht - im Gegenteil. Sie selbst ist gelähmt und beneidete die anderen Mädchen, die tanzen gehen konnten. Doch dann fand sie durch Jesu' Lehren ihren Platz in der Gesellschaft: Sie tanzt nicht, aber sie kann Harfe spielen, damit andere Tanzen können, und sie kann Gottes Wort predigen. Ein weiteres praktisches Anwendungsbeispiel sieht Marcellus auch gleich direkt vor sich auf der Straße: Justus‘ Enkel hat den Esel seinem Freund geschenkt - und freut sich, dass der Freund sich freut. Miriam empfiehlt Marcellus ein Gespräch mit Petrus, einem Jünger, der im Gasthaus auf Durchreise ist. Sie meint, er werde von seinen Leiden erlöst sein, wenn er den rechten Weg findet – zu sich selbst und zu Gott. Marcellus nickt und freut sich im Stillen, dass er auf diese Weise gleich die ganze Bande hochnehmen kann. In Petrus' Herberge findet Marcellus den Demetrius wieder. Er bewahrt das Gewand Christi auf. Demetrius meint, um Leute wie Marcellus zu erlösen, habe Jesus sich damals kreuzigen lassen. Marcellus spürt, dass da etwas dran sein muss, denn er ist plötzlich von aller Furcht befreit und fühlt sich erstmals wieder wohl. Gerne begl | ||
| Giacobbe ed Esau | Giacobbe ed Esau | Mario Landi | |||
| Gideon und Samson | I grandi condottieri | Marcello Baldi + Francisco Pérez-Dolz | 105 Minuten, deutsche TV-Premiere am 12.9.1992 beim ZDF Kurzinhalt: Im Freiheitskampf führt Gideon das Volk Israel gegen die Medianiter an, und Samson überlistet Delilah und die Philister. Kritik: Beides kurz und ohne Schnickschnack erzählt, überraschend leise und mit besinnlichen Zwischentönen – und nicht ohne Humor. Präzise charakterisierte Figuren, gute Musik und eine reizvolle Ausstattung unterstützen die Spielhandlung. | ||
| Giganten von Rom, Die | I Giganti di Roma | Antonio Margheriti | 95 Minuten Actionfilm, billig hergestellt - aber keineswegs schlecht. Inhalt Caesar belagert Alesia und erfährt, dass die Gallier eine geheime Superwaffe haben. Er sendet einen kleinen Trupp Legionäre ins feindliche Lager, um diese Waffe zu finden und zu zerstören. Was sie finden ist - ein Katapult. Das dürfte für Römer ja eigentlich nichts Neues sein. Der Trupp wird bei dem Versuch, diesen zu zerstören, entdeckt - und muss sich freikämpfen. Dabei stirbt ein Großteil der Soldaten. Nur Claudius kann sich zu Caesar durchschlagen - und dabei sogar noch eine Gefangene namens Livia mitnehmen. Caesar ist zufrieden, und gestattet Claudius, in Rom im Tempel der Venus zu heiraten. | ||
| Gladiator | Ridley Scott | 154 Minuten deutscher Kinostart: 25.5.2000 Kurzinhalt: Unter Kaiser Commodus fällt Feldherr Maximus in Ungnade und muss als Gladiator arbeiten. So bekommt er Gelegenheit zur Rache... Kritik: Der sensationell erfolgreiche Film weckte beim Publikum um die Jahrtausendwende großes Interesse an der klassischen Antike - und an weiteren Monumentalfilmen: Das ganze folgende Jahrzehnt kamen in kurzen Abständen zahlreiche bemerkenswerte Großproduktionen mit antikem Inhalt in die Kinos. Alleine dafür hat der Gladiator sich schon einen Ehrenplatz verdient. Entsprechend viel ist seither über den Film geschrieben worden. Unsere Meinung ist: Trotz des ganzen Aufwandes haben wir hier in erster Linie einen modernen, sehr durchdachten Actionfilm vor antikem Hintergrund. Alle Personen haben klare Motive, die Gewalt- und Action-Szenen werden sinnvoll eingesetzt, und das Ende ist ebenso nachdenklich wie interessant - allerdings hat das Ganze mit den historischen Fakten natürlich herzlich wenig zu tun. Das gilt auch für die Ausstattung: Die Bilder sind eindrucksvoll - allerdings sind sie keine exakte Rekonstruktion des antiken Rom (außer vielleicht das Kolosseum), sondern beruhen ausnahmslos auf Rom-Gemälden der Jahrhundertwende (z.B.: Commodus sitzt auf einem Thron aus der Zeit Napoleons). Das ist ausgesprochen ärgerlich, denn die technischen Möglichkeiten, am Computer praktisch jede Kulisse erzeugen zu können, und auch das Wissen über die Antike waren noch nie so groß wie jetzt: Es ist nicht nachvollziehbar, dass man bei solchen Filmen nicht darauf zurückgreift. Damit wurde die Chance, einem großen Publikum ein auch nur halbwegs realistisches Bild vom alten Rom zu zeigen, wieder mal vertan. Was bleibt, sind fast drei Stunden spannende Unterhaltung - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Fakten: * Die Computer-Animationen vom alten Rom stammen von der Mill Film aus London und wurden später für Sphinx: Spartacus - Gladiator gegen Rom (ZDF 2002) und Colosseum - Arena des Todes (BBC 2003) noch einmal verwendet. In dem Sphinx-Film sind Mitarbeiter der Firma bei der Arbeit an Gladiator zu sehen. | |||
| Gladiator von Rom, Der | Il Gladiatore di Roma | Mario Costa | 100 Minuten Kritik: Eine recht dröge Imitation von Quo Vadis, mit dem einzigen Unterschied, dass die Handlung unter Kaiser Caracalla und eben NICHT in Rom, sondern in den römischen Provinzen spielt. | ||
| Gladiatoren, Die | Demetrius and the Gladiators | Delmer Daves | 100 Minuten Kurzinhalt: Der zweite Film, der in Cincemascope gedreht wurde, während der erste (Das Gewand) noch nicht einmal fertig geschnitten war. Die Gladiatoren knüpft inhaltlich direkt an Das Gewand an und erzählt die Geschichte von Demetrius, den Diener von Tribun Gallio, zu Ende. Kritik Der Film ist in erster Linie Recycling der prunkvollen (aber von jeder archäologischen Exaktheit freien) Gewand-Kulissen. Um den Zuschauer in den Genuss des damals noch neuen Breitwand-Verfahrens zu bringen, gibt es viele lange Kamerafahrten in den teuren Dekorationen - die inhaltlich völlig sinnfrei sind, die Handlung ausbremsen und daher den heutigen Betrachter (der NICHT in den Genuss von Cinemascope kommt) nur noch langweilen. Herausgekommen ist ein düsteres Drama, bevölkert von zahlreichen nach Schema F entworfenen Schablonen-Menschen. Demetrius‘ Verlust und Wiederentdeckung des Glaubens sind heuchlerischer Kitsch, noch verstärkt durch kaum zu ertragende Schmalz-Musik. Es mutet auch recht befremdlich an, wie unbefangen man den Apostel Petrus in einen weitgehend unreligiösen Gladiatoren-Film gestellt hat. Die ausgezeichneten Action-Szenen in der Arena allerdings sind uneingeschränkt sehenswert. Sie lassen erahnen, was die Römer daran faszinierte. Das tut auch Robinsons kraftvolle Interpretation von Caligula, der sich damit wohltuend von den ganzen blassen und öden Gutmenschen um ihn herum abhebt. Letztere wirken tatsächlich nur in den Szenen mit Caligula lebendig, sie sich profilieren und sogar schlagfertig sein dürfen. Insgesamt überwiegt die Langeweile. Fakten *Ed Fury machte später in Italien Karriere - bis heute denkt man bei ihm vor allem an den Muskelhelden Ursus. *Richard Egan spielte 1960 in Der Löwe von Sparta und Das Schwert von Persien jeweils einen antiken König. ausführlicher Inhalt: Der Film knüpft exakt bei den Szenen an, wo Das Gewand aufhörte: Vor ihrem Tod gibt Diana das Gewand des Herrn einem Sklaven, der es Petrus überbingt. Petrus vertraut es Demetrius an. Kaiser Caligula wundert sich derweil, dass die Christen scheinbar keine Angst vor dem Tod haben. Claudius vermutet, es könne damit zusammenhängen, dass sie an ein Weiterleben nach dem Tod glauben. Dieses, so denkt Caligula, hängt mit dem Gewand zusammen. Da muss es eine Art Zauber geben, der die Toten wieder lebendig macht. Er lässt das Gewand suchen. Die Soldaten nehmen sich alle vor, die damals mit der Sache zu tun hatten. Demetrius lebt inzwischen in einer Töpferei. Als man auch bei ihm eine Haussuchung macht, findet man das Gewand. Als Demetrius es verteidigt, wird ein Legionär getötet. Das Gewand kommt nun in Caligulas Besitz. Er will dessen Zauberkräfte gleich ausprobieren. Dazu lässt er einen Gefangenen töten, legt sich das Gewand über und glaubt, den Toten nun wieder zum Leben erwecken zu können. Natürlich klappt das nicht. Nun ist das Gewand wertlos für ihn. Ein Palastangestellter, dem Demetrius einst das Leben gerettet hat, nimmt es heimlich an sich. Wegen des Mordes an dem Legionär landet Demetrius vor Gericht. Da er nicht beweisen kann, dass er von seinem ehemaligen Herrn Marcellus freigelassen wurde, verurteilt man ihm zum Tod in der Arena - als Gladiator. Demetrius stellt sich in der Gladiatorenschule nicht ungeschickt an und liefert den Zuschauern (der Arena und des Films) spannende Kämpfe. Allerdings fällt er angesichts der vielen Grausamkeiten, die Gott zulässt, vom Glauben ab - unter anderem wird seine Töpferfreundin Lucia bei einem der rauschenden Feste, die die Gladiatoren vor wichtigen Kämpfen feiern, vergewaltigt und dann getötet. Messalina, die Frau des Besitzers der Gladiatorenschule, findet gefallen an Demetrius. Sie hat einen gewissen Ruf, streitet aber stets alles ab: „Ich bin meinem Mann treu ergeben“, sagt sie, „Ja, gewiss - das ist Stadtgespräch“, kontert Kaiser Caligula. Jedenfalls holt sie Demetrius aus der Arena und zu sich in den Palast (denn ihr Mann Claudius ist ein Verwandter des Kaisers). Bei ihr schläft sich Demetrius zum Präfekten der Prätorianergarde hoch - und bekommt als solcher Caligulas Wahnsinn hautnah mit. Materiell geht es ihm gut, aber natürlich gefällt ihm die grausame Diktatur nicht, für die er arbeitet. Eines Tages sucht Petrus ihn auf und führt ihn in die Katakomben - zu Lucia. Siehe da: Sie ist nicht tot. Gott schützt die reine Seele. Dadurch findet Demetrius zum Glauben zurück. Inzwischen sind die anderen Gladiatoren der Grausamkeiten des Kaisers überdrüssig und töten ihn. Überraschenderweise wird nun ausgerechnet Claudius neuer Kaiser, der sogleich religiöse Toleranz verkündet. Messalina, nun die First Lady von Rom, schwört ihrem lockeren Lebenswandel ab und ihrem Mann die Treue. Zufrieden, denn ihre Arbeit ist getan, gehen Petrus und Demetrius von dannen (neuen Abenteuern entgegen?). | ||
| Gold der Cäsaren, Das | Oro per i Cesari | André de Toth + Riccardo Freda | 90 Minuten Kurzinhalt: Kaiser Nerva stirbt. Maximus, der Statthalter von Gallien, wittert seine Chance: Er will Bestechungsgelder in Rom ausschütten, damit ER als neuer Kaiser ausgerufen wird - und nicht Trajan. Doch dazu braucht er Gold. Das will er den Bergwerken der benachbarten Eingeborenen entreißen - eine unwillkommene Aufgabe für Architekt Lacer, der sich eigentlich in Gallien aufhält, um Brücken und Wasserleitungen zu bauen. Kritik: Natürlich darf man nicht die differenzierte Erzählung der preigekrönten Romanvorlage erwarten, aber dennoch: Die Liebesgeschichte und die Goldsuche werden glaubhaft und interessant entwickelt. Die Dialoge sind gut und die Personen glaubwürdig - und werden zudem auch noch von guten Schauspielern ordentlich dargestellt. Dazu kommen gute Musik, teilweise sehr schöne und aufwändige Kulissen und gute Action-Szenen. Besonders am Anfang kann der Film fesseln, wenn interessante Schauplätze und sehr lebendige römische Alltagsszenen gezeigt werden, wie man sie nicht so oft zu sehen bekommt: Sklaven beim Brückenbau, Arbeit in einer Goldmine, das Fest der Saturnalien uvm. Doch leider hält der Film dieses Niveau nicht durch: Gegen Ende gleitet alles zusehends in das übliche italienische Action-Getümmel ab. Schade. Fakten: * Interessanterweise wird die Grundidee archäologisch bestätigt - zu sehen im ZDF-Zweiteiler Terra X: Der Limes (2009). * Eigentlich war dieses Drehbuch für einen großen Monumentalfilm vorgesehen - aber MGM hatte mit Der König der Könige gerade eine kostenintensive und komplizierte Produktion hinter sich, die im Kino nicht so gut lief, wie erhofft. Deswegen wurde die Gold-Geschichte als wesentlich billigeres Euro-Epic gedreht. | ||
| Goliath - Der Kampf der Makkabaeer | Il vecchio testamento | Gianfranco Parolini | 120 Minuten Der deutsche Verleihtitel sagt es schon: Thema ist nicht das alte Testament, sondern der Aufstand der Makkabäer, die gegen die Syrische Unterdrückung revoltierten. Man beachte, dass Ivano Staccioli einen Künstlernamen gewählt hat, der Charlton Heston sehr ähnlich ist. Hoffte man, dass die Zuschauer auf den Kinoplakaten nicht richtig hinsehen? | ||
| Goliath at the Conquest of Damascus | Golia alla conquista di Bagdad | Domenico Paolella | 95 Minuten - es existiert keine deutsche Synchronfassung. Die Kurden erobern Bagdad und schicken König Selim und Tochter Myriam ins Exil. Myriam versucht nun, ihren Verlobten, den Kalifen von Nisibi, zu erreichen, um ihn zu heiraten. Natürlich wollen die Kurden dies verhindern, denn die Armee von Nisibi könnte Bagdad zurückerobern. Zum Glück erfährt Goliath davon und beschützt Myriam. Gemeinsam mit der Armee von Nisibi erobert er dann auch tatsächlich Bagdad zurück (das in der US-Version überraschenderweise zu Damaskus wurde). Ein paar Kampfszenen stammen aus dem Vorgängerfilm Herkules gegen die Tyrannen von Babylon. | ||
| Goliath und Herkules / Der Tiger von Sardes | Goliath e la schiava ribelle | Mario Caiano | 105 Minuten Kurzinhalt: Gordian wird beschuldigt, den König von Lydien ermordet zu haben. Fakten: Georges de Beauregard produzierte in seiner kurzen Produktionsgeschichte immerhin einen internationalen Welthit: Außer Atem (1960), einen Klassiker der Neuen Welle. | ||
| Good for Evil | Carità cristiana | Stummfilm, Schwarzweiß Länge, Besetzung und Handlung unbekannt. Cines beendete seine 50jährige Firmengeschichte 1956 mit Die Sklavinnen von Karthago. | |||
| Gospel Road: A Story of Jesus | Robert Elfstrom | 93 Minuten Kurzinhalt: Eine Reise durch das heilige Land. Szenen aus dem Leben Jesu werden an Originalschauplätzen nachgespielt, und Johnny Cash singt dazu. Kritik: Ebenso interessant, wie kurios. Wer Cash und seine Lieder mag, wird auch diesen Film mögen. Fakten: * Der Regisseur des Filmes stellt Jesus dar - allerdings ohne ein Wort zu sagen. * June Carter und Johnny Cash waren miteinander verheiratet. | |||
| Gottes zehn Gebote | Zeichentrickserie in 15 Folgen à 25 Minuten. | ||||
| grausame Schöne - Messalina, Die | Messalina | Carmine Gallone | 100 Minuten, schwarzweiß Kritik: Der Film beruft sich im Vorspann auf Tacitus - und tatsächlich stellt der in seinen "Annalen" die Vorgänge, die zu Messalinas Tod führten, ähnlich dar. Trotzdem sind viele Dialoge nur nichtssagendes Blabla - und ziehen sich zäh und uninteressant hin wie Kaugummi. Noch dazu konnte sich Gallone nicht recht entscheiden, ob er ein Drama oder eine Komödie wollte. Der Film lohnt sich allerdings wegen seines authentischen Looks. Die beeindruckenden Dekorationsbauten und verschwenderischen Kostüme können es mit jeder amerikanischen Super-Produktion aufnehmen. Insbesondere die Szenen in den Straßen Roms wirken bisweilen direkt realistisch (und an diesen Stellen sind auch die Dialoge gar nicht so übel). Ein paar auffallend kurze Massenszenen scheinen aus Gallones "Scipione l'africano" (1937) zu stammen. Es fällt auf, wie viel Mühe man sich damals auch mit einer ausgefeilten Licht-Regie gegeben hat. Etwa 10 Jahre später wurden viele Italo-Epics nur noch in eine langweilige Licht-Einheitssoße getaucht, die kaum noch Akzente setzte. ausführliche Inhaltsangabe: Der Film hat den falschen Titel, er müsste eigentlich "Menester" heißen. Doch der Reihe nach: Messalina läßt General Valerius, einen erklärten Gegner des Kaiserhauses, zum Tode verurteilen. Kurz vor seinem Freitod ernennt er Caius Silius, den designierten neuen Konsul, zum neuen Anführer der Oppositionsbewegung im Untergrund. Was er nicht ahnt: Caius liebt Messalina - ebenso wie Lucius, der Sohn des Menester. Doch Lucius macht einen Fehler: Er gibt mit seiner kaiserlichen Liebschaft an. Das Messalina nicht zulassen. Sie tötet ihn. Vater Menester erfährt, dass sie die Mörderin war, und sinnt daraufhin verständlicherweise auf Rache. Als erstes flüstert er der Kaiserin einen Plan ein, wie sie unbeschadet Claudius stürzen und Caius heiraten kann. Bei einem prunkvollen Fest in den Gärten des Lukullus tritt daraufhin also wie verabredet eine Wahrsagerin auf, die dem Kaiser erzählt: In drei Tagen würde der Gatte der Messalina sterben. Das schlägt Claudius aufs Gemüt - doch Messalina hat eine Idee: Um die Prophezeihung von Claudius abzuwenden, könnte sie doch stattdessen heimlich Caius heiraten. Dann trifft diesen der Schicksalsschlag. Claudius stimmt begeistert zu - und begibt sich zur Einweihung des neuen Hafens nach Ostia. Was er nicht ahnt: Das war von Anfang an Menesters und Messalinas Plan und die Wahrsagerin nur ein Fake! Messalina zeigt sich in aller Öffentlichkeit mit Caius und läßt verkünden, Claudius sei so krank, dass er seinen Pflichten nicht nachkommen kann (Wenn der Zuschauer bis hierher durchgehalten hat, wird er mit einer aufwändigen Massenszene im Circus belohnt). Da der Film etwa zeitgleich mit "Quo Vadis" in die Kinos kam, verzichtete man nicht auf eine kleine Christen-Einlage: Im Circus nutzt eine Christin die Gunst der Stunde zur Missionierung (die Leute in den Kerkern können ja nicht weg, sie müssen ihr also zuhören). Ein zum Tode verurteiltes Liebespaar läßt sich zu Jesus bekehren. Als sie dann in der Arena stehen und man die Löwen auf die beiden losläßt, kommt es zu einer "umgekehrten" Quo-Vadis-Szene: die Frau stellt sich schützend vor ihren Mann - und die Löwen weichen zurück (bei "Quo Vadis" stand Ursus schützend vor der Frau - und die Tiere griffen an). Messalina plant inzwischen, Caius bald in einem prunkvollen Fest zu heiraten und dann zum Kaiser ausrufen zu lassen. Doch sie hat die Rechnung ohne Menester gemacht, denn der läßt seine kunstvolle Falle nun zuschnappen: Er schickt dem Kaiser eine Botschaft nach Ostia, in der er Messalinas Pläne offenbart. Claudius reist sofort zurück nach Rom, um nach dem Rechten zu sehen - gerade als Messalina die Hochzeit mit Caius feiert. In Panik flüchten alle Gäste. Caius begibt sich zu seinen Leuten im Untergrund - doch diese sehen in ihm einen Verräter und töten ihn (nicht ahnend, dass sie damit die vorgebliche Prophezeihung tatsähclich erfüllen). Messalina will sich mit dem Kaiser aussprechen - doch Menester läßt diesen systematisch abschirmen. Nun ist sie ganz allein - und wählt den Freitod (bei Tacitus ist es Narcissus, der die Verschwörung aufdeckt, und Caius und Messalina von den Prätorianern töten läßt). In der Schlusseinstellung sieht man die tote Messalina umgeben von Huren und Gladiatoren - derweil sich das christliche Paar (aus der Arena) durch die Stadttore auf den Weg in ein (besseres?) Leben macht. | ||
| Great Commandment, The | Irving Pichel | 85 Minuten Der erste Bibelfilm des rührigen Priesters James K. Friedrich. Day of Triumph, The Living Christ und The Living Bible sollten in den 50er Jahren folgen. Erzählt werden die letzten Tage von Jesus Christus vor dem Hintergrund von zwei zerstrittenen Brüdern: Der eine will Israel mit dem Schwert von den Römern befreien, der andere vertraut auf den Messias. | |||
| Greatest Heroes of the Bible | Greatest Heroes of the Bible | James L. Conway | Abraham's Sacrifice Daniel and Nebuchadnezzar Daniel in the Lions' Den David & Goliath Jacob's Challenge Joseph in Egypt Joshua and the Battle of Jericho Samson and Delilah Sodom and Gomorrah The Judgment of Solomon The Story of Esther The Story of Moses: Part 1 The Story of Moses: Part 2 The Story of Noah: Part 1 The Story of Noah: Part 2 The Ten Commandments The Tower of Babel | ||
| Greatful Heart, A | Originaltitel, Herstellungsland, genaues Produktionsjahr, Besetzung, Handlung und Länge unbekannt. vermutlich eine biblische Geschichte. | ||||
| Griechen, Die | Dokumentation | Dokureihe in 3 Teilen à 30 Minuten, läuft regelmäßig in Sendern der ARD EPISODENLISTE: 1, Götter, Menschen, Mythen 2, Helden, Geschichten und Geschichte 3, Der Traum vom Weltreich | |||
| Große Wagenrennen, Das / Die Legende von Ben Hur | Event | mehrstündiges Live-Spektakel, das 2010 durch Deutschland tingelt www.wagenrennen.com | |||
| großen Rätsel, Die | Dokumentation | Die Reihe geht zahlreichen Rätseln vergangener Tage auf den Grund, u.a. wo Atlantis gelegen hat und wie die Pharaonen ihre monumentalen Gräber bauten. Vieles davon erweist sich als wilde Spekulation, so dass die wenigen naturwissenschaftlich exakten Ansatzpunkte gnadenlos untergehen. Nur ein Beispiel: Wie die alten Ägypter eine Alabastervase herstellen konnten, die innen hohl ist, ist für den Autor des Filmes ein echtes Rätsel! Wir laden ihn gerne zu uns in die Redaktion ein und zeigen ihm, wie man das macht. | |||
| größte der Gladiatoren, Der | Il magnifico gladiatore | Alfonso Brescia | 95 Minuten (deutsche Version: 75 Minuten) Inhalt: Attalus und Zullo lieben beide Velida, die Tochter des Kaisers Gallienus. Der böse Prätorianer-Kommandant Zullo will seinen Nebenbuhler beseitigen und schwärzt ihn beim Kaiser als Verräter an. Gallienus aber durchschaut das Manöver und schickt Zullo nach Dakien an die Front. Da kommt Zullo eine Idee: Er ersetzt den Kaiser durch einen täuschend ähnlich geschminkten Schauspieler. Dieser rehabilitiert ihn und schickt Attalus stattdessen in die Verbannung. Attalus entkommt, sucht sich Gladiatoren, die ihm helfen, entlarvt den falschen Kaiser, setzt den richtigen wieder ein und heiratet dessen Tochter. Kritik: Altmodisch und vorhersehbar - aber immerhin: Die actionreiche Inszenierung ist recht temporeich (kein Wunder: in Deutschland wurden ganze 20 Minuten herausgeschnitten), und die Ausstattung ist sehr ästhetisch und wirkt glaubwürdig als Rom des 3. Jahrhunderts. Fakten: * Kaiser Gallienus (253 bis 268) hatte nur Söhne. | ||
| größte Geschichte aller Zeiten, Die | The Greatest Story Ever Told | George Stevens | Premiere: 225 Minuten (deutsche Fassung: 175 Minuten) Kurzinhalt: Die Lebensgeschichte Jesu Kritik: Gelegentlich nicht uninteressant (vor allem da von Sydow den Heiland mit beeindruckender Nachdenklichkeit spielt) - doch meist schlicht zum Gähnen: Die Inszenierung schleppt sich träge dahin - und die graue, düstere, unglaubwürdige Ausstattung trägt auch nicht gerade dazu bei, dass man sich den Film gerne ansieht. | ||
| größte Sieg des Herkules, Der | Ercole l'invincibile | Alvaro Mancori | 85 Minuten Kritik: Plump und langamtig. Gegen Ende nimmt der Film zwar etwas Fahrt auf und wird einfallsreicher (sogar recht humorvoll) - das rettet ihn aber nicht. Fakten: * Die Ausstattung des unterirdischen Reiches der Demios nimmt das Erscheinungsbild der Conan-Filme schon vorweg. | ||
| Gärten Eden, Die | I Giardini dell'Eden | Alessandro D'Alatri | 100 Minuten Das Leben Jesu vom Kindesalter bis zu seinem Zusammentreffen mit Petrus. Parallel dazu erzählt der Film von der Gründung des Staates Israel und dem zeitlgleichen Auffinden der Schriftrollen von Qumran am Toten Meer 1947. | ||
| Götter der Griechen und Römer - Der Glaube der Alten | Dokumentation | 40minütige Doku, läuft regelmäßig auf ntv history Kurzinhalt: 40minütiger Parcours-Ritt durch die Antike von Kreta bis Rom, von Urmutter Gaia bis Jesus Christus - mit Zwischenstopps bei den den Minoern und den Etruskern. Etwa 3000 Jahre europäische Religionsgeschichte (bis das Christentum im 4. Jahrhundert Staatsreligion wird) werden zusammengefasst. Die wichtigsten Götter und Glaubensrichtungen werden vorgestellt und aufgezeigt, wie sie sich durch die Jahrhunderte entwickelten. Kritik: Anschaulich und interessant - und lädt zum Nachdenken ein, wie es wohl mit unserer Kultur weitergehen wird. | |||
| Hannibal | Annibale | Carlo Ludovico Bragaglia / Edgar G. Ulmer | 103 Minuten Langatmig, historisch nicht korrekt, handwerklich schlecht gemacht - lohnt sich nur für Hill/Spencer-Fans: Wenn man genau hinsieht, kann man die beiden als ganz junge Leute unter den Nebenrollen entdecken. | ||
| Hannibal (?) | Originaltitel, Besetzung, Handlung und Länge unbekannt. Vermutlich geht es um Hannibals Zug über die Alpen und seinen Kampf gegen Rom. | ||||
