Dokumentation in 2 Teilen à 85 Minuten, mit aufwändigen Spielszenen Erstsendung der deutschen Fassung: 16. und 23. Mai 2009 (Arte) Kurzinhalt: Die Filme fassen sehr kompakt die letzten 200 Jahre des Römischen Reiches zusammen. Vor der Kamera äußern sich (zum Teil sehr bekannte) Fachleute zu den zahlreichen Gründen für den Niedergang und machen auf wenig bekannte Details und Zusammenhänge aufmerksam. Kritik: Die beiden Filme bestechen erstens dadurch, dass sie einen Zeitraum behandeln, der nur selten im Film zu sehen ist - und zweitens durch ihre hohe Informationsdichte und inhaltliche Kompetenz. Insbesondere wird über fast vergessene Kaiser und ihre Verdienste ausführlich gesprochen - was alleine schon Grund genug ist, sich den Zweiteiler anzusehen. Allerdings verliert man bei der schnellen Abfolge rasch wechselnder Herrscher auch schnell den Überblick. Noch mehr Verwirrung stiftet der niedrige Produktionsetat, denn die Spielszenen kann man fast nicht voneinander unterscheiden. Überwiegend sieht man ähnlich oder gleich gekleidete Herrscher und Soldaten in einem Wald kämpfen oder in einer (sehr eng geratenen) Palastkulisse wahlweise essen oder diskutieren, was optisch wenig reizvoll ist. Noch dazu sind Dekorationen und Kostüme nur wenig authentisch, so dass man sich fragt, wozu man sich die Mühe der Inszenierung überhaupt gemacht hat. Statt viele billige Kulissen und Schauspieler hätte man sich vielleicht lieber nur wenige, aber dafür bessere geleistet - oder gleich auf Rekonstruktionen am Computer zurückgegriffen. Das leicht verfallene Rom zu Zeiten seines Niederganges - auch das wäre ja durchaus interessant gewesen. Immerhin haben die Spielszenen jetzt einen gewissen altmodischen Charme: Sie erinnern an alte Monumentalfilme, wo man mit wenig Mitteln viel zu machen versuchte. EPISODENLISTE:1, Herrscher von Heeres Gnaden Die Verteidigung von Roms langen Grenzen verschlingt gigantische Summen und wird mit zunehmender Bedrohung von Außen immer wichtiger. Kein Wunder, dass die Armee im dritten Jahrhundert so mächtig wird, dass sie sogar den Kaiser bestimmen kann. Auch im Inneren ist nicht alles zum Besten bestellt - denn immer mehr Römer wenden sich monotheistischen Religionen zu und schwächen damit die traditionellen Macht- und Herrschafts-Strukturen im Reich. Der Film beginnt mit Kaiser Philippus Arabs (244 n.Chr.) und endet mit der Ermordung von Kaiser Aurelian (275). 2, Das Ende des Weströmischen Reiches Die Kaiser in Rom werden immer schwächer. Schließlich reicht ihre Macht gerade mal über den italienischen Stiefel, da sich in den Provinzen des Riesenreiches längst Barbarenfürsten angesiedelt haben. 476 zieht dann einer von ihnen, Odoaker, den längst fälligen Schlussstrich: Er setzt den letzten römischen Kaiser Romulus Augustulus ab und sendet die Reichsinsignien (Krone und Purpurmantel) an den oströmischen Kaiser in Byzanz - mit den Hinweis, dass Rom ab sofort keine Kaiser mehr brauche.