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Name - Cover Übersicht
| Titel | Originaltitel | Premiere | Regie | Bewertung | Inhalt |
|---|---|---|---|---|---|
| 10.000 B.C. | 10,000 B.C. | 1999 | Roland Emmerich | Inhalt: Als Mammutjäger D'Leh von der Jagd zurückkommt, haben Sklavenjäger seine Siedlung verwüstet und seine Gefährtin verschleppt. D'Leh macht sich auf die Suche nach ihr und trifft dabei auf Menschen auf einer höheren zivilisatorischen Entwicklungsstufe: Sie sind keine Jäger und Sammler mehr, sondern sind sesshaft und betreiben Ackerbau. Die letzte Station seiner Reise ist die Stadt einer frühen Hochkultur. Dort müssen Sklaven und Mammuts (!) riesige Pyramiden bauen. D'Leh erkennt, dass die Organisation solcher kultureller Spitzenleistungen zu staatlichem Totalitarismus führt und ohne die Versklavung der technisch unterlegenen Stämme nicht möglich wäre. Mutig beschließt er, nicht nur seine Frau, sondern das ganze Volk zu retten. Kritik: Hört sich interessant an, ist aber im Wesentlichen eine schier endlose Abfolge von Verfolgungsjagden und Action. Schlichtes Abenteuerkino eben, wenn auch gut gemacht. Die gänzlich am Computer erzeugten Tiere wirken tatsächlich beeindruckend lebensecht - doch spätestens, wenn die Mammuts (!) beim Pyramidenbau (!!) mithelfen (!!!), wirkt das Ganze einfach nur albern. Nicht viel besser steht es um den steinzeitlichen Teil: Emmerich nutzt sein Wissen und die aufwändige Tricktechnik nur dazu, "lauter Horrorviecher" in die vorgeschichtliche Landschaft zu stellen (wie er in seinem Interview in Stern Nr 9/2008 selber sagt). Fakten: * Die Doku Terra X - Jenseits von Eden (2004) zeigt, wie das Leben 10.000 vor Christus wirklich gewesen ist. * D'Leh ist das deutsche Wort "Held" rückwärts. * Der Film kostete 75 Millionen $, also etwas weniger als der Asterix-Film, der im selben Jahr in die Kinos kam. * 10.000 B.C. wurde von Emmerich länger vorbereitet als alle seine anderen Filme: ganze zwei Jahre lang (2004 bis 2006). Dann wurde fünf Monate gedreht (ab Mai 2006) und ein Jahr nachbearbeitet (2007). * Pyramiden wurden erst um 2700 v. Chr. erstmals gebaut - also mehr als 7000 Jahre nach der Geschichte dieses Filmes. Hat man dies in zwei Jahren Recherche in Hollywood etwa nicht bemerkt? Keineswegs, es ist Absicht: Emmerich führte im ZDF-Interview anlässlich der Premiere in Berlin aus, er habe Bücher gefunden, in denen stand, dass die Pyramiden von einer uralten, verschwundenen Zivilisation errichtet wurden (die womöglich sogar außerirdischen Ursprungs ist). * Wer wohl der Verfasser dieser Bücher war? Erich von Daeniken? Falls ja, wird es ihn freuen, auf seine alten Tage noch so prominente Leser zu finden - und so viel Einfluss auf teure Hollywood-Produktionen zu haben. An dieser Stelle grüßen wir ihn und wünschen ihm viel Erfolg mit seinem UFO-Themenpark in der Schweiz - der sich vermutlich mehr lohnt als dieser Film. * Die Pyramiden-Kulissen standen in Namibia, in der Nähe von Swakopmund - und zwar sowohl der untere Teil der riesigen Rampe, die im Maßstab 1:1 errichtet wurde, als auch die verkleinerten Modelle, in die die Arbeiter und Mammuts später am Computer hineinkopiert wurden. Ein solches Pyramidenmodell war bis zur Spitze etwa sechs Meter hoch. * Am Drehort wurden die urzeitlichen Tiere übrigens von riesigen Scherenschnitten in Originalgröße vertreten. Auf diese Weise bekam man den jeweils passenden Schatten, und die Darsteller hatten ein Gegenüber, das sie anspielen konnten. | |