| Hatschepsut - Die Frau auf dem Pharaonenthron | Dokumentation | 45 minütige Dokumentation über die einzige Frau in der Geschichte, die als Pharao über Ägypten herrschte. Der Film taucht gelegentlich bei Phoenix oder dem ZDF Dokukanal auf. Die Fakten (eine Frau, die sich in einer Männerrolle behauptet, die Forschungsreise nach Punt, Thutmosis III usw) sind hochinteressant, werden allerdings recht trocken aneinandergereiht und filmisch kaum umgesetzt. Schade. Die legendäre Königin hätte einen besseren Film verdient. | |||
| Haut den Herkules | The Three Stooges Meet Hercules | Edward Bernds | 90 Minuten, Schwarzweiß Eine Parodie auf Der Untergang von Troja, Ben Hur und diverse Herkules-Filme - Höhepunkt ist ein Wagenrennen, bei dem Torten geworfen werden. Inhalt: Mit einer Zeitmaschine, die Schuyler gebaut hat, reisen die Stooges und er ins alte Griechenland. Dort ärgern sie den König von Ithaka so sehr, dass er sie auf die Galeeren schickt. Durch das ständige Rudern bekommt Schuyler beeindruckende Muskeln. Sie fliehen vom Schiff und geben Schuyler als Herkules aus, um mit seinen Auftritten Geld zu verdienen. Das stört natürlich den echten Herkules, der Schuyler zu einem Zweikampf herausfordert - den Schuyler sogar gewinnt. Nachdem sie dergestalten die Antike durcheinandergewirbelt haben, kehren die vier in ihre Zeit zurück. | ||
| Heart of Salome, The | Victor Schertzinger | Handlung, Epoche und Länge unbekannt. Vermutlich eine weitere Verfilmung der Geschichte um Salome, ihren Tanz und den Kopf des Propheten. | |||
| Held von Attika, Der | Il Tiranno di Siracusa | Curtis Bernhardt | |||
| Helena | Manfred Noa | Arte zeigte am 30.11.2001 eine 204minütige Version. Kurzinhalt: Die Geschichte vom Trojanischen Krieg und der schönen Helena - von dem Moment, wo sie und Paris sich das erste Mal treffen, bis zum Untergang Trojas. Kritik: Insgesamt ein sehenswerter Monumentalfilm, den sich Fans nicht entgehen lassen sollten. Inszenierung und Kamera-Arbeit sind auf der Höhe ihrer Zeit und nicht uninteressant. Die moderne Klimpermusik von arte hingegen setzt nur wenige Akzente und langweilt schon nach kurzer Zeit. Die sehr aufwändige und ästhetische Ausstattung ist zum Teil eine überraschend gut gelungene Rekonstruktion antiker Gebäude, zum Teil pure Phantasie – aber diese Mischung ist der trojanische Krieg ja auch. Der verwickelten Handlung kann man oft nur schwer folgen - insbesondere im zweiten Teil mangelt es an Informationen, um die Handlungsweise der Personen besser zu verstehen. Aber das mag einfach daran liegen, dass der Film nicht mehr vollständig ist und auch seine Bildqualität im Laufe der Jahrzehnte stark gelitten hat. Ausführliche Inhaltsangabe: Teil 1 Der Film holt weit aus – er beginnt bei den Vorbereitungen der Festspiele auf der Insel Kythera. Helena von Sparta ist ausgewählt, die Königin der Spiele zu sein und dem Adonis geweiht zu werden. Helena will sich nicht den Blicken der anderen Männer aussetzen – aber ihr Gemahl Menelaos will sich mit ihr brüsten – und schickt den Priestern eine Zusage. Sein Wahrsager warnt ihn: Helena werde ihn für einen anderen Mann verlassen. In Troja tobt derweil eine Seuche. Auch hier gibt es einen Wahrsager mit wenig erbaulichen Prophezeihungen: Er erklärt dem greisen König Priamos, dass er sterbend den Untergang seines Reiches sehen wird. Derweil träumt Paris nichtsahnend bei seiner Schafsherde einen folgenschweren Traum: Gott Hermes ruft ihn. Paris soll bei einer Art Miss-Wahl entscheiden, welche von drei Göttinnen die schönste sei. Athene verspricht ihm ewigen Ruhm (war es bei Homer nicht Weisheit?). Hera verspricht ihm Macht. Aphrodite verspricht ihm die Liebe der schönsten Frau der Welt. Kurzentschlossen gibt Paris ihr den goldenen Apfel. Sie lächelt und meint, er solle immer der Taube folgen, die würde ihn zu der versprochenen Frau bringen... doch zunächst wird Paris vom alten Hirten geweckt, der ihn zum Frühlingsfest nach Troja einladen will. Auf dem Fest will keine rechte Stimmung aufkommen, da Hera und Athene beleidigt sind und ihre Standbilder zerstört haben. Der greise König Priamos sucht nun jemanden, der mit dem Schiff die lange und gefahrvolle Reise auf sich nimmt, um ein Sühneopfer darzubringen. Paris ahnt den Zusammenhang mit seinem Traum und meldet sich. Als er in See sticht, lässt sich eine Taube bei ihm nieder. Mit an Bord sind festlich geschmückte Stiere, die er als Opfer darbringen soll. Derweil werden in Kythera die heiligen Spiele ausgetragen. Helena wacht auf ihrem Thron über die Athleten und verteilt Siegeskränze. Sie döst vor sich hin. Im Traum erscheint ihr das Bild von Paris (eine Art Vorschau, Coming attractions). Vor dem Streiwagenrennen erinnert sich Menelaos an die Weissagung und will die jungen Leute, die alle einen Kranz aus Helenas Hand gewinnen wollen, unauffällig ausschalten. Er beauftragt daher seinen Berater, dafür zu sorgen, dass er auf jeden Fall siegen wird. Der Berater tut sein Bestes, aber vergebens: Achilles wird von einem Blick auf Helena so verzaubert, dass er an allen Konkurrenten und allen Fallen vorbeiprescht - und siegt. Menelaos befürchtet das Schlimmste. Achilles zerstreut dies, indem er alle Anwesenden zu einem Schwur ermuntert, jeden mit Krieg zu belegen, der Helena schaden will. Helena soll nun die Nacht auf der Insel des Adonis verbringen, dem Sohn der Aphrodite (wir erinnern uns, wem Paris den Apfel gegeben hat). Danach soll sie die Siegeskränze verteilen. Menelaos ahnt, dass sich die Prophezeihung jetzt erfüllen könnte. Er sucht Helena im rituellen Badehaus auf und bietet ihr an, mit ihm nach Hause zu gehen – doch zu spät. Die Priester kommen schon, um sie auf das Inselchen zu bringen. Derweil führt die Taube Paris vom vorgesehenen Weg ab - direkt nach Kythera. Die Mannschaft meutert, das Wetter ist schlecht, das Gewässer unbekannt - da fleht Paris Aphrodite an, und das Meer beruhigt sich. Die Männer knien nieder – einem Mann mit so viel Macht folgen sie, wohin er will. So landet er an dem Inselchen mit dem Adonistempel. Paris bricht in den Tempel ein und schnappt sich Helena – die keinen Widerstand leistet, da sie ihn irrtümlich für Adonis hält, weil er ihr vorher im Traum erschienen war. Paris besteigt mit ihr das Schiff – just in dem Moment als die Priester zurück auf die Insel kommen. Da sein Segel im Sturm gerissen ist, kommt Paris nicht vom Fleck. Da raubt er der Aphroditestatue das Peplum (Obergewand) und nimmt es als Segel. Nun nimmt sein Schiff Fahrt auf. Törichterweise lässt er in der Eile seine Opferochsen zurück. An deren Siegel erkennen die Priester, wer Helena geraubt hat. Sie eilen zum Bankett der Fürsten und melden es. Dort erinnert Achilles die Anwesenden an ihren Schwur. In Troja spitzt sich die Lage zu: Die Seuche erreicht ihren Höhepunkt und Paris ist immer noch nicht zurück. Priamos überlegt, ob es sinnvoll ist, Troja vielleicht dem Schutz einer anderen, mächtigeren Gottheit anzuempfehlen. Doch welcher? Er wartet auf ein göttliches Zeichen. Paris gerät inzwischen vor Troja in einen schweren Sturm und landet als Schiffbrüchiger in der Heimat. Die Trojaner finden am Strand den Mantel der Aphroditestatue, der dem Schiff als Segel diente. Dies ist das Zeichen, auf das Priamos gewartet hat! Paris eilt, von alldem nichts ahnend zum alten Hirten. Dieser beichtet ihm, dass Paris in Wirklichkeit der Sohn des Königs Priamos ist. Priamos hatte ihm Paris einst als Baby gegeben, damit er es töte. Denn der Wahrsager (wir kennen ihn und seine lebensbejahenden Visionen bereits) hatte vorausgesagt, dass Paris Trojas Untergang bedeuten werde. Der Hirte aber hatte es nicht übers Herz gebracht, den Knaben zu töten. Nun geht Paris mit seiner geraubten Braut in die Stadt und zieht im Palast ein. Genau bei Helenas Ankunft endet die lange Seuche, so dass der König sie für wundertätig hält. Außerdem war sie dem Sohn der Aphrodite geweiht, und unter ihrem Schutz steht Troja ja jetzt. Aber nun landen die Griechenfürsten – und fordern Helena zurück. Priamos weigert sich: Helena sei wundertätig und damit die Hoffnung seines leidenden Volkes. Helena will auch gar nicht, denn Aphrodite selbst, so denkt sie, hat sie ja verliebt in Paris gemacht. Menelaos geht - um mit seinen Soldaten zurückzukommen. Der Krieg beginnt. Der Wahrsager des Priamos meint, er solle Helena ausliefern, sie sei Teil der Prophezeihung – doch da lässt Priamos, des dauernden negativen Geschwätzes überdrüssig, den Mann kurzerhand in ein Verließ werfen. Teil 2 (Im Gegensatz zum ersten Teil hat die Handlung im zweiten ein paar Logik-Löcher, auf die der Film nicht näher eingeht.) 8 Jahre später ist immer noch Krieg. Paris ist inzwischen als Königssohn akzeptiert und damit Hektors Bruder. Hektor weigerte sich lange, in den Krieg zu ziehen, da er Weib und Kind hat. Nun ist die Lage so ernst, dass er seine Meinung ändert. Priamos zittert um seinen Sohn, steigt hinab in den Kerker zum Wahrsager, besticht ihn und fragt, ob die Weissagung unabänderlich sei. Der Seher bedauert: Nix zu machen: Troja wird untergehen. Da lässt Priamos ihn töten. Im Lager der Griechen hat Achilles einen Freund, zu dem ein homosexuelles Verhältnis angedeutet wird. Auch Achilles weigert sich zu kämpfen (warum?). Da zieht sein Freund in dessen Rüstung in den Krieg, um die Trojer durch diese vorgetäuschte Anwesenheit zu entmutigen. Aber von wegen - Hektor erschlägt den Freund und brüstet sich, den unbesiegbaren Achilles erschlagen zu haben. Dieser schwört an der Leiche des Freundes, Rache zu nehmen. Gesagt - getan: Er erschlägt Hektor – und schleift die Leiche mit seinem Wagen um die Stadt. Priamos und seine Frau erscheinen mit Quartier des Achilles und erbitten die Leiche ihres Sohnes – doch er verweigert diesem ein | |||
| Helena von Troja | Helen of Troy | John Kent Harrison | 170 Minuten, wurde als zweiteiliger Fernsehfilm gesendet. Hält sich auch nicht an Homer, ist aber ein interessanter Film mit einem überraschend glaubwürdigen Troja (gedreht in Malta). | ||
| Her mit den römischen Sklavinnen! | Up Pompeii | Bob Kellett | 90 Minuten Kritik: Die Dekorationen sind erstaunlich aufwändig für so eine billige Klamotte wie diese - und sorgen dafür, dass man bis zum Ende durchhält, auch wenn einem der Humor nicht immer zusagt. Die unablässigen erotischen Witzchen sind nämlich nur manchmal spritzig, oft pubertär und immer flach. Auch merkt man an den gelegentliche Längen, dass das Ganze schon etwas älteren Datums ist. Das trübt zwar den Spaß an diesem fröhliche Herumalbern - aber nicht übermäßig: Dieser Film ist genau die Art von Trash, die man sich als Monumentalfilm-Parodie gerne gefallen lässt. Fakten: * In England war die Idee sehr erfolgreich. Es gab eine Up Pompeii-Fernsehserie von insgesamt 16 Episoden (à 30 Minuten), die zwischen 1969 und 1991 gedreht wurden - jedes Mal mit Frankie Howerd als Lurcio. Der Film war als eine Art Special zur Serie gedacht. * Talbot Rothwell ist der Autor zahleicher Carry on-Filme - auch der Antiken-Klamotte Ist ja irre- Cäsar liebt Cleopatra (1964). * Nero war beim Ausbruch des Vesuv schon 10 Jahre tot und Kaiser Titus an der Macht. Für die Schlusspointe musste das allerdings ignoriert werden (lassen Sie sich überraschen). | ||
| Herausforderung des Herkules, Die | La sfida dei giganti | Maurizio Lucidi | 96 Minuten Kurzinhalt: Während Herkules in der Unterwelt seinen Sohn rettet, nutzt ein Betrüger seinen Namen. Kritik: Akzeptabel, da nicht ganz so simpel gestrickt, sondern streckenweise sogar erfrischend komisch. Die Ausstattung sieht gut aus, die Spezialeffekte sind schaurig schön. | ||
| Hercules | Hercules | Ron Clements und John Musker | 93minütiger Zeichentrickfilm | ||
| Hercules and the Princess of Troy | 50minütiger Fernsehfilm | ||||
| Hercules und das Amazonenheer | Bill L. Norton | 91 Minuten Kritik: Schöne Spezialeffekte - sonst weitgehend uninteressant, aber kurzweilig. Die Ausstattung verlegt den berühmten Helden von der Antike in die Fantasy-Welt. Fakten: * Kevin Sorbo spielte den Hercules zwischen 1994 und '99 120 Mal (!) - womit er alle anderen Darsteller in den Schatten stellt. Dieser Film war sein erster Auftritt in der Rolle, nachdem er den Produzenten Anfang der 90er Jahre als Model in Werbespots aufgefallen war (auch in Deutschland kennt man die legendäre Fernsehwerbung mit dem Slogan "Das ist kein Jim Beam!"). | |||
| Hercules und Xena – Der Kampf um den Olymp | Hercules and Xena - The Animated Movie: The Battle for Mount Olympus | Lynne Naylor | Zeichentrickfilm, 75 Minuten Kurzinhalt: Die Titanen erobern den Olymp. Xena und Herkules helfen den Göttern, ihren Stammsitz zurückzuerobern. Kritik: Sehr modern, sehr temporeich – sehr kurzweilig für die, die Action und Trickfilme mögen (also wohl vor allem Kinder). Hat inhaltlich nichts mit den klassischen Sagen zu tun, ist auch optisch mehr Fantasy- als Antikenfilm und lehnt sich bei den Figuren stark an die gleichnamigen Realfilme mit Kevin Sorbo und Lucy Lawless an. Viele überdrehte optische Gags und der recht amüsanter Wortwitz erinnern dagegen mehr an Hercules von Disney. Das gibt dem Film eine angenehm flapsige Selbstironie. ausführliche Inhaltsangabe: Xena hat einen Job: Sie soll einen Beutel Gold sicher in Korinth abgeben. Auch Herkules ist unterwegs: Er will in Theben seine Mutter Alkmene besuchen - und sieht gerade noch, wie Alkmene von Zeus entführt wird. Doch zunächst erfordert etwas Anderes Herkules' volle Aufmerksamkeit: Am Fuße des Olymps tobt ein Erdbeben erster Klasse. Herkules und sein Freund Iolaus retten die Einwohner. Xena und ihre Gefährtin Gebriele erscheinen ebenfalls genau rechtzeitig – und verjagen ein paar Plünderer. Doch dann steigt ein Ungeheuer aus dem Erdreich auf – ein 5 Meter großer Titan namens Pophyrion. Der schwört zum Glück, dass er den Menschen gar nichts tun will, sondern nur die olympischen Götter bestrafen will, die ihn damals in der Erde eingeschlossen haben. Das ist Herkules nur recht, denn er mag seine olympische Verwandschaft eh nicht besonders. Zeus ist sein Vater und hat ihn und Alkmene schon früh verlassen. Doch dann kommen noch mehr Titanen aus der Erde und eilen zum Olymp. Auf dem Olymp fühlen die Götter sich sicher, da sie vom Chronos-Stein beschützt werden. Doch der ist ausgerechnet jetzt verschwunden. Also brauchen sie die Hilfe des stärksten Mannes der Welt, um eine Chance gegen die Titanen zu haben. Aphrodite surft auf ihrer Botticelli-Muschel zu Herkules und versucht ihn zu überzeugen, die Titanen aufzuhalten. Doch Herkules und Xena wollen lieber den Opfern des Erdbebens helfen. Da greift Artemis zu einer List: Sie verwandelt Gabriele in ein fliegendes Monster. Inzwischen sieht man, dass die Göttin Hera den Chronos-Stein entwendet hat, und damit die Titanen für ihre Zwecke gefügig machen will. Sie hat auch genug von Zeus, ihren Mann, der sie unentwegt betrügt - und will die Macht auf dem Olymp an sich reißen. Xena grübelt derweil, warum ihre Gefährtin in ein Monster verwandelt wurde. Sie fliegen zusammen auf den Olymp, um nachzufragen. Oben angekommen, erklärt Artemis ihnen ihre List: Wenn Xena den Göttern gegen die Titanen hilft, verwandelt sie Gabriele zurück. Damit ist Xena einverstanden. Herkules und Iolaus klettern derweil mühsam auf den Olymp hinauf, wobei sie von den Titanen überholt werden, die oben sogleich mit den Göttern kämpfen. Als Herkules erscheint, lässt er die Unsterblichen kämpfen und rettet nur seine Mutter, die ja von Zeus auf den Olymp gebracht wurde. Überraschenderweise bekommt Herkules von ihr eine Standpauke: Denn sie wollte gar nicht gerettet werden und hätte außerdem erwartet, dass Herkules den Göttern hilft. Sie ist noch nicht fertig, da kommen die Götter von der verlorenen Schlacht zurück – vom Chronos-Stein verwandelt in kleine wuschelige Mäuse. Xena erscheint auch: Sie hat gekämpft und will nun Gabrieles Zurückverwandlung. Aber die Götter sind machtlos - und solange Hera den Chronos-Stein hat, wird sich an der unliebsamen Situation wohl auch nichts ändern. Herkules will von seiner Mutter wissen, wieso sie freiwillig auf dem Olymp war, wo doch Zeus all die Jahre so schlecht zu ihr war. Sie sagt, sie sei krank. Ihre einzige Hoffnung, nicht zu sterben, ist, auf dem Olymp unsterblich zu werden. Mit diesem Angebot wollte Zeus alles wieder gutmachen - doch dann kam der Titanenkampf dazwischen. Xena und Herkules wollen den Olymp jetzt zwar zurückerobern, doch darauf ist Hera vorbereitet: Sie hat die Titanen in noch größere, noch stärkere Ungeheuer verwandelt. Diese Ungeheuer machen allerdings so viel Wind, dass Hera den Chronos-Stein verliert. Unglücklicherweise findet Pophyr ihn - und ist nun unbesiegbar. Herkules hat eine Idee: Er zerstört den Chronos-Stein. Nun verwandeln sich alle zurück in ihre ursprüngliche Gestalt: Die Titanen und Gabriele sind wieder in ihrer Normalgröße, und auch die Götter sind wieder Götter - und können den Kampf um den Olymp für sich entscheiden. Alkmene kann nun ganz legal auf den Olymp umziehen. Als Göttin wird Herkules sie zwar nie mehr wiedersehen, aber dafür kann sie von dort aus über ihn wachen. Xena, Herkules und die anderen ziehen wieder ihrer Wege – diesmal nach Korinth, wo Xena ja immer noch den Beutel Gold abgeben soll. | ||
| Herkules | Hercules | Luigi Cozzi | 100 Minuten Eine echte Überraschung ist, dass erst fast 20 Jahre nach dem Ende der Herkules-Welle der erste Film gedreht wird, der a, auf die 12 mythischen Arbeiten des antiken Helden zurückgreift und b, auf einen überraschend einfachen Titel. So bekommen wir in diesem Film endlich Szenen wie das Ausmisten der Rinderställe des Augias und das Erwürgen der Schlangen am Kindbett zu sehen - was man eigentlich von den allerersten Herkules-Filmen erwartet hätte. | ||
| Herkules - Rächer von Rom / Herkules gegen Rom | Ercole contro Roma | Piero Pierotti | 92 Minuten (deutsche Fassung: 85 Minuten) Es existieren zwei Synchronfassungen: Herkules gegen Rom wurde für das DDR-Fernsehen hergestellt, Herkules - Rächer von Rom für den westdeutschen Kinoverleih. | ||
| Herkules erobert Atlantis | Ercole alla conquista di Atlantide | Vittorio Cottafavi | 100 Minuten Kurzinhalt: Sehr bekannter Sandalenfilm, der unter Fans als Klassiker des Genres gilt: Herkules landet unfreiwillig auf Atlantis, wo er eine grausame Königin antrifft, die sogar vor Menschenopfer nicht zurückschreckt. Bei seinem Versuch, ihre Herrschaft zu stürzen, versinkt die ganze Insel. Kritik: Insgesamt schaurig-schön und für Kenner empfehlenswert - aber schon weniger treue Genrefans werden sich langweilen. Alle Figuren sind klischeehaft gezeichnet und leicht durchschaubar, ihre Dialoge oft pathetisch und gestelzt. Auch Reg Park spielt hölzern, aber sein Herkules ist immerhin nicht uninteressant: Er ist kein ganz junger Mann mehr und will lieber bei der Familie bleiben als dieses Abenteuer bestehen - das kennt man so von anderen Filmen dieses Typs nicht. Schade, dass sich dann daraus doch nur ein genretypisches Action-Spektakel entwickelt - noch dazu mit Gegnern, die heute keinen mehr vom Hocker reißen: Die albernen, schlecht kostümierten Ungeheuer wirken einfach nur noch lächerlich - wie überhaupt der ganze Überbau von Magie und Mystik, der den Film umwabert. Zum Glück hat die Handlung einige Hindernisse für unseren Helden, und zum Glück lockert Cottafavi jede Szene durch schnelle Schnitte und gekonnte Kamerabewegungen auf. Beides weckt das Interesse immer wieder, wenn es zu langweilig zu werden droht - sogar eine Prise Humor ironisiert das Spektakel von Zeit zu Zeit. Diese eingestreuten Gags wirken heute zwar etwas deplaziert und albern, aber damals war dieser Stil auf der Höhe der Zeit und Vorläufer für die selbstironischen Action-Filme unserer Tage. Die Ausstattung ist sehr monumental und farbenfroh bis an die Grenze zum Kitsch - nur die Insel Atlantis selbst ist überraschenderweise ein äußerst plumpes Miniatur-Modell. Dafür ist der Untergang (zusammengesetzt aus Material von echten Vulkanausbrüchen und Szenen, in denen die monumentalen Kulissen einstürzen) ungemein realistisch geworden - sogar viel effektvoller als in Atlantis, der verlorene Kontinent (1961), der ein viel größeres Budget (und Know How) hatte. Fakten: * Cottafavis letzter Film. Es ist gleichzeitig der einzige Herkules-Film, der in verschwenderischem 70mm-Breitwand-Format mit Stereo-Ton gedreht wurde. * Ein Familienleben mit Sohn Hyllos und Ehefrau Deianira wird Herkules sonst nur in Die Rache des Herkules (1960) gegönnt - der auch von Cottafavi inszeniert wurde. ausführliche Inhaltsangabe: Der Film beginnt mit einer schwungvollen Kamerafahrt durch eine Schenke, in der eine Tänzerin den Gästen zum Takt der Vorspannmusik mit einer Amphore die Becher einschenkt – schon daran erkennt man die unverwechselbare Handschrift Vittorio Cottafavis, der dem Zuschauer keine öde Vorspann-Grafik zumutet. Als die Besucher anfangen, sich um die Kellnerin zu prügeln, bleibt einer ruhig sitzen und isst sein Mahl zu Ende: Herkules. Einer der Kämpfenden stellt sich plötzlich als Androklus, König von Theben vor – doch das beeindruckt niemanden. Schließlich erhebt sich Herkules und beendet den Kampf durch ein Machtwort. Die Raufbolde lassen den König und seine Begleiter ziehen. Hercules und sein Sohn Hyllos sind als Leibwächter des Königs eingestellt – und deswegen fesselt Herkules den Hyllos jetzt auf den Sattel seines Pferdes: Zur Strafe, weil er den König im Gasthaus nicht vor den Raufbolden schützen konnte. Der Dritte im Bunde ist Timotheus, der sich mit Hyllos zusammen offenbar stets mehr um die Mädchen als um seine Pflichten kümmert. Um dieses Treiben zu beenden, will Herkules Hyllos mit der Tochter des Königs von Ikalia verheiraten. Zurück in Theben will er Hyllos einsperren, bis er sich wie ein Mann seines Standes zu benehmen weiß. Unterwegs jedoch haben sie eine Vision – Griechenland wird von den Mächten der Finsternis zerstört. Da sie nicht wissen, was zu tun ist, wollen sie in Theben den Wahrsager Theresias aufsuchen. Der bestätigt, es drohe eine unbekannte Gefahr von Westen her, von jenseits der Meeresenge. Der König von Theben beruft daraufhin die anderen Könige von Griechenland ein, um gegen diese unbekannte Macht in den Krieg zu ziehen. Doch die Könige sind sich uneins und pflegen alte Streitigkeiten. Sie lehnen es ab, einem Feind entgegen zu treten, den man nicht einmal kennt. Androklus aber hält es für seine Pflicht, auszuziehen um sein Reich (und das der anderen) zu retten. Die anderen halten das für eine gute Idee - denn mit etwas Glück kommt er gar nicht mehr wieder, und dann wird in Theben ein Thron frei. Herkules ergreift daraufhin den Thron des Königs und zerbricht ihn – niemand soll sich auf ihn setzen solange der König weg ist. Das beeindruckt Androklus: Herkules soll ihn wieder begleiten. Zu Hause ist seine Frau unglücklich darüber. Sie beklagt sich: Hercules entfremdet sich mehr und mehr von ihr und seinem Sohn mit jedem Abenteuer, in das er zieht. Das sieht Herkules ein – und verspricht, zu Hause zu bleiben. Er sucht Androkuls in seinem Palast auf, und der ist einverstanden. Er verspricht, für alle ein Abschiedsmahl zu geben. Schnitt: Ein Schiff auf hoher See – mit dem schlafenden Herkules. Der König und Hyllos haben ihm ein Schlafmittel in den Wein gegeben. Herkules kommt zu sich – doch der erwartete Zorn bleibt aus. Stattdessen erkundigt er sich nach der Flotte und den Soldaten des Königs. Doch der hat keine. Es unterstützt niemand die Idee, gegen den unbekannten Gegner auszuziehen – außer Herkules. Daher musste er ihn mitnehmen. Außerdem, meint der König, ist es klüger, ohne großes Heer zu kommen, denn so kann man den Gegner unauffällig ausspionieren. Hyllos versteckt sich lieber unter Deck - damit der Vater ihn nicht findet, wenn ihn doch noch seine Wut überkommt. Als Land in Sicht ist, schlitzen Mitglieder der Crew heimlich die Wasserschläuche auf. Nun muss die Mannschaft an Land gehen, um neues zu suchen. Als alle von Bord sind, schwimmt die Mannschaft schnell zurück zum Schiff und setzt Segel, solange Herkules und der König noch an Land sind. Doch Herkules schnapp sich das Ankertau und zieht das Schiff zurück. Nun vertauscht er die Rollen: Die Crew bleibt an Land – und der König, Timotheus, und Herkules besteigen das Schiff. Herkules ist kein Unmensch. Er verspricht, die Mannschaft abzuholen, wenn sie wieder heimkehren. Mit etwas Glück verirrt sich auch vorher schon ein anderes Schiff hierher. Dann lässt er den König und Timotheus das Schiff navigieren, denn sie sind die beiden einzigen, die freiwillig an Bord sind (Hyllos ist immer noch unentdeckt unter Deck, nun schon sechs Tage). In einem nächtlichen Unwetter läuft das Schiff auf ein Riff. Herkules findet sich auf einem Floß wieder – und erwacht mit einer weiteren Vision aus der Besinnungslosigkeit: Er sieht Androklus in einem Gefängnis wie er nach Herkules ruft. Herkules fleht den Beistand seines Vaters Zeus an – und schwimmt vom Floß hinüber an Land. Da steht ein Mädchen, das zur Hälfte in einen Felsen verwandelt wurde, und warnt ihn vor Protheus. Kaum gesagt, da steht Herkules der Mann auch schon gegenüber. Er fordert ihn auf zu gehen – doch wo soll Herkules hin ohne Schiff? So kämpft er mit Protheus, der sich in immer neue Ungeheuer verwandelt, und tötet ihn. Damit befreit er das Mädchen. Sie zweifelt, ob das eine gute Idee war, denn sie war als Menschenopfer gedacht: Nun wird Herklues den Zorn der Götter gegen sich haben. Doch der meint, wenn das so ist, hat er ihr ja nur helfen können, weil auch Götter auf seiner Seite stehen - und diese werden ihm dann auch weiterhin beistehen. Das überzeugt sie. Sie erzählt, es sei ihr eigenes Volk gewesen, das sie opfern wollte, damit Protheus ihnen beisteht. Welches Volk meint sie? Als Antwort wabern die Nebel beiseite – und geben den Anblick auf Atlantis frei. Das Mädchen führt ihn zum Felsentempel des Uranus, wo die Königin gerade bei einer Zeremonie ist. Herkules wird Zeuge, wie die Priester junge Männer opfern. Anschließend diskutieren Königin Antinea und ihre Minister, dass die Nebel sich lichten, die Atlantis umhüllen und vor den Blicken der anderen Völker verbergen. Das he | ||
| Herkules gegen die Tyrannen von Babylon | Ercole contro i tiranni di Babilonia | Domenico Paolella | 90 Minuten Babylon wird von den Tyrannen Salmanassar, Assur und Tanit regiert. Ihre Armee geht regelmäßig auf Sklavenfang und nimmt so unwissentlich Esperia gefangen, eine griechische Königin. Der König der Assyrer bemerkt dies und versucht nun, Esperia zu kaufen, um sie dann zur Ehe zu zwingen und auf diese Weise Teile Griechenlands in seinen Besitz zu bekommen. Natürlich hat er die Rechnung ohne Hercules gemacht: Der zettelt einen Sklavenaufstand an, in dessen Verlauf nicht nur die Assyrer vernichtend geschlagen werden - sondern auch Babylon in Schutt und Asche versinkt. Siegreich kehrt Esperia auf ihren Thron zurück. Rock Stevens drehte 1964/65 in Italien drei Toga-Epics bevor er seinen Namen in Peter Lupus änderte und ab 1966 mit der TV-Serie Mission Impossible zum internationalen Star aufstieg. Seine Muskeln ließ er noch einmal 1974 spielen, als er sich für das Magazin Playgirl fotografieren ließ - und zwar völlig unbekleidet. | ||
| Herkules im Netz der Cleopatra | Sansone | Gianfranco Parolini | 100 Minuten Eigentlich geht es darum, dass Samson und Hercules gemeinsam Königin Romilda stürzen und die rechtmäßige Königin Mila auf den Thron setzen. Der deutsche Verleih wollte aber offenbar von der damaligen Kleopatra-Manie profitieren und ließ den Film entsprechend synchronisieren. Das ist zeitgeschichtlich (und marketingtechnisch) interessant - ändert aber nichts daran, dass man es hier mit einem richtig miesen Streifen zu tun hat. | ||
| Herkules in New York | Hercules Goes Bananas | Arthur Allan Seidelman | 90 Minuten | ||
| Herkules und die Königin der Amazonen | Ercole e la regina di Lidia | Pietro Francisci | 90 Minuten Kurzinhalt: Schließt inhaltlich direkt an Die unglaublichen Abenteuer des Herkules (1957) an: Herkules kehrt mit seiner frisch angetrauten Frau Iole und Odysseus, der bei ihm in Ausbildung ist, von seinem ersten Abenteuer heim nach Theben - und muss feststellen, dass etwas faul ist. Der alte König Ödipus wurde von seinen beiden Söhnen, den Prinzen Enteokles und Polineikes abgesetzt. Die Söhne haben daraufhin vereinbart, dass sie abwechselnd jeder ein Jahr König sein dürfen. Wie man sich denken kann, klappt dieser Machtwechsel nicht reibungslos: Da der eine von den beiden nach einem Jahr nicht abtreten will, ruft der andere die verbündete Armee von Argolis zu Hilfe - da will Herkules einschreiten, bevor es zu einem blutigen Bürgerkrieg kommt. Dumm nur, dass ausgerechnet jetzt die Königin von Atlantis dazwischenfunkt und Herkules in ihr Reich entführt. Nun muss Odysseus sich schnell etwas einfallen lassen... Kritik: Wesentlich stimmiger und gelungener als sein Vorgänger - allerdings sind die mehr als 50 Jahre auch an diesem Film nicht spurlos vorübergegegangen: Auf heutige Betrachter wirkt das Ganze recht zähflüssig und ziemlich kitschig. Immerhin sind die aufwändigen Fantasy-Kulissen und die abwechslungsreiche Geschichte nicht ohne Reiz - und werden durch die zahlreichen Gastauftritte prominenter Figuren aus der griechischen Mythologie sogar noch bereichert. Bleibt die Frage, wieso Herkules damals in dieses Aischylos-Stück hineingeschrieben wurde und man nicht einfach seine berühmten 12 Taten verfilmt hat. Fakten: * Genau wie 1953 bei Die Gladiatoren wurde dieser Film gleich im Anschluss an Die unglaublichen Abenteuer des Herkules mit derselben Besetzung und Crew gedreht, noch bevor der erste Film fertig gestellt war - um die teure Ausstattung und Steve Reeves gleich weiterverwenden zu können. * Von den zahlreichen antiken Herakles-Mythen haben es nur der legendäre Riese Antaios, Iole und Omphale in diesen Film geschafft. * Antaios war der Sage nach ein Riese, der jeden zum Kampf herausforderte, der des Weges kam. Als Sohn der Erdgöttin Gaia erhielt er immer neue Kraft aus der Erde und war daher kaum zu besiegen (wie im Film). Er hat einen weiteren Auftritt in Die Herausforderung des Herkules (1965) und Disney's Hercules, Episode 19 (1998). * Der Königin Omphale musste Herkules der Sage nach drei Jahre lang dienen, als Strafe dafür, dass er den Vater von Iole getötet hatte. In dieser Zeit wurde sie seine zweite Frau (nach Megara und vor Deianira). Im Film hält er sich nur drei Wochen bei ihr auf und heiratet sie nicht. Im italienischen Original ist Omphale (wie in der Sage) die Königin von Lydien (in der heutigen Türkei), aber das war dem deutschen Verleih wohl nicht exotisch genug: In den synchronisierten Dialogen wird sie die Königin von Atlantis genannt und im Titel die der Amazonen. * Iole war die Tochter von König Eurytos. Herkules gab sie eigentlich seinem Sohn Hyllos zur Frau, nachdem er ihren Vater getötet hatte. Der Sage nach war er nicht mit ihr verheiratet. * In dem Aischylos-Stück wird König Ödipus tatsächlich von seinen beiden Söhnen Polyneikes und Eteokles abgesetzt, weil er durch sein Verhalten Schande über Theben gebracht hat. Dieses Verhalten (den Vater töten und dann die eigene Mutter heiraten) wird im Film taktvoll verschwiegen - da muss Ödipus lediglich aus Altersgründen abdanken. Immerhin wird er korrekt als blind dargestellt - siehe König Ödipus (1968). * Polyneikes heißt im italienischen Original Polinice (auf Deutsch: der Bestäuber). So werden Leute genannt, die bei der Blumenzucht die Blüten mit einem Pinsel bestäuben - ein interessantes Hobby für einen Prinzen. Eteokles kümmert sich (im Film zumindest) lieber um Tiger. * Kreon ist in den Ödipus-Geschichten der Bruder der Iokaste (Ödipus' Mutter und Frau) und müsste daher eigentlich ein steinalter Mann sein. * General Amphiaraos kommt nicht nur in diesem Theaterstück, sondern auch in der Argonautensage vor. * Die Idee des Helden in Ausbildung wird 1998 in Disney's Hercules wieder aufgegriffen. ausführliche Inhaltsangabe Gleich am Anfang sehen wir, wie Soldaten einen besinnungslosen Mann zu ihrer Königin bringen. Sie nimmt den schönen Unbekannten zu sich und lässt ihren aktuellen Begleiter töten. Diese Ereignisse werden durch den Vorspann unterbrochen. Nun geht Herkules zusammen mit seiner Braut Iole und Odysseus, dem Sohn des König Laertes von Ithaka, an der Küste von Theben an Land. Nach dem gerade bestandenen Abenteuer will er nun mit Iole nach Hause. Laertes hat ihm Odysseus anvertraut, damit der unreife Bengel bei ihm lernt, wie sich ein richtiger Held verhält, und einen Käfig mit Tauben, die immer zurück nach Ithaka fliegen und daher als Brieftauben von Odysseus genutzt werden können. Auf dem Weg nach Theben stellt Herkules seine ungeheure Kraft unter Beweis, indem er den Riesen Antaios ins Meer wirft, der für ihrem Wagen Wegezoll kassieren wollte. Als die kleine Gruppe in einer Höhle vor dem Regen Schutz sucht, treffen sie auf Soldaten aus Argolis, die zu Prinz Polyneikes gehören, einem Sohn von Ödipus, dem König von Theben. Der Prinz besucht in der Höhle gerade seinen Vater, um ihn zur Heimkehr nach Theben zu bewegen. Doch der alte Ödipus will in der Höhle in die Unterwelt eintreten. Auf sein Ende wartend, erzählt er Herkules, dass seine beiden Söhne ihn abgesetzt haben und nun abwechselnd jeder ein Jahr lang König sein wollten. Doch nun ist ein Jahr um, und Eteokles weigert sich, den Thron für Polyneikes zu räumen. Daher hat dieser die Armee von Argolis um Hilfe gerufen, um sich die Macht mit Gewalt zu holen. Herkules ist entsetzt: Das läuft auf einen Bürgerkrieg heraus - das will er unbedingt verhindern. Während Ödipus in den Hades geht, eilen Herkules, Odysseus und Iole nach Theben, um mit König Eteokles zu reden. Eteokles will im Grunde auch keinen Krieg und entsendet Herkules und Odysseus mit einer Friedensbotschaft zu Polyneikes, in der er den Thron zu gewissen Bedingungen anbietet. Iole soll als Geisel in Theben bleiben. Die beiden Helden machen sich auf den Weg - und landen an einer geheimnisvollen Quelle. Herkules trinkt aus ihr - und fällt in komatösen Schlaf. Während Odysseus noch versucht, ihn zu wecken, kommen die Soldaten aus der ersten Szene und nehmen die beiden mit sich Herkules und Odysseus landen auf einem Schiff, das sie nach Atlantis bringt. Odysseus spielt den Taubstummen, damit die Soldaten ihn für völlig harmlos halten und in seiner Gegenwart frei sprechen. In Atlantis werden sie der Königin Omphale vorgeführt, die wir auch bereits aus der ersten Szene kennen. Omphale nimmt Herkules zu sich - und lässt den schönen Fremden aus der ersten Szene töten. Herkules wird in ein elegantes Zimmer gelegt - Odysseus wird eingesperrt. Als Herkules aufwacht, hat er alles vergessen. Er weiß nicht einmal mehr, wer er ist. Omphale erzählt ihm, er sei ihr Mann und der König von Atlantis. Von Odysseus befürchtet sie keine Gefahr, da der ja angeblich nicht reden kann. Daher darf er sein Diener bleiben. Odysseus durchschaut, dass in dem Wasser, das Herkules zu trinken bekommt, ein Mittel sein muss, das ihm das Gedächtnis und die Kraft raubt. Daher gibt er ihm heimlich von dem Wasser, das auch die Atlantiden trinken, und versucht, sein Gedächtnis aufzufrischen. Doch Herkules fühlt sich wohl an der Seite von Omphale und glaubt ihm nicht. Da schreibt Odysseus eine Nachricht an seinen Vater und lässt eine von den Brieftauben damit fliegen (die er seltsamerweise die ganze Zeit mitnehmen konnte). In Ithaka liest König Laertes die Nachricht, in der steht, dass Odysseus und Herkules in Atlantis sind und er sie holen soll. Laertes holt seine Getreuen (unter ihnen Äskulap und Castor) und macht sich auf den Weg. In Atlantis hat Herkules sich immer noch nicht vollständig erholt (auch wenn seine Kraft langsam zurückkehrt) als die Besucher aus Ithaka kommen. Omphale heißt die hohen Gäste herzlich willkommen - dabei pa | ||
| Herkules, der Held von Karthago / Der Richterspruch der Götter | La vendetta di Ursus | Luigi Capuano | 99 Minuten (deutsche Fassung: 88 Minuten) In Deutschland wurde aus Ursus Herkules. | ||
| Herkules, der Schecken der Hunnen | Il Terrore dei barbari | Carlo Campogalliani | 90 Minuten Inhalt: 568 nach Christus erobern die Langobarden Norditalien. Bei den Plünderungen wird Emilianos Vater getötet. Verkleidet als Herkules, rächt er sich und steht den Italienern im Kampf gegen die Invasoren bei. Das ändert sich natürlich, als ihm die schöne Barbarenprinzessin Haida schöne Augen macht... Kritik Die Hunnen werden durchaus glaubwürdig dargestellt. Sie pendeln zwischen Annehmen der für sie neuen Zivilisation und Beibehalten ihres traditionellen Nomadentums. Unter diesem Aspekt hat auch die Liebesgeschichte zwischen Eroberin und Unterworfenem durchaus gelungene Momente. Die Grundidee ist glaubwürdig, entwickelt sich aber leider ziemlich vorhersehbar. Bei der temporeichen Inszenierung merkt man das allerdings so schnell gar nicht. Die Ausstattung hat einen überzeugenden Look, wenn insgesamt auch etwas ärmlich. Ein interessanter Fehler: Im Vorspann steht, die Handlung spiele im Jahre 568 vor Christus. Das zeugt von der Lieblosigkeit, mit der sogar die Verleiher mit diesen Filmen umgingen. | ||
| Herkules, der Sohn der Götter | Ulisse contro Ercole | Mario Caiano | 105 Minuten Kurzinhalt: Odysseus hat Polyphem geblendet. Herkules soll im Auftrag des Zeus den listigen Griechen fangen und bestrafen Kritik: Öde: Ausstattung, Dialoge – alles weit unter Durchschnitt. Man langweilt sich. | ||
| Herkules, der stärkste Mann der Welt / Der Triumph des Herkules / Der stärkste Mann der Welt / | Il trionfo di Ercole | Alberto De Martino | 94 Minuten Kritik: Antikenschrott Fakten: * Eine echte Überraschung ist, dass der äußerst naheliegende deutsche Titel Der stärkste Mann der Welt erst jetzt - und nicht schon ganz am Anfang der Herkules-Filmwelle benutzt wurde. | ||
| Herkules, Samson und Odysseus | Ercole sfida Sansone / Ercole, Sansone e Maciste | Pietro Francisci | 93 Minuten (deutsche Fassung: 83 Minuten) Kurzinhalt: In einem großen Rundumschlag hat man alles zusammengekehrt, was an antikem Vorlagen gerade so greifbar war: Die Argonautensage, die Bibel, Herakles und noch mehr. Kritik: Plus: Da knacken die Muskeln! Einer der besseren Sandalen-Filme, daher lohnt er sich für Fans dieses Genres. Die Grundidee, mittels eines Kunstgriffes die berühmtesten Action-Helden der Antike in einen Film zu bringen, ist nicht übel und wurde zusätzlich noch aufgepeppt durch aufwändige Kulissen + gute Originalschauplätze + schöne Frauen. Das Ergebnis ist farbenfroh und kurzweilig. Minus: Leider hat man aus der interessanten Grundidee nur ein mittelprächtiges Crossover gemacht, in dem sich starke Männer mit Styropor-Requisiten verdreschen. Obwohl alle Personen recht starke Motive für ihre Handlungen haben, wirkt das Ergebnis ziemlich unglaubwürdig. Zudem ist es geschmacklich fragwürdig und ziemlich petätlos, für einen Actionfilm die religiöse Verfolgung der Juden als Hintergrund zu nehmen und Glaubensbekenntnisse zu dem einen Gott in die Dialoge einzuwerfen - wie Streusel auf einen Kuchen. Fakten: * Hebe ist der Sage nach die letzte Frau des Herakles - allerdings erst als er nach seinem Tod zum Olymp aufsteigt. Hier geben ihm die Götter Hebe (eine Tochter von Zeus und Hera) zur Frau. Als Mensch war er mit Deianira verheiratet, mit der er auch seinen Sohn Hyllos hat (wie u.a. in Die Rache des Herkules von 1960 zu sehen). * In den klassischen Sagen sind Herkules, Laertes und Argos tatsächlich Zeitgenossen. ausführliche Inhaltsangabe: Herkules, sein Sohn Hyllos und Königssohn Odysseus verlassen ihre Heimat Ithaka, um ein See-Ungeheuer zu jagen, das vor der Küste ihre Schiffe terrorisiert - und das sie auf hoher See auch tatsächlich finden. Herkules rammt ihm einen Haken in den Rücken. Doch das Ungeheuer stirbt nicht, sondern schleppt das Schiff in ein unbekanntes Land. Daheim sehen König Laertes (Odysseus' Vater) und die beunruhigten Frauen Hebe (Herkules' Gattin), Antikleia (Odysseus' Mutter) und Penelope (Odysseus' Frau) malerisch aufs Meer hinaus. Da kommt eine Taube mit einer Nachricht des Odysseus: Sie befinden sich im Kampf mit dem Meeresungeheuer und kämen in ein paar Tagen zurück. Ein Schnitt springt direkt auf die Helden, die auf den losen Planken ihres zerstörten Schiffes im Meer treiben und sich darum prügeln, ob sie die Brieftauben lieber essen oder als Boten am Leben lassen sollen. Herkules verpasst jedem einen Freiflug ins Wasser – nun tun alle, was er für richtig hält. In einem unbekannten Land stranden sie, wo Herkules als erstes einen wildgewordenen Stier erlegen muss. Sie verzehren ihn (nicht Herkules, sondern den Stier – die Tauben atmen hörbar auf) und gehen ins Landesinnere. Palmen säumen ihren Weg und geben plötzlich den Blick frei auf ein Dorf. Bei ihrem Anblick fliehen alle, nur ein furchtloser Alter spricht sie an und erklärt, sie seien hier beim Stamme der Daniter gelandet (im heutigen Israel). Wenn sie ein Schiff und Pferde suchen, müssen sie zum Fürsten der Philister nach Gaza gehen. Ein Schnitt offenbart, warum die Leute so vorsichtig sind: Sie halten den gesuchten Freiheitshelden Samson versteckt und befürchten, jeder Fremder könnte ein Spitzel sein. Odysseus versendet eine Taube mit der frohen Botschaft, wo sie sind und dass es ihnen gut geht. Samson beobachtet dies von seinem Versteck aus und denkt, die Taube benachrichtigt ein Überfallkommando, das ihn abholen soll. Die griechischen Helden ahnen nichts davon und schließen sich einer Karawane an, um nach Gaza zu kommen. In Ithaka beunruhigt die gutgemeinte Nachricht die Familie. Man beschließt, Argos und sein hochgerüstetes Schiff nach Judäa zu schicken, um die Helden zu holen. Derweil rasten die Griechen in einer Oase, wo sie von Löwen überfallen werden – was wieder Anlass für eine Actionszene mit Herkules ist. Der Philisterkaufmann Azor vermutet deswegen, dass der bärenstarke Mann wohl Samson ist, der sich als Grieche ausgibt, um in Gaza den König zu töten. Er verlässt die Gruppe, scheinbar aus Angst vor den Löwen, in Wirklichkeit um in Gaza den König vorzuwarnen, dass der gesuchte Samson auf dem Weg zu ihm ist - und um dafür die Belohnung zu kassieren. Derweil wird das Dorf von Philistern durchsucht. Ein Soldat hatte vor kurzem beobachtet, wie Samson in diese Richtung gelaufen ist. Samson ist allerdings schon wieder weg, aber er hat sein verräterische Löwenfell. Die Philister finden es, töten alle Männer und machen das Dorf dem Erdboden gleich. Die Frauen und Kinder kommen auf den Sklavenmarkt. Die Griechen setzen unterdessen unbehelligt ihren Weg fort. Soldaten halten sie zwar auf, doch die kennen Samson und wissen, dass Herkules nicht der Gesuchte ist. Im Palast kündigt Azor unterdessen die Ankunft des vermeintlichen Samson an. Der König ist ein wenig beunruhigt, denn Samsons Kraft ist legendär. Aber Delilah, die nebenberuflich laszive Tänze für den König aufführt, hat schon eine Idee. Die in die Sklaverei verschleppten Frauen des Dorfes werden unterdessen von Samson befreit – nun ist er sich sicher, dass er Recht hatte: Herkules arbeitet für die Philister. Herkules und seine Gruppe setzen ihren Weg fort und werden im Palast in Gaza nur zurückhaltend empfangen. Herkules erklärt, dass sie aus Ithaka sind und ein Schiff kaufen wollen. Der König, der Samson nicht kennt, glaubt nun, Samson vor sich zu haben (es ist ja auch unwahrscheinlich, dass es in seinem Land gleich zwei Menschen gibt, die einen Löwen mit bloßen Händen erlegen können). Doch er gibt Herkules eine Chance, seine Worte zu beweisen: indem er Samson besiegt. So lange muss Odysseus im Palast bleiben. Kommt Herkules in drei Tagen ohne Samson zurück, werden alle getötet. Als Begleitung bekommt Herkules für diese Aufgabe ausgerechnet Delilah. Sie reist in einem Prunkwagen, der an lächerlichem Schmuck nicht zu überbieten ist – aber vielleicht soll sich Samson ja zu Tode lachen. Am nächsten Morgen jedenfalls ist all der Tand verschwunden, nur Delilah und Herkules sind noch übrig. Er tut nun so, als wäre Delilah seine Gefangene, die er hinter sich an einer Kette herschleppt. Sie soll der Köder für Samson sein - und dieser fällt auch tatsächlich darauf herein: In den Ruinen eines alten Tempels greift Samson ihn an. Herkules kämpft mit ihm, dass die Styropor-Mauern nur so durch die Luft wirbeln. Dabei gelingt es Herkules auch noch, zu erklären, wer er ist und warum er Samson nach Gaza bringen muss. Samson kann erklären, dass er für die Freiheit seines Volkes kämpft. Da beschließen sie, gemeinsam etwas gegen den König in Gaza zu unternehmen. Damit Delila ihren Plan nicht verraten kann, fesseln sie sie. Zusammen reiten sie in das zerstörte Dorf. Da begreift auch Delilah, warum er die Philister bekämpft. Deswegen will sie ihnen helfen. Unterdessen ist Argos mit der Familie der Helden auf seinem legendären Schiff Argo auf dem Weg nach Judäa. Im Palast vereinbart Delilah mit den Philistern als Übergabe einen Treffpunkt an einem alten Tempel. Als da nun ein Schiff mit Odysseus und Hyllos an Bord wie verabredet auftaucht, tut Herkules so, als würde er Samson ausliefern. Odysseus inspiziert das Schiff und bemerkt, dass es im Rumpf gespickt ist mit bewaffneten Soldaten der Philister. Er springt mit Hyllos über Bord und schwimmt zum Tempel, wo er Herkules warnt. Doch zu spät, die Philister greifen schon an. Jetzt verteidigen sich die Helden mit den Balken und Steinen des alten Tempels (die zum Glück auch nur aus Styropor sind). Delilah steht an der Seite des Königs auf dem Streitwagen. Ihr Spiel war also doppelt. Nun müssen die beiden mitansehen, wie ihre Armee unter einer Lawine von Steinen begraben wird. Der König lässt mit Pfeilen das Schiff in Brand setzen – doch zum Glück kommt gerade jetzt die Argo angesegelt. Die Griechen und Samson durchbohren den König jetzt schnell mit einem Speer und schwimmen dann der Argo entgegen. Unterwegs setzen die Griechen Samson in seinem nahen Heimatdorf ab, dann segeln sie, von rauschhafter Musik umspül | ||
| Hermann der Cherusker / Die Schlacht im Teutoburger Wald / Die Schlacht um den Teutoburger Wald | Il massacro della foresta nera | Ferdinando Baldi | 82 Minuten Kurzinhalt: Die Römer werden von den Germanen unter Arminius vernichtend geschlagen Kritik: An sich sind die Fakten gut aufbereitet - doch werden sie zu oft wiederholt, noch dazu in schrecklich faden Dialogen. Dass Arminius bei den Römern aufgezogen wurde (und sich in der berühmten Schlacht damit also gegen seine eigenen Leute wandte), unterschlägt der Film fast ganz. Motivationen und Konflikte, die dahinter stecken könnten, werden gar nicht oder nur schwach herausgearbeitet. Stattdessen konzentriert sich der Film stark auf die Schlacht - deren Ausgang ja sattsam bekannt ist, so dass keine rechte Spannung aufkommen will. Das liegt allerdings auch an den handwerklichen Mängeln: Die Musik ist lahm, der Schnitt holprig - einzig die Ausstattung kann punkten, weil sie wirklich glaubwürdig aussieht. Fakten: * Der Film hat eine komplizierte Herstellungsgeschichte. Obwohl die Dreharbeiten schon 1967 abgeschlossen waren, kam er erst 1977 in die deutschen Kinos. In Italien gab es sogar eine Schnittfassung, in der die Römer am Ende siegen - späte Rache für Arminius. * Zur besagten Schlacht wurden im 21sten Jahrhundert mehrere Dokufiction-Beiträge produziert, die allesamt besser sind als dieser Film. * Dieter Eppler und Hans von Borsody kämpften 1967 noch einmal Seite an Seite: in Die Nibelungen. Eppler alleine ist im Kampf um Rom (1968) wieder ein Barbar, der sich gegen römische Intrigen wehren muss. | ||
| Hermannschlacht, Die | Leo König | Handlung, Besetzung und Länge unbekannt. Achja, der Krieg war verloren - aber das ist ja kein Grund, nicht wenigstens auf der Leinwand ein paar Siege zu feiern. Dieser Film um die berühmte Varus-Schlacht wurde 1922 und 23 in Detmold gedreht. | |||