| 300 | 300 | Zack Snyder | August 480 vor Christus - nach der unentschiedenen Seeschlacht am Kap Artemision stellt sich König Leonidas am Thermopylenpass mit 300 Spartanern dem persischen Heer unter Xerxes entgegen. Sie sterben den Opfertod, um den Rückzug des griechischen Heeres zu sichern. Der Film schildert Leonidas' Kindheit und Jugend und vor allem die harte Ausbildung der Spartaner zu den Elite-Soldaten der damaligen Zeit. Fakten siehe bei unseren Filmen unter Löwe von Sparta, Der (1961) | ||
| Abenteuer des Odysseus, Die | The Odyssey | Andrei Konchalovsky | Fernsehfilm in 2 Teilen à 90 Minuten | ||
| Alexander | Alexander | Oliver Stone | 160minütiger Spielfilm Kurzinhalt: Nach Alexanders Tod diktiert sein engster Vertrauter einem Historiker seine Version vom Leben und Tod des großen Feldherrn - ein geschickter Kunstgriff: Immer wenn man Oliver Stone nun den Vorwurf macht, sein Film sei historisch nicht exakt, kann er sagen: es soll auch gar nicht exakt sein, sondern die persönliche Sicht dieses Mannes wiedergeben. Ganz schön schlau, macht den Film aber nicht wesentlich besser. Kritik: Zum Glück lief der Film inzwischen im Fernsehen - im Kino bin ich zwischendurch eingeschlafen. | ||
| Archimedes - Genie der Antike | Dokumentation | Dokumentation, 40 Minuten, mit Spielszenen und Computer-Rekonstruktionen läuft regelmäßig auf ntv history. Kurzinhalt: Leben und Werk der berühmen Wissenschaftlers, soweit es sich anhand der alten Quellen nachvollziehen lässt. Vorgestellt werden u.a.: * Die Syracusae, das größte Schiff der Antike * seine Formel zum Berechnen des Volumens einer Kugel, * seine Theorien von Auftrieb und Verdrängung bei Körpern im Wasser * die berühmte Schraube, mit der man Wasser hochpumpen kann * sein Planetarium und die Bahnen der Planeten * die Brennspiegel, mit denen die römische Flotte in Brand gesetzt wurde * Katapulte und Flaschenzüge Kritik Wer sich für antike Mathematik und Technik interessiert, wird hier inhaltlich auf jeden Fall auf seine Kosten kommen - und verblüfft sein über das beeindruckende Wissen der Alten. Handwerklich ist der Film eine Mischung aus erstklassiger Computer-Animation und Bauerntheater: Optisch bestechend sind ein paar sehr schöne Rekonstruktionen (vor allem von den antiken Städten Syracus und Alexandria, aber auch von Archimedes' Erfindungen). Leider scheint das Budget aber vollständig für diese Arbeiten draufgegangen zu sein, denn die Schauspieler müssen an unansehnlichen Originalschauplätzen und in schäbigen Gewändern auftreten - und dann auch noch plumpe Dialoge (wie aus dem Bauerntheater) aufsagen! Schade - Archimedes' revolutionäre Ideen und seine bewegtes Leben hätten eine aufwändigere Umsetzung verdient. | |||
| Ben Hur | Steve Shill | Fernsehserie in mehreren Teilen Pressemitteilung von Sonntag, 29. März 2009, 10:00 Uhr: "ProSieben dreht Ben Hur Endlich wird es eine Neuverfilmung eines der größten Hollywood-Blockbuster aller Zeiten geben. Ben Hur, der mit elf Oscars prämierte Monumentalstreifen von 1959, wird unter Beteiligung von ProSieben ab Mai in Marokko als Fernseh-Mehrteiler entstehen. Kosten: 22,5 Millionen Dollar. Ganz großes Kino!" Fakten: * Regisseur Steve Shill wäre keine schlechte Wahl, hat er doch mit seinen Beiträgen für Die Tudors und Rom gezeigt, dass er ein Händchen für solche Stoffe hat. * Der Sohn der Regisseurs William Wyler (Ben Hur 1959) ist einer der Produzenten. | |||