| Herodes - Blut über Jerusalem | Erode il grande / Le Roi Cruel | Viktor Tourjansky und Arnaldo Genoino | Kurzinhalt: Herodes intrigiert zwischen Mark Anton und Oktavian, um König zu werden. Kaum ist er gekrönt, tötet er erst sein Weib, dann sein Kind und schließlich alle anderen Erstgeborenen, da er Angst hat, einer von ihnen könnte ihm den Thron streitig machen. Kritik: Das Beste am dem Film sind die Außenaufnahmen und die aufwändigen Innendekorationen - ansonsten wurde wenig sorgfältig gearbeitet (man sieht sogar die Falten in den blauen Leinwänden, die eigentlich Himmel darstellen sollen!). Purdom kann als Herodes nicht überzeugen, ebensowenig wie die Handlung, die die geschichtlichen und biblischen Ereignissen recht uninteressant aneinanderreiht und auch noch weitgehend spannungsarm abarbeitet. | ||
| Herrin von Atlantis, Die | L'Atlantide | G.W. Pabst | Moderne Besucher entdecken das unterirdische Reich von Atlantis. Brigitte Helm wurde durch ihre Rolle als verführerischer Roboter in "Metropolis" zum internationalen Star. | ||
| Hexe ohne Besen, Die | A Witch Without a Broom | José María Elorrieta | 80 Minuten Kurzinhalt: Eine Hexe in Ausbildung reist mit einem Mann durch die Zeit, von den Urmenschen und den Römern bis in die Zukunft. | ||
| Holidays aus Rom, Die / Die verrückten Holidays | The Roman Holidays | William Hanna + Joseph Barbera | Zeichentrickserie mit 13 Folgen à 25 Minuten deutsche Erstsendung: 1988 Kurzinhalt: Familie Holiday wohnt im Venus-von-Milo-Weg bei Evictus zur Miete. Vater Gus arbeitet für Knauserus bei der Forum Construction Company (einem Marmor-Steinbruch), derweil sich Mutter zu Hause um die Kinder und den Hauslöwen kümmert. Kritik: Wem das alles irgendwie bekannt vorkommt, liegt richtig: Nach derselben Formel, die schon Familie Feuerstein und Die Jetsons zu internationalen Erfolgen gemacht hatte, wollten Hanna-Barbera auch noch eine Serie im alten Rom ansiedeln - ohne Erfolg: Die an sich gute Ausgangsidee versandet in alten Witzen und müden Feuerstein-Imitationen. Fakten: * Der Serien-Titel The Roman Holdiays spielt auf die Filmkomödie Roman Holiday / Ein Herz und eine Krone (1953) an. Episode 10 spielt auf den englischen Titel von Toll trieben es die altem Römer (1966) an. Episodenliste: 1, Doppeltes Spiel / Double Date 2, In der Höhle des Löwen / The Lion's Share 3, Ruhm für einen Tag / Star For A Day 4, Wahres Heldentum / Hero Sandwich 5, Der grosse Krach / The Big Split Up 6, Urlaub mit Hindernissen / Hectic Holiday 7, Bäumchen wechsle dich / Switch is Which 8, Zirkusspiele / That's Show Biz 9, Die Zwickmühle / Double Dilemma 10, Mit Dampf voraus / A Funny Thing Happened on the Way to the Chariot 11, Schweigen ist Gold / Buried Treasure 12, Cyrano de Happius / Cyrano De Happius 13, Vater des Jahres / Father of the Year | ||
| Huasaca - Wie tödliche Geier | Ercole contro i figli del sole | Osvaldo Civirani | Herkules bei den Inka - deren Hochkultur erst im 13. Jahrhundert nach Christus blühte. Die Maya hatten schon in vorchristlicher Zeit eine Hochkultur ausgebildet - aber da spielt der Film nicht. | ||
| Höllenschlacht der Tataren | Ursus e la ragazza tartara | Remigio Del Grosso | 100 Minuten ...unsagbar schlecht. Die Höllenschlacht wurde gegen den Zuschauer geführt. | ||
| I.N.R.I. - Ein Film der Menschlichkeit | Robert Wiene | Stummfilm, 100 Minuten, schwarzweiß Kurzinhalt: Ein moderner Attentäter denkt zurück an die Passion Christi und lässt von seinem Anschlag ab. Kritik: Der durch seinen wilden expressionistischen Stil bekannt gewordene Regisseur orientiert sich bei der Jesus-Geschichte an Bildern aus der Renaissance. Fakten * Robert Wienes bekanntester Film ist Das Cabinet des Dr. Caligari (1920). * Gregori Chmara war der berühmte Charakterdarsteller des russischen Theater-Regisseurs Konstantin Sergejewitsch Stanislawski, dessen Schauspiel-Methodik heute noch gelehrt wird. * Erik Ode ist einem Millionenpublikum als Der Kommissar (1969 - 1976) bekannt. | |||
| Ich, Claudius, Kaiser und Gott | I, Claudius | Herbert Wise | Fernsehserie in 13 Teilen à 50 Minuten deutsche Erstsendung: Bayerischer Rundfunk 1979 Kurzinhalt: Der Aufstieg des julisch-claudischen Kaiserhauses in Rom, von Augustus bis zum Tod des Claudius (10 nach Chr. bis 54 nach Chr.). Kritik: Die Serie war damals auf der halben Welt ein Gassenfeger. Die prominente Besetzung, die aufwändige Ausstattung und die mörderischen Intrigen hielten die Leute vor dem Fernseher gefesselt - womit es das große Verdienst der Serie ist, die Produzenten daran zu erinnern, dass gut gemachte, zeitgemäße Monumentalfilme immer noch ihr Publikum finden (und man damit Geld machen kann). Sieht man das Werk heute, muss man zugeben, dass es spürbar gealtert ist: Es gibt keine einzige Außenaufnahme, so dass jede Szene künstliche Studio-Atmosphäre atmet - noch unterstützt durch ein sehr grelles Licht, wie man es heutzutage fast nur noch aus Nachrichtenstudios kennt. Ebenso sperrig wirken bei heutigen Sehgewohnheiten die langen Einstellungen und die schier endlosen Textmengen, die in den Dialogen untergebracht wurden. "Zeitgemäß" heißt leider auch: Inhaltlich wurde hier römische Geschichte im Stil von Dallas aufbereitet. Man hält sich also weniger an Politik und Fakten als an Drama und Klatsch. Zum Glück besteht die gesamt Besetzung bis in die Nebenrollen aus Weltklasse-Schauspielern, die der kühlen Produktion Leben (und manchmal sogar Feuer) einhauchen - und das kann einen tatsächlich auch heute noch fesseln. Fakten: * Der berühmte Satiriker Kishon beschreibt in Ich, Kishon, Kaiser und Gott, wie die Serie Woche für Woche sein Familienleben durcheinander bringt - nachzulesen in Kishon und die beste Ehefrau von allen (1993). * Der vielbeschäftigte englische Schauspieler Derek Jacobi ist auch in Gladiator und Jason und der Kampf um das goldene Vlies (beide 2000) zu sehen. Deutsche Zuschauer kennen ihn vor allem als Bruder Cadfael, eine Mittelalterserie, in der er als Mönch von 1994 bis '98 insgesamt 13 vertrackte Kriminalfälle löste. Episodenliste: 1. Mord als Anfang Original: A Touch Of Murder, Part 1 2. Eine feine Familie Original: A Touch Of Murder, Part 2 3. Vor dem großen Auftritt Original: Waiting In The Wings 4. Claudius - ein Problem Original: What Shall We Do About Claudius? 5. Gift ist Trumpf Original: Poison Is Queen 6. Recht müßte Recht bleiben Original: Some Justice 7. Gefährten der Mühsal Original: Queen Of Heaven 8. Die Herrschaft des Terrors Original: Reign Of Terror 9. Bei Jupiter! Original: Zeus, By Jove! 10. Heil! Wem? Original: Hail Who? 11. Claudius, der Kaiser Original: Fool's Luck 12. Letzte Station: Hades Original: A God In Colchester 13. Auf den Stufen ins Jenseits Original: Old King Log | ||
| Illumination, The | Charles L. Gaskill | Jesus Christus verändert das Leben von einem jungen Juden und einem römischen Zenturio. | |||
| Im Zeichen des Kreuzes | The Sign of the Cross | Cecil B. DeMille | 124 Minuten Der Film ist vor allem bekannt durch die zahlreichen Standfotos in diversen filmwissenschaftlichen Büchern, die Claudette Colbert beim Baden in (echter!) Eselsmilch zeigen. Bereits die zweite Verfilmung (1914) des Stoffes, der (bis auf das Ende) der Quo Vadis-Handlung folgt und auch dieselben Highlights enthält (Brand von Rom, die Christen kämpfen in der Arena uvm). | ||
| Im Zeichen Roms | Nel segno di Roma | Guido Brignone | 98 Minuten Die Königin von Palmyra lehnt sich gegen die römische Besatzung auf und erklärt ihr Reich für unabhängig. Anfangs gelingt es ihr, die Truppen des Kaisers zu überlisten - doch Rom ist entschlossen, den offenen Aufstand im Keim zu ersticken. Kritik: ...und wieder muss das Museo della Civiltà Romana in Rom als Hintergrund herhalten. Genauso unauthentisch ist auch der Rest der operettenhaften Ausstattung. Die Handlung plätschert so dahin, bisweilen nicht uninteressant, aber im Ganzen ohne Höhepunkte und Überraschungen. Das übliche Mittelmaß an Irrungen und Intrigen, Liebe und Exotik eben. Fakten: Seltsam, dass die spannende Geschichte der Zenobia, die versuchte, sich zur Kaiserin über Roms Ostgebiete zu machen, nicht öfter verfilmt wurde. Die Ruinen der prächtigen Oasenstadt Palmyra in Syrien zeugen bis heute von ihrem märchenhaften Reichtum. Anita Ekberg wurde 1959 durch La dolce Vita von Fellini zum Star und brauchte dann nicht mehr in billigen Filmen wie diesen mitzuspielen. | ||
| Imperium - Sturm über Persien | Dokumentation | 45 minütige Doku mit Spielszenen Am 1.10.331 vor Chr. siegt Alexander der Große in Gaugamela über König Dareios. Persien wird Teil von Alexanders Riesenreich. Der Film wirft einen Blick auf die persische Kultur und erklärt, was sich von nun an für das Land ändern würde - nicht uninteressant, aber etwas geschwätzig. Nichts gegen Herrn Schell, aber er ist weder Moderator noch Wissenschaftler und hat in dieser Sendereihe schon alleine deswegen eigentlich nichts verloren. Dazu kommt, dass in seinen Anmoderationen viel wiederholt wird, was man auch in den Filmbeiträgen sieht - so dass die Szenen mit ihm eigentlich überflüssig sind und nur das Erzähltempo unnötig ausbremsen. | |||
| Intoleranz | Intolerance | David Wark Griffith | 220 Minuten Inhalt: Der Film erzählt parallel vier Geschichten, in denen menschliche Intoleranz zu einer Tragödie führt: * Die zeitgenössische Geschichte eines Mannes, der für ein Verbrechen gehängt werden soll, das er nicht begangen hat * die Bartholomäusnacht 1572, in der französische Katholiken ganz legal Protestanten ermorden konnten * die Hochzeit zu Kanaan und die Kreuzigung von Jesus Christus * und die Eroberung Babylons durch die Assyrer, die mit Abstand bekannteste Episode: Der neue Fürst Belsazar, Sohn des Nebukadnezar (im Film Nabonid), verehrt die Göttin Ischtar. Die Priester des bisher verehrten Gottes Bel unterstützen die Assyrer daraufhin bei der Eroberung Babylons. Kritik: Die Stadtmauern und Tempel von Babylon in diesem Film gehören bis heute zu den beeindruckendsten und bekanntesten Filmdekorationen überhaupt. Die Schauwerte und Griffith handwerkliches Geschick, mit dem er zwischen den einzelnen Episoden hin- und herwechselt, sind es denn auch, die den Film heute noch für den modernen Zuschauer interessant (und streckenweise sogar spannend) machen. Fakten: * Griffith drehte ohne Drehbuch. Alle Szenen und Einstellungen hatte er im Kopf. * Nach diesem Film war seine Produktionsgesellschaft bankrott - denn sein flammender Toleranz- und Friedensappell war im Ersten Weltkrieg nicht gefragt. * Belsazar kommt auch in der Bibel vor. Er ist der Babylonische Fürst, dem die Schrift "Mene Mene Tekel..." an der Wand erscheint. Der Prophet Daniel deutet sie als den Anfang vom Ende von Belsazars Herrschaft. | ||
| Irrfahrten des Herkules, Die | Goliath contro i giganti | Guido Malatesta | Trash mit Muskeln (und Höhlenmenschen und Fellmonstern und Amazonen und und und) | ||
| Irrfahrten des Odysseus, Die | Jirí Tyller | Zeichentrickfilm, 68 Minuten (Deutsche Fassung: 60 Minuten) Kurzinhalt: Die wichtigsten Stationen der Odyssee - kurz und bündig. | |||
| Ist ja irre – Cäsar liebt Cleopatra | Carry on Cleo | Gerald Thomas | 90 Minuten - es existiert auch eine DDR-Synchronisation Parodie auf den berühmten Cleopatra-Film mit Liz Taylor (1963) - interessanterweise wurden viele Dekorationen, Requisiten und Kostüme verwendet, die für den Taylor-Film angefertigt worden waren und in England blieben, als die Produktion nach Rom umzog. | ||
| Jason und der Kampf um das Goldene Vlies | Jason and the Argonauts | Nick Willing | Fernsehfilm in 2 Teilen à 90 Minuten Kurzinhalt: Jason, Thronerbe von Iolkos, wird von seinem Onkel Pelias zum Tode verurteilt. Damit will Pelias der Prophezeihung entgehen, nach der ihm der Mann, der ihm mit nur einer Sandale am Fuß gegenübertritt, zum Verhängnis wird. Dieser Mann war Jason. Um der Hinrichtung zu entgehen, macht Jason dem Tyrannen ein Angebot: Er will ihm das magische Goldene Vlies aus Kolchis holen. Darauf lässt der König sich ein. Jason lässt also Argos die Argo bauen, lacht sich die Argonauten an (unter ihnen Odysseus und Herkules) und fährt nach Kolchis. Auf dem Weg vertreibt Jason die Dämonen des blinden Sehers Phineas, durchquert einer Meerenge, die sich hinter der Argo von selbst schließt, kämpft mit einem Stier aus Metall und mit Skeletten, die aus Drachenzähnen wachsen, sowie mit dem dazugehörigen Drachen. Schließlich kommt er mit dem Vlies und der Prinzessin von Kolchis wieder nach Hause. Da tötet er Pelias und wir neuer König. Kritik: Lehnt sich inhaltlich stark an Jason und die Argonauten (1963) an. Das größte Plus ist die sehr ästhetische Optik, wenn die Spezialeffekte auch gerne etwas aufregender hätten sein dürfen. Inhaltlich wurde die Sage spannend umgesetzt und enthält auch ein paar überraschende Wendungen – allerdings wird das Erzähltempo viel zu oft durch überflüssige und viel zu lange Dialoge ausgebremst. Insbesondere die Kommentare der Götter halten nur unnötig auf (die hätte man sich ganz sparen können), aber auch Jason und die anderen Personen bleiben aufgrund ihrer schwachen Dialoge erstaunlich eindimensional. Trotz des ganzen Aufwandes und der immerhin 3 Stunden Länge hat der Film daher auffallend wenig Neues über die klassische Geschichte zu sagen. | ||
| Jason und die Argonauten | Jason and the Argonauts | Don Chaffey | 102 Minuten Kurzinhalt: Freie nach der antiken Argonauten-Sage: Jason sticht auf dem Schiff Argo in See, um in Kolchis das Goldene Vlies zu klauen. Unterwegs lauern viele Gefahren, unter anderem ein Titan aus Bronze, ein Drache und eine Armee von Skeletten - alles Wunder aus der Trickkiste von Ray Harryhausen. Kritik: Sehr gut gemachte Unterhaltung mit vielen Schauwerten. Die Geschichte ist kurzweilig: Sie hält ein recht hohes Tempo und bemüht sich, die Personen glaubwürdig darzustellen, indem sie stets erklärt, warum sie das tun, was sie tun. Das unterscheidet den Film angenehm von den zahllosen Abenteuerschinken, in denen die Leute Gutes tun, einfach weil sie die Helden sind (oder eben Schlechtes, einfach weil sie die Bösen sind). Dazu kommen viele der klassischen Sage entlehnte und originelle Details, die auch heute noch erfrischend anders wirken (zum Beispiel wird Hercules hier überraschenderweise als recht alter Mann mit grauen Haaren dargestellt). Die damals sensationellen Trickeffekte können einen auch heute noch zum Staunen bringen - es fehlt ihnen allerdings ein sicheres Gefühl für Timing: Vieles dauert einfach zu lange. Dafür nur ein Beispiel: Die berühmte Armee der Skelette setzt sich erst in Bewegung, nachdem der König von Kolchis sie dazu aufgefordert hat - und zwar nicht weniger als drei Mal (offenbar ist die Armee nicht nur tot sondern auch taub). Dann erst machen die trägen Gesellen ein paar Schritte auf Jason zu - aber auch nur im Schneckentempo. Jason hätte also mehr als genug Zeit, zu seinem Schiff fliehen - stattdessen steht er aber einfach nur da und glotzt. So verstreichen wertvolle Minuten, bis der Kampf dann endlich losgeht. Eine richtige Enttäuschung ist dagegen die Musik von Herrmann. Der Komponist, der die berühmtesten Filme von Hitchcock mit aufregender, knisternder Musik versah - schafft es diesmal nicht einmal, Spannung aufzubauen oder auch nur ein paar Akzente zu setzen. Während auf der Leinwand also eine Sensation nach der anderen zu sehen ist, hört man aus dem Lautsprecher nur einen recht zähflüssigen Humpta-Humpta-Klangbrei. Nichtsdestoweniger ist der Film natürlich ein Klassiker von gleich zwei Genres (Fantasy und Monumentalfilm), und für Fans daher ein Muss! ansehen: * Im Fernsehen läuft leider in der Regel eine Version, in der das Breitwandformat des Filmes auf 4:3-Fernsehformat eingerichtet wurde (so dass jeweils rechts und links ein Stück Bild nicht mehr zu sehen ist - zusammen immerhin 25% der Bildfläche). * Für Fans empfiehlt sich daher der Kauf der DVD von Columbia-Tristar-Homevideo. Sie zeigt den Film in 16:9 und bietet als Extra auch noch zwei interessante Interviews mit Harryhausen (von 1995 und 1997) über diesen Film - und über sein Leben und Werk (mit zahlreichen seltenen Filmausschnitten aus seinem Frühwerk). Fakten zum Film: * Harryhausen hatte mit 13 Jahren King Kong im Kino gesehen, danach wusste er, was er beruflich einmal machen wollte: Puppentrick (Stop Motion). Seine Trick-Karriere begann 1949 mit Panik um King Kong und endete 1987 mit The Puppetoon Movie. * Harryhausen und Produzent Schneer waren ein echtes Dream-Team: Sie machten 16 Filme zusammen, darunter Klassiker des SiFi- und Fantasy-Films wie Die Bestie aus dem Weltraum (1957), Die erste Fahrt zum Mond (1964) oder die drei Sindbad-Filme (1958 bis '77). * Die Szene mit den kämpfenden Skeletten war so aufwändig, dass nur 13 Bilder pro Tag aufgenommen werden konnten - für eine Sekunde (!) Film benötigt man 24 (!!). So dauerte es vier einhalb Monate, bis die Szene im Kasten war. Bei den Proben kämpften die Schauspieler zunächst gegen Stuntmänner, die die Plätze der Skelette einnahmen. Erst als sie die Bewegungsabläufe genau auswendig gelernt hatten, wurde die Szene (ohne Stuntleute) gedreht (die Schauspieler hatten dann also keine Partner und fuchtelten nur in der Luft herum). Erst Monate später wurden dann Bild für Bild die Skelette einkopiert. * Ein paar Szenen von der Eroberung Thessaliens stammen aus einem anderen Film (möglicherweise Der Untergang von Troja 1955 oder einem italienischen Film, der in denselben Kulissen gedreht wurde). * Cross / Schneer / Harryhausen brachten 1981 Kampf der Titanen auf die Leinwand - in dem weder die Spezialeffekt noch die Geschichte so gut gelungen sind wie in diesem Film. Was die Kombination von Realfilm und Stop-Motion-Trickaufnahmen angeht, ist Jason... immer noch nahezu unerreicht. * Honor Blackman spielte 1968 in Kampf um Rom eine Gotenkönigin - ist aber den meisten Zuschauern sicher ein Begriff als Pussy Galore, die James Bond in Goldfinger (1964) das Leben schwermacht. * Bernard Herrmann ist vor allem bekannt für seine langjährige Zusammenarbeit mit Alfred Hitchcock, für den er unvergessene Filmmelodien erdachte, u.a. Der unsichtbare Dritte (1958) und Psycho (1960). Dass er daneben auch Zeit für Filme von Schneer und Harryhausen fand, ist dagegen weithin unbekannt. Er komponierte Sindbads 7. Reise (1958), Die drei Welten des Gulliver (1960), Die geheimnisvolle Insel (1961) und schließlich Jason und die Argonauten. * In diesem Film ist bereits der Spezialeffekt zu sehen, der später als Beamen bei Star Trek zu Weltruhm kommen wird: Die Götter tauchen auf und verschwinden - genau wie wenige Jahre später die Mannschaft der Enterprise. Fakten zur Argonautensage: * Die klassische Sage ist sehr umfangreich und wurde von den Griechen im Laufe der Jahrhunderte immer weiter ausgeschmückt. Von den etwa 25 Episoden, die sich bis heute erhalten haben, hat der Film vier umgesetzt. Die bekannteste der nicht gezeigten Episoden ist die, in der die Argonauten ganz den Amazonen verfallen sind und nur Herakles einen klaren Kopf behält. * In der Sage ist Pelias der Bruder des Königs von Thessalien. Während Prinz Jason seine Jugend außer Landes verbringt, drängt Pelias den König aus der Regierung (im Film ist er ein fremder Eroberer, der den König besiegt). Ein Orakel rät Pelias daraufhin, er solle sich in Acht nehmen vor jemandem, der ihm nur mit nur einer Sandale gegenübertritt (wie im Film). Als Jason erwachsen ist, geht er nach Hause, um seinen Anspruch auf den Thron geltend zu machen. Unterwegs hilft er einer alten Frau über einen Fluss, die in Wirklichkeit die Göttin Hera ist (im Film hilft sie Jason dabei, Pelias zu retten). Im Fluss verliert er eine Sandale. Als Jason nun Pelias gegenübertritt, erinnert sich dieser an den Orakelspruch und schickt ihn los, das Goldene Vlies zu suchen - um ihn loszuwerden (wie im Film). Kaum ist Jason auf See, erzählt Pelias dem alten König, sein Sohn Jason wäre auf der Reise gestorben. Wie geplant, begeht der armen Vater daraufhin Selbstmord (im Film wird der Vater gleich zu Beginn getötet). * Im Film heißt Jasons Vater Ariston - doch das war in Wirklichkeit kein König sondern ein griechischer Philosoph (um 250 vor Christus) . Jasons Vater heißt in der Sage Aison. * Wie im Film richtig gezeigt, war auch Herkules an Bord der Argo - zusammen mit vielen anderen hochberühmten Helden, die der Film nicht namentlich erwähnt: z.B. Theseus, Philoktetes, Nestor und Orpheus. In der Sage mussten sie nicht (wie im Film) erst eine Prüfung ablegen, um mitfahren zu dürfen. Die Zahl der Argonauten schwankt bei den antiken Autoren, im Film sind es 40. * Die Argo war das Werk des Schiffsbauers Argos (wie im Film). Die Helden, Jason und das Schiff trafen sich in Iolkos, wo nach der Sage die Reise beginnt (der Ort wird im Film nicht erwähnt). * Dass Hera durch eine Statue zu Jason spricht, kommt in der Sage nicht vor - wohl aber, dass sie ihm fünf Mal helfen durfte, weil ihr Tempel durch einen Mord des Pelias entweiht worden war und sein Opfer noch fünf Mal zu Hera flehen konnte. Das Opfer im Tempel war jedoch nicht Briseis, sondern eine Dame namens Sidero. * Talos gibt es auch in den antiken Geschichten - allerdings ist er da nicht so riesengroß, u | ||
| Jephtah's Daughter | J. Farrell MacDonald | ... noch eine Verfilmung von Jeftas Tochter - interessant, wie bestimmte Geschichten offenbar genau den Zeitgeist treffen - und dann völlig verschwinden. | |||
| Jephtah's Daughter: A Biblical Tragedy | J. Stuart Blackton | vermutlich die Geschichte von Jephtha, Richter in Israel (Richter 11 und 12). Um sein Land vor dem Einfall der Ammoniter zu retten, opferte er seine Tochter - was auf den uralten, damals schon überwundenen Brauch der Menschenopfer verweist. Die Zeit der Richter war zwischen ca 1200 und 1012 v.Chr., also zwischen der Landnahme und den Königen Israels. | |||
| Jesus - sein Leben / Das Leben des Jesus / Jesus | The Jesus Movie / The New Media Bible: The Gospel According to St. Luke | John Krish + Peter Sykes | 117 Minuten, läuft regelmäßig auf bibel-tv Kurzinhalt: Leicht gekürzte, aber ansonsten wortwörtliche Verfilmung des Lukas-Evangeliums: Ein Sprecher liest Abschnitte daraus vor und Schauspieler stellen die jeweiligen Episoden genauso dar, wie sie beschrieben sind. Kritik: Hier lohnt sich ein direkter Vergleich mit der Zeffirelli-Verfilmung Jesus von Nazareth (1977), die die Klippen eines Jesus-Filmes gelungen umschifft. Die buchstabengetreue Umsetzung des Bibeltextes zieht nämlich gleich zwei Probleme nach sich: 1, Das Evangelium stammt aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. Der Verfasser konnte bei seinen Lesern viel politisches und traditionelles Hintergrundwissen einfach als bekannt voraussetzen, das heutige Leser/Zuschauer nicht mehr kennen. 2, Die Verfilmung gibt die Worte genau wieder - aber ohne deren Geist zu erfassen. Dazu ein Beispiel: in Lukas 5/27 steht: "Als Jesus weiterzog, sah er den Zolleinnehmer Levi am Zoll sitzen. Jesus forderte ihn auf: Komm, geh mit mir! Ohne zu zögern verließ Levi alles und ging mit ihm." Im Film sieht das dann so aus: Jesus und seine Jünger sehen Levi, der am Stadttor sitzt und den Zoll kassiert. Als sie an ihm vorbeigehen, sagt Jesus zu ihm "Folge mir nach!" Levi lächelt, lässt alles stehen und liegen und geht Jesus nach. Ob der Evangelist das wirklich so wörtlich gemeint hat? In diesem Stil werden nun sämtliche Wunder und Gleichnisse unreflektiert und unkommentiert nebeneinandergestellt - wodurch sich dem Zuschauer weder die glaubensgeschichtliche Bedeutung noch der spezielle historische Kontext erschließen. So ist der Film eine Art illustriertes Hörbuch, das man sich ansehen kann, wenn man nicht zur Bibel greifen und das Lukas-Evangelium selbst lesen will. Visuell wäre hervorzuheben, dass der Film nicht in Kulissen gedreht wurde, sondern an sorgfältig ausgewählten Schauplätzen im Heiligen Land. Das gibt ihm einen authentischen Look - der aber leider allzuoft durch schlecht gemachte Kostüme wieder verdorben wird (besonders die römischen Soldaten sehen in ihren kitschigen Miniröckchen nicht aus wie blutrünstige Unterdrücker - sondern einfach nur albern). | ||