| Cabiria | Giovanni Pastrone | Us-Premiere (150 Minuten) Mai 1914 in New York (wo der Film 6 Monate lief). Erstsendung (140 Minuten) 6.1.95 auf arte Die schöne Cabiria wird als Kind aus Sizilien entführt und auf dem Sklavenmarkt in Karthago verkauft. Nach einer Reihe von Abenteuern kehrt sie in ihre Heimat zurück. U.a. erlebt sie Hannibals zug über die Alpen und den Ausbruch des Ätna. Hier hat Maciste als bärenstarker Sklave seinen ersten Auftritt - in den nächsten Jahrzehnten ist er aus dem italienischen Muskeln-und-Sandalen-Kino nicht wegzudenken. Der Film kostete 100.000 $ - für damalige Verhältnisse geradezu sensationell. | |||
| Daniel | genaues Entstehungsjahr, Besetzung, Handlung und Länge unbekannt. vermutlich die Geschichte des Propheten, der am Hofe des babylonischen Königs Nebukadnezars II (640 - 562 v. Chr.) Minister war (bekannteste Geschichte: Das Menetekel beim Festmahl von Prinz Belsazar). | ||||
| Eines Tages in Galiläa | The Nativity | Bernard L. Kowalski | 97 Minuten Kurzinhalt: Die Vorgeschichte zur Weihnachtsgeschichte: Maria und Josef lernen sich kennen und lieben. Kritik: Anspruchslos, aber immerhin in schöner Landschaft gedreht. | ||
| Gladiator | Ridley Scott | 154 Minuten deutscher Kinostart: 25.5.2000 Kurzinhalt: Unter Kaiser Commodus fällt Feldherr Maximus in Ungnade und muss als Gladiator arbeiten. So bekommt er Gelegenheit zur Rache... Kritik: Der sensationell erfolgreiche Film weckte beim Publikum um die Jahrtausendwende großes Interesse an der klassischen Antike - und an weiteren Monumentalfilmen: Das ganze folgende Jahrzehnt kamen in kurzen Abständen zahlreiche bemerkenswerte Großproduktionen mit antikem Inhalt in die Kinos. Alleine dafür hat der Gladiator sich schon einen Ehrenplatz verdient. Entsprechend viel ist seither über den Film geschrieben worden. Unsere Meinung ist: Trotz des ganzen Aufwandes haben wir hier in erster Linie einen modernen, sehr durchdachten Actionfilm vor antikem Hintergrund. Alle Personen haben klare Motive, die Gewalt- und Action-Szenen werden sinnvoll eingesetzt, und das Ende ist ebenso nachdenklich wie interessant - allerdings hat das Ganze mit den historischen Fakten natürlich herzlich wenig zu tun. Das gilt auch für die Ausstattung: Die Bilder sind eindrucksvoll - allerdings sind sie keine exakte Rekonstruktion des antiken Rom (außer vielleicht das Kolosseum), sondern beruhen ausnahmslos auf Rom-Gemälden der Jahrhundertwende (z.B.: Commodus sitzt auf einem Thron aus der Zeit Napoleons). Das ist ausgesprochen ärgerlich, denn die technischen Möglichkeiten, am Computer praktisch jede Kulisse erzeugen zu können, und auch das Wissen über die Antike waren noch nie so groß wie jetzt: Es ist nicht nachvollziehbar, dass man bei solchen Filmen nicht darauf zurückgreift. Damit wurde die Chance, einem großen Publikum ein auch nur halbwegs realistisches Bild vom alten Rom zu zeigen, wieder mal vertan. Was bleibt, sind fast drei Stunden spannende Unterhaltung - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Fakten: * Die Computer-Animationen vom alten Rom stammen von der Mill Film aus London und wurden später für Sphinx: Spartacus - Gladiator gegen Rom (ZDF 2002) und Colosseum - Arena des Todes (BBC 2003) noch einmal verwendet. In dem Sphinx-Film sind Mitarbeiter der Firma bei der Arbeit an Gladiator zu sehen. | |||