| Jesus Christ Superstar | Jesus Christ Superstar | Norman Jewison | 107 Minuten Kurzinhalt: Eine Gruppe junger Leute fährt mit Bussen zu den Ruinen von Massada und spielt die letzten 5 Tage im Leben Jesu als Musical nach: Judas ist von Jesus enttäuscht: Der Freiheitskampf gegen die Römer lässt auf sich warten, und dann ist da auch noch diese unklare Beziehung zu Maria Magdalena, einer ehemaligen Prostituierten. Judas kommt zu der Überzeugung, Jesus aufhalten zu müssen, und liefert ihn den Hohepriestern aus, die Jesus für einen Unruhestifter und selbsternannten Sohn Gottes halten - für sie reine Gotteslästerung. Beim letzten Abendmahl singen die Jünger noch: „Immer schon wollt’ ich Apostel werden“ und malen sich aus, wie sie einmal die Evangelien schreiben wollen - da wird Jesus verhaftet... Kritik: Manche Szenen sind so unfreiwillig komisch, dass sie direkt aus Monty Pythons Leben des Brian (1979) stammen könnten. Am stärksten ist der Film, wenn er Showbusiness und Starkult (selbst)kritisch auf die Schippe nimmt. | ||
| Jesus Christus / Der Weg des Herrn | The Life of Christ: Mysteries of the Rosary / Los misterios del rosario | Joseph I. Breen jr + Fernando Palacios | 300 Minuten, ursprünglich eine Spielfilm-Trilogie: 1,Er kam Original: El salvador 2,Sein Leiden Original: El redentor 3,Sein Sieg Original: El amo In Deutschland auch als 4teilige Serie à 75 Minuten gezeigt. Kurzinhalt: Ein Film für die Missionsarbeit: Jesus wird als Erlöser vorgestellt. Die 15 Szenen folgen dabei dem traditionellen Rosenkranz: Jesus - vom Heiligen Geist empfangen, zu Elisabeth getragen, in Bethlehem geboren, im Tempel aufgeopfert, im Tempel wiedergefunden, der für uns Blut geschwitzt hat, für uns gegeißelt worden ist, für uns mit Dornen gekrönt worden ist, für uns das schwere Kreuz getragen hat, für uns gekreuzigt worden ist, der von den Toten auferstanden ist, der in den Himmel aufgefahren ist der für uns den Heiligen Geist gesandt hat, der Maria in den Himmel aufgenommen hat, der Maria im Himmel gekrönt hat. Fakten: * Kaum bekannt, aber dennoch ein Film der Superlative: Es wurde vier Jahre gedreht, in den Massenszenen wirkten etwa 10.000 Statisten mit, und es gab 150 Sprechrollen. * Initiiert wurde das Unternehmen von Pater Peyton aus Albany (New York), der es durch Spenden finanzierte. | ||
| Jesus und seine Widersacher | Science of the Bible - Rivals of Jesus | noch bearbeiten | Dokumentation | Dokumentation, 45 Minuten, mit Spielszenen läuft regelmäßig auf ntv Kurzinhalt: Heute kennen wir nur noch Jesus Christus - zu seiner Zeit waren aber noch viele andere Propheten und Wunderheiler unterwegs. Der Film stellt die bedeutendsten von ihnen vor, sowie die jüdischen und römischen Würdenträger, die etwas gegen Jesu Lehren hatten. Kritik: Ein wenig beachtetes Kapitel, das hier in schönen Bildern ausgebreitet wird. | |
| Jesus von Montreal | Jésus de Montréal | Denys Arcand | 120 Minuten Kurzinhalt: Dieser Film ist weder ein Monumental- noch ein Bibel-Film, aber er überträgt einen antiken Stoff gelungen in die Gegenwart: Eine Gruppe junger Schauspieler inszeniert in einem Park in Montreal ein Passionsspiel. Während das Publikum begeistert herbeiströmt, sieht die Kirche die Veranstaltung kritisch. Mit der Zeit wird das Leben des Jesus-Darstellers dem Leben des Jesus Christus immer ähnlicher... Kritik: Vielschichtige und pointierte Kirchen- und Gesellschaftskritik, sowie eine ästhetische wie inhaltlich überzeugende Auseinandersetzung mit den Lehren Jesu. Fakten: * Der Regisseur erzählt in der Doku Sie spielten Jesus – Eine Rolle hinterläßt Spuren (1991), wie ihm die Idee zu dem Film kam: Eines Tages habe er ein Casting veranstaltet. An diesem nahm ein junger Mann mit Vollbart teil, der ihm sagte: "Tut mir leid, dass ich einen Bart habe, aber ich bin im Moment Jesus." Der Schauspieler stellte Jesus dar und durfte sich daher nicht rasieren. | ||
| Jesus von Nazareth | Gesù di Nazareth | Franco Zeffirelli | Fernsehfilm in 4 Teilen à 90 Minuten (USA: Gesamtlänge von 8 Stunden) Kurzinhalt: Frei nach dem Johannes-Evangelium: Jesus und sein Wirken, sowie das seiner Widersacher - erzählt in fast 6 Stunden ansehen: * Die Serie läuft regelmäßig auf bibel-tv - allerdings in schlechter Qualität: Die Bilder sind recht dunkel, die Farben leuchten nicht, die Schärfe ist oft "matschig". * Wer die Filme mag, sollte zu DVDs oder alten Videos greifen. Insbesondere die immer noch leicht erhältliche dreiteilige Video-Ausgabe von ITC/VCl (1993) bietet die Serie in brillanten und gestochen scharfen Bildern. Kritik: Plus: Der Film verlangt vom Zuschauer vor allem viel Geduld. Wenn man sich aber darauf einlässt, ist es durchaus der Mühe wert: Die Geschichte entwickelt sich langsam aber stringent und ist eine kluge Auseinandersetzung mit Jesus Christus auf hohem Niveau. Sehr ausführlich wird das Wirken von Jesus dargestellt und sehr sorgfältig der Zusammenhang mit der Heiligen Schrift und den damaligen politischen Strömungen hergestellt. Alle wichtigen Personen haben ausführliche und in der Regel auch sehr lebendige Dialoge, wodurch sie genauer als in den meisten anderen Jesus-Filmen charakterisiert werden und man als Zuschauer auch besser versteht, wie die Leute damals dachten, welche Erwartungen und Befürchtungen sie hatten - und warum sie Jesus mit solchem Eifer unterstützten oder eben auch ablehnten. Auch die ungeheure Provokation die Jesu' Lehren und Taten für seine Zeitgenossen bedeutet haben, wird somit nachvollziehen - und viele Einwände gegen ihn als Messias bekommen auf einmal Hand und Fuß. Geschickt versetzt Zeffirelli den Zuschauer dabei maches Mal in die Lage, dass er sich selbst fragen muss: Wie hätte ich eigentlich reagiert, wenn mir jemand wie Jesus begegnet wäre? So bekommt der interessierte Zuschauer viele Informationen und Interpretationansätze - auch wenn sich der Film dabei zugegebenermaßen gar nicht von der traditionellen Sicht auf die Ereignisse rund um Jesu Leben und Sterben löst (was nicht wenig überrascht, wenn man bedenkt, dass in den 70er Jahren eine kritische Auseinandersetzung mit Religion schon längst gängige Praxis war). Die aufwändige Ausstattung wirkt sehr realistisch und vermittelt einen lebendigen Eindruck von den antiken Schauplätzen - auch wenn sie einer archäologischen Überprüfung natürlich nicht standhalten würde. Die Massenszenen und Statisten sind beeindruckend geschickt inszeniert - man hat wirklich den Eindruck, sie würden in den Kulissen leben und arbeiten. Minus: "Ich habe die Absicht, das Publikum ein wenig aufzuregen", kündigte Regisseur Franco Zeffirelli 1976 an, "zum ersten Mal werden wir eine menschliche Geschichte von Christus, dem Menschen, sehen." Verglichen mit diesem Anspruch ist das Werk allerdings geradezu erschreckend konventionell: Insbesondere im ersten Teil wird kein Klischee ausgelassen, angefangen vom wahnsinnigen Herodes über die kitschigen Heiligen drei Könige bis hin zur Salomé-Geschichte (die lang und breit erzählt wird, obwohl sie mit Jesus ja eigentlich gar nichts zu tun hat). Ansosten leiden die Juden edel unter der römischen Besatzung - oder kämpfen erbittert dagegen an (dass es auch Sympathien und eine gute Zusammenarbeit auf beiden Seiten gab, hatte sich wohl nicht bis zu den Drehbuchautoren herumgesprochen). Bei Jesus schließlich beschränkt man sich (trotz der sensationellen Länge von 6 Stunden) nur auf eine kleine Auswahl von Gleichnissen und Stationen in seinem Leben, die noch dazu allgemein bekannt sind - und daher eigentlich gar keine Darstellung in solch epischer Breite mehr benötigt hätten. Dabei darf Jesus dann ganz und gar nicht Mensch sein - sondern sieht stets aus, wie einem gotischen Heiligenbild entsprungen. Er spricht und heilt stets mit durchgeistigter Miene, und die Leute in seiner Umgebung erstarren dann nicht selten vor Erfurcht und stiller Anbetung - natürlich untermalt von einem Streichorchester, das dazu bedeutungsschwangere Musik spielt. Fakten: * Die Serie kostete etwa 18 Millionen Euro und ging auf eine Audienz beim Papst zurück. Dieser hatte sich zufrieden mit Moses (1974) gezeigt und gesagt, er hoffe, Produzent Lew Grade würde vielleicht auch mal das Leben Jesu verfilmen. * Die Szenen, in denen die Predigten des Johannes und des Jesus das Volk in eine Art Massenhysterie versetzen, ähneln inhaltlich und von der Umsetzung her stark an die Szenen aus Das Leben des Brian (1979), in denen das Volk Brian verfolgt. Der Film wurde auch in denselben Kulissen gedreht. * Zeffirellis bekanntester Film ist Romeo und Julia (1968), in dem Olivia Hussey die Julia spielte. Zeffirelli war 1988 einer der heftigsten Kritiker von Die letzte Versuchung Christi. * Der Komponist Maurice Jarre ist der breiten Öffentlichkeit weithin unbekannt, obwohl von ihm eine der berühmtesten Film-Melodien aller Zeiten ist: Doktor Schiwago (1965). * Anne Bancrofts bekannteste Rolle ist die der Mrs Robinson in Die Reifeprüfung (1967). Ihr Ehemann Mel Brooks drehte 1981 Die verrückte Geschichte der Welt, die auch eine Parodie auf Jesus-Filme enthält. * Anthony Quinn spielte in diesem Film als Kaiphas gewissermaßen die Gegenposition zu Barabbas (1961). * In Jesus-Legenden - Joseph von Nazareth (2000) werden die Probleme, die für Josef mit der jungfräulichen Geburt verbunden waren, ausführlicher erörtert. Episodenliste: 1, Geburt und Jugend Maria und Josef und Jesu' Geburt - der Kindsmord zu Bethlehem - Jesus legt als 12jähriger die Heilige Schrift aus - Johannes der Täufer legt sich mit Herodes Antipas an. 2, Wunder und Zeichen Jesus lässt sich taufen, und die ersten Jünger folgen ihm - nach den ersten Wunderheilungen wächst die Zahl seiner Anhänger - Herodes Antipas lässt Johannes hinrichten - Maria Magdalena wird Zeugin der Speisung der Fünftausend - die Rebellen im Untergrund debattieren über Jesus. 3, Einzug in Jerusalem Jesus am See Genezareth - Bergpredigt - Jesus begegnet Maria Magdalena und später der Ehebrecherin - Jesus im Tempel von Jerusalem - der Hohe Rat debattiert über Jesus. 4, Tod und Auferstehung Das letzte Abendmahl - Prozess - Kreuzigung - Auferstehung. Inhalt: Maria wird plötzlich schwanger. Josef ist deswegen misstrauisch, heiratet sie aber trotzdem (der Film drückt sich um eine ausführliche Diskussion über die jungfräuliche Geburt, spricht das Thema aber immerhin an). Weil Kaiser Augustus eine Volkszählung angesetzt hat, begibt sich das Paar nach Bethlehem und bekommt da das Kind. König Herodes sieht den Stern von Bethlehem und erinnert sich an die alte Prophezeihung, dass aus Bethlehem dereinst der neue König der Juden kommen wird. Kurzentschlossen befiehlt er, in Bethlehem alle Kinder bis 2 Jahre zu töten. Das Heilige Paar kann natürlich vorher entkommen. Etwa 30 Jahre später wiegelt Johannes der Täufer, der Sohn von Marias Cousine Elisabeth, das Volk gegen den neuen König Herodes Antipas auf, der nicht nach den Gesetzen des Moses lebt (so hat er zum Beispiel die Ehefrau seines Bruders geheiratet). Auch Jesus lässt sich von ihm taufen. Nun beginnt die Zeit, da er seine Lehren predigt und sich die Jünger ihm anschließen. Schließlich hat er so viele Anhänger, dass er im Triumph in Jerusalem einziehen kann. Doch mit seiner Kernaussage (das Gesetz ist für die Menschen da und nicht die Menschen für das Gesetz), mit seiner Offenheit gegenüber gesellschaftlichen Außenseitern (Ehebrecher, Steuereintreiber, römische Soldaten usw) und mit seinen Aktionen (Vertreibung der Händler aus dem Tempel, Heilung von Kranken usw) stößt er bei vielen frommen Juden und vor allem der Geistlichkeit auf starken Widerstand. Schließlich entscheidet der Sanhedrin (der Hohe Rat im Tempel von Jerusalem) unter dem Vorsitz von Kaiphas, dass es Gotteslästerung ist, wenn sich Jesus selbst als Sohn Gottes bezeichnet. Er ordnet daher an, dass Jesus vor dem Rat Rede und Antwort stehen soll. Vielleicht lassen sich so eventuelle Missverständnisse ausräum | ||
| Jesus von Nazareth / Das Passahfest-Komplott | The Passover Plot | Michael Campus | 108 Minuten Inhalt: Nach dem gleichnamigen Buch von Hugh J. Schonfield, das die These vertritt, dass die Kreuzigung Teil von Jesus' Plan war, die Erwartungen seiner Anhänger zu erfüllen. Christus plante, nur scheinbar am Kreuz zu sterben, um die Prophezeiungen über den Messias zu erfüllen. Doch dann kam etwas dazwischen: der Speerstoß in seine Seite, der ihn schließlich tötete. Später wurde dann ein unbekannter junger Mann von den anderen Jüngern (irrtümlich oder absichtlich) als Jesus ausgegeben. Schließlich wurde Jesus' ursprüngliche, ganz einfache Botschaft (an die Bibel und nicht an die Institution der Kirche glauben, sowie leben, um die menschliche Not zu lindern) durch Paulus so entstellt, dass es zu einer neuen Religion kam, ja kommen musste. Fakten: * War 1977 nominiert für den Oscar für das beste Kostüm-Design. * Alex North schrieb die Musik für Klassiker des Genres wie Cleopatra (1963) und Spartacus (1960). | ||
| Jesus von Nazareth: Mensch, Messias, Märtyrer / Der Fall Jesus | Science of the Bible | Dokumentation | Dokumentationsreihe in 11 Teilen à 45 Minuten mit Rekonstruktionen und Spielszenen einzelne Episoden laufen immer an kirchlichen Feiertagen auf Super RTL. * Nicht zu verwechseln mit der dreiteiligen BBC-Doku mit demselben deutschen Titel (2001)! * 2005 liefen 2 Episoden unter dem Titel Der Fall Jesus auf Sat 1. Kurzinhalt: Von der Geburt bis zum Tod von Jesus und den ersten christlichen Gemeinden wird nahezu jeder Aspekt dargestellt und wissenschaftlich überprüft. Dazu wurde sogar ein antikes Dorf 1:1 nachgebaut. Kritik: Leider werden die Episoden in Deutschland durcheinander ausgestrahlt - da verliert im Laufe der Zeit gerne mal den Überblick. Die Gründlichkeit aber, mit der die Filmemacher und Wissenschaftler hier ans Werk gehen, ist beeindruckend. Auch Details, die andere Filme gerne übersehen (oder absichtlich weglassen), werden hier vorgestellt und pingelig recherchiert (welche Trinkbecher z.B. beim letzten Abendmahl wohl verwendet wurden). Natürlich wiederholt sich Manches - bei so vielen Episoden kann man eben nicht immer etwas Neues sagen. Nichtsdestoweniger räumt die Serie gründlich mit liebgewonnenen Klischees auf und bringt sehr anschaulich viele wissenswerte Fakten über Jesus und das Leben im Heiligen Land zu seiner Zeit. EPISODENLISTE: (in inhaltlicher Reihenfolge) 1, The Real Mary Magdalene 2, Seine Geburt (Original: Birth of Jesus) 3, Die unbekannten Jugendjahre (Original: The Man) 4, Der Wunderheiler (Original: The Healer) 5, Jesus: The Preacher 6, Das letzte Abendmahl (Original: The Last Supper) 7, Verhaftung und Prozess (Original: Jesus' Arrest) 8, Die Kreuzigung (Original: The Crucifixion) 9, Apocalypse 10, Das leere Grab (Original: Jesus' Tomb) 11, Die ersten Christen (Original: The First Christians) | ||
| Jesus vor Pilatus | Jésus devant Pilate | Alice Guy | Stummfilm, schwarzweiß Eine Besonderheit: Eine Frau, die einen Film über Jesus inszeniert - bis heute eine absolute Rarität. | ||
| Jesus-Geschichte für Kinder, Die | The Story of Jesus for Children | John Schmidt | 60 Minuten, läuft regelmäßig auf bibel-tv Kurzinhalt: Einzelne Szenen aus Das Leben des Jesus (1979) wurden in eine Rahmenhandlung eingebettet, in der Kinder aus Nazareth Jesus zuhören und dann darüber diskutieren. Kritik: Offenbar hat man eingesehen, dass die Geschichte Jesu eine Interpretation benötigt, um richtig verstanden zu werden. Also bettete man die wichtigsten Jesus-Zitate in eine Rahmenhandlung ein, in der die Kinder sich darüber unterhalten. Soweit so gut - allerdings ist dann leider nicht mehr als eine reichlich naive Nacherzählung des Jesus-Filmes dabei herausgekommen, die die Gleichnisse auf Kalenderblätter-Sprüche reduziert. Das alleine wäre noch nicht schlimm, aber statt die Zeit dafür zu nutzen, nun Jesu Botschaft zu erklären und zu vertiefen, wird in der Rahmenhandlung ein Konflikt zwischen Christen und Andersgläubigen herbeigeredet, der die Christen noch dazu einseitig in der Opferrolle sieht - ging es Jesus nicht eigentlich um allumfassende Nächstenliebe? Noch dazu ist die Rahmenhandlung optisch nicht stimmig: während Jesus in ärmlichen Gebäuden aus grob behauenem Naturstein zu sehen ist, leben die Kinder offenbar adrett und sauber in einer Art antiken amerikanischen Bungalows, mit glatt verputzten Wänden und ordentlichen Mittelklasse-Möbeln. | ||
| Jesus-Legenden / Jesus und die Geschichte von ... | Gli amici di Gesù | Raffaele Mertes | Fernsehserie in 4 Teilen à 90 Minuten, läuft regelmäßig auf Bibel-TV und Annixe-HD. Serien-Kurzinhalt: Jesus Christus aus der Sicht von vier Personen, die ihm nahestanden. Jeder hat auf eine andere Weise zu Jesus gefunden - und die Begegnung mit ihm hat das Leben jedes einzelnen völlig verändert (und auch das auch noch bei jedem auf eine ganz andere Art und Weise). Serien-Kritik: Die Serie wurde nur ins Leben gerufen, um die teuren Kulissen, Kostüme und Requisiten der Bibel-Serie noch einmal nutzen zu können. So ist denn die aufwändige und ästhetische Optik der Filme auch tatsächlich ihr größtes Plus. Auch die Grundidee ist interessant und für das Genre innovativ: Ganz ähnlich wie in Rashomon (1950) überschneiden sich manchmal die Handlungsstränge und manchmal ergänzen sie sich, so dass man unterschiedliche Meinungen zu demselben Thema (in diesem Falle Jesus) bekommt. Doch trotz dieser guten Voraussetzungen sind keine besonders interessanten Filme dabei herausgekommen. Da die vier Hauptpersonen in der Heiligen Schrift nur am Rande erwähnt werden (wenn überhaupt), haben die Autoren die wenigen bekannten Geschichten mit allen möglichen Kunstgriffen arg aufgeblasen, um überhaupt auf 90 Minuten Länge zu kommen. Dagegen wäre grundsätzlich eigentlich nichts einzuwenden, wenn man die Geschichte spannend umsetzt - aber hier gibt er nur das übliche Fernseh-Einerlei: Actionszenen mit wackeliger Handkamera, viele geschwätzige Szenen mit aufgesetzten, wenig spritzigen Dialogen - und damit auch jeder merkt, dass wir es mit einem religiösen Thema zu tun haben, dudelt im Hintergrund auch noch unentwegt schmalzige Chor-und-Geigen-Musik. Es würde sich lohnen, aus dem Material einen einzigen Spielfilm zusammenzuschneiden, der nur die interessantesten Passagen der vier Teile enthält. Fakten: * Eine interessantere Umsetzung des Judas-Themas (sogar unter Verwendung derselben Kulissen) gelang Regisseur Charles Robert Carner mit Judas (2003). * Im Thomas-Film landet Longinus bei den Schriftgelehrten von Qumran - eine Anspielung auf die Schriftrollen von Qumran, die aus dieser Zeit stammen und 1948 gefunden wurden. Ihnen verdankt man viele Informationen aus der Zeit, in der Jesus lebte, und auch viele Geschichten, die keine Aufnahme im Neuen Testament gefunden haben. * Herodes Antipas wird im ersten Film ermordet - um gleich darauf im zweiten Film wieder aufzutreten. Aber vielleicht hat er die Messerstiche auch schwerverletzt überlebt. * Die Römer werden in dieser Serie übertrieben grausam dargestellt. In einer tributpflichtigen Provinz waren Übergriffe auf Zivilpersonen (Vergewaltigung, Pündern und Brandstiftung) durch römische Legionäre die absolute Ausnahme - und wurden sogar von den Römern selbst strafrechtlich verfolgt. * Raffaele Mertes führte auch Regie bei Die Bibel - Esther (1999) und Die Bibel - Apokalypse (2002) und stand bei 8 Filmen der Serie an der Kamera. * Tobias Moretti ist vor allem bekannt aus der Serie Kommissar Rex, in der er 1994 bis '98 an der Seite eines Schäferhundes spielte. 2002 spielte er in Uli Edels Julius Caesar mit. * Die aufwändigen Kulissen des Palastes von Herodes und des Amtssitzes von Pilatus in dieser Serie sind die umgebauten und anders bemalten Kulissen des Palastes von Xerxes aus Die Bibel - Esther (1999). Episodenliste: 1, Joseph von Nazareth *** (ok) Original: Giuseppe di Nazareth Kurzinhalt: Josef ist Zimmermann und arbeitet am Tempel und am Palast des Herodes. Während er in Jerusalem arbeitet, wird seine Frau mit dem Sohn Gottes schwanger - damit beginnt eine turbulente Zeit für das Heilige Paar: Herodes will keinen anderen König der Juden neben seinem eigenen Königshaus haben und lässt Jesus unerbittlich verfolgen - und auch unter Josefs Nachbarn regt sich Widerstand: Viele wollen gerade jetzt mit Waffengewalt gegen die Römer kämpfen ... Kritik: Besonders am Anfang und am Ende hat der Film erhebliche Längen - und begibt sich zudem in unangemessen flaches Fahrwasser, indem er die Heilige Familie zum Gegenstand von Abenteuergeschichten macht. Der Hauptteil jedoch lebt von dem erfrischend lebendigen Spiel von Ennio Fantastichini als König Herodes, der stets genau auf dem schmalen Grat zwischen Wahnsinn und Methode balanciert. Auch die Reaktionen von Josef und den Mitbewohnern im Dorf auf Marias ungewöhnliche Schwangerschaft sind ein interessanter Aspekt, den andere Jesus-Filme normalerweise taktvoll auslassen. Dazu kommen die wirklich schönen Bilder: Die Ausstattung erweckt das alte Jerusalem zu neuem Leben - und ist in diesem Film auch noch sehr ästhetisch ausgeleuchtet und fotografiert. Drei gute Gründe, sich den Film anzusehen. 2, Maria Magdalena ** (hat Schwächen) Original: Maria Maddalena Kurzinhalt: Maria ist eine verheiratete, sehr wohlhabende Frau in Magdala - bis ihr Mann sich von ihr scheiden lässt, weil sie keine Kinder bekommt. Nun völlig mittellos, wirft sie sich in ihrer Verzweiflung erst einem Zenturio und dann einem General an den Hals, um schließlich am Hof von König Herodes zu landen. Materiell geht es ihr gut, aber ihre Seele ist leer - bis sie Jesus begegnet... Kritik: In seinem Bemühen, die Rechtlosigkeit der damaligen Frauen darzustellen, gehen dieser Film einfach zu weit, in dem er alle Männer (insbesondere die Römer) als grausam und berechnend darstellt - außer Jesus. So wechseln sich durchaus berührende Szenen einer Frau, die ihren Glauben verloren hat, mit geradezu grotesken Karikaturen von Machtmenschen ab (Gottfried Johns Interpretation von Herodes ist diesbezüglich eine echter Tiefpunkt). Und wieder einmal sind es vor allem die visuellen Reize, die auch diesen Film davor retten, ein kompletter Reinfall zu sein. 3, Judas ** (hat Schwächen) Original: Giuda Kurzinhalt: Der Patriot Judas schließt sich Jesus Christus an, weil er denkt, dass dieser Israel von den Römern befreit und sich dann zum neuen König ausrufen lässt. Aber dann geht alles schief: Erst wird er von falschen Freunden ausgetrickst, dann von den Römern, und schließlich missversteht er auch noch die wahren Absichten von Jesus: Er denkt, er muss Jesus nur genügend unter Druck setzen, dann wird der schon die Römer vernichten. Also verrät er Jesus, um ihn zum Handeln zu zwingen... Kritik: Ausgerechnet den Verräter zur Hauptperson eines Jesus-Filmes zu machen, klingt gewagt und macht neugierig. Dieser Film bietet dann aber kaum neue Erkenntnisse im Vergleich zu traditionellen Jesus-Filmen: erzählt werden die bekannten Stationen der letzten Tage im Leben Jesu - nur bemüht man sich dabei die ganze Zeit, Erklärungen und Entschuldigungen für Judas' Verhalten zu finden. Das gelingt jedoch kaum, da zu wenige Informationen über das Leben unter römischer Besatzung eingebaut wurden. Zu allem Überfluss kürzt der Film die Umstände, die zu Jesu Verurteilung führten, auch noch unzulässig ab: Er unterschlägt sowohl die Wunder und Heilungen, als auch das Verhör durch König Herodes und durch Kaiphas. So wirkt das Ergebnis ein wenig wie ein altmodischer Abenteuerfilm mit Palastintrigen und listigen Römern - inklusive des etwas steifen und getragenen Grundtones, wie man ihn aus alten Bibelfilmen kennt. 4, Thomas ** (hat Schwächen) Original: Tommaso Kurzinhalt: Die Kreuzigung von Jesus Christus und der Verrat durch Judas stürzen seinen Jünger Thomas in eine schwere Sinnkrise. Er will zunächst versuchen, den Leichnam Jesu in seiner Heimat Galiläa beizusetzen. Dabei lernt er Joseph von Arimathea kennen, in dessen Familiengrab Jesus beigesetzt wurde, und später auch Longinus, der Jesus ans Kreuz geschlagen hat. Beide tragen auf ihre Weise dazu bei, dass Thomas seinen Weg zum Glauben zurückfindet. Kritik: Der Film ist dann am stärksten, wenn er ein Gruppenportait der Jünger entwirft, die nach der Kreuzigung zwischen Hoffen und Bangen, Glauben und Verzweiflung schwanken. Der Versuch, darüberhinaus ein religiöses Erbauungsstück zu erzählen (inklusive salbungsvoller Geigenmusik und Lic | ||
| Judas / Judas und Jesus | Judas | Charles Robert Carner | 85 Minuten deutsche Erstsendung: Ostern 2007 auf Sat1 Kurzinhalt: Der Patriot Judas schließt sich Jesus Christus an, weil er denkt, dass dieser Israel von den Römern befreit und sich dann zum neuen König ausrufen lässt. Doch obwohl Jesus Anhänger in Massen anzieht, denkt er nicht an einen bewaffneten Aufstand. Stattdessen dürfen sich die Jünger selbst im Heilen und Predigen versuchen - nicht unbedingt das, was Judas erwartet hat... Kritik: Der Film bietet neben den (altbekannten) Standards rund um die Verhaftung und Kreuzigung von Jesus eine Reihe bemerkenswerter Szenen, die sich mit dem Alltag des Messias und seiner Anhänger beschäftigen (z.B. das Verhältnis der Jünger untereinander oder wie die Reisen organisiert und finanziert wurden) - ein interessanter Aspekt, der in den meisten Jesus-Filmen völlig vernachlässigt wird. So sind die Dialoge durchweg frei von religiösem Pathos und erstaunlich lebendig: Jesus pflegt in diesem Film einen geradezu kumpelhaften Umgang mit seinen Jüngern - und man sieht sogar (missglückte) Versuche, wie die Jünger selbst versuchen, eigene Wunder zu vollbringen. Dabei zeichnet es den Film aus, dass er die Wunder nicht verschweigt oder naturwissenschaftlich zu erklären versucht, sondern wie selbstverständlich als Teil des Lebens der Hauptdarsteller einbezieht. Die politischen Verhältnisse im Heiligen Land spiegeln sich in den Rollen der Mächtigen. Man kann genau nachvollziehen, warum jeder einzelne gute Gründe hat, sich gegen Jesus zu wenden - so dass gegen Ende, als die Kreuzigung näher rückt, sogar richtige Spannung aufkommt. Fakten: * Bob Gunton kennt man aus der Serie 24 - ohne Bart. | ||
| Judith - Das Schwert der Rache | Giuditta e Oloferne | Fernando Cerchio | Die schöne und gottesfürchtige Witwe Judith geht unbewaffnet in das Heerlager des Generals Holofernes, enthauptet ihn mit seinem eigenen Schwert und rettet das Volk Israel - wovon natürlich kein Wort wahr ist, denn in Wirklichkeit eroberten die Babylonier unter König Nebukadnezar II Judäa. | ||
| Judith of Bethulia | David Wark Griffith | 60minütiger Stummfilm (schwarzweiß) Die schöne und gottesfürchtige Witwe Judith geht unbewaffnet in das Heerlager des Generals Holofernes, enthauptet ihn mit seinem eigenen Schwert und rettet das Volk Israel - wovon natürlich kein Wort wahr ist, denn in Wirklichkeit eroberten die Babylonier unter König Nebukadnezar II Judäa. Eine Szene in diesem Film hat Geschichte geschrieben: Judith sitzt am Bett des schlafenden Holofernes und zögert, ihn zu töten. Und jetzt kommt ein filmhistorisch bedeutsamer Moment: Judith hat eine Vision. In einer kurzen Szene sehen wir, wie babylonische Soldaten plündern und morden. Dann sehen wir wieder die entsetzte Judith. Eine Szene, die nicht direkt zur Handlung gehört, sondern Gedanken der Protagonisten zeigt. Das war etwas völlig Neues - und hier erstmals zu sehen. | |||
| Julius Caesar | Julius Caesar | Stuart Burge | |||
| Julius Cäsar, der Eroberer Galliens / Julius Cäsar, der Tyrann von Rom | Giulio Cesare, il conquistadore delle Gallie | Amerigo Anton | 104 Minuten (deutsche Fassung: 90 Minuten) Kurzinhalt: Cäsar versucht, die rebellischen Gallier zu besiegen - da werden seine Pflegetochter Publia und sein Leutnant Claudius von den Galliern entführt. Unter Folter verraten sie alle Angriffspläne. Ihnen gelingt die Flucht - doch Cäsar wird von den Galliern bereits gefährlich in die Mangel genommen. Als die Schlacht verloren scheint, kommt Claudius mit Hilfstruppen. Zur Belohung darf er Publia heiraten. Kritik: Diese Geschichte steht natürlich NICHT in Cäsars Gallischem Krieg. Schon die Grundidee, dass Cäsar in den Krieg seine Tochter mitnimmt, ist bescheuert. Dazu kommen dann noch schwülstige Dialoge, fast lächerlich hölzerne Schauspieler, schlimme Musik, endloses Schlachtengetümmel – furchtbar! Immerhin sind die Kulissen und Kostüme schön. | ||
| Jungfrauen von Rom, Die | Le virgini di roma | Vittorio Cottafavi und Carlo Bragaglia | Nachdem der letzte König von Rom vertrieben worden war, nutzten der Etruskerfürst Lars Porsenna die Gunst der Stunde, Rom zu erobern. Durch die selbstlose Hilfe weiblicher Kämpfer erobern die Römer Rom zurück. Die interessante Besetzung enthält neben "Gigi" Jourdan auch einen jungen Michel Piccoli als Konsul (er war jung und brauchte das Geld). | ||
| Jupiters Liebling | Jupiter's Darling | George Sidney | 95 Minuten Kurzinhalt Ein Monumentalfilm-Musical: Hannibal überquert singend und tanzend die Alpen, um Rom zu erobern - zum Glück kann die schöne Amytis dies verhindern (das Erobern, nicht das Singen und Tanzen). Kritik Quo Vadis meets Neptuns Tochter - da läuft der Kitsch von den Wänden. Immerhin kann man die schrille deutsche Synchronisstaion noch als Genreparodie genießen. Fakten Die Massenszenen stammen aus Quo Vadis (1951). Walter Plunkett hatte die Kostüme für Vom Winde verweht gemacht. Er und Helen Rose erhielten in den 50er Jahren je einen Oscar für ihr Kostümdesign - und vergeudeten dann ihr Talent an diesem Film. | ||
| Kadmos, Tyrann von Theben | Arrivano i titani / Les Titans | Duccio Tessari | 111 Minuten Kurzinhalt: Zeus schickt einen Titan nach Theben, damit dieser den dortigen Tyrann beseitigt, der sich selbstherrlich als Gott verehren lässt. Voller Elan geht der Titan ans Werk - doch der verflixte Tyrann ist (wortwörtlich) mit allen Wassern gewaschen... Kritik: Sehr aufwändig, schwungvoll und mit fröhlichem Unernst inszeniert. Giuliano Gemma, der in seiner Jugend als Akrobat gearbeitet hat, darf in ausgesprochen athletischen Slapstick-Szenen endlich einmal zegen, was er alles kann. Fakten: Die Stierkampf-Szenen wurden nicht, wie man vermuten sollte, in Spanien gedreht, sondern in der Camargue in Frankreich. Hier werden bis heute kleine Übungsarenen von den verschiedenen Stierzüchtern unterhalten, genau wie die, die im Film zu sehen ist (v.a. in der Gegend Grand Radeau bei Saintes-Maries-de-la-Mer an der Rhône-Mündung). | ||
| Kampf der Giganten | Ursus, il gladiatore ribelle | Domenico Paolella | 95 Minuten Kurzinhalt: Kaiser Commodus unterdrückt die Markomannen. Drusus leistet Widerstand. Daraufhin wird seine Frau verschleppt, und Drusus muss als Gladiator gegen den Kaiser selbst kämpfen. Dabei gerät er zwischen die Fronten einer Palastintrige, die Commodus töten will. Kritik: Unerträglich langatmig und uninteressant: Endloses, schlecht choreografiertes Schlachtengetümmel, hölzerne Hauptdarsteller und eine unansehnliche Ausstattung. Fakten: * Der deutsche Titel verspricht nicht zu viel: Zwei Giganten des Muskel- und Sandalenfilms treten hier gegen einander an: Dan Vadis und Alan Steel. * Commodus wird hier vermutlich historisch exakter dargestellt als in Gladiator oder Der Untergang des römischen Reiches. | ||
| Kampf der Gladiatoren / Einer gegen Rom | Solo contro Roma | Luciano Ricci | 95 Minuten deutsche Erstsendung: am 26.12.98 auf Kabel 1 Kurzinhalt: Alesia (im heutigen Frankreich) nach der Eroberung durch die Römer: Ein Einwohner tötet einen Römer und muss zur Strafe als Gladiator in die Arena. Seine Verlobte Fabiola setzt sich für ihn ein. Kritik: Die hauchdünne Story wurde mit gut gemachten Kämpfen in der Arena und beeindruckenden Massenszenen aufgepeppt - insgesamt nicht besonders interessant. Etwas für Freunde von handfester Action. Fakten: * Das Team Marco Vicario, Roberto Cinquini, Armando Trovajoli und die Stars Rossana Podestà und Philippe Leroy kamen später noch einmal zusammen, um den berühmten und sehr erfolgreichen italienischen Komödien-Klassiker 7 goldene Männer (1965) zu drehen, in dem eine Gruppe von sieben Einbrechern eine Bank ausraubt - was wiederum entfernt an Die sieben Gladiatoren (1962) erinnert. * Die Außenaufnahmen in der Arena wurden ausgeführt von Riccardo Freda, der als Regisseur ebenfalls 1o Jahre lang eine lange Reihe von Monumentalfilmen inszenierte, von Spartacus, der Rebell von Rom (1953) bis Das Gold der Cäsaren (1962). | ||
| Kampf der Höllenhunde / Maciste, Held von Sparta | Maciste, gladiatore di Sparta | Mario Caiano | 95 Minuten Inhalt: Maciste, Gladiator aus Sparta, kann es in Rom mit vier seiner Kollegen gleichzeitig aufnehmen, was nicht nur den Kaiser beeindruckt: Als ihn die attraktive Olympia zum Rendezvous bittet, wird der Offizier Zefatius von Eifersucht gepackt. Im Grunde reichlich unnötig, denn Maciste hat sein Herz an die junge Christin Livia verloren. Die landet trotz Macistes Anstrengungen im Gefängnis und will als Märtyrerin sterben, obwohl Maciste ihretwegen in der Arena einen Riesengorilla mit bloßen Händen besiegt. Kritik: Plus: Die Kulissen sind prachtvoll, die Musik ist überraschend gut. Es gibt sogar ein paar Momente, die von den üblichen Klischees abweichen: Die schöne Olympia hilft Maciste, obwohl sie von ihm enttäuscht wurde, und der Kaiser wird nicht einfach als Tyrann, sondern durchaus recht facettenreich dargestellt. Minus: Doch leider wechseln inhaltlich nur blöde Action-Szenen mit spannungsarmen Intrigen ab. Es gibt sogar eine Szene, in der Maciste die Gitterstäbe seiner Zelle aufbiegt! Wenn man denkt, alberner geht's nicht mehr, taucht in der Arena der "Schrecken von Rom" auf - ein Mann in schlecht sitzendem Affen-Kostüm, der verwegen vor sich hingrunzt, als er sich mit Maciste kloppt. ansehen: Der Film ist bei Black Hill in der Reihe Kino Kolossal erschienen. Fakten: * Mark Forest nutzte seinen Verdienst aus dem Filmgeschäft, um Oper zu studieren, und war später als Gesangslehrer tätig. * Einer der ganz wenigen Filme, in denen Kaiser Vitellius, einer von Neros vier (!) Nachfolgern im Jahre 69, zu sehen ist. Weil der bestenfalls Insidern bekannt ist, wurde in der deutschen Synchronfassung aus ihm flugs ein Nero gemacht. Schade. | ||
| Kampf der Titanen | Clash of the Titans | Louis Leterrier | Action- und Sandalenfilm, 106 Minuten, zur Zeit im Kino http://wwws.warnerbros.de/clashofthetitans/ Kurzinhalt: Der Fischer Spyros holt ein Baby aus dem Ozean und nimmt es als Sohn an: Es ist der kleine Perseus. Er wächst mit den Fischern zusammen auf. Bitter beklagt er sich bei den Göttern über den harten Alltag der einfachen Leute - doch die Götter helfen nicht. Darüber ist Perseus natürlich unzufrieden - und nicht nur er: Auch in der nahen Stadt Argos verflucht man die Willkür der Götter, der man scheinbar ohnmächtig ausgeliefert ist, und verwüstet ihre Tempel. Auf dem Olymp sehen die Götter zu und streiten sich darüber, wie sie reagieren sollen. Sollen sie die Menschen durch Furcht und Schrecken oder durch milde Gaben wieder für sich gewinnen? Schließlich kann Totengott Hades sich durchsetzen: Argos soll schwer bestraft werden. Beim ersten Warnschuss der Götter stirbt Spyros - und Perseus schwört Rache. Die Götter verlangen von Argos, dass die Stadt zur Strafe entweder ihre Prinzessin Andromeda opfert oder von einem Seeungeheuer völlig vernichtet wird. Von der Halbgöttin Io erfährt Perseus nun, dass auch er ein Halbgott ist - denn Zeus ist sein wirklicher Vater. Perseus hat also auch göttliche Anteile - das ermutigt ihn, gegen die Götter zu kämpfen: Mit Draco und dessen Soldaten will er sich den Kopf der Medusa holen, um damit das Meeresungeheuer zu Stein erstarren zu lassen. Auf dem Weg dahin lauern viele Gefahren, die Perseus überwinden muss. Dabei muss er auch zu sich selbst finden - und zu einer eigenen Identität aus göttlichen und menschlichen Eigenschaften (und das alles möglichst noch bevor das Ungeheuer sich Andromeda schnappt - damit hat er alle Hände voll zu tun). Kritik: ... bewegt sich trotz des Riesen-Budgets nur auf dem Niveau alter Herkules-Filme aus den 60er Jahren: viel Hau-drauf-Action mit Monstern und dazwischen einfach gestrickte Dialoge - womit bewiesen wäre, dass auch 3D ganz schön flach sein kann. Optisch eine krude Mischung aus 300 und Der Herr der Ringe - allerdings sind hier viele Monster und Schauplätze so übertrieben groß, trashig und/oder kitschig gestaltet, dass es schon lächerlich wirkt. Inhaltlich entfernt der Film sich noch einen Schritt weiter von der Perseus-Sage als es die erste Verfilmung bereits tat. Das Ergebnis ist eine Mischung aus dem alten Film von 1981 und einigen Grundideen aus der Disney's Hercules-TV-Serie - allerdings ohne den Charme des einen oder den Witz des anderen zu haben. Ein guter (und für das Genre recht neuer) Ansatz ist die Geschichte vom Erwachsenwerden unter schwierigen Rahmenbedingungen (am Beispiel von Perseus) und der damit verbundene Generationen-Konflikt (mit seinen Adoptiveltern und seinem göttlichen Vater) - doch leider verfolgt der Film diesen Gedanken nicht weiter. Was bleibt, ist recht gut gemachte Action. Aber mal ehrlich: Das hält einen nicht 100 Minuten lang bei der Stange. Wer es sich trotzdem ansehen will: In die normale Version (also 2D) zu gehen, reicht vollkommen. Fakten: siehe auch Kampf der Titanen (1981) in dieser Datenbank * Der Film wurde ursprünglich nicht in 3D gedreht. Die Tiefen-Effekte wurden nachträglich am Computer erzeugt, als sich der große Erfolg von Avatar abzeichnete. Damit ist Kampf der Titanen in guter Gesellschaft: Bei Alice im Wunderland (2010) wurde das genauso gemacht. * In der ersten Woche sahen den Film in Deutschland über 500.000 Besucher im Kino - womit er souverän auf Platz 1 der Kino-Charts einstieg (Quelle: Stern 16/2010). * Der Kampf der Titanen ist, wie im Film richtig dargestellt, in der griechischen Mythologie eigentlich der Kampf zwischen den Titanen und den Olympischen Göttern - aus dem die Götter siegreich hervorgingen. * Im Film ist kurz Bubo zu sehen, die mechanische Eule aus der ersten Verfilmung von 1981 - sie kommt allerdings nicht zum Einsatz, sondern bleibt in einer Kiste liegen. * Ebenfalls an den alten Film angelehnt sind die Szenen mit dem verhexten Kalibos, den Skorpionen, die Überfahrt über den Styx mit Charon und der Besuch bei den drei Graien. * Mads Mikkelsen spielte den Bond-Gegner in Casino Royale (2006). * Sam Worthingtons bekannteste Filme sind Terminator - die Erlösung und Avatar (beide 2009). Avatar war einer der ersten großen 3D-Filme und gilt jetzt schon als einer der erfolgreichsten Filme ller Zeiten. | ||
| Kampf der Zivilisationen | Dokumentation | dreiteilige Miniserie à 45 Minuten, läuft regelmäßig in Sendern der ARD-Familie, v.a. Phönix. Professor Diamond spürt der Frage nach, wieso manche Länder in Reichtum und Überfluss leben und manche in bitterer Armut. Seine These: Regionen wie Europa hatten gute Böden. Das führte zu guten Ernten. Deshalb hatten die Bewohner wiederum Zeit und Kraft, Kulturen (und Waffen) zu entwickeln. Außerdem fingen sie an, Tiere zu domestizieren. Durch die Haustiere gewöhnten sie sich an zahlreiche fremdartige Viren. Die Eingeborenen anderer Regionen waren entweder zu sehr mit Überleben auf kargen Böden beschäftigt (und konnten daher keine Hochkultur entwickeln) - oder sie hatten eine Hochkultur (wie die Inkas), fielen dann aber den Krankheitserregern und Waffen der fremden Eroberer zum Opfer. Nachdem Sie dies nun gelesen haben, können Sie sich das Ansehen der insgesamt 135 Minuten Film eigentlich sparen - oder doch zumindest der Teile 2 und 3. Denn nach einem eindrucksvollen Anfang wird die im Grunde einfache (und nicht wirklich neue) Kernthese recht oft wiederholt. Die Beispiele in Teil 2 und 3 dürften den meisten Zuschauern zudem noch sattsam aus dem Schulunterricht bekannt sein. Kein Grund also für eine derart ausführliche Darstellung. Teil 1 jedoch ist uneingeschränkt empfehlenswert: 1, Erste Ansiedlungen ***** (unbedingt ansehen!) Diamond schlägt einen großen Bogen von der Eiszeit 12.500 v.Chr. bis ins 21. Jahrhundert und zeigt auf, warum sich gerade im alten Orient die ersten Hochkulturen bildeten und warum nicht in Papua-Neuguinea, obwohl es auch dort schon seit 10.000 Jahren Ackerbau und Viehzucht gibt - faszinierend. 2, Kollision der Kulturen *** (ok) Die Eroberung der Inkas durch Pizarro wirft eine interessante Frage auf: Wie konnten ein paar hundert Spanier 80.000 Inka-Soldaten besiegen? Geholfen haben überlegene europäische Waffen und tödliche Viren. Den Inkas war Viehzucht unbekannt, daher kannten ihre Körper auch nicht die damit verbundenen Krankheitserreger. 3, Von Sein und Haben *** (ok) Die Kolonisierung Afrikas - naja, und ansonsten nicht viel Neues. Immerhin werden die Bantu kurz vorgestellt, die schon vor 5000 Jahren eine weithin vergessene Hochkultur in Zentral- und Südafrika bildeten und Handelsbeziehungen bis nach Indien pflegten. Die Serie endet mit einem hoffnungsvollen Ausblick, wie afrikanische Staaten ihrer momentanen Armut dauerhaft entkommen können. | |||
| Kampf um Atlantis | Il conquistatore di Atlantide | Alfonso Brescia | Sandalenfilm, 90 Minuten Kurzinhalt: Herkules wird nach einem Schiffbruch in Afrika an Land gespült. Eine Karawane findet ihn und nimmt ihn bei sich auf. Als Herkules mit dem Sohn des Karawanenführers alleine die Wüste erkundet, landen sie in einer Ruinenstadt. Diese entpuppt sich als der überirdische Rest von Atlantis. Die Bewohner haben ihre Stadt inzwischen unter die Erde verlegt. Da scheint ihnen ein wenig der Realitätssinn abhanden gekommen zu sein, denn sie planen die Weltherrschaft. Zu diesem Zwecke entführen sie Menschen und verwandeln diese in willenlose Kampf-Maschinen - bis Herkules eingreift... Kritik: Das Fantasy-Action-Abenteuer ist streckenweise durchaus kurzweilig. Der ganze Film leider allerdings unter seinem kleinen Budget: Die tristen Originalschauplätze und wenig aufwändigen Kulissen sind leider nur ein Atlantis für Arme. Fakten: * Um 250 vor Christus vergrößerten die Parther ihr Reich und griffen dabei auch griechische Gebiete an. Auf diese Kämpfe bezieht sich Herkules, als er der Karawane erklärt, wer er ist und wo er herkommt. | ||
| Kampf um Germanien | Débâcle en Germanie | Dokumentation | 90 minütige Dokufiction mit aufwändigen Spielszenen und Computer-Rekonstruktionen Erstsendung: 14.3.2009 (Arte) lief im ZDF später als Zweiteiler: 1, Verrat des Arminius 2, Die Schlacht im Teutoburger Wald Kurzinhalt: Das Leben des Arminius auf der Basis von historischen und archäologischen Belegen, sowie die Rekonstruktion der Varus-Schlacht anlässlich ihres 2000sten Jahrestages. Kritik: "Schon wieder Varus" mag sich mancher Zuschauer beim Aufschlagen des Programmheftes gedacht haben (siehe dazu auch Sturm über Europa) - und zu Recht. Dieser Beitrag ist zwar mit Abstand der aufwändigste zum Thema - aber er erzählt natürlich auch nichts Anderes als die Germanen-Filme aus den Jahren 2008, 2007 und 2002. Allerdings hat die Geschichte hier mehr Zeit, sich zu entwickeln. Das bedeutet zwar einerseits, dass man viel Bekanntes noch einmal (und diesmal wirklich SEHR ausführlich) erzählt bekommt - aber andererseits gibt dies der alten Geschichte streckenweise ein überraschend neues Gesicht. So gab man sich viel Mühe, das Rom zur Zeit des Arminius zu zeigen, wie es wohl wirklich war (bei weitem nicht so glamourös wie in den italienischen Monumentalfilmen) und die Beweggründe der kriegführenden Parteien genau auszuloten. Auch Arminius' Kindheit und Jugend als römische Geisel ist zu sehen (was man sonst mangels Quellen weglässt), und die Schlachtszenen sind überraschend spannend geraten, da es zeitweise so aussieht, als würde Varus den Sieg davontragen - eine Meisterleistung geschickten Filmemachens. | ||
| Kampf um Rom | La vendetta dei barbari | Giuseppe Vari | 105 Minuten Kurzinhalt: Quasi die Vorgeschichte zu Attila, die Geißel Gottes (1954): Galla Placidia, die Schwester des Kaisers Honorius, geht als Geisel zu den Goten. Sie rettet Rom vor den einfallenden Goten unter Alarich, indem sie ihn heiratet. Intrigante Hofschranzen nutzen die Gunst der Stunde, sich selbst auf den Thron zu setzen... Kritik: Sehr prunkvolles, ansprechendes Dekor, aber inhaltlich zu viel Herzschmerz und falsche Gefühle, dazu albern gesteltzte Dialoge und melodramatische Dauermusikberieselung. Fakten: Kaiser Honorius züchtete in seiner Freizeit angeblich Hühner. | ||
| Kampf um Troja, Der | La guerra di Troia | Giorgio Ferroni | 105 Minuten Kurzinhalt: Der Trojanische Krieg in einer actionreichen Kurzfassung - Fortsetzung: Äneas, Held von Troja (1962) Kritik: Alles ist an diesem Film pathetisch und bedeutungsschwanger: Die Dialoge, die Musik, die Gesten. Die Bilder sind immerhin ansehnlich für das Breitwandformat komponiert, und die Handlung folgt lose der Illias - ein gewisses Niveau wird also nicht unterschritten. Die schauspielerischen Leistungen sind akzeptabel, die Ausstattung ist prachtvoll (wenn auch teilweise recht kitschig) - insgesamt annehmbare Unterhaltung. | ||
| Karthago in Flammen | Cartagine in Fiamme | Carmine Gallone | 110 Minuten Kurzinhalt: Eine Geschichte aus dem Dritten Punischen Krieg, den Rom gegen Karthago führte und der mit der völligen Zerstörung Karthagos endete. Kritik: Insgesamt gelungen: Geschichtlich nicht ganz falsch, als Abenteuerfilm ziemlich spannend. Eine dramatische Geschichte, Prächtiges Dekor, eine aufwändig inszenierte Seeschlacht und der Untergang Karthagos garantieren kurzweilige Unterhaltung. ansehen: Der Film erschien (ungeschnitten!) 2008 auf DVD bei Savoy-Film/Sunfilm-Entertainment | ||
| Katastrophen der Vorzeit - der Untergang großer Kulturen | Dokumentation | 3teilige Doku-Serie à 45minuten ansehen: Läuft regelmäßig auf Phönix und anderen Sendern der ARD-Familie, und online unter http://dokujunkies.org/dokus/geschichtepolitik/agyptologie/katastrophen-der-vorzeit-dtv-xvid.html 1, Tod auf dem Nil Archäologen erklären, wie das Alte Reich der Pharaonen unterging (2200 vor Christus). 2, Der Maya-Kollaps Welche Grüne löschten die hochentwickelte mittelamerikanische Kultur aus? (800 nach Christus) 3, Sodom und Gomorrha In Labors werden neue Theorien über das Ende der beiden biblischen Städte nachgestellt (3000 vor Christus). | |||
| Kelten - Händler, Barbaren und Druiden | Dokumentation | 45minütige Doku über die Kelten, oft auf Phönix zu sehen. Der Film konzentriert sich ganz auf archäologische Funde und setzt nur sehr sparsam Rekonstruktionen ein, und diese sind dann auch nur sehr zurückhaltend inszeniert - was den Film leider nicht besonders anschaulich macht. Etwas dröge berichten ein Kommentartext und zahlreiche Fachleute über keltisches Leben, während im Bild vorwiegend Grabbeigaben zu sehen sind. Die allerdings sind die großen sensationellen Funde der Vergangenheit: u.a. der Keltenfürst zu Hochdorf und die Fürstin von Vix. | |||
| Kind mit Namen Jesus, Ein | Un bambino di nome Gesù | Franco Rossi | Fernsehserie in 12 Teilen à 25 Minuten. Läuft zusammengeschnitten als Spielfilm von 120 Minuten regelmäßig auf Bibel-TV. Kurzinhalt: Die Heilige Familie ist dem Kindsmord zu Bethlehem durch die Flucht nach Ägypten entronnen. Inzwischen ist Jesus 7 Jahre alt, da kommt ein Fremder aus Jerusalem, der ihn im Auftrag des Herodes töten will... Kritik: Die Serie vereint alles, was fromme, kinderliebe Italiener angeblich mögen - doch leider ist der Mix inhaltlich wie optisch ziemlich uninteressant. Zwar wurden antike Überlieferungen über den junge Jesus geschickt in die Handlung eingebaut, aber das Tempo ist lahm und die Dialoge plätschern so dahin. Sogar aus der Bedrohung durch den gedungenen Mörder Sefir entwickelt sich keine Spannung - das will was heißen. Fakten: * Obwohl die Bibel ausdrücklich erwähnt, dass Jesus mehrere Geschwister hatte, zeigt die Serie die klassische, mitteleuropäische Einkindfamilie. | ||