| Greatful Heart, A | Originaltitel, Herstellungsland, genaues Produktionsjahr, Besetzung, Handlung und Länge unbekannt. vermutlich eine biblische Geschichte. | ||||
| Helena von Troja | Helen of Troy | John Kent Harrison | 170 Minuten, wurde als zweiteiliger Fernsehfilm gesendet. Hält sich auch nicht an Homer, ist aber ein interessanter Film mit einem überraschend glaubwürdigen Troja (gedreht in Malta). | ||
| Herkules, der Sohn der Götter | Ulisse contro Ercole | Mario Caiano | 105 Minuten Kurzinhalt: Odysseus hat Polyphem geblendet. Herkules soll im Auftrag des Zeus den listigen Griechen fangen und bestrafen Kritik: Öde: Ausstattung, Dialoge – alles weit unter Durchschnitt. Man langweilt sich. | ||
| Jesus Christ Superstar | Jesus Christ Superstar | Norman Jewison | 107 Minuten Kurzinhalt: Eine Gruppe junger Leute fährt mit Bussen zu den Ruinen von Massada und spielt die letzten 5 Tage im Leben Jesu als Musical nach: Judas ist von Jesus enttäuscht: Der Freiheitskampf gegen die Römer lässt auf sich warten, und dann ist da auch noch diese unklare Beziehung zu Maria Magdalena, einer ehemaligen Prostituierten. Judas kommt zu der Überzeugung, Jesus aufhalten zu müssen, und liefert ihn den Hohepriestern aus, die Jesus für einen Unruhestifter und selbsternannten Sohn Gottes halten - für sie reine Gotteslästerung. Beim letzten Abendmahl singen die Jünger noch: „Immer schon wollt’ ich Apostel werden“ und malen sich aus, wie sie einmal die Evangelien schreiben wollen - da wird Jesus verhaftet... Kritik: Manche Szenen sind so unfreiwillig komisch, dass sie direkt aus Monty Pythons Leben des Brian (1979) stammen könnten. Am stärksten ist der Film, wenn er Showbusiness und Starkult (selbst)kritisch auf die Schippe nimmt. | ||
| Kampf um Atlantis | Il conquistatore di Atlantide | Alfonso Brescia | Sandalenfilm, 90 Minuten Kurzinhalt: Herkules wird nach einem Schiffbruch in Afrika an Land gespült. Eine Karawane findet ihn und nimmt ihn bei sich auf. Als Herkules mit dem Sohn des Karawanenführers alleine die Wüste erkundet, landen sie in einer Ruinenstadt. Diese entpuppt sich als der überirdische Rest von Atlantis. Die Bewohner haben ihre Stadt inzwischen unter die Erde verlegt. Da scheint ihnen ein wenig der Realitätssinn abhanden gekommen zu sein, denn sie planen die Weltherrschaft. Zu diesem Zwecke entführen sie Menschen und verwandeln diese in willenlose Kampf-Maschinen - bis Herkules eingreift... Kritik: Das Fantasy-Action-Abenteuer ist streckenweise durchaus kurzweilig. Der ganze Film leider allerdings unter seinem kleinen Budget: Die tristen Originalschauplätze und wenig aufwändigen Kulissen sind leider nur ein Atlantis für Arme. Fakten: * Um 250 vor Christus vergrößerten die Parther ihr Reich und griffen dabei auch griechische Gebiete an. Auf diese Kämpfe bezieht sich Herkules, als er der Karawane erklärt, wer er ist und wo er herkommt. | ||
| Maciste und die Königin der Nacht | Maciste, l'uomo più forte del mondo | Antonio Leonviola | 90 Minuten Mit Wynter und Forest gleich zwei gutegebaute Männer in einem Film - wer fragt da noch nach der Handlung? | ||