| Kino Kolossal | Dokumentation | 60minütige Doku über italienische Monumentalfilme Kritik: Ein nostalgischer Rückblick und für Fans ein absolutes MUSS. ansehen: Unter dem Serien-Titel Kino Kolossal hat Black Hill Pictures ab 2004 eine Reihe von Monumentalfilmen auf DVD herausgegeben. Auf dem (ebenfalls sehenswerten) Film Die Rache des Hercules ist diese Dokumentation als Bonus enthalten. Inhalt: Ein kurzer Abriss über die Geschichte des Sandalenfilms in Italien, von der Erfindung Macistes in der Stummfilmzeit bis zu den Herkules-Filmen der 60er Jahre. Zu Wort kommen Drehbuchautoren und Regisseure des Genres - und natürlich die Leinwandhelden von einst. Ein oft anrührendes Zeugnis, da in dem folgenden Jahrzehnt viele von ihnen gestorben sind - Steve Reeves starb just im Jahr 2000, kurz bevor man ihn für diesen Film interviewen wollte. Vorgestellt werden auch beliebte Drehorte zahlreicher Epics, vor allem natürlich die Cinecittà und die Cascate di Monte Gelato, und Fimen, die an der Ausstattung beteiligt waren (z.B. die Streitwagen von Alfredo Danesi und die Requisiten von De Angelis). | |||
| Kleopatra - Königin aus Leidenschaft | Dokumentation | 45minütige Dokumentation mit Filmausschnitten und Spielszenen. Kritik: Ein sehr gelungener Ausflug ins alte Ägypten, der zu dem bekannten Thema sogar noch etwas Neues zu sagen hat. Inhalt: Der Film erzählt ruhig und ohne Überbetonung ihrer Liebesaffären die Lebensgeschichte der Cleopatra. Präzise und leicht verständlich arbeitet man die jeweiligen Ziele von Cäsar, Octavian, Marc Anton und Cleopatra heraus - und mit welchen Mitteln sie diese zu erreichen suchten. Beleuchtet werden dabei die großen weltgeschichtlichen Zusammenhänge, besonders der Machtkampf mit Rom, aber auch Kunst und Wissenschaft in Alexandria (z.B. die berühmte Bibliothek) und die unterschiedlichen Sitten und Gebräuche (Cäsars Erhebung zum Gott in Ägypten provozierte Roms Primus-inter-pares-Gedanken u.v.m.). Illustriert werden diese Fakten mit prachtvollen Szenen aus Cleopatra (1963), etwas weniger aufwändigen eigenen Spielszenen und vielen Originalschauplätzen - die man überraschenderweise selten oder noch nie im Fernsehen gesehen hat. | |||
| Kohorten, Kämpfer, Kostüme - Die Varusschlacht am Teutoburger Wald | Dokumentation | Dokumentation, 30 Minuten, läuft in Sendern der ARD Kurzinhalt: Alle 2 Jahre treffen sich in Kalkriese Römer- und Germanengruppen aus ganz Europa, um die berühmte Varus-Schlacht nachzuspielen. 2009, bei diesem Film also, waren es immerhin 400 Teilnehmer. Gezeigt werden die Vorbereitungen der Freizeitkämpfer und wie schwierig es ist, den Kampf so zu gestalten, dass die Römer auch wirklich verlieren. Kritik: Die römische Armee aus der Sicht begeisterter Fans - dieser Standpunkt ist neu und streckenweise erfrischend anders. | |||
| Kolosseum, Das - Arena der Gladiatoren | Dokumentation | 49minütige Dokumentation mit Spielszenen und Computerrekonstruktionen, läuft regelmäßig auf N24. Kritik: "Schon wieder Colosseum!" mag sich mancher Zuschauer denken, wenn er den Programmhinweis auf diesen Film sieht. Zugegebenermaßen beschäftigen sich schon sehr viele Filme mit dem prominenten Bauwerk - umso bemerkenswerter, dass dieser dem Thema doch noch etwas Neues abgewinnt. Inhalt Der Film beginnt mit dem Ende der Herrschaft Kaiser Neros und zeigt, in welcher Zeit und aus welchen Gründen das Amphitheater gebaut wurde - ja vielleicht sogar gebaut werden musste. Eine Computer-Rekonstruktion läßt kurz, aber eindrucksvoll, den Koloss des Nero wiederauferstehen - und verweist auf die wenig bekannte Tatsache, dass die Arena nach dieser Statue benannt wurde. Man vermeidet den Fehler, zum x-ten Mal Gladiatoren und ihre Kämpfe zu beschreiben, sondern legt den Focus darauf, wie die Ingenieure das Gebäude konstruierten und wie komplizierte Apparaturen den reibungslosen Spielbetrieb gewährleisteten - man staunt, was die antike Technik schon alles zu leisten vermochte! Das Ganze ist dann auch noch anschaulich und abwechslungsreich bebildert und kurzweilig geschnitten - sicher kein Fest für die Augen im Sinne eines Monumentalfilmes, aber ausgesprochen sehenswert. | |||
| Koloß von Rhodos, Der | Il Colosso di Rodi | Sergio Leone | 120 Minuten Kurzinhalt: Dareios ist zu Besuch auf Rhodos, das gerade eine hochhausgroße Statue einweiht - den Koloss von Rhodos. Schnell stellt Dareios fest, dass nicht alles zum Besten steht: Feindliche Mächte planen eine Invasion, eine Untergrundbewegung plant den Aufstand - und dann bedroht auch noch ein Erdbeben den Koloss. Viel zu tun für einen griechischen Helden. Kritik: Ein aufwändiger, einfallsreicher, kurzweiliger und vor allem optisch sehr reizvoller Monumentalfilm. Besonders die Darstellung des gigantischen Kolosses ist eine tricktechnische Meisterleistung. Die übrigen Spezialeffekte (und vor allem die Actionszenen) wirken zwar reichlich angestaubt, und insgesamt ist das Ganze auch etwas lang geraten (man könnte den Film leicht auf 90 Minuten kürzen). In der zum Teil recht brutalen Machart und den durchdachten Konflikten der einzelnen Personen zeichnet sich jedoch schon Sergio Leones Stil ab, der ihn später berühmt machen sollte. Fakten: Der echte Koloss war langlebiger als der im Film. Er wurde 304 - 292 vor Christus erbaut und stürzte erst 227 v. Chr. bei einem Erdbeben ein. Über seinen genauen Standort und sein Aussehen gehen die Meinungen der Wissenschaftler auseinander. Gut möglich, dass sich am Ende herausstellt, dass die Film-Ausstatter Recht hatten. Rory Calhoun war vor allem bekannt für seine Western. | ||
| Konstantin der Große | Costantino il Grande | Lionello de Felice | 120 Minuten Inhalt: Rom 303 nach Christus. Diokletian und Mitregent Maximian treten vereinbarungsgemäß ab. Constantius und Galerius werden neue Kaiser. Doch sie haben die Rechnung ohne ihre Verwandten gemacht: Licinius, Maxentus und Konstantin wollen ebenfalls auf den Thron. Als Constantius stirbt, kommt es zu offenen Kämpfen. Als Konstantin an der Milvischen Brücke über den Maxentius siegt, bekennt er sich zum Christentum (wie vorher schon seine Mutter Helena). Kritik: Über dem Durchschnitt sonstiger italienischer Monumentalfilme, da er sich um eine einigermaßen korrekte und auch glaubwürdige Darstellung der Intrigen, Bündnisse und familiären Verstrickungen der Zeit bemüht. Allerdings leidet der Film spürbar unter seiner allzu billigen Ausstattung. Die Innendekorationen sind zwar aufwändig, sind aber zu sehr im coolen Schick der 60er gehalten. Die Außendekorationen sind entweder gar nicht vorhanden oder eilfertig zusammengezimmert. Da verpufft manch guter Regie-Einfall: Die berühmte Milvische Brücke, auf der Maxentius‘ Schicksal besiegelt wird, sieht aus wie eine lose Bretterkonstruktion - und auch Konstantins Hauptstadt Trier (endlich mal in einem Römerfilm zu sehen!) bestand nach Ansicht der Art Direction offenbar nur aus Zelten und kahlen Stadtmauern. Schade! | ||
| Kreuz von Golgatha, Das / Ecce Homo | Golgotha | Julien Duvivier | 100 Minuten, schwarzweiß (deutsche Fassung: 90 Minuten) Kurzinhalt: Der aufwändige Film erzählt die Passionsgeschichte, und zwar konsequent aus der Sicht Jesu - sogar mit subjektiver Kamera am Anfang. Für die Dialoge wurden ausschließlich Textstellen aus den Evangelien verwendet. Fakten: * Robert Le Vigan ist der erste Tonfilm-Jesus. * Für die deutsche Fassung wurden in den 30er Jahren fast alle Großaufnahmen von Jesus herausgeschnitten. | ||
| Kuss des Judas, Der | Le baiser de Judas | Armand Bour + André Calmettes | Stummfilm, 25 Minuten, schwarzweiß Kurzinhalt: Vom letzten Abendmahl bis zum Selbstmord des Judas. Fakten: * Die Darsteller waren damals bekannte Schauspieler von der berühmten Comédie Française. | ||
| König David | King David | Bruce Beresford | 114 Minuten Inhalt Davids Aufstieg vom Hirten zum Berater von König Saul und schließlich zum König von Israel. Ihm bleibt nichts erspart: Dauernd Krieg mit den Nachbarvölkern, Gottes Strafe für sein Verhältnis mit Bathseba - und dann zettelt sein Sohn auch noch einen Aufstand an. Kritik: Der Film war seiner Zeit voraus - die Wiederbelebung des Genres durch die Bibel-TV-Serie (ab 1994) und vor allem Gladiator (2000) lag noch in weiter Ferne. 1984 wusste diese Art von Antikenfilm niemand so recht zu schätzen - und das ist schade, denn der Film hat viele Qualitäten: Die Handlung bemüht sich um eine realistische Darstellung der Ereignisse, ohne die berühmten Helden des Alten Testamentes zu glorifizieren. Die Dialoge sind glaubwürdig, und die Schlachten brutal und blutrünstig. Auch die Paläste sehen so aus, wie sie damals wohl waren: Nicht so glamourös wie in anderen Monumentalfilmen. Richard Gere profitiert in der deutschen Fassung von einem guten Synchronsprecher - im englischen Original ist er schlicht eine Fehlbesetzung. Fakten: * Ken Adam stattete in den 60er und 70er Jahren mehrere James Bond Filme aus. * Gina Bellman spielte auch in der David-Verfilmung von 1997 wieder mit. Ist sie hier "nur" die Frau von Davids Sohn, so spielt sie 10 Jahre später die Frau von David. Ihre bekannteste Rolle ist die der Jane in der Serie Coupling (ab 2000). * Bathseba ist in diesem Film ausnahmsweise einmal so zu sehen, wie es der abendländischen Kunst-Tradition entspricht: Splitterfasernackt! | ||
| König der Könige | King of Kings | Nicholas Ray | 155 Minuten Kurzinhalt: Prachtvoll ausgestatteter Monumentalfilm über das Leben Jesu vor dem Hintergrund politischer Unruhen im Heiligen Land. Kritik: Der Film war ursprünglich sehr viel länger. Für eine ordentliche Kino-Auswertung wurde er von der MGM auf eine gerade noch verleihbare Länge zusammengeschnitten. Vielleicht würde es sich lohnen, eine restaurierte Fassung zu erstellen und in mehreren Teilen zu zeigen - denn der jetzige Eindruck ist sehr zwiespältig. Wie auch die anderen Epics des Produzenten Samuel Bronston besticht auch dieser Film vor allem visuell: Vor unseren Augen erstrahlt Jerusalem im alten Glanz - bevölkert von beeindruckenden Statistenmassen. Selten sah man einen so eleganten Tempel, so prachtvolle (und doch erkennbar provinzielle) Palasträume - sogar ein Blick in die königliche Küche, wo gerade ein Festmahl zubereitet wird, ist dem Zuschauer vergönnt. Das ist zwar alles wenig authentisch, sieht aber exquisit aus - außer vielleicht die Kostüme: Die Römer sind ein wildes Gemisch anachronistischer Details (mittelalterliche Schilde und Schwerter bei den Soldaten, moderne Schnitte und Farben bei den Frauenkleidern - insbesondere der absurd aufgetürmte Kopfputz der Männer und Frauen bei Hofe ist bisweilen geradezu lächerlich). Eindrucksvoll (und für einen Bibelfilm völlig untypisch) ist auch die ausführliche und lebendige Darstellung der Eroberung der Provinz Palästina und der neuen Machtverhältnisse unter der römischen Besatzung. Bei vielen Jesus-Filmen werden diese Hintergründe entweder stillschweigend als bekannt vorausgesetzt - oder einfach weggelassen. Das ist schade, denn ohne dieses Wissen kann man die Motivation der Personen und die hohe Erwartungshaltung, die mit Jesus Christus verbunden war, nicht verstehen. Dass König der Könige sich so detailliert (und kurzweilig) damit auseinandersetzt, ist eine der Stärken des Films. Allerdings kommen mit dem Vorteil auch gleich die Nachteile: Denn nun gibt es viele Szenen, die gänzlich ohne Jesus auskommen - was einen nach einer Weile etwas irritiert, denn um den geht es ja eigentlich. Spätestens, wenn in einer langen Kampfszene Hunderte von Statisten hingemetzelt werden, fragt man sich, ob man wirklich noch einen Christus-Film sieht. Wenn Jesus dann endlich auftritt - macht sich sofort bleierne Langeweile breit. Während alle anderen Sprechrollen lebensnahe und sogar mitreißende Dialoge bekommen haben, spricht ausgerechnet die Hauptrolle altmodisch gedrechselte Texte - und macht dramatische Kunstpausen, die die Szenen qualvoll in die Länge ziehen. Noch dazu sind das fast alles Standardzitate aus dem Neuen Testament, die jeder kennt, der im Religionsunterricht gut aufgepasst hat. Die Leute in seiner Umgebung sind allesamt plastischer und interessanter herausgearbeitet - als Jesus selbst. Ein gutes Beispiel dafür sind die Szenen im Palast des Herodes: Die zahlreichen Würdenträger sind wie die Singvögel in den goldenen Käfigen, die die Kamera immer wieder ins Bild rückt. Sie streben nach Macht und Reichtum und reden über Jesus und die Maßnahmen, die gegen ihn zu ergreifen wären - und sind doch durch die Anwesenheit der Römer zur Untätigkeit gezwungen. Aus ihren Erzählungen erfährt man übrigens die meisten Wunder Jesu, also nur indirekt. Direkt im Bild zu sehen ist nur eine kleine (wenig aufregende) Auswahl - nämlich die, die nicht im direkten Widerspruch zu dem stehen, was naturwissenschaftlich noch erklärbar ist. Das wird gläubige Zuschauer natürlich sehr enttäuschen. Insgesamt wird Christus hier arg reduziert - vom Heiland zum Stichwortgeber. So vergehen drei (!) Stunden (die meisten davon sind zugegebenermaßen recht unterhaltsam) - ohne dass klar wird, wofür der Mann aus Nazareth eigentlich steht. Magere Bilanz für einen Jesus-Film. Fakten zum Film: * Brigid Bazlen hatte mit 16 Jahren das perfekte Alter für die Rolle. Ihre Darstellung wird durch die routinierte Synchronsprecherin gerettet - im englischen Original bemerkt man, dass sie weder spielen noch sprechen kann. * Frank Thring wurde in diesem Film befördert: War er in "Ben Hur" nur Statthalter von Judäa, so ist er hier schon König von Israel. * Jeffrey Hunter drehte danach Das Gold der Cäsaren, in dem er wieder antike Gewänder trug - und wieder auf Ron Randell traf, der auch wieder einen Centurio spielte. Was nur wenige wissen: Hunter war der erste Captain des Raumschiffes Enterprise, im Star Trek-Pilotfilm The Cage (1965) - ein Stück Fernsehgeschichte, das bei uns viel zu selten zu sehen ist. In The Cage spielte er mit John Hoyt, der mit Julius Cäsar, Androkles und der Löwe, Spartacus und Cleopatra eine beeindruckende Liste von Genreklassikern vorweisen konnte, in denen er mitgespielt hatte. Leider sind sie alle schon tot. Sonst hätte man ein Monumentalfilm-Veteranen-Treffen veranstalten können, bei dem sicher interessante Dinge zur Sprache gekommen wären. | ||
| König der Könige, Der | The King of Kings | Cecil B. DeMille | Stummfilm, 115 Minuten, schwarzweiß Kurzinhalt: Überrascht durch einen unüblichen Anfang: Wir sehen Maria Magdalena als Kurtisane in einem prunkvollen Palast. Dort erfährt sie durch einen Besucher (sprich: Kunden) namens Judas von Jesus und seiner Lehre. Neugierig fährt sie los, um Jesus selbst zu sehen und zu hören - natürlich in einem Wagen, der von Zebras (!) gezogen wird. Es schließt sich die bekannte und oft verfilmte Jesus-Geschichte an. Fakten: * H.B. Warners entrückter, sanfter Gesichtsausdruck galt damals als Höhepunkt der Schauspielkunst. Am Set wurde er von der Crew sorgfältig von Besuchern abgeschirmt - denn gerüchteweise war diese Kunst das Ergebnis regelmäßigen Alkoholkonsums. Die Sitte, die Jesus-Darsteller von der Presse fernzuhalten, behielt man aber über lange Zeit bei. Auch Jeffrey Hunter durfte 1960 keine Journalisten empfangen. * De Mille erhielt bis zu seinem Tod immer wieder Briefe von Fans, die diesen Film mochten. * Im katholischen Polen war der Film verboten. | ||
| König Ödipus | Oedipus the King | Phillip Saville | 97 Minuten Kurzinhalt: Die Königin aller Tragödien und vermutlich das bekannteste Theaterstück der Antike: König Ödipus versucht seinem Schicksal zu entgehen - doch all seine Bemühungen sorgen nur dafür, dass es sich umso schneller erfüllt. Kritik: Plus: Die ruhige und präzise Verfilmung geht einen guten Mittelweg zwischen Werktreue (mit antikem Theater als Schauplatz und einem Chor als Kommentator) und modernen filmischen Mitteln (Actionszenen mit schnellen Schnitten, Standbild u.ä.). Das Ergebnis ist streckenweise spannend wie ein Krimi. Minus: Allerdings vor allem für den, der die Ödipus-Geschichte bereits kennt. Die Vorgeschichte (das Rätsel der Sphinx, der Tod des alten Königs) wird zu bruchstückhaft und zu indirekt nachgereicht, als dass ein unkundiger Zuschauer schlau daraus werden könnte. "Werkgetreu" bedeutet leider auch: sehr viel Text und insgesamt etwas spröde. Fakten: * Die Ödipus-Geschichte ist älter als man denkt. Schon bei Homer erzählt Epikaste (Iokaste) in der Unterwelt von den dramatischen Ereignissen in Theben. Danach verwendeten Aischylos, Euripides, Xenokles, Achaios, Meletosy und Nikomachos den Stoff. Erhalten haben sich aber nur die Tragödien von Sophokles (König Ödipus 428 v. Chr.und Ödipus auf Kolonos 406 v. Chr.). Inhalt: Die Pest wütet in Theben. Der neue König Ödipus schickt Kreon, den Bruder der Königin, zum Orakel nach Delphi, um den Grund für dieses Unheil zu erfahren. Die Antwort lautet, dass der Mord an Ödipus‘ Vorgänger, König Laios, noch nicht gesühnt ist. Ödipus startet die Ermittlungen. Er erfährt, dass der König auf dem Weg zu einem entfernten Tempel von Wegelagerern ermordet wurde. Nur einer seiner Begleiter konnte entkommen, um dies zu Hause zu berichten. Der König lässt nach ihm schicken. Die Aussage des Mannes liefert Hinweise, denen Ödipus nachgeht, die wiederum Hinweise auf seine eigene Vorgeschichte liefern: Denn Ödipus ist gar nicht aus Theben. Er hatte seine Heimatstadt Korinth verlassen, da man ihm geweissagt hatte, er würde dereinst seinen Vater töten. Das wollte er nicht, so ging er freiwillig in die Verbannung. Inzwischen stirbt sein Vater Polybos, der König von Korinth, eines natürlichen Todes. Ein Bote berichtet König Ödipus, er könne nun dessen Erbe antreten und auch noch König von Korinth werden. Ödipus atmet erleichtert auf - denn der befürchtete Fluch ist nicht eingetreten. Doch nun erfährt er von einem Hirten, dass Polybos nicht sein biologischer Vater war, sondern ihn nur adoptiert hatte. Seine echten Eltern hatten ihn auf einer Schafweide ausgesetzt - dass er dort sterbe und der bewusste Fluch mit ihm. Doch daraus wurde nichts, denn der Hirte fand das Baby und gab es Polybos, dem König von Korinth. Nun kommt die erste bittere Erkenntnis: Viele Jahre später war Ödipus als Erwachsener auf dem Weg in die Verbannung und begegnete einem Fremden. Mit diesem geriet er in Streit - und erschlug ihn. Danach ging er nach Theben. Auf dem Weg dahin traf er die Sphinx, die damals die Stadt Theben terrorisierte. Sie gab ihm ein Rätsel auf, das er löste. Damit war Theben von dem Ungeheuer befreit. Als Retter der Stadt wurde er freudig empfangen und durfte die frisch verwitwete Königin Iokaste heirateten - was ihn zum neuen König machte. Aber, o weh, nun stellt sich heraus, dass König Laios damals in Zivil auf dem Weg zum Tempel war. Er wollte die Götter demütig um Hilfe gegen die Sphinx bitten, daher war er war nicht als König zu erkennen gewesen - und es wird klar, dass er der Fremde war, den Ödipus damals erschlagen hat. Ödipus selbst ist also die Ursache für die jetzige Pest in Theben und muss sich als König quasi selbst richten. Doch es kommt noch schlimmer: Königin Iokaste erkennt die Geschichte von dem ausgesetzten Baby wieder - denn es war ihr eigenes! Sie und Laios hatten ihren Sohn damals ausgesetzt, weil man ihnen geweissagt hatte, dass er einst seinen Vater erschlagen würde. Ödipus' Fluch hat sich also trotz aller Maßnahmen doch erfüllt. Und das Schlimmste: Mit Iokaste hat er seine eigene Mutter geheiratet! Als die Königin und er dies vor sich selbst nicht mehr leugnen können, erhängt sie sich, und Ödipus blendet sich selbst - da seine Augen nicht sahen, was sie hätten sehen müssen. Freiwillig schickt er sich in die Verbannung, damit er jetzt doch noch dort sterbe, wo seine Eltern ihn einst ausgesetzt hatten - Ende. | ||
| Könige der Sonne | Kings of the Sun | J. Lee Thompson | 108 Minuten Visuell beeindruckend und mal was ganz Anderes: in über 100 Jahren Filmgeschichte ist dies der einzige (!) große Spielfilm über die Maya (da Europäer das immer verwechseln: die Inka lebten in den Anden und bildeten erst im Mittelalter eine Hochkultur - die Maya an der Ostküste. Sie hatten schon in der Antike eine Hochkultur entwickelt. Der Disney-Film Ein Königreich für ein Lama spielt bei den Inkas). | ||
| Königin der Barbaren | La regina dei tartari | Sergio Grieco | Kurzinhalt: Tanja nimmt den feindlichen König Malok gefangen - weil sie ihn liebt. | ||
| Königin der Wikinger | The Viking Queen | Don Chaffey | 91 Minuten Kurzinhalt: Salina sucht Frieden mit den Römern, wird in einer blutigen Schlacht jedoch vernichtend geschlagen Fakten: * Der Film nahm so in etwa die Geschichte der Boudicca als Vorlage, die um 60 nach Christus den letzten Aufstand gegen die römische Besatzung in England anzettelte. | ||
| Königin von Saba, Die | La regina di Saba | Pietro Francisci | 100 Minuten Möglicherweise inspiriert oder gar als Fortsetzung gedacht zu David und Bathseba (1951). | ||
| La fille de Jephté | Henri Andréani | ||||
| La rivolta dei barbari | La rivolta dei barbari | Guido Malatesta | 99 Minuten Zur Zeit der Völkerwanderung wird in Gallien regelmäßig römisches Gold, das zum Auszahlen der Soldes dringend benötigt wird, gestohlen. Konsul Darius findet heraus, dass der Anführer der gallischen Bande - der römische Gouverneur von Gallien ist. | ||
| Lancelot, der verwegene Ritter | Lancelot and Guinevere | Cornel Wilde | 116 Minuten Die bessere Verfilmung der Sage. Aufgrund des kleinen Budgets (und diverser daraus resultierender handwerklicher Mängel) wurde Wildes Film nicht so so bekannt wie Die Ritter der Tafelrunde (1953). Brian Aherne spielte den König Arthur vorher in Prinz Eisenherz (1954). Jean Wallace und Cornel Wilde waren auch im wirklichen Leben verheiratet. Vielleicht funktionieren die Liebesszenen deswegen in diesem Film besser. | ||