| Passion | Ernst Martin | 86 Minuten, schwarzweiß Inhalt: Das Leiden und Sterben von Jesus Christus. Fakten: * Das eindrucksvolle Freilichttheater exisitert seit 1906 und ist mit über 4000 Sitzplätzen eines der größten Deutschlands: Bis zu 1000.000 Besucher kommen jährlich, und die Bühne wird nicht selten mit bis zu 400 (!) Statisten bevölkert. | |||
| Patrizierin und Sklavin / Afra | Patrizia e schiava | 11 Minuten Besticht durch seine sehr ästhetische, ansprechende Ausstattung. Ist zufällig ein Arte-Redakteur anwesend? In London macht das UCL Bloomsbury Theater regelmäßig Aufführungen von Stummfilmen wie diesen - warum nicht das Programm übernehmen und eine "stumme Nacht" damit füllen? Inhalt Marcella kauft Afra, eine afrikanische Prinzessin. Sie soll Marcellas Kind hüten. Als Afra am Strand mit dem Kind spielt, tauchen Schiffe auf - ihr Hof in Afrika sucht nach ihr. Sie nehmen sie an Bord - und das Kind. Verzweifelt bittet Marcella die Götter um Hilfe. Die Göttin der Meere offenbart ihr, wo ihr Kind ist. In einer Höhle unter dem Meeresspiegel kann sie die Stimme ihres Kindes sogar hören. Als sie zurück zu ihrer Sänfte geht, jubeln die Menschen ihr zu (warum?). | |||
| Private Lives of Adam and Eve, The | Mickey Rooney und Albert Zugsmith | 86 Minuten, Schwarzweiß und Farbe Inhalt: Eine Gruppe Passagiere verläßt in einem Greyhound-Bus den Ort Paradise, Nevada. Sintflutartige Regenfälle unterbrechen die Reise. In einer Kirche suchen sie Schutz. Da schlafen Ad und Evie ein und träumen (von nun an in Farbe), dass er als Adam im Paradies aufwacht. Der Teufel schickt ihm Lilith, damit sie ihn auf die Probe stellt: Er soll vom Baum der Erkenntnis essen, aber er weigert sich. Zu Belohnung bekommt er von Gott Eva als Begleiterin. Doch die schafft, was Lilith nicht gelang: Beide essen vom Apfel und müssen das Paradies verlassen (und der Film kehrt zu Schwarzweiß zurück). Nun versucht der Teufel, eine Art Geschlechterkrieg anzuzetteln, aber am Ende siegt das liebende Paar über Sünde und Machtgier - und wird schwanger. | |||
| Rom - Bauwerke der Cäsaren | Dokumentation | Dokumentation in zwei Teilen à 45 Minuten. Läuft regelmäßig auf N24 Kurzweiliger und sehr anschaulicher Überblick über etwa 300 Jahre imperiale Bauprojekte, von Cäsars Rheinbrücke 55 v.Chr bis zu den Caracallathermen 216 n.Chr. Die Computer-Rekonstruktionen sind bisweilen etwas plump geraten, erfüllen aber ihren Zweck. | |||
| Rom - Niedergang einer Weltmacht | Dokumentation | Dokumentation in 2 Teilen à 85 Minuten, mit aufwändigen Spielszenen Erstsendung der deutschen Fassung: 16. und 23. Mai 2009 (Arte) Kurzinhalt: Die Filme fassen sehr kompakt die letzten 200 Jahre des Römischen Reiches zusammen. Vor der Kamera äußern sich (zum Teil sehr bekannte) Fachleute zu den zahlreichen Gründen für den Niedergang und machen auf wenig bekannte Details und Zusammenhänge aufmerksam. Kritik: Die beiden Filme bestechen erstens dadurch, dass sie einen Zeitraum behandeln, der nur selten im Film zu sehen ist - und zweitens durch ihre hohe Informationsdichte und inhaltliche Kompetenz. Insbesondere wird über fast vergessene Kaiser und ihre Verdienste ausführlich gesprochen - was alleine schon Grund genug ist, sich den Zweiteiler anzusehen. Allerdings verliert man bei der schnellen Abfolge rasch wechselnder Herrscher auch schnell den Überblick. Noch mehr Verwirrung stiftet der niedrige Produktionsetat, denn die Spielszenen kann man fast nicht voneinander unterscheiden. Überwiegend sieht man ähnlich oder gleich gekleidete Herrscher und Soldaten in einem Wald kämpfen oder in einer (sehr eng geratenen) Palastkulisse wahlweise essen oder diskutieren, was optisch wenig reizvoll ist. Noch dazu sind Dekorationen und Kostüme nur wenig authentisch, so dass man sich fragt, wozu man sich die Mühe der Inszenierung überhaupt gemacht hat. Statt viele billige Kulissen und Schauspieler hätte man sich vielleicht lieber nur wenige, aber dafür bessere geleistet - oder gleich auf Rekonstruktionen am Computer zurückgegriffen. Das leicht verfallene Rom zu Zeiten seines Niederganges - auch das wäre ja durchaus interessant gewesen. Immerhin haben die Spielszenen jetzt einen gewissen altmodischen Charme: Sie erinnern an alte Monumentalfilme, wo man mit wenig Mitteln viel zu machen versuchte. EPISODENLISTE: 1, Herrscher von Heeres Gnaden Die Verteidigung von Roms langen Grenzen verschlingt gigantische Summen und wird mit zunehmender Bedrohung von Außen immer wichtiger. Kein Wunder, dass die Armee im dritten Jahrhundert so mächtig wird, dass sie sogar den Kaiser bestimmen kann. Auch im Inneren ist nicht alles zum Besten bestellt - denn immer mehr Römer wenden sich monotheistischen Religionen zu und schwächen damit die traditionellen Macht- und Herrschafts-Strukturen im Reich. Der Film beginnt mit Kaiser Philippus Arabs (244 n.Chr.) und endet mit der Ermordung von Kaiser Aurelian (275). 2, Das Ende des Weströmischen Reiches Die Kaiser in Rom werden immer schwächer. Schließlich reicht ihre Macht gerade mal über den italienischen Stiefel, da sich in den Provinzen des Riesenreiches längst Barbarenfürsten angesiedelt haben. 476 zieht dann einer von ihnen, Odoaker, den längst fälligen Schlussstrich: Er setzt den letzten römischen Kaiser Romulus Augustulus ab und sendet die Reichsinsignien (Krone und Purpurmantel) an den oströmischen Kaiser in Byzanz - mit den Hinweis, dass Rom ab sofort keine Kaiser mehr brauche. | |||
| Schwert von Persien, Das | Esther e il re | Raoul Walsh | Die bekannte biblische Geschichte der Hebräerin Esther, die den persischen König Ahasveros (Xerxes I) heiratet, um ihr Volk zu retten - diesmal steif und kitschig. | ||
| Schätze der Welt - Kulturerbe der Menschheit: Der Limes zwischen Donau und Rhein | Willy Meyer | 15 minütige Doku über den Limes zwischen Regensburg und Mainz. Der Film schafft das bemerkenswerte Kunststück, in einer Viertelstunde alles Wissenswerte über den Grenzwall zu erzählen - ohne gehetzt zu wirken - und sogar noch Zeit für ästhetische Kamera-Arbeit und Rekonstruktionsversuche zu finden. Selten wurde einem die monumentale Größe des antiken Bauvorhabens so plastisch und einprägsam vor Augen gestellt. Gleichzeitig schafft der Erzähltext einen nachdenklichen, ja fast poetischen Grundton - ohne Zweifel ein Höhepunkt, auch innerhalb dieser sowieso schon qualitativ hochwertigen Reihe. www.schaetze-der-welt.de Die Internetseite ist eine wahre Fundgrube! Neben ausführlichen Daten und Fakten zu den einzelnen Monumenten gibt es auch noch umfangreiche Linklisten, die gesamten Filmtexte und Filme zum Angucken - Herz, was willst Du mehr! | |||