| Land der Pharaonen | Land of the Pharaohs | Howard Hawks | 106 Minuten Kurzinhalt: Prinzessin Nellifer von Zypern kommt als Botschafterin an den Hof von Pharao Cheops. Dort spinnt sie feine Intrigen, bis sie die Hauptfrau des Gottkönigs ist. Cheops lässt sich derweil ein Grabmal errichten, wie es die Welt noch nicht gesehen hat: Eine Pyramide ungeahnten Ausmaßes. Nellifer ahnt noch nicht, was da auf sie zukommt. Kritik: Das Ganze ist vor allem etwas hölzern gespielt - das hätte man von einem Weltklasse-Regisseur wie Hawks am wenigsten erwartet. Außerdem wird die (insgesamt nicht uninteressante) Geschichte dadurch geschwächt, dass Nellifers Handlungsweise gegen Ende des Films nicht mehr so durchdacht ist wie am Anfang. Trotzdem werden die Palastintrigen so wendungsreich erzählt, dass man bis zum Schluss gefesselt bleibt - vor allem auch, weil dieses frühe Kapitel der Menschheitsgeschichte nur selten Gegenstand großer Spielfilme ist. Unter den wenigen, die es gibt, ragt dieser Monumentalfilm durch seinen hohen Aufwand einsam heraus. Der unverwechselbare, sehr exotische Look der Massenszenen und der Ausstattung ist alleine schon einen Blick wert. Fakten Die Handlung, alle Personen (außer Cheops) und die Ausstattung sind frei erfunden. Über die Kleidung und Wohnhäuser dieser Zeit weiß man wenig, über Ereignisse aus Cheops' Regierungszeit ist sogar fast nichts bekannt - auch nicht wer der Baumeister der Cheops-Pyramide war. Der "Oberaufseher aller Bauarbeiten des Königs“ war jedenfalls ein Herr Namens Hemiunu. Wie im Film richtig dargestellt, bauten die Ägypter damals schon seit etwa 150 Jahren Pyramiden. Aus der Zeit vor Cheops stammen z.B. die Pyramiden von Dahschur, Meidum und Sakkara. Anders als im Film gezeigt, wurde die Grabanlage des Cheops erst unter seinem Sohn und Nachfolger Radjedef, der 2580 vor Christus den Thron bestieg, fertig gestellt. Die ägyptischen Pyramiden sind auch keine komplizierten Labyrinthe, sondern enthalten meist nur Zugänge, Luftschächte und eine oder mehrere Grabkammern. Viele andere Details aus dem Film entsprechen allerdings genau archäologischen Forschungsergebnissen: Zum Beispiel, wie die tonnenschweren Steinblöcke mit Sand an ihren Platz geschoben wurden. Ein wirksamer Schutz waren die Pyramiden übrigens nie: Noch zur Zeit der Pharaonen schlugen Grabräuber in mühsamer Kleinarbeit von außen her durch die Steinquader hindurch lange Gänge - direkt hinein in die Pyramiden und ihre Schätze. Die Bauarbeiter waren übrigens keine Sklaven, die zu dieser Arbeit gezwungen werden mussten. Für die Ägypter war es im Gegenteil eine Ehre, für den Gottkönig bauen zu dürfen. Die Bauzeit wurde auch immer auf die Jahreszeiten gelegt, in denen sich die Bauern nicht um ihre Felder kümmern mussten. Ebensowenig war es bei den Pharaonen üblich, hohe Würdenträger mit ins Grab zu nehmen. Als Pharao stirbt, läuten die Priester eine Totenglocke in Form der Hieroglyphe Anch - das Zeichen für Leben (das erst 1976 in dem Film Flucht ins 23. Jahrhundert wieder eine tragende Rolle spielen sollte). Dieses Zeichen kennt man nur von Reliefs, und auch Totenglocken hat es im alten Ägypten nicht gegeben - trotzdem ist das eine schöne Idee, die die Art Direction hier hatte. Das Reich Kusch liegt im heutigen Sudan - hatte aber zu Cheops Zeiten wohl noch keine Hochkultur. Und zum guten Schluss: Die Legende hält sich hartnäckig - aber Schlangen sind taub. Sie folgen nicht dem Klang einer Flöte, sondern den Bewegungen des Flötenspielers. Joan Collins ist vor allem als das Biest vom Denver Clan(1981-'89) bekannt. Sie spielte später die Esther in Das Schwert von Persien (1960) und war kurzzeitig auch im Gespräch als Cleopatra, eine Rolle, die Liz Taylor dann spielte. Sidney Chaplins Karriere hingegen verlief vollkommen glanzlos - trotz seines weltberühmten Vaters Charlie Chaplin. Jack Hawkins spielte 1959 in Ben Hur den Feldherrn Arrius, der Juda Ben Hur adoptiert. Ausführliche Inhaltsangabe: Der siegreiche Pharao kehrt nach Luxor zurück. Er hat riesige Schätze und viele Sklavenvon seinem Kriegszug gegen Kusch erbeutet. Nun lässt er seine Architekten rufen, damit sie ihm eine uneinnehmbare Grabkammer bauen, damit er sein Gold mit ins nächste Leben nehmen kann. Doch sie zeigen ihm nur uninteressante Entwürfe. Da verfällt er auf eine kühne Idee: Den Baumeister der besiegten Feinde beauftragen, der die raffinierte Verteidigungsanlage der Hauptstadt von Kusch gebaut hat - Vashtar. Vashtar hat auch gleich eine gute und kostengünstige Idee: Cheops Mumie und Schätze auf dem Grunde des Ozeans versenken - da raubt dann niemand mehr, was Cheops seinerseits den rechtmäßigen Besitzern entrissen hat. Damit ist für ihn die Sache erledigt, doch Hamar weiß ihn zu nehmen: Er bietet an, sein Volk freizulassen, wenn er Pharao eine einbruchsichere Grabkammer baut. Das ist ein gutes Angebot - auch wenn das freilich bedeutet, dass er selbst als einziger Mitwisser am Ende mit Pharao zusammen eingemauert wird. Aber Washtar tröstet sich damit, dass Pharao noch sehr lange leben wird, und macht sich an die Arbeit. Schließlich präsentiert Vashtar seine geniale Idee: eine Pyramide, bei der die Steinquader alle Zugänge vollständig verschließen. Pharao protestiert: Es würde viele Jahre dauern, die schweren Steine an ihren Platz zu bringen - und bis dahin wäre sein Grab dann ungeschützt. Doch Vashtar hat eine verblüffend einfache Idee: Er lässt die Steinblöcke auf Sand gleiten. So kann selbst ein Kind mit einer Hand zwei Kolosse zusammenfügen. Das begeistert Pharao und seine Ratgeber. Kurz darauf ziehen Ausrufer durchs Land und verkünden, dass alle Einwohner für Pharao eine Pyramide errichten sollen - was helle Begeisterung auslöst: Das Volk macht sich an die Arbeit und singt dabei „Lieder des Glaubens und der Freude“. In eindrucksvollen Massenszenen sehen wir, wie Steinblöcke bearbeitet und auf Schlitten durch den Wüstensand gezogen werden (eine Theorie übrigens, die Archäologen in den 90er Jahren widerlegt haben) und wie das Fundament der Pyramide mit der Grabkammer ausgehoben wird. So vergehen die Jahre (schön dargestellt, indem von Seta als Kind zu Seta als Mann überblendet wird). Es mangelt mit der Zeit an Arbeitskräften, da der Staat die Massen nicht mehr ernähren kann. Pharao erhöht also den Tribut der unterworfenen Völker. Als diese alle ihre Abgesandten mit den Zahlungen schicken, ist auch Nellifer aus Zypern darunter. Sie hat keine Gaben mitgebracht. In Zypern sind alle sehr arm und müssten furchtbar hungern, wenn sie auch noch die hohen Tribute zahlen sollen. Sie enthüllt sich und meint, stattdessen sei sie gekommen (!). Sie stellt Pharao vor die Wahl: Entweder Tribute oder stattdessen lieber sie. Er meint, er könne beides haben, und lässt sie und ihren Diener erstmal so richtig auspeitschen. Dann aber lässt er sie kommen. Sie macht ihn sich gefügig, indem sie nicht nachgibt: Sie oder der Tribut - beides bekommt er nicht. So kommt es, dass Pharao sie heiratet und zu seiner zweiten Frau macht. Zur Hochzeit erfreut er sie sogar mit einem Kraftspiel, indem er selbst mit einem anderen lebendigen Gott Ägyptens ringt: Einem Stier. Im anschließenden Fest tastet sie sich geschickt an ihr Lieblingsthema heran: Hat Pharao wirklich so märchenhaft große Schätze? Zum Beweis nimmt er sie gleich mit und zeigt sie ihr. Auch den Schmuck in seiner privaten Geheimkammer, den er mit in sein Grab nehmen will. Ausgerechnet aus diesem Privat-Schatz wählt sie ein Collier aus – doch muss es gleich wieder ablegen. All der Schmuck dient nur Pharaos Reise in die Ewigkeit. Da ist sie baff: So viel Gold für einen Toten? Pharao geht zurück zum Fest, um seine Gäste zu verabschieden. Nun muss der Hauptmann der Wache ihr das Schmuckstück abnehmen. Er meint: Wäre er mein, ich würde ihn dir schenken. Das scheint ihr gefallen zu haben, denn sie lädt den Hauptmann zu einem privaten Dinner. Derweil lässt Vashtars Sehkraft nach – sein Sohn Seta bemerkt es. Er bietet an, ihm zu helfen. Dann muss er natürlich auch sterben, wenn Pharao stirbt. Aber stel | ||
| Last Days of Pompeii, The | Jone o Gli ultimi giorni di Pompei | Ubaldo Maria Del Colle und Giovanni Enrico Vidali | 1913 gab es zwei italienische Verfilmungen des Pompeji-Romans von Edward George Bulwer-Lytton. Diese ist in Deutschland nicht erschienen, aber in den USA - zusammen mit der anderen. | ||
| Leben Christi | Vie du Christ | Alice Guy | Stummfilm, 12 Minuten, schwarzweiß Kurzinhalt: Das Leben Jesu in einer Abfolge von Bildern im Stile bekannter klassischer Jesus-Gemälde - offenbar hatte der erste Jesus-Film von Alice Guy so großen Erfolg, dass sie noch einen zweiten inszenieren durfte. | ||
| Leben des Brian, Das | Life of Brian | Terry Jones | 94 Minuten Kurzinhalt: Der Widerstandskämpfer Brian und Jesus Christus werden am selben Tag geboren und leben in derselben Gegend - kein Wunder also, dass sich ihre Wege gelegentlich kreuzen. Als Brian aus der Bergpredigt zitiert, hält ihn eine begeisterte Menge prompt für einen Erlöser (nicht für DEN Erlöser) und folgt ihm nach. Brian versucht mehrmals, das Missverständnis aufzuklären - doch vergeblich. Die römische Obrigkeit ist von alldem nicht begeistert - die Widerstandskämpfer aus seiner Gruppe dagegen sehr... ansehen: * Der Film läuft gelegentlich im deutschen Fernsehen, allerdings meistens in einer Fassung, die dem 4:3-Fernsehformat angepasst wurde - ein Teil des Breitwandbildes ist also nicht zu sehen. * Auf DVD ist der Film im Format 16:9 zu sehen - und das ist auch notwendig, denn viele der visuellen Gags funktionieren nur, wenn man das ganze Bild sieht. Kritik: Der Film hat eine Aussage: Die Menschen sollen nicht blindlings religiösen (und politischen!) Führern nachlaufen, sondern sich selbst Gedanken machen. Es geht also um menschliche Dummheit und Verblendung - und nicht um Gotteslästerung. Dies ist so klar herausgearbeitet, dass man sich wundert, warum vor 30 Jahren (und zum Teil auch heute noch) so viele Menschen gegen den Film auf die Barrikaden gegangen sind. Der Humor ist insgesamt zwar aggressiv, dient aber stets der Aussage und ist nicht gerichtet gegen religiöse Gefühle. Die Dialoge sind keine Parodie auf die gehobene Sprache von Bibelfilmen, sondern moderne Alltagssprache. Man kann sich gut vorstellen, dass die antiken Bewohner von Jerusalem sich so oder so ähnlich auch in ihrer Umgangssprache über Jesus und seine Wunder unterhalten haben. Zusammen mit der aufwändigen und recht authentisch wirkenden Ausstattung macht dies alles den Film zu einer sehenswerten Komödie - mit interessanten Denkanstößen. P.S.: Zudem wird hier ein Thema ausführlich aufgegriffen, das fast alle Monumentalfilme übergehen: Das Abwägen der Vor- und Nachteile römischer Besatzung für die jeweilige Provinz. Fakten: * Der Film wurde in den Kulissen von Jesus von Nazareth (1976) in Tunesien gedreht. * Die Szene, in der Brian von der begeisterten Menge verfolgt wird, erinnern zudem stark an die Szenen aus Jesus von Nazareth, in denen Johannes und Jesus die Menge durch ihre Predigten in eine Art Massenhysterie versetzen - Zufall? * Ursprünglich sollte der Film von der EMI finanziert werden, der Kinoverleih von dem erfolgreichen Monty Python-Film Die Ritter der Kokosnuß (1975). Doch die EMI zog im letzten Moment ihre Zusage zurück, da das Skript ihrer Meinung nach Elemente von Gotteslästerung enthielt (Gotteslästerung war damals in England noch strafbar - trotz Meinungsfreiheit). Der Film kam nur zu Stande, weil Ex-Beatle George Harrison, ein treuer Monty Python-Fan, private Geldmittel zur Verfügung stellte. * 1980 versuchte die Columbia, den großen Erfolg von Brian mit einem ähnlichen Konzept zu wiederholen: In dem Film Oh, Moses! verfilmte eine Gruppe amerikanischer Komiker das Leben eines Mannes, der zur selben Zeit und in der selben Gegend wie Moses lebte. | ||
| Leben und die Passion Jesu Christi, Das | La Vie et la Passion de Jesu Christ | Stummfilm, 12 Minuten, schwarzweiß Kurzinhalt: Das Leben Jesu in 13 Bildern, von Geburt bis zur Kreuzigung Fakten: * Die Firma Lumière filmte Szenen aus den jährlichen Passionsspielen des böhmischen Dorfes Horitz (Tschechien). | |||
| Leben und Leiden Jesu Christi | La Vie et la Passion de Jésus Christ | Lucien Nonguet + Ferdinand Zecca | Stummfilm, 44 Minuten, schwarzweiß mit Handcolorierung Kurzinhalt: Jesus Christus von der Geburt bis zur Auferstehung ansehen: * Der Film kann online angesehen werden unter: http://video.google.com/videoplay?docid=-713757877709080945 * Er ist aber auch zusammen mit From the Manger to the Cross (1912) auf DVD erschienen. Produktionsgeschichte: 1902 hatte Pathé bereits eine kurze Version gedreht, die 1905 um weitere Szenen ergänzt wurde und erneut in die Kinos kam. Mit nunmehr fast 45 Minuten Länge war La Vie et la Passion de Jésus Christ damals der längste Film überhaupt. Um die Jahrhundertwende ließ das Interesse der Zuschauer an den kurzen Filmchen, wie sie auf Jahrmärkten gezeigt wurden, nach. Die Produzenten wagten sich, auf der Suche nach neuen Absatzmärkten und Publikumsschichten, an ambitioniertere Stoffe - um die zu erzählen, benötigte man allerdings mehr Zeit. Auf dem weiten Weg zur heute üblichen Spielfilmlänge und Erzählweise ist dieser Film eine interessante Zwischenstation und man sollte ihn sich schon alleine deswegen ansehen. Fakten: * Der gängige Begriff Sandalenfilm trifft hier nicht zu: Trotz aufwändiger Kostüme sind fast alle Darsteller barfuß. * Achten Sie auf die Dekoration in der 13ten Minute. Im Eingangsbereich von Josefs Werkstatt ist unübersehbar das Logo von Pathé an die Wand gemalt (ein Hahn) - eine frühe Form von Kopierschutz, damit fremde Verleiher nicht einfach den Vorspann abschneiden und den Film dann als den ihren ausgeben konnten. * Szene 7, Die Flucht nach Ägypten hat einen interessanten Anfang: Um das Jesuskind steht ein Chor von Engeln, den man minutenlang musizieren und singen sieht - in einem Stummfilm! * Interessant ist, dass dieser Film NICHT die Bergpredigt enthält, die Dreh- und Angelpunkt aller modernen Jesus-Filme ist, sondern die vergleichsweise unbekannte Episode, in der Jesus der Frau am Brunnen von Samaria begegnet. Kritik: Die Kulissen sind überwiegend professionelle, mit Sorgfalt und Liebe zum Detail gemalte Bühnendekorationen. Lebendige Licht- und Schatteneffenkte und dreidimensionale Versatzstücke erzeugen den Eindruck räumlicher Tiefe (wohingegen die meisten Filme dieser Zeit vor flachen Hintergünden inszeniert wurden). Gelegentlich kommen Schauspieler sogar aus der Tiefe des Raumes und gehen nach vorne neben der Kamera ab (wobei man aber leider sieht, wie klein das Studio in Wirklichkeit war - dennoch darf man sich so wie hier viele Toga Plays der Jahrhundertwende vorstellen, wo auf kleinen Bühnen große Massenszenen inszeniert wurden). Wie damals üblich sind generell fast alle Szenen (bis auf zwei) in einem Stück als durchgefilmt, ohne Nahaufnahmen und Zwischenschnitte. Bemerkenswert ist jedoch, dass sich die Kamera bisweilen bewegt: Sie schwenkt mit den Hauptdarstellern mit. Diese gestikulieren nicht wild herum, wie in anderen Stummfilmen, sondern spielen vornehm zurückhaltend. Auch setzte man ein paar einfache, aber wirkungsvolle Spezialeffekte ein (die Engel treten nicht auf, sie werden eingeblendet, als Jesus übers Wasser geht, ist er nachträglich in die Aufnahme einer Wasseroberfläche einkopiert), was diesen Film um Klassen besser als seine Altersgenossen macht. Insgesamt wirkt die Super-Produktion von einst heute so aufgeräumt und distanziert wie ein animiertes Heiligenbild. Sie reduziert die Heilsgeschichte auf Szenen mit Schauwert (wie es nachfolgende Bibelfilme übrigens auch tun werden). Die Botschaft bleibt völlig auf der Strecke: Nicht bibelfeste Zuschauer werden manche Szenen überhaupt nicht verstehen. Und doch ist der liebevoll gemachte Film überraschend kurzweilig und bisweilen sogar anrührend. ausführliche Inhaltsangabe Der Film ist in folgende Kapitel (jeweils mit einem Zwischentitel) unterteilt: 1, Verkündigung - ein Engel erscheint Maria. 2, Maria und Josef kommen in Bethlehem an. Es herrscht Hochbetrieb (kein Wunder - es ist Weihnachten), und sie finden keinen Schlafplatz. 3, Den Hirten auf dem Felde verkünden die Engel große Freude 4, Die Heiligen drei Könige folgen dem Stern zu Bethlehem. 5, Geburt und Anbetung des Heiland (durch die Heiligen drei Könige, die Heilige Familie, das Personal der Könige, die Hirten und diverse Tiere - das Gerdrängel in dieser Szene stellt jede Weihnachtskrippe in den Schatten) 6, Der Kindsmord zu Bethlehem (Herodes fürchtet einen neuen König und lässt jedes Neugeborene töten). 7, Die Flucht nach Ägypten (die Szene mit dem stumm musizierenden Chor von Engeln) 8, Die Heilige Familie in Nazareth - Jesus ist herangewachsen und hilft seinem Vater bei der Arbeit (in dieser Szene ist der oben erwähnte Kopierschutz zu sehen). 9, Jesus diskutiert im Tempel mit den Schriftgelehrten. 10, Johannes tauft Jesus. 11, Die Hochzeit zu Kanaan 12, Maria Magdalena wirft sich Jesus Christus zu Füßen. 13, Die Frau am Brunnen von Samaria 14, Ein paar Wunderheilungen: Ein Blinder kann sehen, ein Krüppel kann wieder laufen, Jaïrus' Tochter wird wieder gesund (wie Jesus in dieser Szene so zwischendurch ein paar Leute heilt, wirkt unfreiwillig komisch). 15, Christus geht auf dem Wasser. 16, Jesus sorgt für einen guten Fischfang. 17, Die Auferweckung des Lazarus 18, Jesus erhält seinen göttlichen Auftrag. 19, Einzug in Jerusalem 20, Jesus jagt die Händler aus dem Tempel. 21, Das letzte Abendmahl 22, Der Judas-Kuss und Jesu Verhaftung 23, Jesus vor Kaiphas 24, Petrus verleugnet Christus (ehe der Hahn drei Mal kräht). 25, Jesus vor Pilatus 26, Geißelung und Dornenkrone 27, Ecce Homo - Jesus wird zur Kreuzigung geführt (hier gibt es eine Nahaufnahme des leidenden Jesus). 28, Jesus bricht unter der Last des Kreuzes zusammen (hier gibt es eine Nahaufnahme des Schweißtuches, das sein Gesicht zeigt). 29, Auf dem Kalvarienberg 30, Jesus wird gekreuzigt. 31, Jesu' Tod 32, Jesus wird vom Kreuz genommen und ins Grab gelegt. 33, Die Auferstehung 34, Jesus fährt zum Himmel - und nimmt Platz zur Rechten Gottes. | ||
| Leben wie ein römischer Legionär | Dokumentation | 45minütige Doku über ein archäologisches Experiment, läuft gelegentlich auf DMAX in der Reihe Discovery Geschichte. Kurzinhalt Eine Archäologin hat getreu der Trajanssäule Waffen und Ausrüstung römischer Legionäre nachbilden lassen und stellt anhand alter Quellen (v.a. das Militärhandbuch des Flavius Vegetius Renatus aus dem 4. Jh. n.Chr. und die Trajanssäule) die Ausbildung und das Lagerleben der Römischen Armee nach. Wir sehen eine Gruppe junger Engländer, die wie Legionäre marschieren, kämpfen und Lager aufbauen lernt - alles in originalgetreuer Kleidung. Kritik Der Film geht insgesamt zu unkritisch mit den Quellen um (siehe unten unter Inhalt), liefert ber nichtsdestoweniger hochinteressante, bisweilen sogar überraschende Erkenntnisse. Vor allem korrigiert er das eine oder andere falsche Bild von der römischen Armee, das wir alle aus Monumentalfilmen kennen - und der Humor kommt dabei auch nicht zu kurz. Inhalt Für dieses Stück Experimentalarchäologie suchte man sich ausgerechnet eine Woche im eiskalten englischen Winter heraus. Dagegen wäre im Prinzip nichts einzuwenden - außer dass man die Ärmsten mit Ausrüstung versorgt hatte, die eigentlich für einen Krieg in warmen Gefilden und/oder Jahreszeiten gedacht war. Kleidung und Zelte hatten die berühmten Reliefs zum Vorbild, die Kaiser Trajan von seinem Daker-Feldzug anfertigen ließ - der fand aber nicht im Winter statt. Unter diesen erschwerten Bedingungen war das Experiment nur noch was für WIRKLICH harte Männer (und damit gut aufgehoben bei DMAX)! Auch ist Vegetius nicht unbedingt eine gute Wahl, denn er schrieb sein Buch über die Ausbildung etwa 300 Jahre nach Trajan, als sich das Reich und sein Heer schon im Niedergang befanden. Sein Rückblick auf die Armee der frühen Kaiserzeit dient dem Zweck, seine Zeitgenossen zu einer Reform oder wenigstens mehr Disziplin zu bewegen. Er wollte ihnen das leuchtende Vorbild der Ahnen vor Augen stellen - es ist fraglich, ob er Alltag und Ausbildung korrekt wiedergibt. Fakten * Das harte Männer-Thema wurde von Frauen erdacht und inszeniert. | |||
| Legionen des Cäsaren, Die | Le legioni di Cleopatra | Vittorio Cottafavi | 100 Minuten Kurzinhalt: Die Ägypter haben in Actium gegen die Römer verloren. Nun erwartet ganz Alexandria die Ankunft der siegreichen Truppen des Oktavian. Zenturio Curridio versucht, Marcus Antonius zu einem Seitenwechsel zu überreden: Er soll Cleopatra verlassen und Ägypten kampflos übergeben. Doch Cleopatra hat eigene Pläne, und Marc Anton zieht die offene Schlacht vor. So kommt es, wie es kommen muss... Kritik: Eine interessante Grundidee - aber Cottafavi macht nichts daraus. Die Story verstrickt sich in Plots und Subplots und kann sich nicht recht entscheiden zwischen Weltgeschichte und Klamotte. So schwankt der Film zwischen hochtrabenden pathetischen Dialogen und selten dämlichen Action-Szenen. Dazu kommt, dass Linda Cristal nicht spielen kann und im ganzen Film keine Miene verzieht. Man muss aber zugeben: Erstens kommt das in diesem Genre öfter vor und zweitens scheitern an den Dialogen in diesem Film auch die guten Schauspieler. Die komische Täterätä-Musik setzt keine Akzente, sondern umspült den Film mit einem merkwürdigen Klangbrei. Die Kulissen allerdings sind überraschend monumental - offenbar war mehr Geld als bei anderen Euro-Epics vorhanden. Die Außendekorationen sehen dabei sogar noch ganz authentisch aus. Es gibt z.B. schöne Matte-Paintings vom Leuchtturm zu Pharos. Im Vergleich dazu sind die grellbunt angemalten Innendekorationen geradezu lächerlich und sehen meist auch richtig billig aus. Dasselbe gilt für die Außendrehs in erkennbar spanischen Landschaften - in die man lediglich ein paar Palmen gestellt hat, damit es nach Ägypten aussieht. Den Vogel aber schießen die Kostüme ab: Sie sind purer Trash, in dem alle Darsteller seltsam weibisch aussehen. So trägt Cleopatra allen ernstes ein Kleid in grellem Lila - und Mark Anton eine Toga mit Super-Mini-Rock in himmelblau! Die Offiziere haben hässliche Mäander-Applikationen, die noch dazu glänzen, als habe man sie kurz vorher schnell aufgebügelt. Da sehnt man sich ja direkt nach den Schwarzweißfilmen zurück! Fakten: Der Film wurde von der 20th Century Fox noch 1959 aufgekauft, damit er nicht in Konkurenz zu ihrer eigenen Cleopatra-Version (1963) lief. Erst als man merkte, dass er ihrem Epos nicht das Wasser reichen kann, kam er in die Kinos (1960 in Europa, in den USA sogar erst 1962). In Wirklichkeit war es genau umgekehrt: Marc Anton schickte Unterhändler zu Oktavian, um unnötiges Blutvergießen zu verhindern. Inhalt: Nach der verlorenen Schlacht von Actium, erwarten Marcus Antonius und Cleopatra (und mit ihnen die ganze Stadt Alexandria) die Ankunft der siegreichen römischen Armee unter Oktavian. Er beherrscht im Moment nur den westlichen Teil des römischen Reiches und Marc Anton nur den östlichen. Die Entscheidungsschlacht um die alleinige Vorherrschaft steht bevor. Octavian sendet seinen Zenturio Curridio incognito als Unterhändler nach Alexandria, um im letzten Moment unnötiges Blutvergießen zu verhindern. In Alexandria lernt Currido eine schöne Tänzerin in einer Kneipe kennen - und verliebt sich in sie. Er beginnt, sie regelmäßig zu daten, bis er eine Überraschung erlebt: Auch die Bardame war incognito unterwegs - und ist in Wirklichkeit Königin Cleopatra selbst! Weitere Dates sind nun natürlich nicht mehr möglich, aber zum Glück gibt es in Alexandria noch mehr schöne Mädchen. In einem Subplot versucht der ägyptische Geheimdienst derweil unablässig, Curridio zu töten, damit dieser Marc Anton nicht zum Fortgehen bewegen kann. Man braucht den erfahrenen Feldherrn. Doch Curridio dringt zu Marc Anton vor und versucht auftragsgemäß, ihn dazu zu überreden, Cleopatra zu verlassen und sich wieder den römischen Truppen anzuschließen. MarcAnton aber lehnt ab - er liebt Ägypten zu sehr. In der Tat sind seine Einwände wohlüberlegt: Warum sollen sich gerade die Ägypter ergeben, um römische Legionäre zu schonen? Warum kehrt Oktavian nicht einfach nach Rom zurück und lässt alles wie es ist? Das geht freilich nicht, denn Rom ist auf die Getreidelieferungen aus Ägypten angewiesen. So kommt es zur Schlacht vor Alexandria am 1. August 30 v.Chr.(übrigens mit großem Statisten-Aufgebot durchaus ansehnlich dargestellt), in dessen Verlauf Ägyptens Verbündete zu Oktavian überlaufen und sich Antonius' Armeen schließlich ergeben (viele Truppenteile sogar kampflos). Marc Anton und Cleopatra nehmen sich daraufhin das Leben. Centurio Curridio geht aus alldem als Held hervor - doch er kann sich mit der neuen Weltordnung nicht so recht anfreunden. Zusammen mit seiner (neuen) Geliebten reitet er in die Wüste hinaus - auf der Suche nach einem Land mit friedlichen Bewohnern. | ||
| Letzte der Gladiatoren, Der | L'ultimo gladiatore / Gladiatore di Messalina | Umberto Lenzi | 98 Minuten Kurzinhalt: Intrigen rund um die Thronbesteigung des Claudius und die Liebeleien seiner Frau Messalina. Kritik: Schön ausgestattet und temporeich inszeniert, erkennbar um historische Genauigkeit bemüht. | ||
| letzte Versuchung Christi, Die | The Last Temptation of Christ | Martin Scorsese | 164 Minuten Kurzinhalt: Das Leben Jesu von dem Zeitpunkt an, an dem er den Ruf Gottes erhört bis zum Tod am Kreuz, allerd |