| Sieben Gladiatoren, Die | I sette gladiatori | Pedro Lazaga | 105 Minuten Inhalt: Der kriegsgefangene Spartaner Darius hat im Kolosseum in Rom tapfer gekämpft und wird vom Kaiser begnadigt. Darius macht sich mit sechs ehemaligen Kollegen auf den Weg zurück nach Sparta - und muss feststellen, dass sein Vater inzwischen ermordet wurde, weil er dem neuen Tyrannen Hierba im Wege stand. Gemeinsam befreit die Gruppe die Stadt von Hierba. (P.S.: War im Kaiserreich überhaupt denkbar, dass in der Provinz ein Diktator herrschte?) Kritik: Der Film besticht vor allem durch eine beeindruckende Optik: Weite Landschaftsaufnahmen (in denen sich bereits der Italo-Western ankündigt), aufwändige, vergleichsweise realistische Dekorationen, wunderschöne Frauen -- und richtig gut gemachte Action (vor allem in den Arena-Szenen am Anfang), die die schönen Originalschauplätze (u.a. eine Bergzitadelle) und die zahlreichen unterschiedlichen Waffen auch voll ausnutzt (und auch die schönen Frauen). Leider kann die wenig aufregende Rache-Geschichte da nicht mithalten. Ihr ziemlich hohes Tempo und die vielen witzigen Details (z.B. ein Gladiator - brutal in der Arena, aber privat kann er kein Ferkel schlachten) halten das Interesse bis zum Ende wach. | ||
| Snofru - König der Pyramiden | Dokumentation | 45minütige Dokumentation über den ersten Pharao, der Pyramiden bauen ließ. Kritik: Der Film besticht vor allem dadurch, dass die Pyramiden alle an Ort und Stelle aufgesucht, von innen gezeigt und erklärt werden. Inhalt: Der Film beginnt in Sakkara und zeigt den Übergang vom Bauen mit Lehm und Schilf zum Bauen mit Steinen. Die Steinbauweise eröffnete neue architektonische Möglichkeiten - doch die Grundprobleme blieben die alten: auch die aus tonnenschweren Steinen erbauten Königsgräber wurden im Laufe der Zeit ausgeraubt. Da kam der bemerkenswerte König Snofru auf die Idee, es einmal mit einer neuen Form zu versuchen: Keine einfachen, kastenförmigen Gräber mehr (Mastabas) - sondern eine aufwändige Pyramide. Geschützt von einem riesigen Berg aus Steinen wollte er für die Ewigkeit gerüstet sein. Snofru wird als ein sympathischer, moderner Landesvater porträtiert: Er finanzierte Expeditionen, um neue Kupfer- und Edelstein-Minen zu finden - und für ihn arbeiteten keine Sklaven, sondern bezahlte Fachkräfte (was endlich mit dem in Monumentalfilmen gepflegten Klischee aufräumt). Peter Spry Leverton stellt die Familie des Pharaos vor (dessen Söhne und Enkel später auch im Pyramiden-Geschäft waren) und zeigt dem überraschten Zuschauer etwas höchst Seltenes: Möbelstücke aus dem Palast des Snofru. Sie haben die Jahrtausende unbeschadet im Garb der ersten Frau des Königs überstanden. Snofru ließ also in Meidum einen Pyramiden-Prototyp errichten - der in sich zusammenstürzte. Unverzagt machte man sich in Dahschur an einen zweiten Prototypen - doch dessen Neigungswinkel stellte sich als falsch heraus. Man korrigierte dies noch während des Bauens: Das Ergebnis ist die berühmte Knickpyramide. Beim dritten Anlauf schließlich klappte es: Die Rote Pyramide ist die erste Pyramide der Welt - und annähernd so groß und eindrucksvoll wie die in Gizeh. P.S.: Genutzt hat es nichts. Auch Pyramiden wurden von Grabräubern geplündert. | |||
| Story of David, The | David Lowell Rich und Alex Segal | Fernsehfilm in 2 Teilen à 95 Minuten: 1, David and King Saul 2, David the King | |||
| Theodora, Kaiserin von Byzanz | Teodora, imperatrice di Bisanzio | Riccardo Freda | 124 Minuten (deutsche Fassung: 90 Minuten) Die Geschichte, wie Kaiser Justinian sich in Theodora, eine Angestellte beim Zirkus, verliebt - und sie zur Kaiserin macht. Der Circus aus Die grausame Schöne - Messalina kommt hier noch einmal zum Einsatz. | ||
| Trojanerinnen, Die / Die Troerinnen | The Trojan Women | Michael Cacoyannis | 105 Minuten Inhalt: Die Griechen haben Troja besiegt und die Beute unter sich aufgeteilt. Jetzt beraten sie (für den Zuschauer unsichtbar) über das Schicksal der Frauen von Troja. Von Zeit zu Zeit teilt ein Bote ihnen mit, was entschieden wurde. Als erste verlässt die Hellseherin Kassandra Troja, um die neue Frau des Agamemnon zu werden. Sie überlegt, ihn bei der Hochzeit zu töten. Danach wird Andromache Sklavin bei einem griechischen Feldherrn - und ihr Sohn, den sie von dem Trojanischen Helden Hektor hat, wird getötet, damit Troja keine neuen Helden hervorbringen kann. Die schöne Helena, die mit ihrer Flucht nach Troja diesen Krieg einst ausgelöst hat, wird von ihrem Gatten Menelaos nach Hause geholt - er will sie da steinigen lassen (was den Trojanerinnen sehr gefällt). Schließlich bringt man Hekuba den toten Sohn der Andromache zurück. Sie darf ihn noch würdevoll bestatten - dann müssen die restlichen Frauen auch auf die Schiffe. Hekuba fällt ausgerechnet an den Fürsten von Ithaka, Odysseus, durch dessen List mit dem Trojanischen Pferd ihre schöne Stadt besiegt wurde. Kritik: "Dieser Film ist all denen gewidmet, die sich der Unterdrückung des Menschen durch den Menschen furchtlos entgegenstellen", so verkündet der Vorspann. Eine lobenswerte Absicht - und man darf auch unterstellen, dass es Cacoyannis ernst damit war. Schließlich war in seiner Heimat Griechenland damals noch eine brutale Militärdiktatur an der Macht. Doch wie so oft ist "gut gemeint" nicht automatisch "gut". Der Film ist im Wesentlichen eine ermüdende Abfolge von Monologen, in denen die Trojanerinnen ihr Leid beklagen - lediglich unterbrochen durch gelegentliche hysterische Ausfälle der Protagonistinnen. So dreht die Handlung sich immerfort um dasselbe Thema und entwickelt sich nirgendwohin. Noch dazu ist das Ganze wie in Zeitlupe inszeniert und optisch wenig reizvoll ausgestattet. Schon nach kurzer Zeit gibt es nichts mehr, was das Interesse des Zuschauers noch wach halten könnte. Dennoch ist der Film in seinen wenigen eindringlichen Momenten durchaus berührend: Das Leid der Zivilbevölkerung, die in den zerstörten Städten zurückbleibt - leider immer noch ein aktuelles, sehr bewegendes Thema. Es ist geradezu erschreckend, wie wenig sich da in den tausenden von Jahren geändert hat. Doch solche Momente sind leider selten. Was überwiegt, sind zwei Stunden gepflegte Langeweile. Aber immerhin von Euripides. | ||
| Verräter des Herrn - Judas Ischariot | El beso de Judas | Rafael Gil | Bibelfilm, 94 Minuten, Schwarzweiß Kurzinhalt: Der sehr theatralische Film versucht, den Verrat des Judas psychologisch zu erklären und geht dabei sehr frei mit der Heiligen Schrift um. | ||
| Westworld | Westworld | Michael Crichton | Science-Fiction-Film, 104 Minuten Kurzinhalt: In einem futuristischen Vergnügungs-Park dürfen die Gäste auf Roboter schießen. Das geht solange gut, bis ein Roboter zurückschießt... Fakten: * Ein Segment dieser fiktiven Anlage ist ein antiker Themenpark. * Crichton ist einer der bekanntesten Schriftsteller der Welt. Von ihm stammt auch der Superhit Jurassic Park. | ||
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